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Greifenfels: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kategorie:Siedlungen]]
'''Greifenfels''' ist die Hauptstadt des [[Fürstentümer|Fürstentums]] [[Kaer]] und Regierungssitz des Fürsten [[Bronnar von Bracken]]. Die Bergstadt liegt an einer Steilwand der Westflanke des [[Greifenberg]]s nahe der Quelle der [[Flüsse der Fürstentümer#Salter|Salter]]. Aus einer hoch gelegenen Fluchtburg entstand innerhalb der vergangenen hundert Wenden eine dicht bebaute Stadt mit annähernd 3.000 Einwohnern.
=Die Region um den Greifenberg=
 
Das Fürstentum Kaer ist überwiegend ländlich geprägt. Der rasch ansteigende gräuliche Fels des Greifenbergs wird daher von Norden her von bewirtschafteten Feldern umgürtet. Die breite Handelsstraße, die vom Greifenberg, durch den Sumpf Perten bis in das Mittelreich führt, trennt die Äcker in eine westliche und eine östliche Bewirtschaftungszone.
Greifenfels ist zugleich Festung, Markt und fürstlicher Hof. Das Stadtbild wird von einer serpentinenartigen Marktstraße, übereinandergebauten Fachwerkhäusern und der tief in Fels und Steilhang eingefügten Greifenburg bestimmt. Der einzige reguläre Zugang lässt sich auf mehreren Abschnitten sperren und von Wehrgängen aus verteidigen.
Während der nördliche Hang des Berges von den Menschen erschlossen wurde, zeigt sich der südliche noch fast unberührt. Der Grund hiefür ist einerseits die unfreundlichere Wetterseite mit gefährlichen Schluchten und Überhängen, aber auch die Beschaffenheit des Gesteins an der Südseite, die jeden Aufstieg zu einem Abenteuer macht.
 
Gerüchten zufolge wünscht sich der Fürst Bronnar ebenso nicht, dass Räuber und Plünderer aus den Südlanden auf sein Fürstentum unnötig aufmerksam gemacht werden; die Reste der gewaltigen Mauer und die ersten Dünen der Faora sind an klaren Tagen von der Westseite des Berges aus zu erkennen.  
== Lage und Stadtbild ==
==Geographie==
 
Der Greifenberg ist der verwitterte Rest eines Sandsteinausläufers des [[Großer Rücken|Großen Rückens]]. Seine rötlichen Felsen, Wälder und steilen Abbrüche prägen die Stadt. Greifenfels nimmt nur einen schmalen, langgestreckten Bereich zwischen Bergwand und Abgrund ein. Größere ebene Flächen sind selten; deshalb wächst die Stadt nicht in die Breite, sondern entlang des Aufstiegs und in die Höhe.
 
Am Fuß des Berges liegen Werkstätten, Lagerplätze und die Schwertschmiede. Von dort windet sich die Marktstraße zur Vorstadt und weiter zur Burg. Lasttiere und Fuhrwerke können nur die unteren Abschnitte passieren. Waren für die höher gelegenen Viertel werden meist auf kleinere Karren umgeladen oder von Trägern und Maultieren hinaufgebracht. Zisternen, Felsenkeller und streng verwaltete Vorratshäuser sichern die Versorgung während Belagerungen und in trockenen Sommern.
 
== Bevölkerung und Alltag ==
 
Die meisten Bewohner sind Menschen aus Kaer. Daneben leben mehrere halblingische Wirts- und Händlerfamilien in der Stadt. Die von Tjorax und Thobar Starkarm begründete Schwertschmiede beschäftigt Hügelzwerge und Menschen. Am Hof und unter den durchreisenden Handwerkern begegnet man außerdem einzelnen Elfen, Halbelfen und Zwergen.
 
Das Zusammenleben ist nicht frei von Vorurteilen. Besonders Halboger werden häufig abgewiesen, da in [[Barden]] ausgebildete halbogrische Elitekrieger in vergangenen Kriegen gegen Kaer eingesetzt wurden. Auch die vorsichtige Öffnung des Hofes gegenüber den [[Windelfen]] wird von Teilen des Adels und der Bürgerschaft mit Misstrauen betrachtet.
 
Der Alltag richtet sich nach der Enge der Stadt. Lieferzeiten, Marktstände und Bauarbeiten werden durch die Stadtwacht geregelt, damit die schmalen Wege passierbar bleiben. Wasser, Brennholz und Korn sind wichtiger als Wohnfläche. Viele Familien betreiben im Erdgeschoss eine Werkstatt oder einen Laden und wohnen in den darüberliegenden Stockwerken. Balkone, Erker, Wäscheleinen, purpurne Banner und die Zeichen alter Rittergeschlechter überspannen die Gassen. Der Greif erscheint auf Wirtshausschildern, Zunftzeichen, Mauern und Hausgiebeln.
 
== Stadtteile und bedeutende Orte ==
 
=== Die Marktstraße ===
 
Der alte Aufstieg zur Greifenburg wurde als schmale Serpentinenstraße angelegt. Wehrgänge, Schießscharten und Ausfalltore ermöglichten es, jeden Abschnitt einzeln zu verteidigen. Mit dem Wachstum der Stadt verloren viele dieser Anlagen ihre ursprüngliche Aufgabe.
 
Gewagte Holzkonstruktionen verbreitern heute den Weg stellenweise um mehrere Schritt über dem Abgrund. In aufgebrochenen Wehrnischen befinden sich kleine Läden, Schankstuben und Werkstätten. Händler bieten Erzeugnisse aus Kaer, Wein, Werkzeuge und Waren aus dem Mittelreich an. Seltene Kuriositäten wechseln hier ebenso den Besitzer wie alltägliche Lebensmittel.
 
