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Amal: Unterschied zwischen den Versionen

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Kein anderer Stadtstaat der [[:Kategorie:Südlande|Südlande]] ist so unbekannt und geheimnisvoll wie Amal. In den restlichen Staaten ist das Gebiet im Süden des [[:Kategorie:Großer Rücken|Großen Rücken]] zum großen Teil unbekannt, und trotz der [[Südlande Geschichte#Die Allianz von Uria|Allianz von Uria]] vertraut man den geheimnisvollen Menschen aus Amal nur selten. Das Misstrauen begründet sich beim einfachen Volk vor allem auf der Andersartigkeit von Kleidung, Architektur und Kultur, bei der Oberschicht im Wesentlichen auf der Expansionspolitik des Stadtstaats, der die gesamte Südküste und die [[Weißmondinseln]] kolonisiert hat.


==Lage==
Kein anderer Stadtstaat der [[:Kategorie:Südlande|Südlande]] gilt als so fremdartig und geheimnisvoll wie '''Amal'''. Die abgeschiedene Metropole an der Südküste verbindet die Verehrung [[Gwygat]]s mit Wissenschaft, planmäßiger Stadtentwicklung und einer mächtigen Flotte. Während viele Bürger ein für Ganthor ungewöhnlich freies und gebildetes Leben führen, duldet der herrschende Priesterrat keinen Widerstand gegen seine Entscheidungen. Außerhalb Amals wird der Stadt daher ebenso viel Bewunderung wie Misstrauen entgegengebracht. Besonders ihre Expansion über die [[Weißmondinseln]] und entlang der Südküste beunruhigt die übrigen Mächte.
 
{{Daten und Fakten Siedlung|
{{Daten und Fakten Siedlung|
|Lage=[[:Kategorie:Südlande|Südlande]], Südküste
|Lage=[[:Kategorie:Südlande|Südlande]], Südküste
|Einwohnerzahl=500000 und mehrere Kolonien
|Einwohnerzahl=etwa 500.000, dazu mehrere Kolonien
|Regierung=[[#Religion und Herrschaft|Hohepriester Hamid Alzaid]] und der Rat Gwygats
|Regierung=[[#Herrschaft und Verwaltung|Hohepriester Hamid Alzaid und der Rat Gwygats]]
|Stadteinteilung=[[#Tempelbezirk|Tempelbezirk]],<br>[[#Handelsbezirk|Handelsbezirk]],<br>[#Seebezirk|Seebezirk]]
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|Gilden und Schulen=[[#Enginologische Universität|Enginologische Universität]]<br>[[#Schule der Erleuchtung|Schule der Erleuchtung]],<br>[[#Kolleg des Kampfes zur See|Kolleg des Kampfes zur See]],<br>[[#Alchemistische Schule|Alchemisitische Schule]]
|Gilden und Schulen=[[#Enginologische Universität|Enginologische Universität]],<br>[[#Schule der Erleuchtung|Schule der Erleuchtung]],<br>[[#Kolleg des Kampfes zur See|Kolleg des Kampfes zur See]],<br>[[#Alchemistische Schule|Alchemistische Schule]]
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Die Stadt liegt in einem felsigen Tal, das Teil eines Ausläufers des [[:Kategorie:Großer Rücken|Großen Rückens]] ist. Das Tal hat Zugang zum Meer und bildet durch ausreichende Wassertiefe einen natürlichen Hafen. Die Felsen des Gebirges bestehen aus hellem Kalkgestein und ragen fast 1000 Schritt in die Höhe, in der südlichen Hälfte des Tales ist die Steigung fast senkrecht. Nach Norden hin steigt der Felsen bis zu einer Höhe von 700 Schritt terrassenförmig auf, danach ähnelt die Steigung der der Südhälfte und wird unpassierbar. Ein einziger Pass führt auf ca. 600 Schritt Höhe aus dem Tal und schlängelt sich durch das karge Bergland des Vorgebirges des Großen Rückens nach [[Uria]] und [[Gilgardor]].


==Stadtbild==
Kommt man über die Passstraße nach Amal, so sieht man als erstes eine gewaltige Festung, die am höchsten Punkt des Passes in den Fels gebaut wurde. Da der Pass durch eine ungefähr 40 Schritt breite Schlucht verläuft, wurde die Festung über ihre gesamte Breite gestreckt. Hier kommt der Besucher das erste Mal mit der schon genannten Fremdartigkeit der Stadt in Berührung: Das Tor und die Toröffnung sind kreisrund, und der vor der Festungsmauer verlaufende Graben wurde so erweitert, dass er in die Festung hineinläuft. Somit kann das Runde Tor an einer Achse in der Mitte des Runden Torbogens rotieren. Mittels großer Eisenbolzen ist das Tor in einer waagrechten und senkrechten Position arretierbar, und mit Seilzügen wird die Drehung eingeleitet. Das mit Eisen verstärkte Holztor misst im Durchmesser 16 Schritt und gilt als eines der technischen Wunder der [[:Kategorie:Südlande|Südlande]], da die Konstruktion seit Jahrhunderten treu ihren Dienst verrichtet, ohne dass größere Störungen aufgetreten wären.


Hinter dem Tor muss der Wanderer den zur Festung ausgebauten Pass durchschreiten und tritt schließlich durch ein zweites Rundtor in das Tal von Amal hinaus: Man befindet sich auf 600 Schritt Höhe und blickt über Reisterrassen auf die Stadt hinab, die auf den ersten 200 Schritt Höhe erbaut wurde. Aufgrund des befestigten Passes und der geschützten Lage wurde auf weitere Stadtmauern verzichtet. Aus der erhöhten Position sind mehrere breite Hauptstraßen zu erkennen, die zu mehreren Stadtzentren führen, die an mehrstöckigen Gebäuden und hohen Türmen erkennbar sind. Richtung Meer sind große Hafenanlagen auszumachen, wo zahlreiche ungewöhnlich große Schiffe liegen.  
== Lage und Tal von Amal ==
 
Amal liegt in einem felsigen Tal, das zu einem Ausläufer des [[:Kategorie:Großer Rücken|Großen Rückens]] gehört. Das Tal öffnet sich im Süden zum Meer und bildet durch seine große Wassertiefe einen natürlichen Hafen. Helle Kalksteinfelsen ragen auf beiden Seiten fast 1.000 Schritt empor. In der südlichen Hälfte steigen sie nahezu senkrecht an. Im Norden erheben sie sich zunächst in breiten Stufen bis auf etwa 700 Schritt, bevor auch dort unpassierbare Steilhänge beginnen.
 
Ein einziger Pass verlässt das Tal auf ungefähr 600 Schritt Höhe. Von dort windet sich eine Straße durch das karge Vorgebirge in Richtung [[Uria]] und [[Gilgardor]]. Der schmale Zugang und die hohen Felswände machen Amal an Land außerordentlich schwer angreifbar.
 
== Stadtbild und Architektur ==
[[Datei:Amal_Rundtor.png|mini|hochkant=1.7|Die Passfestung mit dem Rundtor]]
Wer Amal über den Pass erreicht, durchquert zunächst eine gewaltige Festung, die sich über die etwa 40 Schritt breite Schlucht erstreckt. Ihr kreisrundes Haupttor misst 16 Schritt im Durchmesser. Das eisenverstärkte Holztor dreht sich um eine Achse in seiner Mitte und kann waagerecht oder senkrecht mit großen Bolzen arretiert werden. Seilzüge setzen die schwere Scheibe in Bewegung. Seit Jahrhunderten verrichtet die Konstruktion ihren Dienst und gilt als eines der technischen Wunder der Südlande.
 
Hinter einem zweiten Rundtor öffnet sich der Blick über die Stadt. Von der Passhöhe führen Reisterrassen und Weinberge bis zu den dicht bebauten unteren 200 Schritt des Tals hinab. Da Pass und Talzugang stark befestigt sind, besitzt Amal keine geschlossene Stadtmauer. Breite Hauptstraßen verbinden mehrere urbane Zentren mit den Hafenanlagen am Meer.
 
Einfache Wohn- und Geschäftshäuser bestehen aus gebrannten, weiß getünchten Lehmsteinen. Sie sind meist ein bis zwei Stockwerke hoch und tragen kleine Kuppeln oder flache Dächer. In den Stadtzentren stehen dagegen mehrstöckige Kalksteinbauten, Paläste und hohe Türme. Ihre oberen Geschosse werden von leichten Metallkonstruktionen getragen und besitzen ausgedehnte Glasflächen. Korallenstein dient als Fassadenschmuck, für Säulen, Brüstungen und farbige Wandflächen. Zwischen den Gebäuden spenden Bahnen aus belastbarer Seide Schatten. Diese Verbindung aus Kalkstein, Glas, Metall, Korallen und Seide ist außerhalb Amals kaum zu finden.
 
=== Die sechs Stadtzentren ===
 
Amal besitzt sechs große Stadtzentren. Jedes von ihnen verfügt über einen riesigen Markt, mehrere Tempel, Wachhäuser und öffentliche Einrichtungen. Um diese Kerne legen sich ringförmig angeordnete Wohn- und Gewerbeviertel. Jedes Zentrum wäre in anderen Landstrichen groß genug, als eigene Stadt zu gelten.
 
Die sechs Zentren bilden die räumliche Grundordnung Amals. Tempelbezirk, Handelsbezirke und Seebezirk bezeichnen dagegen ihre unterschiedlichen Funktionen. Breite Straßen, Treppen und Rampen schaffen Verbindungen, während Lastenaufzüge Waren zwischen den verschiedenen Höhenstufen bewegen.
 
=== Der Tempelbezirk ===
 
Das älteste und bedeutendste Stadtzentrum umgibt den [[#Der Große Tempel|Großen Tempel Gwygats]]. Hier befinden sich der Sitz des Priesterrates, wichtige Archive und Bibliotheken sowie zahlreiche Pilgerherbergen. Die Tempel anderer Gottheiten wurden im Laufe der Stadtplanung ebenfalls hierher verlegt. Kein Heiligtum darf höher aufragen als der mittlere Turm des Großen Tempels.
 
=== Handel und Gewerbe ===
 
Mehrere Stadtzentren werden von großen Märkten, Kontoren, Werkstätten und Lehrstätten geprägt. Waren aus den Kolonien werden hier geprüft, verteilt und weiterverarbeitet. Metallarbeiter, Glasbläser, Alchemisten, Seidenverarbeiter und Enginologen genießen hohes Ansehen. Die planmäßig angelegten Hauptstraßen erleichtern den Transport zwischen den Märkten, Speichern und dem Hafen.
 
