Karpulsar

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Karpulsar liegt im Norden des Mittelreiches, kaum eine halbe Tagesstrecke westlich von der Großen Handelsstraße entfernt. Die Stadt wurde an einen gewaltigen Felsen erbaut, dem so genannten Zwergenberg.

Beschreibung

Die Stadt gleicht infolge ihrer kriegerischen Geschichte mehr einer rohen Bergfestung als einer Siedlung und zeigt sich erst in jüngster Zeit auch von ihrer künstlerischen Seite. Der Ringwall, der sie umgibt, ist zwergischen Ursprungs und konnte in der Geschichte der Stadt noch nie erstürmt werden.

Durch zwergische Architekten wurde hier innerhalb von Jahrhunderten eine Festungsanlage erschaffen, die im gesamten menschlichen Reich ihresgleichen sucht. Die Stadt wurde auf mehreren Ebenen geplant, die durch Tore und Zugbrücken miteinander verbunden werden können. Dabei ist weder die nächste Ebene noch der direkte Weg dorthin für einen Angreifer ersichtlich. Die Stadt beherbergt rund 2000 Seelen, neben einer kleinen Sippe Zwerge fast ausschließlich Menschen. Auf den einzelnen Ebenen dominieren große Statuen, Brunnen und Mosaiksäulen, allesamt zwergischen Ursprungs. Meist trägt die Ebene den Namen des Kunstwerkes und gibt so einem Fremden zumindest einen Anhaltspunkt für die Orientierung.

"Die Botenstation suchst du, Menschlein? Lass es mich dir erklären! Du stehst jetzt am Drachenbrunnen (die Ebene auf der der Brunnen steht). Die führt rechter Hand zur Schlachtsäule des Gidrosch, hoja da hat´s gekracht kann ich dir sagen!, dann rechts über die Zugbrücke zum Hahnendrachen. Dort ist die Botenstation zu finden! Alles klar?"

Zu den herausragendsten Bauwerken der Stadt zählt sicherlich der Hauptturm der Festung, der so genannte Drachenzahn, die herrliche Kathedrale des Lichts und ein schwer befestigter Zugang zum Reich der Zwerge des Zwergenberges.

Das Kanalsystem der Stadt

Auf den allermeisten Ebene sind immer wieder schwere Steinquader auf den Wegen eingelassen, die mit Löchern versehen wurden. Mit speziellen Stangen und einer Apparatur können diese Steine angehoben werden und machen den Weg frei in die weitläufige Kanalisation von Karpulsar. Die Rohre und Gänge werden regelmäßig von einem Trupp Zwerge instand gehalten. Über verschiedene Wege kann man so zu den meisten Ebenen Karpulsar kommen ohne auch nur ein mal die Sonne zu erblicken.

Drachenbrunnen

Die unterste Ebene ist gleichzeitig auch die größte von allen. Die gewaltige zwergische Stadtmauer umschließt diesen Bereich, der seinerseits schon gut 50 Schritt über der Ebene von Karpulsar auf einem Felsvorsprung errichtet wurde.

Das eiserne Tor, das einzige Stadttor Karpulsar führt über eine breite Steinstraße zu dem größten Platz der Stadt. Hier werden die täglichen Geschäfte der Stadt, ihre Versorgung mit Nahrung und Baumaterial und das einträgliche Tauschgeschäft mit Valoria, der gerade einmal zwei Tagesmärsche entfernten Handelsstadt, abgewickelt. An den Seiten der Hauptstraße sind nach zwergischer Baukunst die Häuser direkt in den Fels gehauen oder aber in den vorhandenen Fels integriert. Die Wohnbereiche sind derart groß, dass auf den Häusern Plätze oder weitere Häuer errichtet wurden. Daher wird hier auf der Ebene des Drachenbrunnens gerne von „unterhalb“ und „überhalb“ gesprochen. Mit „unterhalb“ ist die Ebene des Marktplatzes gemeint und mit „überhalb“ die Ebene auf der ersten.

