Radgar: Unterschied zwischen den Versionen
Heimer (Diskussion | Beiträge) |
Maddin (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (12 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[Kategorie:Ganthor]] | [[Kategorie:Ganthor]] | ||
[[Kategorie:Südlande]] | [[Kategorie:Südlande]] | ||
==Die Stadt Radgar== | [[Kategorie:Siedlungen]] | ||
{{Daten und Fakten Siedlung | |||
== Die Stadt Radgar == | |||
{{Daten und Fakten Siedlung | |||
|Lage=[[:Kategorie:Südlande|Südlande]], Westküste | |Lage=[[:Kategorie:Südlande|Südlande]], Westküste | ||
|Einwohnerzahl= | |Einwohnerzahl=etwa 110.000 | ||
|Regierung=[[#Herrschaft|Fürst Zafar, | |Regierung=[[#Herrschaft und Verwaltung|Fürst Zafar]], fürstliche Verwaltung von Radgar | ||
|Stadteinteilung=[[#Die Oberstadt|Oberstadt]], | |Stadteinteilung=[[#Die Oberstadt|Oberstadt]], [[#Die Unterstadt|Unterstadt]], [[#Der Hafen|Nord- und Südhafen]] | ||
|Gilden und Schulen=[[#Akademie der Seefahrt|Akademie der Seefahrt]]<br> [[#Gimmlings Schule der Mechanik|Gimmlings Schule der Mechanik]],<br> [[#Magische Gemeinschaft zu Radgar|Magische Gemeinschaft zu Radgar]] | |Gilden und Schulen=[[#Akademie der Seefahrt|Akademie der Seefahrt]],<br>[[#Gimmlings Schule der Mechanik|Gimmlings Schule der Mechanik]],<br>[[#Magische Gemeinschaft zu Radgar|Magische Gemeinschaft zu Radgar]] | ||
}} | }} | ||
Die | [[Datei:Radgar_Stadtansicht.png|mini|hochkant=1.7|Blick auf Radgar vom Hafen]] | ||
Radgar ist die große Hafenstadt an der Westküste der [[:Kategorie:Südlande|Südlande]] und das westliche Tor der Allianz von Uria. Während [[Brandal]], [[Uria]] und [[Amal]] in den trockenen Gebieten nahe dem [[Großer Rücken|Großen Rücken]] liegen, erhebt sich Radgar zwischen dem Meer, den bewaldeten Ausläufern des [[Drachenkopf|Drachenkopfgebirges]] und dem beinahe undurchdringlichen [[Dschungel]]. Sein natürlicher Tiefwasserhafen verbindet die südlichen Stadtstaaten mit [[Valoria]], den [[:Kategorie:Borrograd|Nordlanden]], den Siedlungen der Westküste und zahlreichen Inseln. | |||
Die Hanglage prägt Stadtbild und Gesellschaft. Oberhalb des Hafens liegt die befestigte Oberstadt mit der Festung Jul, dem Sonnenmarkt, Tempeln, Schulen und den Häusern der Wohlhabenden. Unterhalb der Stützmauern drängen sich die Wohnviertel und Betriebe der Unterstadt um zwei große Hafenbecken. Zwischen beiden Ebenen verlaufen steile Straßen, Treppen, Rampen und Lastenaufzüge. Radgar gilt als reich, prachtvoll und weltoffen, zugleich aber auch als Stadt der Sklavenhändler, Freibeuter, politischen Agenten und käuflichen Beamten. | |||
== Lage und Umland == | |||
Radgar liegt dort, wo das Drachenkopfgebirge im Norden an die Küste herantritt und die geschlossene Dschungeldecke nach Süden beginnt. Eine felsige Bucht mit tiefem, hindernisfreiem Wasser bot schon früh einen sicheren Ankerplatz. Hinter der Bucht steigt das Gelände steil zu einem schmalen Felskamm an. Auf dieser natürlichen Terrasse entstand die Oberstadt, während Hafenanlagen und Unterstadt die tieferen Uferflächen einnehmen. | |||
Nördlich von Radgar zieht sich ein dicht besiedelter, fruchtbarer Küstenstreifen am Gebirge entlang. Weinberge, Obsthainen, Felder und Fischerdörfer versorgen die Stadt. Durch die Siedlungen führt die Küstenstraße nach Norden. Nahe dem Dorf [[Kwar]] zweigt die Karawanenstraße nach Osten ab, überquert einen Pass des Drachenkopfgebirges und erreicht schließlich [[Gilgardor]]. Sie ist Radgars wichtigste Landverbindung zu den übrigen Südlanden. | |||
Im Süden endet das offene Kulturland bald am Dschungel. Holzfällersiedlungen, kleine Äcker und befestigte Außenposten schieben die Rodungsgrenze langsam weiter vor. Das begehrte Bauholz wird in Radgar zu Schiffen verarbeitet oder über Gilgardor weiterverkauft. Die Ausbreitung führt jedoch immer wieder zu Streit mit den Bewohnern des Dschungels und der vorgelagerten Waldinseln. | |||
Entlang der bewaldeten Küste liegen schwer zugängliche Buchten und Inseln in gefährlichen Gewässern. Manche dienen Piraten, Schmugglern und Sklavenjägern als Versteck. Mächtige Banden besitzen befestigte Dschungellager und geheime Häfen, in denen ganze Flotten vor Tropenstürmen und den Spähschiffen Radgars geschützt werden können. | |||