Am oberen Ende führt die Straße durch einen natürlichen Felsdurchgang. Dieser wurde zu zwei überlebensgroßen, gegeneinander kämpfenden Greifen behauen und mit wirklichkeitsnahen Farben bemalt. Für Ankommende ist das Kunstwerk Torzeichen und unmissverständliche Machtdemonstration zugleich.
 
=== Die Vorstadt ===
 
Hinter dem Greifentor liegt die dicht bebaute Vorstadt auf einem kleinen Felsplateau. Nahezu jeder tragfähige Fleck dient als Fundament. Die meisterhaften Fachwerke wurden über Generationen durch zusätzliche Stockwerke, Erker und Balkone erweitert. Die kaum zwei Schritt breite Hauptgasse führt zum einzigen größeren Platz oder endet am Torhaus der Burg.
 
Auf dem Platz werden Lebensmittel verteilt, Bekanntmachungen verlesen und kleinere Streitfälle geschlichtet. An Markttagen drängen sich Händler, Lasttiere, Soldaten und Bewohner zwischen Brunnen, Ständen und Hauseingängen. Offenes Feuer ist wegen der dichten Holzbauten streng geregelt.
 
=== Das Torhaus und die Greifenburg ===
 
Das Torhaus zur Burg ist tagsüber geöffnet, aber ständig bewacht. Zwei purpurne Banner rahmen den in den Stein gehauenen Eingang. Nachts werden ein eisernes Fallgitter und das verzierte Eisenholztor von innen und außen verschlossen.
 
Die alte Greifenburg ist so eng in die Felswand eingefügt, dass ihre Türme und Mauern aus der Ferne leicht mit dem Berg verschmelzen. Der kleine Burghof bietet kaum mehr Raum als für einen Stall. Im Wohngebäude leben Fürst Bronnar und sein Hofstaat. Auf dem Dach wachen mehrere lebensgroße Greifenskulpturen über Stadt und Tal.
 
Hinter dem Wohnbau reichen Räume tief in die Steilwand. Dort liegen Unterkünfte für Soldaten und Gesinde, Zisternen, Vorratskammern und die berühmten Weinkeller des Fürsten. Oberhalb des Steilhangs sichern zwei ständig besetzte Wachtürme das zerklüftete Gipfelgebiet. Ein verborgener Zugang von dort zur Burg wird vermutet, ist aber nicht öffentlich bekannt.
 
Die natürliche Lage und das gestaffelte Torsystem machen die Greifenburg schwer angreifbar. Die größte Verwundbarkeit liegt in der Versorgung: Ein Gegner müsste die Mauern nicht unbedingt bezwingen, wenn es ihm gelänge, Straße, Wasserzufuhr und Lager am Bergfuß dauerhaft abzuschneiden.
 
=== Die Stadtwacht ===
 
Das größte Haus der Vorstadt beherbergt Wohn- und Schlafräume der Soldaten, Rüstkammer und Übungsräume. Die Stadtwacht schützt nicht nur Burg und Tore, sondern hält auch Marktstraße und Stege frei, überwacht die Brandschutzregeln und schlichtet Auseinandersetzungen zwischen Händlern.
 
Im Keller liegt ein Kerkertrakt. Besonders gefürchtet ist das „freie Zimmer“, eine zur Bergseite offene Zelle ohne äußere Wand. Ihr Boden fällt leicht zum Abgrund ab. Es heißt, sieben Tage darin endeten mit Tod oder Wahnsinn. Ob die Zelle tatsächlich noch genutzt wird, beantwortet die Wacht nicht.
 
=== Der Greifenbezirk ===
 
Eine matte schwarze Eisentür versperrt gewöhnlichen Bürgern den Zutritt zum Greifenbezirk. Wer Einlass begehrt, muss sich durch eine kleine Schiebeöffnung ausweisen. Über den Bezirk ist wenig Sicheres bekannt. Hofangehörige und ausgewählte Gäste sollen ihn über einen zweiten Zugang aus der Burg erreichen können.
 
Unter dem Bezirk liegen ehemalige Katakomben der Fürsten und Ritter Kaers. Nachdem das Haus von Bracken die Herrschaft übernommen hatte, wurden die mehrfach erweiterten und überfüllten Gewölbe versiegelt. Seither dient das Mausoleum auf der [[Kaer#Die Kristallinsel|Kristallinsel]] als fürstliche Begräbnisstätte.
 
=== Die Schwertschmiede ===
 
Am Fuß des Berges liegt die Schwertschmiede, Eigentum des Fürsten und bedeutendste Manufaktur der Stadt. Tjorax und Thobar Starkarm gründeten sie als Waffenwerkstatt. Bis heute fertigt sie Waffen und Rüstungsteile für die Wachen Kaers.
 
Inzwischen übernimmt die Werkstätte auch ungewöhnliche Einzelanfertigungen und große Serien einfacher Werkstücke. Hügelzwerge der Starkarmsippe arbeiten dort gemeinsam mit zahlreichen menschlichen Beschäftigten. Neben Schwertern und Rüstungen entstehen feinmechanische Schusswaffen, präzise Bauteile und auf ihre Träger abgestimmte Sonderanfertigungen. Die Werkstatt verbindet zwergische Geduld und Technik mit der Arbeitskraft einer größeren Manufaktur.
 