Neben dem herrlichen Marktplatz, den eine lebensgroße Statue eines Drachen schmückt, ist die Stadtmauer einer genaueren Betrachtung wert. Einige Quellen wurden von den Zwergen nach Karpulsar umgeleitet und versorgen die gesamte Stadt mit Frischwasser, einer Möglichkeit Schmutzwasser in einer Kanalisation verschwinden zu lassen und auch einen kleinen Fluss auf der gesamte Stadtmauer hinweg fließen zu lassen. Diese Idee erschien den Menschen als wenig sinnvoll, wurde jedoch von den zwergischen Drachenjägern der frühen Zeit Karpulsars als zwingen erforderlich eingestuft.

Reisende sind in dieser Ebene am besten aufgehoben. Zahlreiche Tavernen haben bis tief in die Nacht geöffnet, die Herbergen sind von guter Qualität, nicht zu teuer und die Ebene „Drachenbrunnen“ ist eine hervorragende Ausgangsposition die gesamte Stadt zu erkunden, da drei weitere Zugänge von ihr abgehen.

Zugang zu den klagenden Säulen

Die klagenden Säulen können nur durch einen einstündigen Aufstieg über nackten Fels erreicht werden. Ein Geländer, oder absichernde Maßnahmen sucht man hier vergebens. Einige Nischen wurden nachträglich in die Felswand gehauen, die Statuen sämtliche Götter der Menschen beinhalten. Vor den wichtigsten Götterstatuen stehen Wachen oder Anhänger der jeweiligen Gottheit.

Zugang zur Drachenschlucht

Im hintersten Teil der Ebene erreicht man durch einen schmalen Spalt den Zugang zur Schlucht. Zur Zeit ist der Zugang durch einige Wachleute der Stadt versperrt. Menschen meiden diesen Bereich im allgemeinen, da die Zwerge nicht gerade bekannt dafür sind jeden dahergelaufenen zu empfangen.

Zugang nach Gidrosch

Ein einfacher steinerner Torbogen weist zur Ebene des Gidrosch. Bevor man diese höher gelegene Ebene jedoch erreicht muss man durch eine ungewöhnliche Passage schreiten. Der steinerne Weg führt an schroffen Felsen vorbei, zum Teil auch mitten auf dem Weg, die allesamt unmöglich zu erklettern sind. Es ist aus taktischer Sicht genauso schlicht wie genial, dass hier eine ganze Armee anstürmen könnte und nur wenige Zwerge ausreichen würden den Vormarsch zu behindern. Gerade die Zwerge können hier mit Axt und Schild ohne weiteres kämpfen. Fast schon verwitterte Schießscharten bieten zusätzliche Möglichkeiten anstürmende Gegner ins Visier zu nehmen. Kurz vor der Ebene des Gidrosch steht eine Meisterleistung der zwergischen Handwerkskunst den Reisendne offen: Ein Zwergentor. Vier Schritt in der Höhe und drei Schritt in der Breite. Feste Eisenbänder halten das unnachgiebige Eisenholz in den Verankerungen. Die gewaltige Tür ist in regelmäßigen Quadraten reich bebildert und farbenfroh angemalt. Neben Szenen der Schmiede- und Steinmetzkunst sind auch Bereiche aus dem täglichen Leben unter dem Berg und Kämpfe gegen fürchterliche Drachen gezeigt.

Die Drachenschlucht

Durch eine unscheinbare Bergspalte erreicht man ein schmales Plateau, das sich im hintersten Teil etwas verbreitert. Die Sonne scheint hier nur wenige Stunden am Tag hinein, so dass die meiste Zeit über das Plateau in trügerischem Dämmerlicht liegt. Von der hintersten breiten Stelle aus starren dem Reisenden schwere Speerschleudern und hüfthohe Steinwälle entgegen. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man, dass diese Speerschleudern stets von zwergischen Kriegern besetzt sind. Ebenso sind hinter den Steinwällen Zugänge zu unterirdischen Wachräumen, die ebenfalls selten unbesetzt sind.

Kurzum: Selbst eine Hundertschaft schwer gerüsteter Krieger könnte kaum bis zu dem reich geschmückten eisernen Tor vordringen, das hier nach zwergischer Manier vortrefflich bewacht wird. Ein Felsdrache verirrte sich einmal in die enge Schlucht und musste ganz nach Plan der Zwerge mit einem aufwändigen Manöver langsam im hinteren Teil der Schlucht landen. In dieser Zeit hatte die Speerschleuder schon dreimal ihr Ziel gefunden und gut ein dutzend Armbrustbolzen die Flügel des Felsdrachen durchlöchert. Der Drache ging daraufhin unsanft zu Boden und wurde von Kriegern aus den unterirdischen Wachräumen von allen Seiten gleichzeitig angegriffen. Gerade einmal vier Zwerge verloren an diesem Tag ihr Leben und durften stolz in Brindoschs Esse einziehen. Der Kopf des Drachen wurde zur Abschreckung über dem Tor angebracht. Ein guter Tag für die Zwerge des Zwergenberges!