== Stadtbild und Befestigungen == | |||
Radgar erstreckt sich in mehreren Höhenstufen zwischen Felskamm und Meer. Helle Steinhäuser, farbige Fassaden, begrünte Innenhöfe und flache Dächer prägen die Oberstadt. In der Unterstadt stehen die Gebäude dichter; dort bestimmen Lagerhäuser, Werkstätten, Mietshäuser und hölzerne Galerien das Bild. Von fast jedem erhöhten Platz sind Masten, Segel und die hohen Wellenbrecher des Hafens zu sehen. | |||
Vier Verteidigungsanlagen greifen ineinander: Die äußere Mauer schützt die Landseite, eine befestigte Stütz- und Trennmauer sichert die Oberstadt gegen den Hafen, die Hafenmauern dienen zugleich als Wellenbrecher und auf dem östlichen Felskamm verläuft eine Kette von Wachposten. Im Ernstfall kann sich ein großer Teil der Bevölkerung der Oberstadt in die Festung Jul und die angrenzenden Befestigungen zurückziehen. | |||
=== Tore und Straßen === | |||
Drei Landtore führen nach Radgar. Das mächtige '''Nordtor''' ist der wichtigste Zugang für Reisende und Waren aus den Dörfern des Küstenstreifens. Das kleinere '''Schluchttor''' durchbricht im Osten eine natürliche Kerbe der Steilwand und wird besonders streng bewacht. Das '''Südtor''' führt zu den Rodungsgebieten und den Siedlungen am Dschungelrand. | |||
Die gepflasterte Hauptstraße verläuft vom Nordtor durch die gesamte Oberstadt bis zum Südtor. Sie passiert die Festung Jul, die Thermen, den Sonnenmarkt und zahlreiche Tempel und Verwaltungsgebäude. Eine breite Abzweigung führt durch einen befestigten Durchlass in der westlichen Stützmauer hinab zur Unterstadt und zum Hafen. Weil das Gefälle für schwere Wagen zu groß wäre, folgt die Straße langen Kehren. Daneben verbinden steile Treppengassen die beiden Stadtebenen auf direktem Weg. | |||
Für den Güterverkehr wurden an mehreren Stellen Lastenaufzüge und Kräne in die Stützmauer eingebaut. Große, von Zugtieren oder Winden bewegte Plattformen befördern Fässer, Ballen und Kisten vom Hafen in die Oberstadt. Die Anlagen werden von privaten Handelshäusern oder der Verwaltung betrieben und sind ein wichtiges Betätigungsfeld für die Absolventen von Gimmlings Schule der Mechanik. | |||
=== Die Oberstadt === | |||
In der Oberstadt leben der größte Teil des Adels, wohlhabende Händler, höhere Beamte und viele Handwerker. Hier befinden sich die wichtigsten Tempel, Lehrstätten und kulturellen Einrichtungen. Im Norden erhebt sich die Festung Jul, der Sitz des Fürsten. Weiter südlich liegen die großen Thermen und der Sonnenmarkt. | |||
Vertreter fast aller bedeutenden Adelshäuser der Südlande unterhalten in der Oberstadt eigene Häuser. Diese Gesandten, Verwandten oder erwachsenen Kinder vermitteln Geschäfte, sammeln Informationen und wahren die Interessen ihrer Familien. Sie pflegen Kontakte zu Händlern, Kapitänen, Sklavenjägern und Freibeutern. In Radgar verschwimmen Diplomatie, Handel und Spionage daher häufig miteinander. | |||
Auch ausländische Kaufleute unterhalten Niederlassungen in der Oberstadt. Besonders sichtbar ist eine kleine Gemeinde von [[Halblinge|Halblingen]], die Waren aus dem [[Halblingreich]] über [[Valoria]] nach Radgar bringt. Ihr berühmtestes Mitglied ist der Erfinder [[Gimmling]], dessen Maschinen in der Stadt gleichermaßen Bewunderung und Besorgnis hervorrufen. | |||
=== Die Unterstadt === | |||
Die Unterstadt ist aus den Gewerbe- und Wohnbauten hervorgegangen, die sich um den alten Hafen ansiedelten. Heute sind Unterstadt und Hafenviertel eng miteinander verwachsen. Hier leben Seeleute, Fischer, Lastenträger, einfache Handwerker und Tagelöhner, daneben Freibeuter, Sklavenjäger, Glücksspieler und zahlreiche Menschen ohne festes Bürgerrecht. | |||
Gerber, Grobschmiede, Gießereien und andere laute oder übel riechende Betriebe wurden aus der Oberstadt verdrängt und liegen nahe den Hafenbecken. Seiler, Segelmacher, Schiffszimmerleute und Versorger der Flotte arbeiten unmittelbar an den Kais. Tavernen, Bordelle, Herbergen, Spielhäuser und kleine Märkte bestimmen das Straßenleben. Die Wohnverhältnisse reichen von ordentlichen Häusern erfolgreicher Handwerker bis zu überfüllten Mietskasernen in feuchten Gassen. | |||