== Herrschaft ==
 
[[Bronnar von Bracken]] regiert seit etwa fünfzehn Wenden in siebter Generation über Kaer. Er gilt als gerechter und tugendhafter Fürst in der Tradition der Ritter von Bracken. Zu jedem Vollmond gewährt er Untertanen eine öffentliche Audienz – ein Recht, das in anderen Fürstentümern ungewöhnlich ist.
 
Zu seinen Beratern gehören Magus [[Mendral]], der bereits Bronnars Vater diente und den Fürsten unterrichtete, sowie eine elfische Beraterin. Letztere zeigt sich dem Volk nur selten. Ihre Anwesenheit nährt Gerüchte über das Verhältnis zwischen ihr und dem unverheirateten Fürsten. In den Schenken wird dabei bisweilen vom „kleinen Illi“ gesprochen, eine grobe Anspielung auf den halbelfischen Kaiser [[Illiasan]].
 
 
== Wirtschaft und Versorgung ==
 
Greifenfels ist Markt und Verwaltungsmittelpunkt eines landwirtschaftlich reichen Fürstentums. Aus Kaer gelangen Korn, Wein und andere Feldfrüchte in die Stadt und weiter ins Mittelreich. Fürst Bronnar betreibt selbst einen einträglichen Weinhandel. In Jahren großer Überschüsse bestehen Handelsvereinbarungen über Getreide mit [[Wolfrathen]].


===Landschaft===
Händler schätzen die niedrigen Abgaben. Zölle stimmt der Fürst mit Priestern des [[Mernat]] ab, des Gottes von Handel, Reise und Glück. Die Märkte am Bergfuß übernehmen große Lieferungen; auf der Marktstraße werden kleinere Mengen und wertvollere Waren gehandelt.
Die Bauern aus der Region bewirtschaften ihre Felder mit dem klaren Wasser aus der Salter, dem Hauptfluss des Fürstentums. Aufgrund eines ausgeklügelten Bewässerungssystems werden Jahr um Jahr Rekordernten eingefahren.
===Klima===
Der große Rücken wirft in den ersten Morgenstunden zwar seinen eisigen Schatten auf die gesamte Region, jedoch wirkt in den darauf folgenden Stunden der gesamte Großraum wie ein Kessel, der die Wärme aufnimmt und sogar noch einige Stunden nach Sonnenuntergang zu speichern scheint. Die heftigsten Regenschauer regnen weiter im Osten im Fürstentum Heiligental ab, so dass das Klima eher als trocken und warm bezeichnet werden kann - hervorragend für einige der erlesensten Weinanbaugebiete aller Menschenreiche.
===Flora und Fauna===
Neben den schon beschriebenen Äckern dominieren die Rebstöcke die sanften Hängen der Region. Der bewirtschaftete Teil endet allerdings abrupt wenige Meilen vor den Grenzen zu den Fürstentümern Wolfrathen bzw. Barden. Kaum ein Bauer bestellt dort Felder oder pflanzt gar Weinreben an, da diese Region immer noch als umkämpftes Gebiet gesehen wird.
Dieser Umstand hat der eigentlichen urwüchsigen Flora wieder etwas Raum gelassen, so dass heutzutage in den Grenzgebieten nahezu die gesamte typische Pflanz- und Tierwelt zu beobachten ist. Selbst Luchse, Bären und einige Harpyien wurden in den letzten Wenden gesichtet.


==Demographie==
Aus dem Sumpf von [[Perten]] kommen seltene Kräuter und Tinkturen. Alchemisten, Kräuterkundige und Magier aus den Fürstentümern und dem Mittelreich lassen dort einkaufen oder richten ihre Anfragen an den Hof. In Greifenfels werden diese Waren geprüft, gelagert und weitervermittelt.
Kaer versteht sich als ehrwürdiges Fürstentum, in dem ritterliche Tugenden herrschen, und da es einstmals lediglich dem Kaiser selbst unterstellt war, ist man durchaus ein wenig stolz auf seinen jetzigen Stand. Aufgrund dieser Geschichte sind nach wie vor die Menschen die vorherrschende Rasse. Jedoch hat sich gerade in letzter Zeit, nicht zuletzt Dank dem neuen Kaiser Illiasan, ein Wandel im Fürstentum gezeigt. Kontakte zu den Elfen konnten geknüpft werden, so dass eine ständige Beraterin des Windelfenvolkes am Hof zu Gast ist. Ebenso gibt es in der Stadt einige nichtmenschliche Geschäftsinhaber, so dass man sagen kann Kaer sei auf dem Weg alle Rassen gleichermaßen zu respektieren und willkommen zu heißen.
Gleichwohl ist jedem menschlichen Ritter ein Halbork, oder gar ein Halbgoblin ein Dorn im Auge. Und nicht selten endet eine solche Begegnung vor dem Richtschwert des Jedek.
===Rassen===
Neben dem multikulturellen Hofstab des Fürsten gibt es eine Gruppe von Halblingen, die gleich mehrere Handels- und Wirtshäuser in der Stadt betreiben, eine Hügelzwergenfamilie, die sich um die Schwertschmiede am Fuß des Berges kümmert, und sicherlich den einen oder anderen Halbelf oder Zwerg, der sich als Tagelöhner in der Stadt aufhält.
Andere Rassen kommen eher selten in die Stadt und besonders Halboger ernten oft Abscheu oder gar offene Ablehnung beim gemeinen Volk. Der Grund liegt auf der Hand: Einige Halboger werden im verfeindeten Nachbarfürstentum Barden zu Elitekriegern ausgebildet und haben in den letzten Kriegen gegen das Fürstentum Kaer Kummer und Leid über das Land gebracht.