=== Der Seebezirk und der Hafen ===
 
[[Datei:Amal_Hafen.png|mini|hochkant=1.7|Einer der Handelshäfen von Amal]]
 
Der Seebezirk umfasst mehrere Häfen und bildet die größte Hafenanlage Ganthors. Mehrere Buchten wurden zu Häfen für Handelsschiffe ausgebaut. An den breiten Kais stehen Lagerhäuser für Lebensmittel, Holz, Korallen, Seide und andere Kolonialwaren. Rampen, Kräne und mechanische Lastenaufzüge verbinden die Hafenbecken mit den höher gelegenen Straßen.  
 
Die größte Bucht wird vom Kriegshafen eingenommen: Diesr Teil des Seebzirks untersteht unmittelbar der Flotte. Dort werden die ungewöhnlich großen Schiffe Amals gebaut, ausgerüstet und instand gesetzt. Ihre Rümpfe bestehen überwiegend aus dem kostbaren Holz der Kolonien; Metallbeschläge, gläserne Aufbauten und farbige Korallenelemente kennzeichnen besonders bedeutende Schiffe. Die geschützte Lage der Buchten und befestigte Stellungen an den Hafenzufahrten machen einen Angriff von See schwierig.
 
=== Die Hangterrassen ===
 
Die nördlichen Hänge des Tals sind fast vollständig in Reisterrassen und Weinberge umgewandelt. Sie versorgen Amal jedoch nur noch zu einem kleinen Teil. In höheren Lagen liegen gefasste Quellen, Speicherbecken und Kanäle. Kleine Siedlungen von Landarbeitern und Verwaltern verteilen sich zwischen Feldern, Wasseranlagen und der Passstraße.
 
Außerhalb der Passfestung entstanden seit 334 n. G. mehrere geduldete Ansiedlungen. Dort leben Menschen, denen die Niederlassung in Amal bisher verweigert wurde, ebenso Händler, Fuhrleute und Vermittler, die von den strengen Zugangskontrollen profitieren.
 
== Versorgung und Infrastruktur ==
 
=== Wasser ===
 
Amal bezieht sein Wasser aus Quellen in den Kalksteinbergen. Die Zuflüsse werden in hoch gelegenen Becken gesammelt und durch ein Netz aus offenen Kanälen, Leitungen und Zisternen über die Hangterrassen und Stadtviertel verteilt. Schleusen regeln die Abgabe an Felder, öffentliche Brunnen, Badehäuser und Werkstätten. Mechanische Pumpwerke heben Wasser dort an, wo natürliches Gefälle nicht ausreicht.
 
Die Wasseranlagen werden von Priestern, Enginologen und eigens ausgebildeten Arbeitern überwacht. Verunreinigungen oder Beschädigungen gelten als schwere Vergehen, da die dicht bevölkerte Stadt vollständig von dem System abhängt.
 
=== Lebensmittel und Speicher ===
 
Die Felder im Tal reichen längst nicht mehr aus, um etwa 500.000 Einwohner zu ernähren. Reis, Mais, Früchte und andere Lebensmittel kommen größtenteils aus den Kolonien. Große Speicher am Hafen und in den Stadtzentren sollen schlechte Ernten, Stürme und vorübergehende Unterbrechungen des Seehandels ausgleichen. Die Blockade durch das Mittelreich zeigte jedoch, wie verwundbar Amal trotz dieser Vorräte bleibt.
 
== Herrschaft und Verwaltung ==
 
Amal ist eine Theokratie. Oberstes Regierungsorgan ist der Rat der Gwygat-Priester. Seine Mitglieder werden auf Lebenszeit berufen, können zurücktreten oder durch einstimmigen Beschluss des übrigen Rates abgesetzt werden. Der Rat erlässt Gesetze, bestimmt die Außenpolitik und überwacht Stadtplanung, Forschung und Kolonialverwaltung.
 
Der Hohepriester führt den Vorsitz, vertritt Amal nach außen und vermittelt bei Streitigkeiten innerhalb des Rates. Der gegenwärtige Hohepriester '''Hamid Alzaid''' besitzt außergewöhnlichen persönlichen Einfluss, da er Amal aus der magischen Beherrschung der Dunklen Jahre befreite. Dennoch regiert er nicht allein.
 
Unterhalb des Rates besteht eine weit verzweigte Hierarchie aus Priestern, Templern und Verwaltern. Sie führen Gerichte, Archive, Schulen, Speicher, Hafenämter und Stadtwachen. Alle berufen sich auf den Kodex Gwygats und das Prinzip, Entscheidungen nach Logik, Vernunft und dem Nutzen für die Allgemeinheit zu treffen.
 
Diese Herrschaft verbindet große persönliche Freiheiten mit politischer Härte. Bürger dürfen ihre Lebensweise und Ansichten weitgehend frei wählen, solange sie die bestehende Ordnung nicht infrage stellen. Verbrecher werden streng bestraft; Zwangsarbeit in den Kolonien und die Todesstrafe sind üblich. Politische Gegner werden zunächst von besonders geschulten Priestern in sachlichen Gesprächen zur Umkehr aufgefordert. Wer sich nicht überzeugen lässt, wird verbannt.
 
== Bevölkerung und Gesellschaft ==
[[Datei:Amal_Stadtzentrum.png|mini|hochkant=1.7|Eines der sechs Stadtzentren Amals]]
Ursprünglich lebten die meisten Einwohner Amals von Fischfang und Landwirtschaft. Heute bilden Arbeiter, Handwerker, Seefahrer und Händler die größten Bevölkerungsgruppen. Soldaten und Angehörige der Flotte sind ebenfalls häufig vertreten.
 
Der alte Adel besitzt seit dem Sturz der Fürstendynastie keine unmittelbare Regierungsgewalt mehr. Viele Familien haben jedoch einflussreiche Positionen im Handel, in der Flotte oder im Heer übernommen und geben diese häufig innerhalb ihrer Häuser weiter. Die Priesterschaft ist zahlenmäßig klein, bildet durch ihre zahlreichen Ämter und Rangstufen aber eine breitere Führungsschicht als der Adel anderer Stadtstaaten.
 
Die Aufnahme neuer Einwohner wird streng geregelt. Seit 334 n. G. darf sich nur dauerhaft in Amal niederlassen, wer der Stadt nach Einschätzung der Priester-Verwalter auf nützliche Weise dienen kann. Ausbildung, besondere Fähigkeiten, Kapital oder militärische Erfahrung erhöhen die Chancen auf Aufnahme.


Insgesamt gibt es sechs solche Stadtzentren, die allesamt jeweils über einen riesigen Markt sowie verschiedene Tempel und Wachhäuser verfügen - jedes dieser Stadtzentren würde in anderen Landstrichen als eigene Stadt gelten. Die übrigen Stadtviertel, in denen der Hauptteil der Bevölkerung Amals lebt, sind den Stadtzentren zugeordnet. Der Stadtplan von Amal ermöglicht eine einfache eindeutige Zuordnung, da die Stadtviertel sich kreisförmig um ein Zentrum schließen.
== Lebensweise und Kultur ==


Einfache Wohn- und Geschäftshäuser in Amal sind ein- bis zweistöckig und aus gebrannten Lehmsteinen gebaut. Sie sind weiß getüncht und besitzen kein Satteldach, sondern eine kleine Kuppel oder ein flaches Dach.
Das Leben in Amal ist von einer Ausgelassenheit geprägt, die Besuchern aus vielen anderen Ländern fremd erscheint. Private und öffentliche Feste spielen eine große Rolle; berauschende Kräuter und andere Substanzen werden dabei offen konsumiert und von der Obrigkeit geduldet.


Die größeren Häuser der Stadtzentren gleichen kleinen Palästen mit mehreren Türmen, die aus dem weißen Kalkstein des [[:Kategorie:Großer Rücken|Großen Rückens]] errichtet sind. Die oberen Stockwerke sind von weitem erkennbar, da sie vollständig aus Glas und Metall gebaut wurden, eine Technik, die einzigartig auf ganz [[:Kategorie:Ganthor|Ganthor]] ist.  
Auch in Fragen von Liebe, Ehe und Kleidung gelten vergleichsweise liberale Sitten. Gleichgeschlechtliche Ehen und Prostitution sind erlaubt. Festgewänder sind häufig eng geschnitten, mit körperbetonenden Polstern versehen und mit Schmuck geschmückt, der andernorts als anstößig gilt. [[Alinata]] besitzt deshalb einen festen Platz im Alltagsleben, obwohl Gwygat die Politik der Stadt bestimmt.
==Geschichte und Gegenwart==
In früheren Jahren war Amal eine kleine Stadt, die im Schutze des Tals allein von Fischfang und Ackerbau lebte. Eine Fürstendynastie regierte die Stadt Jahrhunderte lang. Die Stadt wuchs und fing an, Handel mit anderen Städten der [[:Kategorie:Südlande|Südlande]] zu treiben. Doch die Stadt hatte viele Probleme, da Holz sehr knapp war und auch der Ackerbau oft nicht genug Nahrung für alle abwarf. Die Priester im dortigen Tempel des [[Kulte der Südlande#Gwygat|Gwygat]] hatten den Fürsten schon viele mögliche Lösungen der Probleme vorgestellt, doch scheiterten diese stets am Rohstoffmangel oder sogar öfter am Geiz der Herrschenden.  


Nach einer verheerenden Hungersnot beschlossen die sonst passiven Priester, einzugreifen und die Not des Volkes mit Hilfe Gwygats und der menschlichen Vernunft zu lindern. Mit der Unterstützung einiger Söldner unter Führung der Templer gelang es den Priestern, den Fürsten abzusetzen. Ein Rat der Priester wurde etabliert, der bis heute die Stadt regiert. Ein Ratsmitglied bleibt auf Lebenszeit im Rat, hat aber die Möglichkeit des Rücktritts. Auch der Rat selbst kann einstimmig ein Mitglied seines Amtes entheben.
Daneben gilt Vernunft als höchste Tugend. Theater, Konzerte und Bibliotheken stehen auch armen Bürgern offen. Dieses Angebot wird rege genutzt, sodass der durchschnittliche Bildungsstand Amals den der meisten anderen Reiche deutlich übertrifft. Einige Bürger, insbesondere Priester und Gelehrte, lehnen das verbreitete Lustprinzip ab und führen ein asketisches Leben im Dienst von Forschung und Gemeinwohl.