In der Unterstadt liegt auch die Arena von Radgar. An den Tagen großer Spiele strömen Menschen aus allen Stadtteilen herbei, sodass die umliegenden Straßen von Marktständen, Buchmachern, Taschendieben und Wachtrupps überfüllt sind. | |||
=== Die Steilwand === | |||
Einige der prächtigsten Villen und Paläste sind teilweise in die östliche Steilwand hineingebaut. Hinter kunstvollen Fassaden reichen Wohnräume, Speicher und geheime Gänge tief in den Fels. Auch der Tempel des [[Kulte der Südlande#Ignatus|Ignatus]] liegt unmittelbar an der Wand. Gerüchte berichten von ausgedehnten Höhlen hinter dem Heiligtum, deren Zugänge nur den Priestern bekannt sind. | |||
Der Felskamm fällt auf der Ostseite in ein enges Tal und eine steile Geröllhalde ab. Lange galt diese Seite als unüberwindbar. Vor etwa zweihundert Jahren seilte sich jedoch eine Bande aus [[Riesen]], [[Oger|Ogern]] und [[Goblins]] über die unbewachte Wand ab, plünderte Tempel und Villen und entkam mit geringer Beuteeinbuße. Seitdem sichern eine Mauer, Wachtürme und ständig besetzte Posten den gesamten Kamm. | |||
== Der Hafen == | |||
Radgars natürlicher Tiefwasserhafen ist die Grundlage des städtischen Reichtums. Das Wasser der Bucht ist tief und weitgehend frei von Untiefen. Der felsige Untergrund erleichterte den Bau großer Kais und Molen. Früher traf schwerer Seegang ungebremst auf die Anlagen; mehrmals zerstörten Flutwellen Teile des Hafens und zahlreiche Schiffe. Heute schützen hohe Wellenbrecher beide Becken. Sie sind als Festungsmauern ausgebaut, besitzen Wehrgänge, Wachhäuser und Stellungen für Katapulte. | |||
Die Haupteinfahrt zum Südhafen ist breit genug für große Handelsschiffe. Eine kleinere, stärker kontrollierte Einfahrt erschließt den Nordhafen. Signaltürme überwachen beide Zufahrten. Im Verteidigungsfall können schwere Sperrketten zwischen den Molen gespannt werden. | |||
=== Nordhafen und Werften === | |||
Das kleinere Nordbecken dient der Flotte, dem Schiffbau und der Reparatur. Hier liegen die Kriegsschiffe Radgars, die Quartiere ihrer Besatzungen, Magazine und das Arsenal. Die Werft „[[Kulte der Südlande#Karoum|Karoums Wellen]]“ besitzt mehrere Docks und gilt als beste Erbauerin großer Handels- und Kriegsschiffe in den Südlanden. Beschädigte Schiffe werden im geschützten Becken entladen, untersucht und in die Werft verholt. | |||
Die Akademie der Seefahrt steht an einem der inneren Kais. Tavernen, Garküchen und Bordelle bedienen Matrosen, Werftarbeiter und Soldaten. Der Zugang zu den militärisch genutzten Anlagen wird jedoch durch Mauern und Wachposten begrenzt. | |||
=== Südhafen und Handel === | |||
Das weitaus größere Südbecken ist der Handelshafen. Lange, frei anfahrbare Kais reichen in das offene Becken, sodass mehrere große Schiffe gleichzeitig be- und entladen werden können. Breite Fahrwasser und ein freies Wendebecken bleiben von dauerhaften Bauten unberührt. Direkt hinter den Liegeplätzen stehen Kontore, Zollhäuser und mehrstöckige Speicher. | |||
Das gepflasterte Hafenoval wurde vor etwa fünfzig Jahren mit Palmen, Brunnen und breiten Verkehrsflächen ausgestattet. Seitdem gilt der Südhafen als einer der prachtvollsten Häfen Ganthors. Der Betrieb ruht weder bei Nacht noch bei gewöhnlichem Regen: Fackeln und Öllampen beleuchten die Kais, während Trägerkolonnen, Zugtiere und Lastkräne Waren zwischen Schiffen und Speichern bewegen. Der Lärm ist so groß, dass selbst einfache Tavernen unmittelbar am Becken keine Schlafplätze anbieten. | |||
Am östlichen Ende verengt sich der Südhafen zu einem flachen Nebenarm, den nur Fischerboote und kleine Transportschiffe befahren können. Drei Brücken führen von verschiedenen Uferseiten zu einem Festungsturm in der Mitte. Dieser Turm ist Radgars Kerker. Unter ihm ragen scharfkantige Felsen aus dem Wasser. Neben gewöhnlichen Straftätern verwahrt Radgar dort gegen Bezahlung politische Gefangene anderer Stadtstaaten, deren Aufenthalt geheim bleiben soll. | |||
== Versorgung und Infrastruktur == | |||
=== Wasser und Entwässerung === | |||