===Besiedlung===
== Glaube und Magie ==
Die Stadt Greifenfels ist mit Abstand der größte Ballungsraum in ganz Kaer. Ursprünglich als Fluchtburg geplant entwickelte sie sich in den letzen 100 Wenden zu einer Bergstadt, für nahezu 3000 Bewohner.


Der Aufstieg zur Vorstadt wurde als schmaler, serpentinenartiger Pass geplant und konnte durch Wehrgänge und Schießscharten aus dem Berg heraus hervorragend verteidigt werden.  
Für Bronnar besitzt [[Jedek]] besondere Bedeutung. Auf der Kristallinsel ließ er einen Tempel zu Ehren des Gottes errichten. Innerhalb Greifenfels gibt es weder eine große Tempelanlage noch eine Magierakademie. Die Götter des Mittelreichs werden in kleineren Schreinen und im häuslichen Rahmen verehrt.
Dieser alten Wehrfunktion beraubt zeigt sich der Aufstieg in diesen Tagen als eine Art Marktstraße, die alleine schon eine Reise nach Greifenfels wert ist. Der schmale Weg wurde mit einer zum Teil gewagten Holzkonstruktion verbreitert, die an manchen Stellen gut 4 Schritt über dem Abgrund angebracht wurde. Die Schießscharten, Ausfalltore und Wehrgänge wurden aufgebrochen, so dass sich in den entstandenen Nischen über den gesamten Straßenverlauf mittlerweile kleinere Läden und Geschäfte eingerichtet haben, die von Waren aus der Region bis hin zu seltenen Kuriositäten alles Mögliche feilbieten.
Die Marktstraße endet in einem natürlichen Felsdurchgang, der kunstvoll zu zwei Greifen behauen wurde, die mit verschränkten Klauen gegeneinander kämpfen. Der linke Greif schlägt dabei seinen Schnabel in den Hals des rechten, der in tonlosem Schrei seinen Kopf in den Himmel streckt. Die überlebensgroße Handwerkskunst ist darüber hinaus noch mit realistischen Farben bemalt, so dass es immer wieder passiert, dass sich Unkundige gehörig erschrecken, wenn sie dieses imposanten Kunstwerks zum ersten Mal ansichtig werden.
Die Vorstadt erscheint wie eine zu eng geplante Menschenstadt. Jeder Schritt Fels außerhalb der kaum zwei Schritt breiten steinernen Straße wurde als Fundament eines Hauses geplant. Die Fachwerkskunst ist hier ebenfalls von meisterlicher Qualität, daher haben es sich die meisten Planer nicht nehmen lassen ihren Wohnraum durch Giebel, Erker und Terrassen zusätzlich zu erweitern.
Bunte Wimpel, Fahnen alter Ritters- und Edelleute, und natürlich die tägliche Wäsche hängt zumeist kreuz und quer über die Straßen, an Fenstern und Vorsprüngen. Zu dem Trubel auf der Straße mischt sich daher meist auch ein buntes Treiben auf den Terrassen und Fenstern der Häuser. Das Motiv des Greifen findet sich in der Stadt zuhauf. Ob als Namensgeber einer  Schenke, als Motiv in der Heraldik oder auf Schildern der ansässigen Handwerker.
Die wenigen Straßen führen entweder auf den einzigen größeren Platz der Vorstadt oder aber enden in einem der nicht öffentlichen Bereiche Greifenfels’.
Das Torhaus zur Burg
Das Torhaus ist tagsüber stets geöffnet, aber mit einer Wachmannschaft gut bewacht. Die purpurnen Fahnenbanner umrahmen dabei den Eingang wie zwei mächtige Säulen. Das Torhaus selbst ist in den Stein gehauen, so dass ein anderer Eingang als dieser unmöglich erscheint. Nachts wird sowohl das eiserne Zwischengitter, als auch das reich verzierte Eisenholztor von innen und außen verschlossen.
Die Stadtwacht
Der Weg endet abrupt am Eingangstor dieses gewaltigen, wahrscheinlich größten Hauses der Vorstadt. In den geräumigen Sälen der Stadtwacht sind Wohn- und Schlafräume der Soldaten untergebracht, die Rüstkammer und auch Trainingsräume. In den Kellern gibt es einen Kerkertrakt mit dem gefürchteten „freien Zimmer“, einer Kerkerzelle direkt am Berg, ohne Wand. Der Raum ist völlig leer und fällt leicht zum Abgrund hin ab. Es heißt sieben Tage in diesem Raum enden entweder in Tod oder Wahnsinn.
Der Greifenbezirk
Eine schwarze, matte Eisentür versperrt für den gemeinen Bürger den Zugang zu dem Greifenbezirk. Eine Schiebeplatte öffnet einen kleinen Sehschlitz in der Tür, falls Eintritt gewünscht wird. Wirklich bekannt ist wenig über diesen Bezirk. Es heißt, dass ein weiterer Zugang zu diesem Bereich über die Burg dem Hofstab und wenigen Auserwählten offen steht. 
===Herrschaftsformen===
Fürst Bronnar von Bracken regiert seit gut 15 Wenden in 7. Generation über das Fürstentum Kaer. Beim Volk gilt er als gerechter, tugendhafter Herrscher in der Tradition der Ritter von Bracken. In den letzten Wenden schaffte er es sogar eine elfische Beraterin an seine Seite zu bringen. Sie zeigt sich dem gemeinen Volk zwar so gut wie nie, heizt aber die Gerüchteküche um den immer noch unverheirateten Fürsten ordentlich an. In den Tavernen wird schon von dem „kleinen Illi“ gesprochen, ein derber Scherz in Richtung des Halbelfischen Kaisers Illiasan.
Ein weiterer Berater ist Magus Mendral, der schon den Vater von Bronnar unterwiesen hatte und persönlicher Lehrer Bronnars war.
Zu jedem vollen Mond erteilt Bronnar seinem Volk die Möglichkeit zu ihm zu sprechen - in andern Fürstentümern undenkbar.