Der Rat regiert nach den Prinzipien des Gwygat, nämlich der Vernunft und der Wissenschaft. Dies führte dazu, dass die Stadt sich schnell entwickelte. Diese Entwicklung zeigt die folgende Auflistung, die nach der in Amal gebräuchlichen Zeitrechnung im Jahr 1 „nach Gwygats Segen“ (n. G.) beginnt:
== Religion, Wissenschaft und Magie ==
*'''1 n. G.:''' Erste Maßnahmen zur Erhöhung des Ernteertrags greifen. Der Ernteüberschuss wird in benachbarte Dörfer verkauft.


*'''5 n. G.:''' Der Hafen wird erweitert, so dass Steine aus dem [[:Kategorie:Großer Rücken|Großen Rücken]] und Holz von nahegelegenen Inseln transportiert werden können.
Amal gilt auf ganz Ganthor als Hauptstadt des Gwygat-Kults. Gelehrte, Philosophen und Handwerker pilgern aus weit entfernten Ländern in die Stadt. Wer die gefährliche Reise unternehmen kann, kommt meist nicht als einfacher Wallfahrer, sondern mit Dienern oder Leibwächtern.


*'''5 - 20 n. G.:''' Die Stadt wächst aufgrund mehrerer guter Ernten und zieht mehr und mehr Arbeiter an. Die Priester beginnen, den weiteren Stadtbau genau zu planen.
Wissenschaft und Bildung genießen annähernd dasselbe Ansehen wie [[Magie]]. Anders als in den meisten menschlichen Reichen wird technische Forschung nicht als bloßes Handwerk betrachtet, sondern als religiös begründeter Weg zu Erkenntnis und Fortschritt.


*'''20 n. G.:''' Baubeginn des Großen Tempels, der auch heute noch das Stadtzentrum darstellt.
=== Der Große Tempel ===


*'''25 n. G.:''' Da ein gesamtes Stadtviertel aufgrund einer neuen Straßenplanung umverlegt werden soll, protestieren seine Bewohner gewalttätig. Der Aufstand wird durch die Stadtwache niedergeschlagen.  
Der Große Tempel bildet das religiöse und politische Zentrum Amals. Seine fünf weithin sichtbaren Türme sind der Alchemie, der Mechanik, der Tierkunde, der Philosophie und der Geschichtsschreibung gewidmet. Der mittlere Turm überragt alle anderen Heiligtümer des Tempelbezirks. Im Tempel tagen der Priesterrat und zahlreiche wissenschaftliche Kollegien; zugleich beherbergt er Archive, Sammlungen und Räume für öffentliche Lehrgespräche.


*'''31 - 53 n. G.:''' Für Räuberbanden zu Land und zur See wird Amal mehr und mehr zu einem lohnenden Ziel. Die Stadtwache wird der Gefahr nicht mehr Herr. Der Rat beschließt im Jahr 51 n. G., ein Verteidigungsbollwerk zu errichten. Der Bau dauert 40 Jahre.
=== Enginologische Universität ===


*'''60 n. G.:''' Weihe des Großen Tempels
Die Enginologische Universität widmet sich Mechanik, Bauwesen, Werkstoffkunde sowie dem Schiffs- und Maschinenbau. Viele Wasseranlagen, Kräne, Lastenaufzüge und Hafenmaschinen Amals gehen auf ihre Arbeit zurück. Ausbildung und Forschung stehen unter der Aufsicht des Gwygat-Kults.


*'''70 n. G.:''' Konflikte mit Bergbewohnern eskalieren. Dank der Dienste [[:Kategorie:Zwerge|zwergischer]] Söldner werden diese besiegt und sind seitdem der Stadt verpflichtet.
=== Schule der Erleuchtung ===


*'''79 n. G.:''' Die erste permanente Siedlung auf den [[Weißmondinseln]] wird errichtet.  
An der Schule der Erleuchtung werden Philosophie, Logik, Verwaltung und die Auslegung des Kodex Gwygats gelehrt. Viele höhere Priester und Beamte haben hier studiert. Öffentliche Streitgespräche gehören ebenso zur Ausbildung wie die Prüfung praktischer Entscheidungen auf ihren Nutzen für die Allgemeinheit.


*'''91 n. G.:''' Das Stadttor ist erstmals voll funktionsfähig.
=== Kolleg des Kampfes zur See ===


*'''100 n. G.:''' Handelsbeziehungen mit [[Uria]] und [[Brandal]] werden aufgenommen.
Das Kolleg bildet Offiziere, Navigatoren und Spezialisten der Amaler Flotte aus. Es lehrt Navigation, Flottenführung, Versorgung auf langen Reisen und den Kampf mit großen Schiffen. Auch der Einsatz von Magie und Alchemie auf See wird untersucht, bleibt aber der militärischen Führung vorbehalten.


*'''130 n. G.:''' [[:Kategorie:Borrograd|Nordländische]] Entdecker laufen zum ersten Mal Amal an. Handelsbeziehungen werden aufgenommen.
=== Alchemistische Schule ===


*'''134 n. G.:''' Eine zweite Kolonie auf den Weißmondinseln wird gegründet.  
Die Alchemistische Schule erforscht Arzneien, Konservierungsmittel, Werkstoffe und technisch nutzbare Substanzen. Ihre Verfahren sind für lange Seereisen und die Versorgung der Kolonien von großer Bedeutung. Viele ihrer Erkenntnisse werden als Staatsgeheimnisse behandelt.


*'''143 n. G.:''' Nach mehreren Überfällen von Piraten werden die Verteidigungsanlagen verbessert. Der Rat investiert viel in den Bau einer schlagkräftigen Flotte.
== Wirtschaft und Handel ==


*'''156 n. G.:''' Die Stadt stößt an ihre Grenzen. Der Rat beschließt, die Kolonisierung der Weißmondinseln stärker voranzutreiben.  
Amals Wohlstand beruht auf seiner Flotte und den Kolonien. Den abhängigen Siedlungen ist der direkte Handel mit anderen Mächten untersagt. Lebensmittel, Rum, Tabak, tropische Früchte, Seide, Holz, Korallen, Stein und seltene Edelsteine werden zunächst nach Amal gebracht und von dort weiterverkauft.


*'''Bis ca. 200 n. G.:''' Uria, Brandal und Amal streiten um eine Oase am Rande der Wüste. Die folgenden Jahre werden von mehreren kleinen Kriegen und Scharmützeln um die Vorrangstellung beherrscht. Die Umgebung der Oase wird am Ende jedoch zu stark von [[Sandlöwe]]n und anderen Ungeheuern heimgesucht, um profitabel zu sein. Der Handel zwischen den Stadtstaaten kommt zum erliegen. Amal konzentriert sich zusehends auf den Handel mit den Zwergen und seinen Kolonien.  
Die wichtigsten Handelspartner sind die [[:Kategorie:Zwerge|Zwerge]], [[:Kategorie:Borrograd|Borrograd]] und die Händler in [[Gilgardor]]. Von den Zwergen erhält Amal Metalle, Waffen und bearbeitete Metallwaren gegen Gold, Edelsteine, Holz, Seide und Alkohol. Nordländische Händler liefern Metalle, Gold und auch Gefangene, die als Sklaven verkauft werden. Der größte Teil der Waren für die übrigen Südlande wird in Gilgardor umgeschlagen.


*'''Ab 230 n. G.:''' Die neuen Stadtzentren entstehen, was wieder unzählige Umbaumaßnahmen in der Stadt zufolge hat. In der Bevölkerung regt sich nur wenig Widerstand.
Das Handelsmonopol wird regelmäßig durch Schmuggler gebrochen. Besonders [[Weißmondinseln#Faruk|Faruk]] ermöglicht mittelländischen und nordländischen Schiffen unter militärischem Schutz Zugang zu den südlichen Märkten. Daraus entstehen immer wieder kleinere Seegefechte.


*'''251 n. G.:''' Assassinen aus Uria ermorden Hohepriester Thesar. Aufgrund mangelnder Truppenstärke schlägt Amal mit ähnlichen Maßnahmen zurück. Bis 270 n. G. werden vier Priester aus Amal und acht Generäle aus Uria umgebracht. Uria verliert zudem auf ungeklärte Weise drei Siedlungen im Großen Rücken, die komplett ausgelöscht werden. Die Bevölkerung vermutet Drachen, der Adel Urias eher eine neue Waffe Amals.
== Flotte und Kolonien ==


*'''300 n. G.:''' Die Priester des Gwygat finden neue Wege, um das stets knappe Holz zu ersetzen. Korallen sowie Metall und Glas finden in den Konstruktionen Amals zusehends Verwendung. Dies ist bis zum heutigen Tage einzigartig in den Reichen der [[:Kategorie:Menschen|Menschen]].
Die Kolonien bilden die größte Machtbasis Amals, sind aber zugleich seine größte Schwäche. Die [[Weißmondinseln|Weißmondriffe]] umfassen mehrere Hundert Inseln, von denen ungefähr 30 dauerhaft besiedelt sind. Sie sind zu den Kolonien Avali, Nord-Vanua, Süd-Vanua, Marao und dem abtrünnigen Faruk zusammengefasst.


*'''334 n. G.:''' Der Rat erlässt ein Gesetz, das es nur noch jenen erlaubt, sich in Amal niederzulassen, die der Stadt auf nützliche Weise ihre Dienste erweisen können. Die Entscheidung hierüber obliegt den Priester-Verwaltern des Stadttors. Seit diesem Tag gibt es mehrere geduldete Siedlungen im kargen Bergland vor dem Tor Amals. Dort leben sowohl diejenigen, die hoffen, einmal in Amal selbst leben zu können, als auch jene, die diese Situation ausnutzen.
Die größeren Inseln liefern Reis, Mais, Zuckerrohr, Tabak und tropische Früchte. Ihr dichter Urwald birgt zugleich große Gefahren. [[Drachenechse]]n, [[Traxyr]]e und magische Wesen machen die Holzgewinnung zu einer tödlichen Arbeit. Sträflinge, Sklaven und versklavte Waldmenschen werden unter Zwang in Landwirtschaft, Bergbau und Holzeinschlag eingesetzt.


*'''354 n. G.:''' Priester des Gwygat erfinden eine Methode, Seide in großen Mengen herzustellen. Diese wird von nun an auch als Werkstoff benutzt.
Seit etwa 500 n. G. gründet Amal zusätzlich Siedlungen entlang der Südküste. Bis zum Dschungel entstand eine Kette kleiner Hafenorte. Weiter westlich verschwanden bereits mehrere Kolonien spurlos im Urwald. Die größte dauerhafte Siedlung ist [[Weißwacht]], eine befestigte Garnisonsstadt und Flottenbasis.