Quellen und gefasste Bergbäche des Drachenkopfgebirges versorgen Radgar mit Wasser. Leitungen führen es zunächst in große, teilweise in den Fels geschlagene Zisternen der Oberstadt. Von dort gelangt es durch ein Netz aus Kanälen zu den Thermen, Tempeln, öffentlichen Brunnen und wohlhabenden Häusern. Die Unterstadt wird über tiefer gelegene Speicher und zahlreiche Ausgabestellen versorgt. | |||
Das natürliche Gefälle erleichtert die Verteilung, macht aber eine sorgfältige Entwässerung notwendig. Während der starken Regenfälle leiten offene Rinnen und gemauerte unterirdische Kanäle das Wasser zum Hafen. Werden diese verstopft, überschwemmen Schlamm und Unrat binnen kurzer Zeit die tieferen Viertel. Einige alte Kanäle sollen von Schmugglern als geheime Wege genutzt werden. | |||
=== Lebensmittel und Vorräte === | |||
Der nördliche Küstenstreifen liefert Getreide, Obst, Wein, Gemüse und Fisch. Vieh und weitere Lebensmittel kommen auf der Küstenstraße oder mit Schiffen in die Stadt. Die Felder am südlichen Dschungelrand und eingeführte Waren ergänzen die Versorgung. Große Speicher im Hafen halten Vorräte für Stürme, Piratenangriffe und Unterbrechungen der Karawanenstraße bereit. Weitere Notlager befinden sich nahe der Festung Jul. | |||
Die Verwaltung kontrolliert Maße, Vorratsmengen und die Freihaltung der Zufahrten, greift jedoch nur selten in die Preise ein. Bei Knappheit profitieren daher Händler mit großen Lagern, während die Unterstadt rasch unter steigenden Preisen leidet. | |||
=== Schutz vor Stürmen === | |||
Beobachter auf den Hafentürmen melden herannahende Tropenstürme mit Flaggen, Glocken und Feuern. Dann werden Schiffe an verstärkten Pollern gesichert oder in geschützte Bereiche verholt. Speicher besitzen erhöhte Sockel, und festgelegte Wege führen aus den tiefsten Vierteln auf höheres Gelände. Dennoch sind Sturmfluten eine beständige Gefahr, besonders für die armen Wohngebiete am Wasser. | |||
== Herrschaft und Verwaltung == | |||
Radgar wird seit Generationen von der Fürstenfamilie Zafar beherrscht. Der Fürst erlässt Gesetze, ernennt die höchsten Amtsträger und ist oberster Richter. Ihm unterstehen Verwaltung, Stadtwache, Landtruppen und Flotte. Das Amt ist nach dem Recht Radgars Männern vorbehalten. | |||
Die tägliche Regierung führt ein streng hierarchischer Verwaltungsapparat. Eigene Ämter verwalten Hafen, Zoll, Märkte, Bauwesen, Wasser, Steuern, Bürgerregister und Gerichte. Gewöhnliche Streitfälle werden von untergeordneten Richtern entschieden; schwere Verbrechen, Hochverrat und Konflikte zwischen bedeutenden Familien können vor den Fürsten gelangen. Hafenmeister, Marktaufseher und Schreiber verfügen über erheblichen Einfluss, da ohne ihre Siegel kaum ein größeres Geschäft abgewickelt werden kann. | |||
Diese Bürokratie schafft Ordnung, bietet aber zahlreiche Gelegenheiten zur Bestechung. Beamte lassen gegen Bezahlung Warenlisten verschwinden, beschleunigen Genehmigungen oder entscheiden Streitigkeiten zugunsten eines Handelshauses. Überführte Amtsträger werden bisweilen öffentlich auf dem Sonnenmarkt gefoltert und hingerichtet. Die demonstrative Härte verhindert jedoch nicht, dass neue Beamte dieselben Geschäfte aufnehmen. | |||
=== Die Fürstenfamilie Zafar === | |||
Sitz des Fürsten ist die Festung Jul im Norden der Oberstadt. Sie ist groß genug, um bei einem Angriff einen erheblichen Teil der Oberstadt aufzunehmen. Hinter den Mauern liegen Palastgärten und kleinere Residenzen für Mitglieder der weit verzweigten Fürstenfamilie. | |||
Aufgrund der erlaubten Vielehe und jahrhundertelanger Heiratsverbindungen sind fast alle alten Adelsfamilien Radgars mit den Zafar verwandt. Eine akribische Ahnenforschung und komplizierte Vorrangregeln bestimmen die Thronfolge. Andere Familien haben nur geringe Aussicht auf den Fürstenthron; innerhalb der Zafar konkurrieren dagegen mehrere Zweige um die Stellung des nächsten Erben. | |||