Magus Mendral berät den Fürsten bei magischen Funden und Bedrohungen. Damit besitzt die Stadt einen kundigen Ansprechpartner, ohne selbst ein Zentrum magischer Ausbildung zu sein. Kräuter und alchemistische Erzeugnisse aus Perten ziehen dennoch regelmäßig Magiekundige an.


===Gottheiten===
== Greifen und das Erbe des Berges ==
Jedek ist für Bronnar der wichtigste Gott. Ihm zu Ehren hat er unweit von Greifenfels einen herrlichen Tempel auf einer kleinen Insel in einem See errichtet.
Selbstverständlich werden auch alle anderen Götter toleriert. Eine spezielle Schule oder Gotteshäuser gibt es in Greifenfels nicht. 


==Wirtschaft==
Bis vor ungefähr siebzig Wenden wurden am Gipfel des Greifenbergs noch Greife gesichtet. Ältere Berichte verorten ihre Horte zwischen den roten Felsnadeln der kahlen Kuppe. Der Aufstieg ist heute nahezu unmöglich. Die frühen Fürsten Kaers sollen von der Burg aus einen Weg zum Gipfel erschlossen haben; sein Verlauf gilt als verloren.


===Handel===
Die verschwundenen Greife prägen Namen, Heraldik und Selbstverständnis der Stadt bis heute. Ob sie vertrieben, getötet oder aus unbekanntem Grund fortgezogen sind, ist nicht geklärt.
Neben einer geringen Standsteuer über die gesamte Marktstraße betreibt der Fürst einen einträglichen Weinhandel mit dem Mittelreich und ist Eigentümer der hügelzwergischen Manufaktur am Fuße des Greifenberges: der Schwertschmiede.
Des Weiteren gibt es Handelsverträge über Getreide mit Wolfrathen, da in den letzten Jahren die Kornkammern Kaers bis zum Bersten voll waren.


===Rohstoffe===
== Gerüchte und Abenteuerideen ==
Neben Korn und Wein gibt es dank dem Sumpf Perten einen reich gedeckten Tisch für erfahrene Alchemisten, Kräuterkundige und Magier. Boten aus allen Fürstentümern und sogar aus dem Mittelreich stellen Anfragen an den Fürsten oder bezahlen direkt die Kräuterkundler in Perten für seltene Kräuter und Tinkturen.


==Sagen, Mythen und besondere Orte==
* Hinter einer Wand der versiegelten Katakomben soll eine alte Bibliothek liegen. Ihr werden verbotene Schriften, unheimliche Versuche und Berichte über die Wiedererweckung Verstorbener zugeschrieben.
Die Sagen beschäftigen sich nicht nur mit dem Berg, sondern auch mit seinem weiteren Umfeld.
* Einer der Gipfelwächter meldet nachts einen großen Schatten über den roten Felsnadeln. Fürstliche Jäger sollen prüfen, ob tatsächlich ein Greif zurückgekehrt ist.
Zu dem Berg an sich sei so viel gesagt, dass bis von ca. 100 Wenden tatsächlich noch Greifen gesichtet wurden. Seit dieser Zeit jedoch verschwanden sie urplötzlich. Die Horte sollen sich in der Nähe des Gipfels befunden haben, jedoch ist ein Aufstieg technisch nahezu unmöglich. Die frühen Fürsten Kaers sollen einmal von der Burg aus einen Zugang zum Gipfel erschlossen haben – ein Wissen, das in heutiger Zeit verloren gegangen ist.  
* Während einer Vollmondaudienz beschuldigt ein Kaufmann einen Beamten, Zölle zu unterschlagen. Noch vor seiner Aussage verschwindet sein Rechnungsbuch.
===Die Kristallinsel===
* Ein tragender Balken der Marktstraße ist angesägt worden. Die Stadtwacht muss einen Anschlag verhindern, ohne unter den dicht gedrängten Händlern Panik auszulösen.
Das kristallklare Wasser des Sees gibt dem Ort eine geradezu magische Aura, die jede gemeine Seele berührt. Nicht zuletzt deswegen erscheint dieser Ort als perfekter Standort für einen Tempel. Das Fürstengeschlecht von Bracken ließ diesen Tempel und ein Mausoleum erbauen und unterhält beides seither. Bürger oder Pilger dürfen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Fürsten auf diese Insel.
* Aus dem „freien Zimmer“ dringt eine Stimme, obwohl die Zelle laut Wachbuch leer sein soll.
Den Gerüchten in den Tavernen zufolge ist dort der Familienschatz der Fürsten verwahrt. Andere wiederum behaupten, das Familiengeschlecht der Brackens habe ein dunkles Geheimnis, das sie dort von neugiereigen Blicken fernhalten.