*'''361 n. G.:''' Bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Stadtgründung kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Als Folge brennt ein großer Teil der Innenstadt ab. Einzig der Tempel des Gwygat bleibt gänzlich verschont. Der Schaden ist immens.
Amal betrachtet die Kolonien als Rohstoffquellen, militärische Stützpunkte und unverzichtbaren Teil seiner Nahrungsversorgung. Für viele Kolonisten stehen dagegen das Handelsmonopol, die harte Verwaltung und die Ausbeutung im Widerspruch zu Amals Lehren von Vernunft und Gemeinwohl. Dieser Gegensatz führte wiederholt zu Aufständen.


*'''370 n. G.:''' Der Handel mit der kurz zuvor gegründeten Wüstenstadt [[Gilgardor]] blüht. Der Reichtum von Amal und der gesamten Südlande wächst.
== Geschichte ==


*'''370 – 393 n. G.:''' Die Kaiser der [[:Kategorie:Mittelreich|Mittellande]] erheben Anspruch auf die Südlande. Formung der [[Geschichte der Südlande#Die Allianz von Uria|Allianz von Uria]]. Amal tut sich besonders in Einsätzen auf See hervor. Durch die überlegenen Kriegsschiffe und Taktiken besiegen die Südländer die kaiserliche Flotte vor [[Radgar]].
=== Von der Fürstenstadt zur Theokratie ===


*'''454 n. G.:''' Handelsverträge mit [[:Kategorie:Nordlande|Borrograd]] werden erneuert, der Handel erblüht erneut.
Amal war ursprünglich eine kleine Stadt von Fischern und Bauern, die von einer Fürstendynastie beherrscht wurde. Holz war knapp, Ernten reichten häufig nicht aus, und die Herrscher lehnten viele Reformen der Gwygat-Priester aus Geiz ab. Nach einer verheerenden Hungersnot setzten Priester, Templer und angeworbene Söldner den Fürsten ab. Mit diesem Umsturz beginnt die Amaler Zeitrechnung: Das Jahr 1 „nach Gwygats Segen“ (n. G.) entspricht 599 v. Ill.


*'''Ab 500 n. G.:''' Amal beginnt, die Südküste zu kolonisieren, und dringt schließlich zum Dschungel vor. Die Siedler trotzen dem Wald wertvolle Rohstoffe ab, doch immer wieder verschwinden ganze Kolonien im Wald.
Neue Bewässerungsmethoden, Hafenausbau und planmäßige Stadtentwicklung ließen Amal rasch wachsen. Der Große Tempel wurde zwischen 20 und 60 n. G. errichtet. Nach zunehmenden Angriffen entstand ab 51 n. G. die Passfestung; im Jahr 91 n. G. war ihr Rundtor vollständig einsatzbereit. Im Jahr 79 n. G. gründete Amal seine erste dauerhafte Siedlung auf den Weißmondinseln.


*'''531 – 545 n. G.:''' Die "Dunklen Jahre": Einer Gruppe Magier aus Gilgardor gelingt es, den Rat der Priester unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie beherrscht Amal auf diese Weise für 14 Jahre. Die wirtschaftlichen Schäden sind immens, da der Handel mit den Kolonien und die Forschung brach liegen. Der junge Priester Hamid Alzaid wird durch göttliches Wirken aus der Beherrschung befreit und kann mit Hilfe der Templer in einer blutigen Schlacht die Stadt zurück erobern. Viele Priester des Rates sterben. Hamid wird zum neuen Hohepriester gewählt.
=== Aufstieg zur Seemacht ===


*'''557 n. G.:''' In Folge der Vernachlässigung in den "Dunklen Jahren" versuchen sich mehrere Kolonien abzuspalten. Nach fünf Jahren Krieg sind die Herrschaftsverhältnisse wieder hergestellt. Einzig die Kolonie [[Weißmondinseln#Faruk|Faruk]]schafft es, ihre Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten. Wegen zu hoher Verluste beschließt Amal, die Kolonie sich selbst zu überlassen. Bis heute gilt Faruk als Piratennest und Hort von Gesetzlosen.
Ab 100 n. G. nahm Amal Handelsbeziehungen mit Uria und Brandal auf. Nordländische Entdecker erreichten die Stadt erstmals 130 n. G. Piratenüberfälle veranlassten den Rat zum Aufbau einer starken Kriegsflotte. Da die Stadt an ihre räumlichen und landwirtschaftlichen Grenzen stieß, wurde die Kolonisierung der Weißmondinseln ausgeweitet.


*'''561 n. G.:''' Die Flotte des Kaiserreichs kommt Faruk zu Hilfe und protegiert seitdem die Kolonie: Auf den Inseln sind gleich mehrere Geschwader stationiert, die bis jetzt zusammen mit den Bewohnern der Kolonie alle Angriffe Amals abwehren konnten. Da es Amal nicht möglich ist, die Kolonie komplett abzuriegeln, können mittelländische Schiffe mit Begleitschutz die Inseln anlaufen. Obwohl die Gefahr eines Kampfes mit der Flotte Amals groß ist, sind die Gewinne für beide Seiten immens.  
Bis etwa 200 n. G. stritten Amal, Uria und Brandal um eine Oase am Rand der Wüste. Zwischen 251 und 270 n. G. eskalierte der Konflikt mit Uria erneut: Nach der Ermordung Hohepriester Thesars folgten wechselseitige Attentate, und drei Siedlungen Urias im Großen Rücken wurden unter ungeklärten Umständen ausgelöscht.


*'''595 n. G.:''' Trotz der [[Südlande Geschichte#Geschichte der Südlande|"Affäre von Asim"]] beschließt der Rat, sich aus direkten Streitigkeiten mit dem Mittelreich herauszuhalten. Eine mysteriöse Flotte bedroht die Kolonien der Weißmondinseln und bindet fast die gesamte militärische Kraft Amals. Amal hält die Existenz der Fremden vor der Allianz geheim.
Ab 230 n. G. entstanden die neuen Stadtzentren. Um 300 n. G. fanden die Priester neue Wege, knappes Holz durch Korallen, Metall, Glas und später auch Seide zu ersetzen. Der Handel mit dem neu gegründeten Gilgardor brachte der Stadt großen Wohlstand.


*'''600 n. G.:''' Gegenwart
=== Unabhängigkeit und Allianz ===


==Bevölkerung==
Im Jahr 308 n. G. entsandte Kaiser Samon VII. ein Expeditionsheer und ließ den Hafen Amals blockieren. Die Versorgungslage verschlechterte sich rasch. Amal verbündete sich daraufhin mit Uria und Brandal; gemeinsam und mit Hilfe zwergischer Söldner schlugen sie das Heer zurück.
Ursprünglich waren die meisten Einwohner Amals Bauern und Fischer. Heute sind zwar die Hänge des Tales fast komplett mit Reisterassen und Weinreben bebaut, allerdings reicht dies schon lange nicht mehr aus, um die große Stadt zu ernähren. Diese Aufgabe haben im Wesentlichen die Kolonien übernommen. Die Mehrzahl der Einwohner bilden mittlerweile Arbeiter, Seefahrer und Händler, auch Soldaten sind recht häufig vertreten.


Aufgrund der herrschenden Theokratie spielt der Adel nur noch eine untergeordnete Rolle: Direkt üben die Edlen zwar keine Macht mehr aus, doch haben sie sich im Laufe der Zeit dem Handel oder militärischen Laufbahnen zugewandt. Durch (auch vererbte) Positionen hat der Adel einen nicht zu unterschätzenden Einfluss in der Stadt.  
Im Jahr 310 n. G. beziehungsweise 290 v. Ill. erklärten die Stadtstaaten ihre Unabhängigkeit vom Mittelreich. Kaiser Samon erkannte sie nicht an und hielt Grenze und Seewege gesperrt. Als das Mittelreich wenige Jahre später einen Streit zwischen Brandal und Uria für einen neuen Angriff nutzte, trat Amal den anderen Stadtstaaten bei. Seine Flotte besiegte die kaiserlichen Schiffe vor Radgar. Im Jahr 325 n. G. beziehungsweise 275 v. Ill. wurde die [[Südlande Geschichte#Die Allianz von Uria|Allianz von Uria]] geschlossen.


Die Priester als Machthaber der Stadt sind naturgemäß eine kleine Gruppe. Aufgrund der Organisation im Tempel ist die herrschende Schicht Amals aber größer als in anderen Städten: Statt wenigen Adelsfamilien gibt es hier eine ganze Hierarchie von Templern, Priestern und Hohepriestern, die Macht ausüben können, sei es in der Verwaltung der Stadt oder durch direkte Befehle. Hierbei sind jedoch alle an den Kodex des Tempels gebunden.
=== Expansion und Dunkle Jahre ===
==Lebensweise und Kultur==
Die Lebensweise in Amal ist geprägt von einer Lebenslust, die in den meisten anderen Städten fremd erscheinen mag. Berühmt sind die vielen privaten und öffentlichen Feste, deren Ausgelassenheit und manchmal Wildheit keine Grenzen zu kennen scheint. Der Konsum von berauschenden Kräutern oder anderen Substanzen ist auf diesen Festen keine Seltenheit und wird auch von der Obrigkeit geduldet.
Neben der Lebenslust gilt in Amal auch das Prinzip der Vernunft, der obersten Tugend des [[Kulte der Südlande#Gwygat|Gwygat]]. Dies zeigt sich in einer gerechten Gesetzgebung sowie einem liberalen Umgang mit der Moral. Besucher aus anderen Teilen der Welt empfinden die herrschende sexuelle Freizügigkeit oft als befremdlich: Gleichgeschlechtliche Ehen sind erlaubt, und auch die Prostitution ist legal. Viele feierliche Gewänder bei Männern wie Frauen sind äußerst figurbetonend, was vor allem in den [[:Kategorie:Mittelreich|Mittellanden]] als unzüchtig angesehen wird. Männer tragen zu festlichen Anlässen oft enge Hosen mit einem ausgepolsterten Schritt und Schmuck in phallischer Form, Frauen tragen Polster, die Hüften und Busen größer erscheinen lassen. Auf vielen Festen sind Liebesspiele in der Gruppe keine Seltenheit, was der Göttin [[Kulte der Südlande#Alinatha|Alinatha]] einen festen Platz im Alltagsleben der Bürger Amals eingebracht hat. Schon oft haben so genannte Kämpfer der Tugend aus anderen Städten versucht, die Bürger Amals vom "Pfad der Sünde" abzubringen, denen allerdings noch nie viel Gehör geschenkt wurde. Doch gibt es einige Bürger, die dem Lustprinzip abgeschworen haben und nur noch dem Weg der Vernunft folgen. Unter diesen Asketen befinden sich viele Priester, die ihr Leben dem Fortschritt zum Wohle aller geweiht haben.