Die Frauen der Familie dürfen das Fürstenamt nicht übernehmen, besitzen als Mütter, Ehefrauen, Verwalterinnen und Vermittlerinnen aber beträchtlichen politischen Einfluss. Das traditionell als Harem bezeichnete Haus der Frauen bildet innerhalb der Palastgärten eine abgeschlossene Hofgesellschaft mit eigener Rangordnung, Bediensteten und Netzwerken. Männer dürfen diesen streng bewachten Bereich nur mit besonderer Erlaubnis betreten. Streit um Ehen, Versorgungsposten und die Anerkennung von Kindern ist daher stets auch ein Kampf zwischen Adelsfamilien und Handelshäusern. | |||
== Bevölkerung und Gesellschaft == | |||
Radgars etwa 110.000 Einwohner stammen aus vielen Teilen Ganthors. Neben Südländern leben hier Händler und Seeleute aus Valoria, den Nordlanden und der Westküste, eine kleine Halblingsgemeinde sowie Angehörige zahlreicher Insel- und Küstenvölker. Hinzu kommen Menschen ohne Bürgerrecht, zeitweilige Seeleute, Gefangene und Versklavte, die in keiner amtlichen Einwohnerzahl vollständig erfasst werden. | |||
Die räumliche Trennung zwischen Ober- und Unterstadt entspricht weitgehend der sozialen Ordnung. Wohlhabende Familien blicken von luftigen Häusern auf die Bucht, während Hafenarbeiter und Tagelöhner in den dicht bebauten unteren Vierteln leben. Dennoch sind beide Teile voneinander abhängig: Der Reichtum der Oberstadt entsteht in den Werften, Speichern und auf den Kais der Unterstadt. | |||
In Radgar wird gesellschaftliches Ansehen stark durch Vermögen, Familie und Beziehungen bestimmt. Erfolgreiche Kapitäne, Mechaniker und Händler können aufsteigen, bleiben aber auf die Anerkennung der alten Häuser und der Verwaltung angewiesen. Freibeuter und Sklavenjäger werden öffentlich verachtet und zugleich umworben, solange ihre Unternehmungen Gewinn bringen. | |||
== Handel == | |||
Radgar ist das wichtigste Bindeglied zwischen den südlichen Karawanenwegen und den westlichen Seewegen. Händler verkaufen Holz, Dschungelprodukte, Sklaven und Waren aus dem Norden an Karawanen aus Gilgardor. Im Gegenzug gelangen Erzeugnisse der östlichen Stadtstaaten nach Radgar und werden von dort nach Valoria, in die Nordlande und entlang der Westküste verschifft. | |||
Die Verwaltung erhebt vergleichsweise geringe Zölle und Anlegegebühren. Fast alle Waren dürfen gehandelt werden; für Rauschmittel und Gifte ist allerdings eine Lizenz erforderlich. Hehlerware ist offiziell verboten. Priester des [[Kulte der Südlande#Mernat|Mernat]] prüfen auf dem Sonnenmarkt auffällige Eigentumsnachweise, während auf kleineren Schwarzmärkten große Mengen geraubter Waren umgesetzt werden. | |||
=== Der Sonnenmarkt === | |||
[[Datei:Radgar_Sonnenmarkt.png|mini|hochkant=1.7|Der Sonnenmarkt von Radgar]] | |||
Der kreisrunde Sonnenmarkt in der Oberstadt misst etwa 400 Schritt im Durchmesser. Ein gewaltiges Mosaik aus zwölf Strahlen gab ihm seinen Namen. Um den Platz stehen Markthallen, Handelshäuser, Werkstätten, Kontore und Verwaltungsgebäude. Unter Sonnensegeln werden Waren aus fast allen bekannten Teilen Ganthors angeboten. | |||
Der Platz ist zugleich Börse, Nachrichtenmarkt und politische Bühne. Handelshäuser schließen Verträge, Kapitäne suchen Geldgeber, Agenten beobachten Konkurrenten und Beamte verkünden neue Verordnungen. Öffentliche Urteile und Hinrichtungen sollen die Macht des Fürsten demonstrieren. Der Sklavenmarkt befindet sich in einer kontrollierten Halle am Rand des Platzes. | |||
=== Sklavenhandel === | |||
Der Sklavenhandel ist eine der wirtschaftlichen Säulen Radgars. Von hier werden Gefangene nach Gilgardor gebracht und in die gesamten Südlande weiterverkauft. Viele enden auf Plantagen, in Steinbrüchen, Werkstätten oder den Haushalten reicher Familien. | |||
Offiziell benötigen Sklavenjäger eine Erlaubnis der fürstlichen Verwaltung. Tatsächlich fallen auch Piraten und private Söldner in Dörfer der Waldinseln ein, verschleppen Menschen und brennen Siedlungen nieder. Händler kaufen außerdem gefangene Seeleute, Reisende, Frauen und Kinder. Gefälschte Herkunftsnachweise und bestochene Schreiber verwandeln den offenen Menschenraub anschließend in einen scheinbar rechtmäßigen Verkauf. | |||