===Die alte Bibliothek===
[[Kategorie:Ganthor]]
Im Greifenbezirk existiert ein Gewölbe, das Jahrhunderte lang als Katakomben für die Fürsten und Ritter Kaers genutzt wurde. Als das Fürstengeschlecht der Brackens an der Macht war, wurde der ohnehin schon mehrfach erweiterte und übervolle Bereich versiegelt. Als geeignetere Ruhestätte wurde ein Mausoleum auf der Kristallinsel errichtet.
[[Kategorie:Mittelreich]]
Gerüchten zufolge existiert jedoch schon seit Beginn ein geheimer Bereich in dem Gewölbe, in dem verbotene Schriftstücke aufbewahrt werden, unheimliche Experimente durchgeführt wurden und sogar die Toten wiedererweckt wurden.
[[Kategorie:Siedlungen]]
===Der Schwertschmieden===
Der Name Schwertschmiede bezeugt den eigentlichen Sinn dieser Werkstätte: Das Schmieden von Waffen, insbesondere Schwerter. Tatsächlich werden heute noch alle Waffen und Rüstungsteile der Wachen Kaers von dieser Schwertschmiede hergestellt. Darüber hinaus jedoch hat sich die Werkstatt einen Namen gemacht, da sie sich sowohl auf ungewöhnliche Aufträge als auch auf massenhaft herzustellende Werkstücke spezialisiert hat.
An langen Werkbänken können in wenigen Arbeitstagen Dutzende von einfachen Gegenständen hergestellt werden.
Bei kniffligen Gegenständen macht sich die Geduld und Technik der Hügelzwerge bezahlt. So werden maßgeschneiderte Rüstungen, persönlich auf den Träger abgestimmte Waffen oder aber feinmechanische Schusswaffen hergestellt. 
===Die Hügelfeste===
Außerhalb des Greifenberges steht ein riesiger runder Turm mit dem Durchmesser einer ganzen Burg. Dieser Burgfried sollte der Beginn einer gigantischen Festung werden, die allen anderen Fürsten schon beim Anblick jeglichen Siegeswillen nehmen sollte. Ein rascher Krieg mit folgender Nahrungsmittelknappheit ließ den Bau jedoch abrupt stoppen, so dass wir heute „nur“ den Burgfried vollständig bestaunen können.
Die Hügelfeste ist auf einem sanft ansteigenden Hügel erbaut worden. Seine Tore alleine sind so groß, dass zwei Heuwägen nebeneinander Platz hätten. Im Grunde erscheint dieses Gebäude mehr wie eine dicke, kreisrunde Stadtmauer um einen leeren Exerzierplatz. Im Innern der Festung sind an der Außenwand entlang Gebäude errichtet worden, in denen die Krieger untergebracht werden. Ebenso finden sich dort Ställe, Schmieden, Werkstätten und Wachräume.
Auf dem Außenareal werden täglich Übungen für die Soldaten und auch die Ritter des Fürsten abgehalten. Dieses „stehende Heer“ hat unter den Fürstentümern einen klaren Auftrag: Abschreckende Wirkung zeigen durch geordnete klare Heerführung. Die Maßnahme zeigte umgehend Wirkung, da in den letzten Schlachten dank des harten Drills die Soldaten wesentlich effektiver kämpften und dabei unglaublich geringe Verluste erlitten.

Aktuelle Version vom 10. August 2026, 14:14 Uhr

Greifenfels an der steilen Flanke des Greifenbergs

Greifenfels ist die Hauptstadt des Fürstentums Kaer und Regierungssitz des Fürsten Bronnar von Bracken. Die Bergstadt liegt an einer Steilwand der Westflanke des Greifenbergs nahe der Quelle der Salter. Aus einer hoch gelegenen Fluchtburg entstand innerhalb der vergangenen hundert Wenden eine dicht bebaute Stadt mit annähernd 3.000 Einwohnern.

Greifenfels ist zugleich Festung, Markt und fürstlicher Hof. Das Stadtbild wird von einer serpentinenartigen Marktstraße, übereinandergebauten Fachwerkhäusern und der tief in Fels und Steilhang eingefügten Greifenburg bestimmt. Der einzige reguläre Zugang lässt sich auf mehreren Abschnitten sperren und von Wehrgängen aus verteidigen.

Lage und Stadtbild

Der Greifenberg ist der verwitterte Rest eines Sandsteinausläufers des Großen Rückens. Seine rötlichen Felsen, Wälder und steilen Abbrüche prägen die Stadt. Greifenfels nimmt nur einen schmalen, langgestreckten Bereich zwischen Bergwand und Abgrund ein. Größere ebene Flächen sind selten; deshalb wächst die Stadt nicht in die Breite, sondern entlang des Aufstiegs und in die Höhe.

Am Fuß des Berges liegen Werkstätten, Lagerplätze und die Schwertschmiede. Von dort windet sich die Marktstraße zur Vorstadt und weiter zur Burg. Lasttiere und Fuhrwerke können nur die unteren Abschnitte passieren. Waren für die höher gelegenen Viertel werden meist auf kleinere Karren umgeladen oder von Trägern und Maultieren hinaufgebracht. Zisternen, Felsenkeller und streng verwaltete Vorratshäuser sichern die Versorgung während Belagerungen und in trockenen Sommern.

Bevölkerung und Alltag

Die meisten Bewohner sind Menschen aus Kaer. Daneben leben mehrere halblingische Wirts- und Händlerfamilien in der Stadt. Die von Tjorax und Thobar Starkarm begründete Schwertschmiede beschäftigt Hügelzwerge und Menschen. Am Hof und unter den durchreisenden Handwerkern begegnet man außerdem einzelnen Elfen, Halbelfen und Zwergen.

Das Zusammenleben ist nicht frei von Vorurteilen. Besonders Halboger werden häufig abgewiesen, da in Barden ausgebildete halbogrische Elitekrieger in vergangenen Kriegen gegen Kaer eingesetzt wurden. Auch die vorsichtige Öffnung des Hofes gegenüber den Windelfen wird von Teilen des Adels und der Bürgerschaft mit Misstrauen betrachtet.