Die dritte Stütze der Gesellschaft ist die freie Bildung: Durch freien Eintritt in Theater, Konzerte und Bibliotheken hat auch der ärmste Bürger Zugang zu Bildung und Kultur. Diese Angebote werden auch von den meisten Bürgern genutzt, so dass der Bildungsstandard Amals das ansonsten übliche Durchschnittsniveau auf [[:Kategorie:Ganthor|Ganthor]] deutlich übersteigt.
Nach dem Unabhängigkeitskrieg nahm Amal viele Flüchtlinge auf, beschränkte die Zuwanderung aber im Jahr 334 n. G. auf Menschen, die der Stadt einen nachweisbaren Nutzen bringen konnten. Im Jahr 361 n. G. zerstörte ein großer Brand weite Teile der Innenstadt; einzig der Tempel Gwygats blieb unversehrt.
==Religion und Herrschaft==
Amal wird vom Rat der [[Kulte der Südlande#Gwygat|Gwygat]]-Priester regiert, die streng nach dem Prinzip der Vernunft leben. Somit haben Wissenschaft und Bildung ein hohes Ansehen, die Wissenschaft liegt im Ansehen sogar gleichauf mit der [[Magie]] - eine Einstellung, die auf [[:Kategorie:Ganthor|Ganthor]] nur noch bei den [[:Kategorie:Zwerge|Zwergen]] zu finden ist.


Amal wird auf ganz Ganthor als Hauptstadt des Gwygat-Kults gesehen. Wallfahrer aus allen Teilen der Welt, sogar aus dem äußersten Norden Ganthors, sind keine Seltenheit. So finden sich besonders viele Herbergen und Pilgerquartiere um den Großen Tempel im Zentrum der Stadt. Die Pilger stammen in der Regel nicht aus dem einfachen Volk, sondern sind Gelehrte aller Art, und wer es sich leisten kann, reist mit Leibwächtern an.
Ab 500 n. G. begann Amal, die Südküste zu kolonisieren. Zwischen 531 und 545 n. G. geriet der Priesterrat während der „Dunklen Jahre“ unter die Kontrolle einer Gruppe von Magiern aus Gilgardor. Handel, Forschung und Verwaltung verfielen. Der junge Priester Hamid Alzaid befreite sich durch göttliches Wirken aus der Beherrschung und eroberte die Stadt mit Hilfe der Templer zurück.


Bei den zahlreichen Umbau- und Umsiedelungsmaßnahmen, die in der Stadt durchgeführt wurden, sind die meisten Tempel ins Stadtzentrum verlegt worden. Sie sind um den Großen Tempel des Gwygat angeordnet und dürfen laut Verordnung nicht höher gebaut werden als der mittlere Turm des Gwygat-Tempels. Die fünf Türme des Tempels, den Wissenschaften der Alchemie, der Mechanik, der Tierkunde, der Philosophie und der Geschichtsschreibung gewidmet, sind somit aus der gesamten Stadt sichtbar und demonstrieren eindrucksvoll die Macht der Herrscher.
Im Jahr 557 n. G. erhoben sich mehrere Kolonien. Der Krieg dauerte etwa fünf Jahre. Amal unterwarf die meisten Aufständischen, doch Faruk behauptete seine Unabhängigkeit. Seit 561 n. G. wird die Insel von der mittelländischen Flotte geschützt.


Der Rat der Priester regiert die Stadt absolut und beruft sich auf den Segen der Götter, allen voran natürlich Gwygat. Entscheidungen werden stets im Rat gefällt und begründen sich auf den Geboten der Logik und der Vernunft. Somit werden keine Widersprüche geduldet, und auch wenn die Entscheidungen oft radikal sind und einigen Bürgern Nachteile bringen, so sind die Auswirkungen auf die Allgemeinheit doch immer sehr positiv.
=== Gegenwart ===


Den Bürgern von Amal sind viele Freiheiten gegeben, und solange sie das bestehende System nicht in Frage stellen oder die Gesetze brechen, können sie frei reden und handeln. Verbrecher werden sehr streng bestraft, oft mit Zwangsarbeit in den Kolonien oder dem Tod. Solche, die am Staat zweifeln oder ihn gar umstürzen wollen, werden zu speziellen Priestern gebracht, die versuchen, den Deliquenten in einer Diskussion mit sachlichen Argumenten umzustimmen. Gelingt dies nicht, werden die Zweifler aus der Stadt verbannt.
Im Jahr 595 n. G. beschloss der Rat trotz der Affäre von Asim, sich aus einer direkten Auseinandersetzung mit dem Mittelreich herauszuhalten. Eine unbekannte Flotte bedroht seitdem die Kolonien und bindet fast die gesamte Seemacht Amals. Der Rat verschweigt diese Gefahr gegenüber der Allianz.


In letzter Zeit wurden vermehrt Anschläge und Attentate auf Einrichtungen und Repräsentanten des Rates verübt. Die Tatsache, dass sich sowohl ehemalige Anhänger von Magiern der "Dunklen Jahre" als auch eine Gruppe in den Untergrund getriebener Bürger dazu bekannt haben, zeigt, dass längst nicht alle Einwohner der Stadt mit dem System zufrieden und sogar bereit sind, einen Umsturz mit Gewalt und ohne Rücksicht auf Verluste einzuleiten.
Die Gegenwart ist das Jahr 600 n. G. beziehungsweise 1 n. Ill. Amal bleibt ein mächtiger Handelspartner, hat aber auf dem Festland Einfluss an Brandal und Uria verloren. Zugleich bedrohen Unruhen im Inneren, Spannungen in den Kolonien und die unbekannten Schiffe seine Herrschaft.


Die bekannteste der Untergrundgruppen sind die "Söhne Amals", die sich aus Nachkommen der Opfer der ersten Repressionsmaßnahmen zusammensetzt. Viele Bürger, die unter den "Maßnahmen zum Wohle aller" zu leiden haben und sich nicht damit abfinden wollen, unterstützen diese Gruppe und erhalten im Gegenzug Schutz vor den Priestern.
== Widerstand gegen den Rat ==


==Politik==
In jüngerer Zeit kam es zu Anschlägen auf Einrichtungen und Vertreter des Priesterrates. Zu den Tätern gehören verbliebene Anhänger der Magier aus den Dunklen Jahren und Bürger, die unter Umsiedlungen, Verbannungen oder anderen Maßnahmen „zum Wohle aller“ gelitten haben.
Früher vom Konflikt mit den übrigen Stadtstaaten gezeichnet, hat sich die Politik Amals seit den "Dunklen Jahren" weitreichend geändert. Durch die Unabhängigkeitsbestrebungen einiger Kolonien und das Auftauchen einer unbekannten Flotte in seinen Gewässern widmet sich Amal nun verstärkt seinen Problemen im Innern. Dies hat dazu geführt, dass die Stadtstaaten [[Brandal]] und [[Uria]] größeren Einfluß auf dem Kontinent, vor allem in [[Gilgardor]] gewonnen haben. Da Amal aufgrund seiner Kolonien jedoch nach wie vor ein begehrter Handelspartner in Gilgardor ist, hat die Stadt zurzeit nur wenige Nachteile zu befürchten.
==Kolonien==
Die Kolonien Amals stellen die größte Machtbasis der Stadt dar. Die im südlichen Meer gelegenen [[Weißmondinseln|Weißmondriffe]] bestehen aus mehreren Hundert Inseln, von denen ca. 30 besiedelt sind. Diese sind zu fünf Kolonien zusammengefasst. Die so genannten "alten Kolonien" werden von Statthaltern regiert, die in der Regel der Marine Amals angehören. Die größeren Inseln – oft vulkanischen Ursprungs - werden vornehmlich für den Ackerbau genutzt: Angebaut werden Tabak, Zuckerrohr und tropische Früchte, aber auch Reis und Mais in großen Mengen, die das Rückgrat der Nahrungsmittelversorgung Amals darstellen. Die tropischen Inseln sind zudem mit dichtem Urwald bedeckt, der jedoch einige der gefährlichsten Tiere [[:Kategorie:Ganthor|Ganthors]] beherbergt. Große [[Drachenechse]]n, [[Traxyr]]e und zahlreiche magische Wesen machen die Wälder zu einem tödlichen Ort. Das dringend benötigte Holz kann dort nur mit hohem Blutzoll gewonnen werden, was den Rohstoff knapp und teuer macht.


Aufgrund dieser Problematik hat Amal vor ungefähr einem Jahrhundert begonnen, die Südküste bis hin zum Dschungel zu kolonisieren. Diese Entwicklung ging geradezu rasend schnell voran, so dass sich bis zum Beginn der großen Wälder eine Kette von kleinen Hafenstädten gebildet hat. Weiter westlich, dort wo der Urwald direkt an die Küste grenzt, werden seitdem stets neue Siedlungen gegründet, die Stück für Stück den Urwald nutzbar machen sollen. Unglücklicherweise ist der große Dschungel nicht weniger gefährlich als die Wälder der Weißmondinseln: So sind schon mehrere Siedlungen spurlos im Wald verschwunden und nie mehr wieder gefunden worden. Trotz dieser Gefahren konnten die neuen Kolonien bereits schnell und effizient Holz liefern – die Zukunft der Kolonien scheint also gesichert.  
Die bekannteste Untergrundgruppe sind die '''Söhne Amals'''. Ihre Mitglieder betrachten sich als Nachkommen und Erben der Opfer früher Repressionen. Sie erhalten Unterstützung von Bürgern, die der Priesterrat enteignet, umgesiedelt oder aus politischen Gründen verfolgt hat. Im Gegenzug schützen sie diese Menschen vor den Behörden. Innerhalb der Bewegung stehen gemäßigte Gegner der Theokratie neben gewaltbereiten Verschwörern.