Die Bevölkerung betrachtet Sklavenjäger vielfach mit Abscheu und Furcht. Dennoch werden sie geduldet, weil Adel, Handelshäuser und andere Stadtstaaten von den billigen Arbeitskräften profitieren. Die erfolgreichsten unter ihnen besitzen Villen, Schiffe und zeitweilige Stützpunkte auf den Waldinseln. Damit offenbart Radgar einen seiner größten Widersprüche: Die Stadt verfolgt den Handel mit gestohlenen Waren, macht aber geraubte Menschen durch Siegel und Urkunden zu anerkanntem Besitz. | |||
== Freibeuter und Piraten == | |||
Freibeuter dienen Radgar und seinen Handelshäusern als bewaffnete Söldner auf See. Viele waren zuvor Piratenkapitäne und verfügen über ein eigenes Schiff samt Mannschaft. Sie eskortieren Handelsschiffe, jagen Seeräuber oder greifen im geheimen Auftrag Konkurrenten ihrer Geldgeber an. | |||
Der Fürst kann zeitlich begrenzte Kaperbriefe ausstellen, in denen erlaubte Ziele und Gewässer festgelegt werden. Ein Teil der Beute muss in Radgar versteuert werden. Wer die Bedingungen verletzt, verliert den Schutz der Stadt. Reiche Familien umgehen diese Regeln jedoch durch geheime Aufträge, gefälschte Papiere oder rückdatierte Genehmigungen. Daher ist außerhalb Radgars oft nicht zu erkennen, ob ein Angreifer Pirat, Freibeuter oder Angehöriger der Flotte war. | |||
Gewöhnliche Piraten hassen die Freibeuter sowohl als Verräter als auch als Konkurrenten. Zwischen einzelnen Kapitänen bestehen langjährige Vendetten. Manche Freibeuter genießen als erfolgreiche Piratenjäger einen beinahe heldenhaften Ruf, doch weit mehr dienen allein dem höchsten Gebot. | |||
== Bildung und Magie == | |||
=== Akademie der Seefahrt === | |||
Die Akademie der Seefahrt ist in einem großen, eckigen Gebäude am Nordhafen untergebracht. Sie bildet seit Jahrhunderten Offiziere der Flotte aus. Navigation, Kartografie, Wetterkunde, Schiffsführung, Versorgung und Seekampf gehören zu den wichtigsten Fächern. | |||
Die Aufnahmeprüfungen stellen hohe körperliche und geistige Anforderungen. Bewerber, die sich zuvor im Flottendienst bewährt haben, besitzen die besten Aussichten. Angehörige reicher Familien können sich durch hohe Zahlungen einen Prüfungsplatz sichern, bestehen die Ausbildung aber nicht zwangsläufig. Nach vier erfolgreichen Jahren dürfen die Absolventen eine Offizierslaufbahn beginnen. | |||
=== Gimmlings Schule der Mechanik === | |||
Der Halbling [[Gimmling]], unter anderem Erfinder eines Luftschiffs, gründete die Schule zu Beginn seiner Laufbahn, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Nachdem seine Erfindungen genügend Gewinn abwarfen, übertrug er die Lehre ausgesuchten Dozenten und ehemaligen Schülern. | |||
Die Schule bildet Mechaniker, Schiffbauer, Architekten und Konstrukteure aus. Ihre Werkstätten liegen an der Grenze zwischen Ober- und Unterstadt, nahe den Lastenaufzügen und den Straßen zum Hafen. Absolventen arbeiten an Schiffen, Kränen, Wasseranlagen, Befestigungen und Wurfmaschinen. Gimmling selbst erscheint nur noch unregelmäßig, nutzt die Werkstätten aber gelegentlich für Versuche, die ganze Viertel in Aufregung versetzen. | |||
=== Magische Gemeinschaft zu Radgar === | |||
Radgar beherbergt vergleichsweise wenige [[Magier]]. Die ansässigen Meister schlossen sich vor langer Zeit zu einer Gemeinschaft zusammen, um ihre Interessen zu schützen und Streit untereinander zu begrenzen. Sie unterhalten keine gemeinsame Akademie; jeder Meister bildet seine Schüler selbst aus. | |||
Die Gemeinschaft entscheidet, wer in Radgar als Magiermeister arbeiten darf, und besitzt ein Monopol auf bezahlte magische Dienste. Fremde Magier, die ohne Zustimmung Zauber gegen Bezahlung wirken, machen sich strafbar. Zweimal im Monat treffen sich die Mitglieder in ihrer Halle am Sonnenmarkt. Ein jährlich wechselnder Vorsitzender leitet die Versammlungen und vertritt die Gemeinschaft gegenüber dem Fürsten und der Verwaltung. | |||
== Religion und Kultur == | |||
In Radgar werden die Götter der Südlande in zahlreichen Tempeln verehrt. Der in die Steilwand gebaute Ignatus-Tempel gehört zu den eindrucksvollsten Heiligtümern. Mernat-Priester sind besonders auf dem Sonnenmarkt und bei Handelsstreitigkeiten präsent. Seeleute und ausländische Bewohner bringen darüber hinaus eigene Bräuche und Kulte mit, die in der Hafenstadt meist geduldet werden, solange sie die Ordnung nicht gefährden. | |||