Der Alltag richtet sich nach der Enge der Stadt. Lieferzeiten, Marktstände und Bauarbeiten werden durch die Stadtwacht geregelt, damit die schmalen Wege passierbar bleiben. Wasser, Brennholz und Korn sind wichtiger als Wohnfläche. Viele Familien betreiben im Erdgeschoss eine Werkstatt oder einen Laden und wohnen in den darüberliegenden Stockwerken. Balkone, Erker, Wäscheleinen, purpurne Banner und die Zeichen alter Rittergeschlechter überspannen die Gassen. Der Greif erscheint auf Wirtshausschildern, Zunftzeichen, Mauern und Hausgiebeln.

Stadtteile und bedeutende Orte

Die Marktstraße

Der alte Aufstieg zur Greifenburg wurde als schmale Serpentinenstraße angelegt. Wehrgänge, Schießscharten und Ausfalltore ermöglichten es, jeden Abschnitt einzeln zu verteidigen. Mit dem Wachstum der Stadt verloren viele dieser Anlagen ihre ursprüngliche Aufgabe.

Gewagte Holzkonstruktionen verbreitern heute den Weg stellenweise um mehrere Schritt über dem Abgrund. In aufgebrochenen Wehrnischen befinden sich kleine Läden, Schankstuben und Werkstätten. Händler bieten Erzeugnisse aus Kaer, Wein, Werkzeuge und Waren aus dem Mittelreich an. Seltene Kuriositäten wechseln hier ebenso den Besitzer wie alltägliche Lebensmittel.

Am oberen Ende führt die Straße durch einen natürlichen Felsdurchgang. Dieser wurde zu zwei überlebensgroßen, gegeneinander kämpfenden Greifen behauen und mit wirklichkeitsnahen Farben bemalt. Für Ankommende ist das Kunstwerk Torzeichen und unmissverständliche Machtdemonstration zugleich.

Die Vorstadt

Hinter dem Greifentor liegt die dicht bebaute Vorstadt auf einem kleinen Felsplateau. Nahezu jeder tragfähige Fleck dient als Fundament. Die meisterhaften Fachwerke wurden über Generationen durch zusätzliche Stockwerke, Erker und Balkone erweitert. Die kaum zwei Schritt breite Hauptgasse führt zum einzigen größeren Platz oder endet am Torhaus der Burg.

Auf dem Platz werden Lebensmittel verteilt, Bekanntmachungen verlesen und kleinere Streitfälle geschlichtet. An Markttagen drängen sich Händler, Lasttiere, Soldaten und Bewohner zwischen Brunnen, Ständen und Hauseingängen. Offenes Feuer ist wegen der dichten Holzbauten streng geregelt.

Das Torhaus und die Greifenburg

Das Torhaus zur Burg ist tagsüber geöffnet, aber ständig bewacht. Zwei purpurne Banner rahmen den in den Stein gehauenen Eingang. Nachts werden ein eisernes Fallgitter und das verzierte Eisenholztor von innen und außen verschlossen.

Die alte Greifenburg ist so eng in die Felswand eingefügt, dass ihre Türme und Mauern aus der Ferne leicht mit dem Berg verschmelzen. Der kleine Burghof bietet kaum mehr Raum als für einen Stall. Im Wohngebäude leben Fürst Bronnar und sein Hofstaat. Auf dem Dach wachen mehrere lebensgroße Greifenskulpturen über Stadt und Tal.

Hinter dem Wohnbau reichen Räume tief in die Steilwand. Dort liegen Unterkünfte für Soldaten und Gesinde, Zisternen, Vorratskammern und die berühmten Weinkeller des Fürsten. Oberhalb des Steilhangs sichern zwei ständig besetzte Wachtürme das zerklüftete Gipfelgebiet. Ein verborgener Zugang von dort zur Burg wird vermutet, ist aber nicht öffentlich bekannt.

Die natürliche Lage und das gestaffelte Torsystem machen die Greifenburg schwer angreifbar. Die größte Verwundbarkeit liegt in der Versorgung: Ein Gegner müsste die Mauern nicht unbedingt bezwingen, wenn es ihm gelänge, Straße, Wasserzufuhr und Lager am Bergfuß dauerhaft abzuschneiden.

Die Stadtwacht

Das größte Haus der Vorstadt beherbergt Wohn- und Schlafräume der Soldaten, Rüstkammer und Übungsräume. Die Stadtwacht schützt nicht nur Burg und Tore, sondern hält auch Marktstraße und Stege frei, überwacht die Brandschutzregeln und schlichtet Auseinandersetzungen zwischen Händlern.

Im Keller liegt ein Kerkertrakt. Besonders gefürchtet ist das „freie Zimmer“, eine zur Bergseite offene Zelle ohne äußere Wand. Ihr Boden fällt leicht zum Abgrund ab. Es heißt, sieben Tage darin endeten mit Tod oder Wahnsinn. Ob die Zelle tatsächlich noch genutzt wird, beantwortet die Wacht nicht.

Der Greifenbezirk

Eine matte schwarze Eisentür versperrt gewöhnlichen Bürgern den Zutritt zum Greifenbezirk. Wer Einlass begehrt, muss sich durch eine kleine Schiebeöffnung ausweisen. Über den Bezirk ist wenig Sicheres bekannt. Hofangehörige und ausgewählte Gäste sollen ihn über einen zweiten Zugang aus der Burg erreichen können.