Gidrosch

Gidrosch ist im Allgemeinen als das reiche, noble Viertel von Karpulsar bekannt. Die Häuser sind an allen Wänden reich geschmückt und bis ins kleinste Detail verziert. Im Verhältnis zu der Ebene des Drachenbrunnen ist dieser Bereich jedoch geradezu winzig. Kaum zwei Dutzend Häuser schmückt diese Ebene, wobei alleine durch die Größe der Anwesen unklar erscheint in welcher Ebene tatsächlich mehr Menschen leben.

Neben den besten Schänken, einem Badehaus und erlesenen Schmuckgeschäften gibt es hier auch das Ratsgebäude, das etwas abseits an einem Felsvorsprung errichtet wurde und wie eine kleine Burg über die gesamte Stadt zu wachen scheint. Neben den allwöchentlichen Ratsversammlungen der einflussreichsten Bürger von Kalesch, werden hier auch alle größeren Feste, die die Stadt betreffen, abgehalten.

Gleichzeitig dient dieser Bau aber auch als Unterbringung der Stadtwachen, als Gefängnis und weitläufige Vorratsspeicher für besonders harte Winter oder gar Belagerungen.

Ihren Namen trägt diese Ebene aufgrund einer zwergischen Siegessäule, die inmitten der Ebene auf einem steinernen Sockel in den Himmel aufragt. Die Säule ist gut zehn Schritt hoch und überragt die meisten Bauten um gut drei Schritt. In abwechselnder Schrift und Bebilderung sind zahlreiche ruhmreiche Taten festgehalten, die allesamt von der Schlacht des Gidrosch, einem erfahrenen Hauptmann der Hammerhände, handeln. Die Säule ging einst fließend in ein Bodenmosaik über, die sogar die angrenzenden Häuser mit einbezog. Von dem Bodenmosaik sind mittlerweile leider nur noch kleine Reste übrig. Sicherlich können die meisten älteren Zwerge auf der Grundlage dieser Siegessäule stundenlange Geschichten zum Besten geben, da aber in dieser Ebene fast nur Menschen leben wird ihr kaum Beachtung geschenkt. Insgesamt führen von hier zwei Zugänge zu noch höher gelegenen Plateaus.

Zugang zur Ebene der Kathedrale

Zwischen zwei steinernen Häusern scheint für einen Augenblick, als wenn das Plateau hier abrupt aufhören würde. Tatsächlich führt eine steil abfallende Treppe direkt an der nackten Felswand zu einem tiefer gelegenen Vorsprung. Der waghalsige Abstieg ist bei widrigen Umständen äußerst gefährlich, so dass die Menschen in regelmäßigen Abständen Eisenringe in den Fels schlugen mussten, an dem lange Seile zur Sicherung durchgeführt wurden.

An dem tiefer gelegenen Vorsprung verstanden es die klugen Zwerge eine Bogenbrücke zu erbauen, von dem aus die gegenüber liegende Felswand erreicht werden kann. Die Brücke gilt als ein Wunderwerk der Technik unter den Menschen, da alleine ihre Länge von über siebzig Schritt als technisch nicht machbar gilt. Die Brücke überspannt den Pass in die Drachenschlucht und würde zu einer herrlichen Aussicht über die Ebene vor Karpulsar einladen, wäre die steinerne Balustrade nicht derart niedrig, dass einem menschengroßen Wesen die Furcht in die Füße getrieben würde.

Zugang zur Ebene Hahnendrachen

Was den Zwergen an technischen und ästhetischen Meisterleistungen gelingt schaffen die Menschen nicht einmal im Ansatz, daher erscheint das große zweiflüglige Tor zur Ebene des Hahnendrachen als eher besseres Scheunentor im Vergleich zum zwergischen Baustil. Ein schlichter Weg führt ein wenig Bergauf zu dieser Ebene.