Radgar ist für Musiker, Dichter und Maler bekannt. Wohlhabende Händler und Adlige wetteifern als Auftraggeber um angesehene Künstler. Das berühmte Theater „Anyla“ wurde vor über zweihundert Jahren von zwergischen Ingenieuren und den besten Architekten Radgars errichtet. Der kreisrunde Bau besitzt hohe, schlanke Säulen, Kuppeln, Buntglasfenster und Mosaike, die von den Taten der Zafar erzählen. Jede Woche finden Aufführungen, Konzerte oder Ausstellungen statt. | |||
Neben der höfischen Kunst besitzt Radgar eine vielfältige Hafenkultur. Seeleute bringen Lieder, Geschichten und Tänze aus weit entfernten Ländern mit. In den Tavernen der Unterstadt entstehen ständig neue Mischformen, die später von Künstlern der Oberstadt aufgegriffen werden. | |||
Die Arena ist beim einfachen Volk beliebter als das Theater. Einmal im Monat bezahlt der Fürst ein öffentliches Spektakel. Gladiatoren, verurteilte Gefangene und gefangene Dschungeltiere treten dort gegeneinander an. Der Eintritt ist frei; Händler, Buchmacher und Taschendiebe verdienen dennoch an den großen Menschenmengen. | |||
== Militär und Flotte == | |||
Radgar unterhält Stadtwachen, reguläre Landtruppen und eine Kriegsflotte. Die Wachen sichern Tore, Märkte, Hafenanlagen und die Stützmauer zwischen den Stadtteilen. Kleine Garnisonen schützen die Küstenstraße, die Rodungsgebiete und wichtige Wasseranlagen. | |||
Die Flotte liegt im Nordhafen und umfasst fünf große sowie zehn kleinere Kriegsschiffe. Die modernen Segelschiffe sind mit Katapulten und Ballisten ausgerüstet und auf Enterkämpfe vorbereitet. Sie eskortieren Handelsschiffe, bekämpfen Piraten und sichern Radgars Anspruch auf die umliegenden Gewässer. | |||
Neben Piraten bedrohen seit etwa hundert Jahren auch orkische und goblinische Schiffe den Handel. Ihre Angriffe erfolgen überraschend und lassen nur selten Gefangene zurück. Admiral Hassan Zafar, ein Cousin des Fürsten, setzt kleine Spähschiffe ein, um ihre geheimen Häfen zu finden. Kritiker behaupten allerdings, dass manche angeblichen Piratennester in Wahrheit Siedlungen seien, die sich gegen Radgars Sklavenjäger verteidigen. | |||
=== | == Diplomatie == | ||
Radgar gehört zur [[:Kategorie:Südlande#Die Allianz von Uria|Allianz von Uria]], verfolgt innerhalb des Bündnisses jedoch eigenständige Handelsinteressen. Besonders eng ist das Verhältnis zu Gilgardor, das Radgar mit den Karawanenwegen der östlichen Südlande verbindet. Mit Uria und Brandal bestehen umfangreiche Handelsbeziehungen; beide Städte sind zugleich wichtige Abnehmer der über Radgar verschleppten Menschen. | |||
Mit Amal konkurriert Radgar um Einfluss an der bewaldeten Dschungelküste, auf den Inseln und entlang der südlichen Seewege. Beide Städte beschuldigen einander, Piraten zu unterstützen und fremde Ansprüche zu missachten. Ein offener Krieg würde jedoch die Allianz schwächen und den gemeinsamen Handel gefährden. | |||
Als einzige große Stadt der Südlande pflegt Radgar dauerhafte Beziehungen zu den Siedlungen der Westküste, den Nordlanden und Valoria. Aus Rücksicht auf seine Handelspartner erkennt Radgar den Anspruch des [[:Kategorie:Mittelreich|Mittelreichs]] auf manche dieser Gebiete nicht an. Diese Haltung führt regelmäßig zu diplomatischen Spannungen, ohne den einträglichen Austausch bislang ernsthaft zu unterbrechen. | |||
=== | == Geschichte == | ||
=== Fischersiedlung und natürlicher Hafen === | |||
Um '''1000 v. Ill.''' bestand an der geschützten Bucht lediglich eine kleine Fischersiedlung. Der ungewöhnlich tiefe, hindernisfreie Naturhafen zog jedoch schon früh Händler und Seefahrer an. Am Ufer entstanden Anlegestellen, Speicher und Werkstätten, während wohlhabendere Familien ihre Häuser auf dem höher gelegenen Hang errichteten. Aus der Trennung von Hafen und Höhensiedlung gingen später Unter- und Oberstadt hervor. | |||
=== Aufstieg der Zafar === | |||