Unter dem Bezirk liegen ehemalige Katakomben der Fürsten und Ritter Kaers. Nachdem das Haus von Bracken die Herrschaft übernommen hatte, wurden die mehrfach erweiterten und überfüllten Gewölbe versiegelt. Seither dient das Mausoleum auf der Kristallinsel als fürstliche Begräbnisstätte.

Die Schwertschmiede

Am Fuß des Berges liegt die Schwertschmiede, Eigentum des Fürsten und bedeutendste Manufaktur der Stadt. Tjorax und Thobar Starkarm gründeten sie als Waffenwerkstatt. Bis heute fertigt sie Waffen und Rüstungsteile für die Wachen Kaers.

Inzwischen übernimmt die Werkstätte auch ungewöhnliche Einzelanfertigungen und große Serien einfacher Werkstücke. Hügelzwerge der Starkarmsippe arbeiten dort gemeinsam mit zahlreichen menschlichen Beschäftigten. Neben Schwertern und Rüstungen entstehen feinmechanische Schusswaffen, präzise Bauteile und auf ihre Träger abgestimmte Sonderanfertigungen. Die Werkstatt verbindet zwergische Geduld und Technik mit der Arbeitskraft einer größeren Manufaktur.

Herrschaft

Bronnar von Bracken regiert seit etwa fünfzehn Wenden in siebter Generation über Kaer. Er gilt als gerechter und tugendhafter Fürst in der Tradition der Ritter von Bracken. Zu jedem Vollmond gewährt er Untertanen eine öffentliche Audienz – ein Recht, das in anderen Fürstentümern ungewöhnlich ist.

Zu seinen Beratern gehören Magus Mendral, der bereits Bronnars Vater diente und den Fürsten unterrichtete, sowie eine elfische Beraterin. Letztere zeigt sich dem Volk nur selten. Ihre Anwesenheit nährt Gerüchte über das Verhältnis zwischen ihr und dem unverheirateten Fürsten. In den Schenken wird dabei bisweilen vom „kleinen Illi“ gesprochen, eine grobe Anspielung auf den halbelfischen Kaiser Illiasan.


Wirtschaft und Versorgung

Greifenfels ist Markt und Verwaltungsmittelpunkt eines landwirtschaftlich reichen Fürstentums. Aus Kaer gelangen Korn, Wein und andere Feldfrüchte in die Stadt und weiter ins Mittelreich. Fürst Bronnar betreibt selbst einen einträglichen Weinhandel. In Jahren großer Überschüsse bestehen Handelsvereinbarungen über Getreide mit Wolfrathen.

Händler schätzen die niedrigen Abgaben. Zölle stimmt der Fürst mit Priestern des Mernat ab, des Gottes von Handel, Reise und Glück. Die Märkte am Bergfuß übernehmen große Lieferungen; auf der Marktstraße werden kleinere Mengen und wertvollere Waren gehandelt.

Aus dem Sumpf von Perten kommen seltene Kräuter und Tinkturen. Alchemisten, Kräuterkundige und Magier aus den Fürstentümern und dem Mittelreich lassen dort einkaufen oder richten ihre Anfragen an den Hof. In Greifenfels werden diese Waren geprüft, gelagert und weitervermittelt.

Glaube und Magie

Für Bronnar besitzt Jedek besondere Bedeutung. Auf der Kristallinsel ließ er einen Tempel zu Ehren des Gottes errichten. Innerhalb Greifenfels gibt es weder eine große Tempelanlage noch eine Magierakademie. Die Götter des Mittelreichs werden in kleineren Schreinen und im häuslichen Rahmen verehrt.

Magus Mendral berät den Fürsten bei magischen Funden und Bedrohungen. Damit besitzt die Stadt einen kundigen Ansprechpartner, ohne selbst ein Zentrum magischer Ausbildung zu sein. Kräuter und alchemistische Erzeugnisse aus Perten ziehen dennoch regelmäßig Magiekundige an.

Greifen und das Erbe des Berges

Bis vor ungefähr siebzig Wenden wurden am Gipfel des Greifenbergs noch Greife gesichtet. Ältere Berichte verorten ihre Horte zwischen den roten Felsnadeln der kahlen Kuppe. Der Aufstieg ist heute nahezu unmöglich. Die frühen Fürsten Kaers sollen von der Burg aus einen Weg zum Gipfel erschlossen haben; sein Verlauf gilt als verloren.

Die verschwundenen Greife prägen Namen, Heraldik und Selbstverständnis der Stadt bis heute. Ob sie vertrieben, getötet oder aus unbekanntem Grund fortgezogen sind, ist nicht geklärt.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • Hinter einer Wand der versiegelten Katakomben soll eine alte Bibliothek liegen. Ihr werden verbotene Schriften, unheimliche Versuche und Berichte über die Wiedererweckung Verstorbener zugeschrieben.
  • Einer der Gipfelwächter meldet nachts einen großen Schatten über den roten Felsnadeln. Fürstliche Jäger sollen prüfen, ob tatsächlich ein Greif zurückgekehrt ist.
  • Während einer Vollmondaudienz beschuldigt ein Kaufmann einen Beamten, Zölle zu unterschlagen. Noch vor seiner Aussage verschwindet sein Rechnungsbuch.
  • Ein tragender Balken der Marktstraße ist angesägt worden. Die Stadtwacht muss einen Anschlag verhindern, ohne unter den dicht gedrängten Händlern Panik auszulösen.
  • Aus dem „freien Zimmer“ dringt eine Stimme, obwohl die Zelle laut Wachbuch leer sein soll.