Kathedrale

Die Kathedrale des Lichts nimmt eine der höchsten Plattformen der Stadt Karpulsar ein. Der hintere Teil des imposanten Bauwerkes ist in den Fels hinein gebaut, architektonische Andeutungen lassen aber vermuten, dass sich das Bauwerk im Innern des Zwergenberges weiter verzweigt. Die Seitenwände des länglichen Kirchenschiffes wurden mit steinernen Stützstreben verstärkt, die ähnlich der Stadtmauern Kaleschs, den Abbildern von Engeln entsprechen. Feine Quellwasser entspringen oberhalb der Kathedrale und werden auf dem Dach in jede einzelne Stützstrebe weitergeleitet. Auf diese Weise ergießt sich aus jedem Mund der insgesamt 18 Engel ein feiner Wasserstrahl, der an der Basis des Kirchenschiffs in runden Steinschalen erneut aufgefangen wird. Die einzelnen Wasserläufe kommen in einem kaum einen Schritt tiefen Ziergraben zusammen und umfließen die Kathedrale, bis sie gemeinsam als Wasserfall in eine Seitenschlucht des Zwergenberges hinab fallen.

Die hohen Fensterbögen zwischen den stilisierten Engeln lassen den gesamten Bau dennoch leicht und elegant wirken. Die Hauptfront ist ebenfalls mit weiten Aussparungen, Fenstern und Öffnungen versehen, die das Gebäude eher wie ein kunstvoll geflochtenes Gerüst erscheinen lassen denn einen steinernen Bau.

Im Innern der Kathedrale überwiegt eine schlichte Funktionalität und lässt den Bau streng und ruhig erscheinen. Akkurat aufgestellte hölzerne Bänke, mit weißem Tuch umhängte Tische und Stühle für die wöchentlichen Gebetsfeiern und schlichte Ölfackeln unterstreichen diesen ersten Eindruck. Der hinterste Teil ist mit weiten Vorhängen und Stoffbahnen vom Rest der Kirche abgetrennt und führt weit in den Zwergenberg hinein - in die Kammern der Priester und die weiteren Lehr- und Gebetsräume des Komplexes.

Die Lehrmeister der Kathedrale des Lichts

Die obersten Priester der Kathedrale des Lichts verstehen sich ebenso als Heiler, Berater und Lehrmeister für die gesamte Stadt Karpulsar. Sie handeln eigenständig, sind aber den Templern des Lichts zu Kalesch zu Rechenschaft verpflichtet.

Seit gut hundert Wenden ist die Kathedrale auch Anlaufpunkt für die Ausbildung junger Frauen und Männer, die sich in den Dienst des Gottes Ignatus stellen wollen. Dabei wird nach eingehender Überprüfung der Fähigkeiten des Prüflings entschieden, ob er oder sie sich für die Ausbildung als Heiler oder gar Magier eignet. Die Befähigung zu einem Priester findet stets nach dem Studium des Heilers, oder Magiers statt.

Solche, die darauf brennen, dem Dunkel in dieser Welt mit roher Kraft und schweren Rüstungen entgegen zu treten, wird empfohlen, in Adar oder Kalesch eine Ausbildung als Soldat anzustreben.

Ausbildung zu einem Magier des Lichts

Vorrangig werden hier die Zauber der Lebensmagie unterrichtet. Schon bei Abschluss des Studiums werden nicht wenige Zauber des dritten Grades in dieser Magierichtung beherrscht. Das intensive Studium in der Hauptrichtung lässt jedoch die anderen Richtungen auf eher niedrigem Niveau. Meist sind es nur die nötigsten Zauber des ersten Grades der Naturmagie, der Hexermagie und selbstverständlich der Neutralen Magie.

Geschichtlich, kulturell und gesellschaftlich werden die jungen Lebensmagier auf den gepflegten Umgang bei Hofe vorbereitet; ein Umstand, der ihnen bei dem einfachen Volk schnell das Vorurteil des aufgesetzten stolzen Pfaus anhängen lässt.

Ausbildung zu einem Heiler des Lichts

Die Heiler verbringen einen guten Teil des Studiums in den Wäldern und Berghängen zwischen Karpulsar und Valoria. Neben dem eigentlichen Heilen von Verletzungen, Lindern von Krankheiten und Neutralisieren von Giften ist nämlich auch die Beschaffung der Kräuter, Farne und Moose Inhalt ihres Studiums. Die Heiler haben im Gegensatz zu den Magiern einen außerordentlich guten Ruf in der Stadt und gelten für gewöhnlich als weltoffen, redsam und gesellig.