Die größte permanente Siedlung an der Südküste ist [[Weißwacht]], eine befestigte Garnisonsstadt, in der ein Teil der Kriegsflotte Amals liegt. Hier zeigt sich der zweite Zweck der Siedlungen, nämlich die Stadt und die Weißmondinseln von Westen her zu schützen.
== Bedeutende Orte und Organisationen ==
===Die Kolonien der Weißmondinseln===
*[[Weißmondinseln#Avali|Avali]]
*[[Weißmondinseln#Nord-Vanua|Nord-Vanua]]
*[[Weißmondinseln#Süd-Vanua|Süd-Vanua]]
*[[Weißmondinseln#Marao|Marao]]
*[[Weißmondinseln#Faruk|Faruk]]


==Handel und Rohstoffe==
* '''Die Passfestung''' kontrolliert den einzigen Landweg nach Amal und beherbergt das berühmte Rundtor.
Den Kolonien ist es untersagt, mit anderen Partnern als Amal zu handeln. Dieses Monopol sichert der Stadt einen bedeutenden Platz im Handel mit den [[Nordländer]]n und den [[:Kategorie:Zwerge|Zwergen]].
* '''Der Große Tempel''' ist religiöser Mittelpunkt, Regierungssitz und Zentrum der Wissenschaften.
* '''Die sechs Stadtzentren''' gliedern die Metropole in weitgehend selbstständige Versorgungs- und Verwaltungsräume.
Natürlich wird versucht, dieses Monopol zu brechen, und besonders in den gescheiterten Unabhängigkeitskriegen haben Nord- und auch [[Mittelländer]] mit den Kolonien eigene Handelsbeziehungen begründen können. Auch heute noch versuchen bisweilen waghalsige Kapitäne an geheimen Orten mit Händlern, denen das Gesetz nicht allzu viel bedeutet, Geschäfte zu machen. Seit aber die Kolonie [[Weißmondinseln#Faruk|Faruk]] unabhängig ist, wird diese von der Flotte der Mittelländer beschützt, so dass es Nord- und Mittelländern möglich ist, unter Begleitschutz die Häfen von Faruk anzulaufen. Da Amal dies natürlich zu verhindern sucht, kommt es des öfteren zu kleineren Seegefechten, wobei das Schlachtenglück seit Jahren hin und her wogt.
* '''Der Hafen''' verbindet Amal mit seinen Kolonien und bildet die Grundlage seiner Seemacht.
* '''Der Rat Gwygats''' regiert Stadt und Kolonien.
* '''Die Templer Gwygats''' schützen den Rat und sichern wichtige staatliche Einrichtungen.
* '''Die Söhne Amals''' bilden die bekannteste Widerstandsbewegung gegen die Theokratie.


Die Kolonien Amals werden von der Stadt in erster Linie als Nahrungs- und Rohstofflieferanten gesehen. Neben Nahrungsmitteln werden vor allem Genussmittel wie Rum und Tabak, Seide (die in Amal als Werkstoff genutzt wird) sowie Holz, Korallen und Stein zur Konstruktion exportiert. Seltener, aber dafür umso wertvoller sind kostbare Edelsteine, die man auf manchen Inseln im Dschungel finden kann. Um die Rohstoffe zu gewinnen, werden versklavte eingeborene Waldmenschen und Sträflinge eingesetzt. Die Weiterverarbeitung vor Ort wird von Handwerkern, die sich auf den Inseln niedergelassen haben, vorgenommen, danach übernehmen die Schiffe der Handelsflotte von Amal den Transport.
== Gerüchte und Abenteuerideen ==
Metall (bearbeitet und als Rohstoff) bezieht Amal hauptsächlich von den Zwergen, die sich oft konventionell in Gold oder Edelsteinen bezahlen lassen, aber auch bereit sind, gegen Holz, Seide und Alkohol zu tauschen.


Mit den Nordländern tauscht Amal tropische Erzeugnisse gegen Metalle und Gold, aber auch gegen Sklaven, die die Nordmannen in den westlichen Urwäldern fangen. Der größte Teil der Erzeugnisse wird jedoch nach [[Gilgardor]] transportiert und dort an die anderen Stadtstaaten der [[Kategorie:Südlande|Südlande]] verkauft.
* In mehreren Zisternen sinkt der Wasserspiegel, obwohl die Quellzuflüsse unverändert sind. Enginologen vermuten einen unentdeckten Abfluss tief im Kalkstein.
* Ein Schiff der unbekannten Flotte wurde schwer beschädigt an die Küste getrieben. Der Rat will das Wrack bergen, ohne dass die übrigen Mitglieder der Allianz davon erfahren.
* Die Söhne Amals planen einen Anschlag auf eine öffentliche Feier. Innerhalb der Gruppe versucht eine gemäßigte Fraktion, das Blutvergießen zu verhindern.
* Ein Priester behauptet, Beweise dafür zu besitzen, dass die Magier der Dunklen Jahre noch immer ein Mitglied des Rates beeinflussen.
* Ein koloniales Transportschiff erreicht Amal ohne Besatzung. Seine Ladung ist unversehrt, doch im Inneren des Rumpfes finden sich Spuren eines unbekannten Wesens.
* Vor der Passfestung verschwinden Bewerber, die auf eine Aufnahme in die Stadt hoffen. Die Behörden erklären sie zu freiwillig Abgereisten, während ihre Angehörigen von Menschenhändlern sprechen.

Aktuelle Version vom 20. August 2026, 21:01 Uhr


Kein anderer Stadtstaat der Südlande gilt als so fremdartig und geheimnisvoll wie Amal. Die abgeschiedene Metropole an der Südküste verbindet die Verehrung Gwygats mit Wissenschaft, planmäßiger Stadtentwicklung und einer mächtigen Flotte. Während viele Bürger ein für Ganthor ungewöhnlich freies und gebildetes Leben führen, duldet der herrschende Priesterrat keinen Widerstand gegen seine Entscheidungen. Außerhalb Amals wird der Stadt daher ebenso viel Bewunderung wie Misstrauen entgegengebracht. Besonders ihre Expansion über die Weißmondinseln und entlang der Südküste beunruhigt die übrigen Mächte.

Daten und Fakten
Lage: Südlande, Südküste
Einwohnerzahl: etwa 500.000, dazu mehrere Kolonien
Regierung: Hohepriester Hamid Alzaid und der Rat Gwygats
Stadteinteilung: sechs Stadtzentren,
Tempelbezirk,
Handelsbezirke,
Seebezirk,
Hangterrassen
Gilden und Schulen: Enginologische Universität,
Schule der Erleuchtung,
Kolleg des Kampfes zur See,
Alchemistische Schule


Lage und Tal von Amal

Amal liegt in einem felsigen Tal, das zu einem Ausläufer des Großen Rückens gehört. Das Tal öffnet sich im Süden zum Meer und bildet durch seine große Wassertiefe einen natürlichen Hafen. Helle Kalksteinfelsen ragen auf beiden Seiten fast 1.000 Schritt empor. In der südlichen Hälfte steigen sie nahezu senkrecht an. Im Norden erheben sie sich zunächst in breiten Stufen bis auf etwa 700 Schritt, bevor auch dort unpassierbare Steilhänge beginnen.

Ein einziger Pass verlässt das Tal auf ungefähr 600 Schritt Höhe. Von dort windet sich eine Straße durch das karge Vorgebirge in Richtung Uria und Gilgardor. Der schmale Zugang und die hohen Felswände machen Amal an Land außerordentlich schwer angreifbar.

Stadtbild und Architektur

Die Passfestung mit dem Rundtor

Wer Amal über den Pass erreicht, durchquert zunächst eine gewaltige Festung, die sich über die etwa 40 Schritt breite Schlucht erstreckt. Ihr kreisrundes Haupttor misst 16 Schritt im Durchmesser. Das eisenverstärkte Holztor dreht sich um eine Achse in seiner Mitte und kann waagerecht oder senkrecht mit großen Bolzen arretiert werden. Seilzüge setzen die schwere Scheibe in Bewegung. Seit Jahrhunderten verrichtet die Konstruktion ihren Dienst und gilt als eines der technischen Wunder der Südlande.

Hinter einem zweiten Rundtor öffnet sich der Blick über die Stadt. Von der Passhöhe führen Reisterrassen und Weinberge bis zu den dicht bebauten unteren 200 Schritt des Tals hinab. Da Pass und Talzugang stark befestigt sind, besitzt Amal keine geschlossene Stadtmauer. Breite Hauptstraßen verbinden mehrere urbane Zentren mit den Hafenanlagen am Meer.

Einfache Wohn- und Geschäftshäuser bestehen aus gebrannten, weiß getünchten Lehmsteinen. Sie sind meist ein bis zwei Stockwerke hoch und tragen kleine Kuppeln oder flache Dächer. In den Stadtzentren stehen dagegen mehrstöckige Kalksteinbauten, Paläste und hohe Türme. Ihre oberen Geschosse werden von leichten Metallkonstruktionen getragen und besitzen ausgedehnte Glasflächen. Korallenstein dient als Fassadenschmuck, für Säulen, Brüstungen und farbige Wandflächen. Zwischen den Gebäuden spenden Bahnen aus belastbarer Seide Schatten. Diese Verbindung aus Kalkstein, Glas, Metall, Korallen und Seide ist außerhalb Amals kaum zu finden.

Die sechs Stadtzentren

Amal besitzt sechs große Stadtzentren. Jedes von ihnen verfügt über einen riesigen Markt, mehrere Tempel, Wachhäuser und öffentliche Einrichtungen. Um diese Kerne legen sich ringförmig angeordnete Wohn- und Gewerbeviertel. Jedes Zentrum wäre in anderen Landstrichen groß genug, als eigene Stadt zu gelten.

Die sechs Zentren bilden die räumliche Grundordnung Amals. Tempelbezirk, Handelsbezirke und Seebezirk bezeichnen dagegen ihre unterschiedlichen Funktionen. Breite Straßen, Treppen und Rampen schaffen Verbindungen, während Lastenaufzüge Waren zwischen den verschiedenen Höhenstufen bewegen.

Der Tempelbezirk

Das älteste und bedeutendste Stadtzentrum umgibt den Großen Tempel Gwygats. Hier befinden sich der Sitz des Priesterrates, wichtige Archive und Bibliotheken sowie zahlreiche Pilgerherbergen. Die Tempel anderer Gottheiten wurden im Laufe der Stadtplanung ebenfalls hierher verlegt. Kein Heiligtum darf höher aufragen als der mittlere Turm des Großen Tempels.

Handel und Gewerbe

Mehrere Stadtzentren werden von großen Märkten, Kontoren, Werkstätten und Lehrstätten geprägt. Waren aus den Kolonien werden hier geprüft, verteilt und weiterverarbeitet. Metallarbeiter, Glasbläser, Alchemisten, Seidenverarbeiter und Enginologen genießen hohes Ansehen. Die planmäßig angelegten Hauptstraßen erleichtern den Transport zwischen den Märkten, Speichern und dem Hafen.