Heiligtum der Elfen

Die Gerüchte über ein Heiligtum der Elfen halten sich derart hartnäckig in den Gassen und Tavernen der Stadt, dass allgemein angenommen wird, dass sie tatsächlich wahr sind.

Von der herrlichen Ebene der Kathedrale aus soll ein versteckter Pfad weiter den Berg hinauf führen. Nach mehrstündigem riskantem Aufstieg erreicht man die Wurzeln eines uralten Baumes, der viele Dutzend Schritt höher an der nackten Felswand verwurzelt ist. Dort soll sich das Heiligtum befinden.

Spielleiterinformationen: Alleine aufgrund der Beschreibung sollte klar werden, dass gewöhnliche Menschen diesen Ort noch nie zu Gesicht bekommen haben. Wesen, die nicht Experten auf dem Gebiet Klettern, Pfadfinden, Gewandtheit, Geschick und nicht zuletzt Mut sind, sollten von einem Aufstieg zurückschrecken. Ein Fehltritt ist in dem Bereich des Heiligtums tatsächlich tödlich und sollte nicht leichtsinnig versucht werden.

Glücklicherweise existiert in den detaillierten Reiseberichten des Zwergen Gimmling eine Beschreibung des Heiligtums, da er bei einer Erkundungsfahrt mit seinem Luftschiff auch in Karpulsar Rast einlegte.

Auszug aus dem XXVI Kapitel des Menschenreiches, „Region Valoria/Karpulsar“

"Gut dreihundert Schritt über der Ebene der Kathedrale wächst windgeschützt in einer Felsschlucht ein merkwürdiger Baum. Durch das Zwergenrohr, war es mir erlaubt all jene Kleinigkeiten zu beschreiben, die dem Betrachter aus der Ferne verborgen bleiben. Ein Aufstieg zu diesem Baum erscheint mir als Wahnsinn, wenngleich meine Neugier derart geweckt wurde, dass ich noch tagelang von diesem Ort in meinen Träumen verfolgt wurde.

Der Baum misst insgesamt über 50 Schritt, wobei noch einmal so lang sich seine Wurzeln frei am Fels hängend nach unten winden. Genau genommen handelt es sich sogar um zwei Bäume, der eine von der Ostspalte her kommend, der andere von der Westseite her. Der im Osten erscheint modrig und von dunkler Färbung, als sei er schon vor langer Zeit bei einem Unwetter im innersten gebrochen. Der andere jedoch sprießt im herrlichsten Grün in alle Richtungen. Weiter oben verbinden sich die beiden Stämme und wetteifern gemeinsam wie zwei Wasserdrachen im Spiel vor einem schnellen Segelboot. Die Knoten und Windungen sind derart verworren, dass bald nicht mehr zu erkennen ist welcher Ast, welcher Zweig von welchem Baum her stammt. Die mächtige Krone nimmt im obersten Bereich die gesamte Felsspalte ein und bietet im Gesamten einen herrlichen Anblick."

Dank der Regentschaft des Illiasan wurden auch den Menschen die Bibliotheken der Elfen zugänglich, so dass heute schon eine Abschrift über den Magier Lech´ma´Gwen in der Bibliothek zu Kalesch existiert, die diesen Baum noch näher beschreibt:

„Wie im Traum wandelte ich den Pfad hinauf, bis ich an den Wurzeln meines Ziels angekommen war. In tiefer Dankbarkeit versetzte ich mich in Meditation und vergaß Raum und Zeit.

Die Wurzeln schlossen sich um meinen Körper und es schien mir als würden Wenden wie Augenblicke verstreichen. Die Wurzeln reichten mich nach oben und als ich meine Augen wieder öffnete sah ich direkt in das Heiligtum hinein.

Eine bezaubernde Schönheit aus dem Holz der beiden Stämme gewachsen blickte auf mich mit bernsteinfarbenen Augen herab. Ihr Haar verband sich mit den feinsten Masserungen der Rinde und ihr bloßer Oberkörper war von derart graziler Gestalt, dass mein Herz aufhören wollte zu schlagen. Anstelle der Beine verdickte sich ihr Unterleib, bis er fließend zu beiden Seiten hin sich mit den beiden Bäumen verband.

Arme, so schlank und schön, wie sie kein Künstler hätte herstellen können, bildeten mit einer schöpfenden Handhaltung ein Gefäß für eine Opfergabe. Hätte in diesem Augenblick die Schönheit verlangt mein Herz zu opfern – ich hätte keinen Augenblick gezögert.

Aus den flankierenden Bäumen, die sich über der Gestalt wie kunstvolles Flechtwerk miteinander verbanden, ragten je vier armdicke Äste, die das Wesen wie ein schützendes Gitter umschließen.

Die Gestalt erschien, obwohl fest mit den Stämmen verwachsen, in Bewegung. Der Oberkörper bebte im Spiel von Licht und Schatten, als ich festen Glaubens in den innersten Bereich eintrat. Die zu einer Schale geformten Hände erschienen gütig, bittend, aber auch bestimmt.

Mit sanfter doppelter Stimme begann darauf das Wesen mit mir zu sprechen. Ein Klang, dessen bloße Erinnerung mich noch bis ans Ende der Tage zu Tränen rühren wird: „Wir wissen über das Ende der Zeit und tragen die Sorgen der Welt im Herzen. Versuch die Stimme der Welt mit deiner Gabe zu wecken und wir sprechen sie aus.

"Reiche was wir wollen eines und doch beides: Tod und Leben, in einem vereint."...

"

Der Elf Lech´ma´Gwen konnte das Rätsel lösen und wurde reich beschenkt. In den Jahrhunderten, die folgten wurde er einer der bedeutendsten Elfenfürsten im gesamten Elfenreich und kämpfte in den legendären Drachenkriegen. Die Legende besagt, dass er schließlich seinen Geist mit einem goldenen Drachen verband, um für alle Zeit das Elfenreich vor den schwarzen Drachen zu beschützen.

Hahnendrachen

Dieser Teil der Stadt wird von den Zwergen gemieden. Zu eindrücklich sind die tölpelhaften Versuche die Baukunst der Zwerge mit denen der Menschen zu vermischen. Windschiefe Holzbauten wurden auf die in den Fels gehauenen Wohnungen aufgesetzt. Durchbrüche, an Stellen, die ein Zwerg niemals geduldet hätte verbinden Holz mit Stein. Ebenso wurden sogar einige der zwergischen Behausungen abgetragen und völlig neue Menschenhäuser an ihrer Stelle errichtet. In dem durcheinander der beiden Kulturen liegt jedoch für das menschliche Auge genau der Reiz. Die einfachen Arbeiter und viele Städter leben hier. Eine Botenstation der Blaue Reiter sendet täglich Nachrichten nach Valoria, Königsplatz und sogar nach Kalesch. Für das passende Geld können hier Briefe aufgegeben werden, die bis in die Täler des Großen Rückens, die Fürstentümer des Reiches oder ins Zweistromtal geschickt werden.

Die Preise in den Tavernen und Gasthäusern sind moderat und die Ebene bietet mit ihren zahlreichen kleinen Läden fast alles was man sich wünschen kann.

Spielleiterinformation: Es gibt an der Westseite der Ebene einen geheimen Zugang, der in Zeiten des Krieges als Ausfallpforte dient. Geheime Botschaften werden heute noch auf diesem Weg aus der Stadt geschickt.

Klagende Säulen

Nach dem anstrengenden Aufstieg erreicht man einen schlichten Steinpfad, der gut drei Schritt in den Fels getrieben wurde. Um die Felsmassen am abrutschen zu hindern wurden baumdicke Säulen an der Hangseite belassen. Zu jeder Zeit pfeift hier der eiskalte Nordwind aus dem entfernten Frostwurmwald durch und gibt so dem Säulengang seinen Namen. Zwischen den Säulen wurden schon vor langer Zeit zwergische Windspiele aufgehängt um angeblich die Geister zu vertreiben. Die eisernen Röhren untermalen das Heulen des Windes mit mal dumpfen mal hellen Klängen und tragen für menschliche Ohren nicht gerade dazu bei die Furcht vor Geistern zu verjagen.

Bis in die späte Mittagszeit sind hier auch fahrende Händler, Krämer mit Bauchläden und einige kriegsversehrte Bettler zu finden.