Der Seebezirk und der Hafen

Einer der Handelshäfen von Amal

Der Seebezirk umfasst mehrere Häfen und bildet die größte Hafenanlage Ganthors. Mehrere Buchten wurden zu Häfen für Handelsschiffe ausgebaut. An den breiten Kais stehen Lagerhäuser für Lebensmittel, Holz, Korallen, Seide und andere Kolonialwaren. Rampen, Kräne und mechanische Lastenaufzüge verbinden die Hafenbecken mit den höher gelegenen Straßen.

Die größte Bucht wird vom Kriegshafen eingenommen: Diesr Teil des Seebzirks untersteht unmittelbar der Flotte. Dort werden die ungewöhnlich großen Schiffe Amals gebaut, ausgerüstet und instand gesetzt. Ihre Rümpfe bestehen überwiegend aus dem kostbaren Holz der Kolonien; Metallbeschläge, gläserne Aufbauten und farbige Korallenelemente kennzeichnen besonders bedeutende Schiffe. Die geschützte Lage der Buchten und befestigte Stellungen an den Hafenzufahrten machen einen Angriff von See schwierig.

Die Hangterrassen

Die nördlichen Hänge des Tals sind fast vollständig in Reisterrassen und Weinberge umgewandelt. Sie versorgen Amal jedoch nur noch zu einem kleinen Teil. In höheren Lagen liegen gefasste Quellen, Speicherbecken und Kanäle. Kleine Siedlungen von Landarbeitern und Verwaltern verteilen sich zwischen Feldern, Wasseranlagen und der Passstraße.

Außerhalb der Passfestung entstanden seit 334 n. G. mehrere geduldete Ansiedlungen. Dort leben Menschen, denen die Niederlassung in Amal bisher verweigert wurde, ebenso Händler, Fuhrleute und Vermittler, die von den strengen Zugangskontrollen profitieren.

Versorgung und Infrastruktur

Wasser

Amal bezieht sein Wasser aus Quellen in den Kalksteinbergen. Die Zuflüsse werden in hoch gelegenen Becken gesammelt und durch ein Netz aus offenen Kanälen, Leitungen und Zisternen über die Hangterrassen und Stadtviertel verteilt. Schleusen regeln die Abgabe an Felder, öffentliche Brunnen, Badehäuser und Werkstätten. Mechanische Pumpwerke heben Wasser dort an, wo natürliches Gefälle nicht ausreicht.

Die Wasseranlagen werden von Priestern, Enginologen und eigens ausgebildeten Arbeitern überwacht. Verunreinigungen oder Beschädigungen gelten als schwere Vergehen, da die dicht bevölkerte Stadt vollständig von dem System abhängt.

Lebensmittel und Speicher

Die Felder im Tal reichen längst nicht mehr aus, um etwa 500.000 Einwohner zu ernähren. Reis, Mais, Früchte und andere Lebensmittel kommen größtenteils aus den Kolonien. Große Speicher am Hafen und in den Stadtzentren sollen schlechte Ernten, Stürme und vorübergehende Unterbrechungen des Seehandels ausgleichen. Die Blockade durch das Mittelreich zeigte jedoch, wie verwundbar Amal trotz dieser Vorräte bleibt.

Herrschaft und Verwaltung

Amal ist eine Theokratie. Oberstes Regierungsorgan ist der Rat der Gwygat-Priester. Seine Mitglieder werden auf Lebenszeit berufen, können zurücktreten oder durch einstimmigen Beschluss des übrigen Rates abgesetzt werden. Der Rat erlässt Gesetze, bestimmt die Außenpolitik und überwacht Stadtplanung, Forschung und Kolonialverwaltung.

Der Hohepriester führt den Vorsitz, vertritt Amal nach außen und vermittelt bei Streitigkeiten innerhalb des Rates. Der gegenwärtige Hohepriester Hamid Alzaid besitzt außergewöhnlichen persönlichen Einfluss, da er Amal aus der magischen Beherrschung der Dunklen Jahre befreite. Dennoch regiert er nicht allein.

Unterhalb des Rates besteht eine weit verzweigte Hierarchie aus Priestern, Templern und Verwaltern. Sie führen Gerichte, Archive, Schulen, Speicher, Hafenämter und Stadtwachen. Alle berufen sich auf den Kodex Gwygats und das Prinzip, Entscheidungen nach Logik, Vernunft und dem Nutzen für die Allgemeinheit zu treffen.

Diese Herrschaft verbindet große persönliche Freiheiten mit politischer Härte. Bürger dürfen ihre Lebensweise und Ansichten weitgehend frei wählen, solange sie die bestehende Ordnung nicht infrage stellen. Verbrecher werden streng bestraft; Zwangsarbeit in den Kolonien und die Todesstrafe sind üblich. Politische Gegner werden zunächst von besonders geschulten Priestern in sachlichen Gesprächen zur Umkehr aufgefordert. Wer sich nicht überzeugen lässt, wird verbannt.

Bevölkerung und Gesellschaft

Eines der sechs Stadtzentren Amals

Ursprünglich lebten die meisten Einwohner Amals von Fischfang und Landwirtschaft. Heute bilden Arbeiter, Handwerker, Seefahrer und Händler die größten Bevölkerungsgruppen. Soldaten und Angehörige der Flotte sind ebenfalls häufig vertreten.

Der alte Adel besitzt seit dem Sturz der Fürstendynastie keine unmittelbare Regierungsgewalt mehr. Viele Familien haben jedoch einflussreiche Positionen im Handel, in der Flotte oder im Heer übernommen und geben diese häufig innerhalb ihrer Häuser weiter. Die Priesterschaft ist zahlenmäßig klein, bildet durch ihre zahlreichen Ämter und Rangstufen aber eine breitere Führungsschicht als der Adel anderer Stadtstaaten.

Die Aufnahme neuer Einwohner wird streng geregelt. Seit 334 n. G. darf sich nur dauerhaft in Amal niederlassen, wer der Stadt nach Einschätzung der Priester-Verwalter auf nützliche Weise dienen kann. Ausbildung, besondere Fähigkeiten, Kapital oder militärische Erfahrung erhöhen die Chancen auf Aufnahme.

Lebensweise und Kultur

Das Leben in Amal ist von einer Ausgelassenheit geprägt, die Besuchern aus vielen anderen Ländern fremd erscheint. Private und öffentliche Feste spielen eine große Rolle; berauschende Kräuter und andere Substanzen werden dabei offen konsumiert und von der Obrigkeit geduldet.

Auch in Fragen von Liebe, Ehe und Kleidung gelten vergleichsweise liberale Sitten. Gleichgeschlechtliche Ehen und Prostitution sind erlaubt. Festgewänder sind häufig eng geschnitten, mit körperbetonenden Polstern versehen und mit Schmuck geschmückt, der andernorts als anstößig gilt. Alinata besitzt deshalb einen festen Platz im Alltagsleben, obwohl Gwygat die Politik der Stadt bestimmt.

Daneben gilt Vernunft als höchste Tugend. Theater, Konzerte und Bibliotheken stehen auch armen Bürgern offen. Dieses Angebot wird rege genutzt, sodass der durchschnittliche Bildungsstand Amals den der meisten anderen Reiche deutlich übertrifft. Einige Bürger, insbesondere Priester und Gelehrte, lehnen das verbreitete Lustprinzip ab und führen ein asketisches Leben im Dienst von Forschung und Gemeinwohl.

Religion, Wissenschaft und Magie

Amal gilt auf ganz Ganthor als Hauptstadt des Gwygat-Kults. Gelehrte, Philosophen und Handwerker pilgern aus weit entfernten Ländern in die Stadt. Wer die gefährliche Reise unternehmen kann, kommt meist nicht als einfacher Wallfahrer, sondern mit Dienern oder Leibwächtern.

Wissenschaft und Bildung genießen annähernd dasselbe Ansehen wie Magie. Anders als in den meisten menschlichen Reichen wird technische Forschung nicht als bloßes Handwerk betrachtet, sondern als religiös begründeter Weg zu Erkenntnis und Fortschritt.

Der Große Tempel

Der Große Tempel bildet das religiöse und politische Zentrum Amals. Seine fünf weithin sichtbaren Türme sind der Alchemie, der Mechanik, der Tierkunde, der Philosophie und der Geschichtsschreibung gewidmet. Der mittlere Turm überragt alle anderen Heiligtümer des Tempelbezirks. Im Tempel tagen der Priesterrat und zahlreiche wissenschaftliche Kollegien; zugleich beherbergt er Archive, Sammlungen und Räume für öffentliche Lehrgespräche.

Enginologische Universität

Die Enginologische Universität widmet sich Mechanik, Bauwesen, Werkstoffkunde sowie dem Schiffs- und Maschinenbau. Viele Wasseranlagen, Kräne, Lastenaufzüge und Hafenmaschinen Amals gehen auf ihre Arbeit zurück. Ausbildung und Forschung stehen unter der Aufsicht des Gwygat-Kults.

Schule der Erleuchtung

An der Schule der Erleuchtung werden Philosophie, Logik, Verwaltung und die Auslegung des Kodex Gwygats gelehrt. Viele höhere Priester und Beamte haben hier studiert. Öffentliche Streitgespräche gehören ebenso zur Ausbildung wie die Prüfung praktischer Entscheidungen auf ihren Nutzen für die Allgemeinheit.

Kolleg des Kampfes zur See

Das Kolleg bildet Offiziere, Navigatoren und Spezialisten der Amaler Flotte aus. Es lehrt Navigation, Flottenführung, Versorgung auf langen Reisen und den Kampf mit großen Schiffen. Auch der Einsatz von Magie und Alchemie auf See wird untersucht, bleibt aber der militärischen Führung vorbehalten.

Alchemistische Schule

Die Alchemistische Schule erforscht Arzneien, Konservierungsmittel, Werkstoffe und technisch nutzbare Substanzen. Ihre Verfahren sind für lange Seereisen und die Versorgung der Kolonien von großer Bedeutung. Viele ihrer Erkenntnisse werden als Staatsgeheimnisse behandelt.

Wirtschaft und Handel

Amals Wohlstand beruht auf seiner Flotte und den Kolonien. Den abhängigen Siedlungen ist der direkte Handel mit anderen Mächten untersagt. Lebensmittel, Rum, Tabak, tropische Früchte, Seide, Holz, Korallen, Stein und seltene Edelsteine werden zunächst nach Amal gebracht und von dort weiterverkauft.

Die wichtigsten Handelspartner sind die Zwerge, Borrograd und die Händler in Gilgardor. Von den Zwergen erhält Amal Metalle, Waffen und bearbeitete Metallwaren gegen Gold, Edelsteine, Holz, Seide und Alkohol. Nordländische Händler liefern Metalle, Gold und auch Gefangene, die als Sklaven verkauft werden. Der größte Teil der Waren für die übrigen Südlande wird in Gilgardor umgeschlagen.

Das Handelsmonopol wird regelmäßig durch Schmuggler gebrochen. Besonders Faruk ermöglicht mittelländischen und nordländischen Schiffen unter militärischem Schutz Zugang zu den südlichen Märkten. Daraus entstehen immer wieder kleinere Seegefechte.

Flotte und Kolonien

Die Kolonien bilden die größte Machtbasis Amals, sind aber zugleich seine größte Schwäche. Die Weißmondriffe umfassen mehrere Hundert Inseln, von denen ungefähr 30 dauerhaft besiedelt sind. Sie sind zu den Kolonien Avali, Nord-Vanua, Süd-Vanua, Marao und dem abtrünnigen Faruk zusammengefasst.

Die größeren Inseln liefern Reis, Mais, Zuckerrohr, Tabak und tropische Früchte. Ihr dichter Urwald birgt zugleich große Gefahren. Drachenechsen, Traxyre und magische Wesen machen die Holzgewinnung zu einer tödlichen Arbeit. Sträflinge, Sklaven und versklavte Waldmenschen werden unter Zwang in Landwirtschaft, Bergbau und Holzeinschlag eingesetzt.

Seit etwa 500 n. G. gründet Amal zusätzlich Siedlungen entlang der Südküste. Bis zum Dschungel entstand eine Kette kleiner Hafenorte. Weiter westlich verschwanden bereits mehrere Kolonien spurlos im Urwald. Die größte dauerhafte Siedlung ist Weißwacht, eine befestigte Garnisonsstadt und Flottenbasis.

Amal betrachtet die Kolonien als Rohstoffquellen, militärische Stützpunkte und unverzichtbaren Teil seiner Nahrungsversorgung. Für viele Kolonisten stehen dagegen das Handelsmonopol, die harte Verwaltung und die Ausbeutung im Widerspruch zu Amals Lehren von Vernunft und Gemeinwohl. Dieser Gegensatz führte wiederholt zu Aufständen.

Geschichte

Von der Fürstenstadt zur Theokratie

Amal war ursprünglich eine kleine Stadt von Fischern und Bauern, die von einer Fürstendynastie beherrscht wurde. Holz war knapp, Ernten reichten häufig nicht aus, und die Herrscher lehnten viele Reformen der Gwygat-Priester aus Geiz ab. Nach einer verheerenden Hungersnot setzten Priester, Templer und angeworbene Söldner den Fürsten ab. Mit diesem Umsturz beginnt die Amaler Zeitrechnung: Das Jahr 1 „nach Gwygats Segen“ (n. G.) entspricht 599 v. Ill.

Neue Bewässerungsmethoden, Hafenausbau und planmäßige Stadtentwicklung ließen Amal rasch wachsen. Der Große Tempel wurde zwischen 20 und 60 n. G. errichtet. Nach zunehmenden Angriffen entstand ab 51 n. G. die Passfestung; im Jahr 91 n. G. war ihr Rundtor vollständig einsatzbereit. Im Jahr 79 n. G. gründete Amal seine erste dauerhafte Siedlung auf den Weißmondinseln.

Aufstieg zur Seemacht

Ab 100 n. G. nahm Amal Handelsbeziehungen mit Uria und Brandal auf. Nordländische Entdecker erreichten die Stadt erstmals 130 n. G. Piratenüberfälle veranlassten den Rat zum Aufbau einer starken Kriegsflotte. Da die Stadt an ihre räumlichen und landwirtschaftlichen Grenzen stieß, wurde die Kolonisierung der Weißmondinseln ausgeweitet.

Bis etwa 200 n. G. stritten Amal, Uria und Brandal um eine Oase am Rand der Wüste. Zwischen 251 und 270 n. G. eskalierte der Konflikt mit Uria erneut: Nach der Ermordung Hohepriester Thesars folgten wechselseitige Attentate, und drei Siedlungen Urias im Großen Rücken wurden unter ungeklärten Umständen ausgelöscht.

Ab 230 n. G. entstanden die neuen Stadtzentren. Um 300 n. G. fanden die Priester neue Wege, knappes Holz durch Korallen, Metall, Glas und später auch Seide zu ersetzen. Der Handel mit dem neu gegründeten Gilgardor brachte der Stadt großen Wohlstand.

Unabhängigkeit und Allianz

Im Jahr 308 n. G. entsandte Kaiser Samon VII. ein Expeditionsheer und ließ den Hafen Amals blockieren. Die Versorgungslage verschlechterte sich rasch. Amal verbündete sich daraufhin mit Uria und Brandal; gemeinsam und mit Hilfe zwergischer Söldner schlugen sie das Heer zurück.

Im Jahr 310 n. G. beziehungsweise 290 v. Ill. erklärten die Stadtstaaten ihre Unabhängigkeit vom Mittelreich. Kaiser Samon erkannte sie nicht an und hielt Grenze und Seewege gesperrt. Als das Mittelreich wenige Jahre später einen Streit zwischen Brandal und Uria für einen neuen Angriff nutzte, trat Amal den anderen Stadtstaaten bei. Seine Flotte besiegte die kaiserlichen Schiffe vor Radgar. Im Jahr 325 n. G. beziehungsweise 275 v. Ill. wurde die Allianz von Uria geschlossen.

Expansion und Dunkle Jahre

Nach dem Unabhängigkeitskrieg nahm Amal viele Flüchtlinge auf, beschränkte die Zuwanderung aber im Jahr 334 n. G. auf Menschen, die der Stadt einen nachweisbaren Nutzen bringen konnten. Im Jahr 361 n. G. zerstörte ein großer Brand weite Teile der Innenstadt; einzig der Tempel Gwygats blieb unversehrt.

Ab 500 n. G. begann Amal, die Südküste zu kolonisieren. Zwischen 531 und 545 n. G. geriet der Priesterrat während der „Dunklen Jahre“ unter die Kontrolle einer Gruppe von Magiern aus Gilgardor. Handel, Forschung und Verwaltung verfielen. Der junge Priester Hamid Alzaid befreite sich durch göttliches Wirken aus der Beherrschung und eroberte die Stadt mit Hilfe der Templer zurück.

Im Jahr 557 n. G. erhoben sich mehrere Kolonien. Der Krieg dauerte etwa fünf Jahre. Amal unterwarf die meisten Aufständischen, doch Faruk behauptete seine Unabhängigkeit. Seit 561 n. G. wird die Insel von der mittelländischen Flotte geschützt.

Gegenwart

Im Jahr 595 n. G. beschloss der Rat trotz der Affäre von Asim, sich aus einer direkten Auseinandersetzung mit dem Mittelreich herauszuhalten. Eine unbekannte Flotte bedroht seitdem die Kolonien und bindet fast die gesamte Seemacht Amals. Der Rat verschweigt diese Gefahr gegenüber der Allianz.

Die Gegenwart ist das Jahr 600 n. G. beziehungsweise 1 n. Ill. Amal bleibt ein mächtiger Handelspartner, hat aber auf dem Festland Einfluss an Brandal und Uria verloren. Zugleich bedrohen Unruhen im Inneren, Spannungen in den Kolonien und die unbekannten Schiffe seine Herrschaft.

Widerstand gegen den Rat

In jüngerer Zeit kam es zu Anschlägen auf Einrichtungen und Vertreter des Priesterrates. Zu den Tätern gehören verbliebene Anhänger der Magier aus den Dunklen Jahren und Bürger, die unter Umsiedlungen, Verbannungen oder anderen Maßnahmen „zum Wohle aller“ gelitten haben.

Die bekannteste Untergrundgruppe sind die Söhne Amals. Ihre Mitglieder betrachten sich als Nachkommen und Erben der Opfer früher Repressionen. Sie erhalten Unterstützung von Bürgern, die der Priesterrat enteignet, umgesiedelt oder aus politischen Gründen verfolgt hat. Im Gegenzug schützen sie diese Menschen vor den Behörden. Innerhalb der Bewegung stehen gemäßigte Gegner der Theokratie neben gewaltbereiten Verschwörern.

Bedeutende Orte und Organisationen

  • Die Passfestung kontrolliert den einzigen Landweg nach Amal und beherbergt das berühmte Rundtor.
  • Der Große Tempel ist religiöser Mittelpunkt, Regierungssitz und Zentrum der Wissenschaften.
  • Die sechs Stadtzentren gliedern die Metropole in weitgehend selbstständige Versorgungs- und Verwaltungsräume.
  • Der Hafen verbindet Amal mit seinen Kolonien und bildet die Grundlage seiner Seemacht.
  • Der Rat Gwygats regiert Stadt und Kolonien.
  • Die Templer Gwygats schützen den Rat und sichern wichtige staatliche Einrichtungen.
  • Die Söhne Amals bilden die bekannteste Widerstandsbewegung gegen die Theokratie.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • In mehreren Zisternen sinkt der Wasserspiegel, obwohl die Quellzuflüsse unverändert sind. Enginologen vermuten einen unentdeckten Abfluss tief im Kalkstein.
  • Ein Schiff der unbekannten Flotte wurde schwer beschädigt an die Küste getrieben. Der Rat will das Wrack bergen, ohne dass die übrigen Mitglieder der Allianz davon erfahren.
  • Die Söhne Amals planen einen Anschlag auf eine öffentliche Feier. Innerhalb der Gruppe versucht eine gemäßigte Fraktion, das Blutvergießen zu verhindern.
  • Ein Priester behauptet, Beweise dafür zu besitzen, dass die Magier der Dunklen Jahre noch immer ein Mitglied des Rates beeinflussen.
  • Ein koloniales Transportschiff erreicht Amal ohne Besatzung. Seine Ladung ist unversehrt, doch im Inneren des Rumpfes finden sich Spuren eines unbekannten Wesens.
  • Vor der Passfestung verschwinden Bewerber, die auf eine Aufnahme in die Stadt hoffen. Die Behörden erklären sie zu freiwillig Abgereisten, während ihre Angehörigen von Menschenhändlern sprechen.