Zugang zum Zwergenviertel

Von dem Säulengang aus öffnet sich eine kleine Ebene, die eher unscheinbar wie ein verlassener Stollen oder ein kleiner Steinbruch aussieht. Grund hierfür ist die Abkehr der Zwerge vor dem Prunk und Protz – eh meist Auftragsarbeiten für die Menschen – und hin zu dem wesentlichen: Dem Schürfen, Veredeln und Horten von Metall, Stein und Kristall. Eine von Zwergen gestellte Wache fragt jeden nach seinem Begehr und führt ihn meist direkt zu seinem Ziel.

Zwergenviertel

Die wenigen Häuser, die zwischen den schroffen Steinen hervorstechen wurden derart eng beieinander gebaut, dass kaum ein Eselskarren hindurch passt. Noch dazu sind Steinplatten über die engen Häuserschluchten gelegt worden, die die Gassen fast nahtlos abdichten und so zu schummrigen Stollen werden lassen.

Grund sollen die harten Wintereinbrüche und der viele Schneefall sein, der den Zwergen gar nicht gefällt, jedoch ist es nicht zu übersehen, dass die Zwerge ihren Spaß daran haben, die hochgewachsenen Menschen tief gebückt in ihre Behausungen zu führen.

Im Innern einer Behausung wird deutlich dass es sich hierbei nicht um mehrere einzelne Häuser handelt, sondern vielmehr um voneinander abgetrennte Räume, die allesamt zu einem gemeinsamen Raum an der Felswand des Zwergenberges führen. Hier ist ein gewaltiger Schmiedeofen, den Stunde um Stunde zwei Zwerge mit Steinkohlebrocken anheizen. Der Ofen ist derart riesig, dass er von mehreren Öffnungen aus gleichzeitig benutzt werden kann. Die größte Öffnung ist sicherlich für die Herstellung von schwerem Kriegsgerät gedacht, da ein ganzer Ochse bequem durch passen würde.

Alle Spielarten des Schmiedehandwerks sind hier zu finden: Feinschmiede für Gold, Silber und Eisen sowie Waffen-, Rüstungs- und Grobschmiede. Weiterhin gibt es Spezialisten, die auch auf die abwegigsten Wünsche ihrer Kunden eingehen können. Die Gegenstände sind allesamt von höchster Qualität, die auch selbstverständlich ihren Preis haben. Da hier schon Fürsten und Könige vorstellig wurden, ist nicht anzunehmen, das die Preise in irgend einer Form verhandelbar sind.

Der Drachenzahn

Weit über der eigentlichen Stadt Karpulsar ragt ein Felsvorsprung gut drei Dutzend Schritt aus dem Felsmassiv des Zwergenberges heraus. Auf diesem kleinen Plateau verstanden es die Zwerge, einen stattlichen Wehr- und Wachturm zu errichten, der einen guten Überblick über die gesamte Ebene Karpulsars und weite Teile des Zwergenberges bietet. In den Fels gehauene, versteckte Treppen ermöglichen einen gefährlichen Aufstieg von der Stadt zum Turm. Wer die Erlaubnis erlangt hat, die alte Zwergenstadt betreten zu dürfen (was jedoch höchst unwahrscheinlich ist), kann jedoch das Plateau durch die unterirdische Stadt sicher und komfortabel erreichen.

Auf der gut 10 Schritt breiten Plattform zeugen uralte Waffen von den eigentlichen Gefahren, die hier einst bestanden: Eisenbeschlagene Speerschleudern und überlange Speerschäfte ragen heute noch weit über die Brüstung des Wachturmes hinaus. Die Speerschleudern sind zwar mit dicken Wachstüchern und Fellen umschnürt und Speerschäfte ragen ohne ihre fürchterlichen Spitzen zu allen Seiten, jedoch vermitteln die Waffen immer noch ein unheimliches Gefühl von Hilflosigkeit gegenüber der Urgewalt von den sagenumwobenen Drachen. Inmitten des Wachturmes steht ein silbernes zwergisches Kunstwerk in Form eines sich zum Himmel windenden Drachens. Es dient als Signalhorn für einen erneuten Drachenangriff; eine Inschrift betitelt den letzten Drachenangriff auf die Stadt auf vorkaiserliche Zeit.