Um '''310 v. Ill.''' setzte sich die Familie Zafar gegen konkurrierende Kapitäne, Händler und Grundbesitzer durch. Sie sicherte ihre Herrschaft durch den Bau der Festung Jul und ließ die Oberstadt befestigen. Das Nordtor kontrollierte fortan die Küstenstraße, während Wachen und Zölle den Hafen in die neue fürstliche Ordnung einbanden. Die Zafar begründeten ihre Herrschaft mit dem Schutz des Handels und machten Flotte und Verwaltung zu ihren wichtigsten Machtmitteln. | |||
=== Anschluss an Gilgardor === | |||
Ab etwa '''290 v. Ill.''' wurde der Gebirgspass bei Kwar ausgebaut und dauerhaft gesichert. Die neue Karawanenverbindung nach Gilgardor öffnete Radgar den Zugang zu den Märkten der östlichen Südlande. Waren aus dem Norden und von der Westküste konnten nun über Radgar ins Landesinnere gelangen; im Gegenzug erreichten Erzeugnisse der südlichen Stadtstaaten den westlichen Seehandel. In dieser Zeit wuchsen Sonnenmarkt, Speicher und Unterstadt erheblich. | |||
=== Flotte, Werften und Sklavenhandel === | |||
Ab etwa '''250 v. Ill.''' investierten die Zafar und die großen Handelshäuser gezielt in Flotte und Werften. Radgar schützte seine Schiffe zunehmend selbst und dehnte seinen Einfluss entlang der Dschungelküste aus. Aus bewaffneten Begleitschiffen gingen die ersten Freibeuter hervor. Gleichzeitig entwickelte sich der organisierte Menschenraub auf den Waldinseln zu einem der wichtigsten und grausamsten Geschäftszweige der Stadt. | |||
In den folgenden Jahrhunderten wuchsen Hafen und Unterstadt zusammen. Wiederholte Sturmfluten führten zum Bau immer höherer Wellenbrecher. Lehrstätten, Theater und Märkte machten Radgar zu einer der bedeutendsten Städte Ganthors. Die Aufnahme in die Allianz von Uria sicherte seinen Zugang zu den übrigen Südlanden, ohne die politische Eigenständigkeit der Zafar zu beenden. | |||
== | === Radgar in der Gegenwart === | ||
Heute ist Radgar eine reiche Seemacht, deren Wohlstand von offenen Handelswegen abhängt. Die Konkurrenz mit Amal um die Dschungelküste und die südlichen Seewege verschärft sich. Zugleich wächst die Piratenbedrohung: Kleine Banden schließen sich zusammen, neue Stützpunkte entstehen auf den Inseln, und manche Kapitäne können auf Unterstützung aus Radgar oder Amal zählen. Orkische und goblinische Angriffe binden zusätzliche Schiffe. | |||
Im Inneren gefährden Nachfolgestreitigkeiten der Zafar, Korruption, soziale Spannungen und die Abhängigkeit vom Sklavenhandel die Ordnung. Radgar erscheint mächtiger als je zuvor, doch seine Herrschaft über Küste und See ist weniger sicher, als die Paläste der Oberstadt vermuten lassen. | |||
== | == Bedeutende Orte und Personen == | ||
* '''Festung Jul:''' Sitz des Fürsten und stärkste Befestigung der Oberstadt. | |||
* '''Sonnenmarkt:''' größter Markt Radgars und Mittelpunkt von Handel, Politik und öffentlicher Rechtsprechung. | |||
* '''Theater Anyla:''' berühmtes Theater und Repräsentationsbau der Zafar. | |||
* '''Arena von Radgar:''' Austragungsort monatlicher Spiele in der Unterstadt. | |||
* '''Karoums Wellen:''' bedeutendste Werft der Stadt im Nordhafen. | |||
* '''Hafengefängnis:''' Festungsturm über dem östlichen Nebenarm des Südhafens. | |||
* '''Tempel des Ignatus:''' teilweise in die östliche Steilwand gehauenes Heiligtum. | |||
* '''[[Gimmling]]:''' halblingischer Erfinder und Gründer der Schule der Mechanik. | |||
* '''Admiral Hassan Zafar:''' Cousin des Fürsten und Befehlshaber der Kriegsflotte. | |||
* '''[[Drachenkopf|Der Drachenkopf]]:''' Gebirgsmassiv im Hinterland Radgars. | |||
== | == Gerüchte und Abenteuerideen == | ||
* Ein gesuchter politischer Gefangener soll heimlich im Hafenturm verwahrt werden. Drei verschiedene Parteien wollen ihn befreien, entführen oder zum Schweigen bringen. | |||
* | * Nach starkem Regen wird in einem alten Entwässerungskanal eine Leiche mit dem Siegel eines hohen Verwaltungsbeamten gefunden. Der Kanal führt zu einem Speicherhaus am Sonnenmarkt. | ||
* Ein Kaperbrief trägt das echte Siegel des Fürsten, nennt aber ein Schiff aus einer verbündeten Stadt als erlaubtes Ziel. Niemand weiß, ob das Schreiben gefälscht wurde oder einen geheimen Auftrag belegt. | |||
* Mehrere Sklavenjägerschiffe kehren leer und ohne Besatzung zurück. In ihre Masten wurden Warnzeichen der Waldinseln geschnitzt. | |||
* Ein Lastenaufzug an der westlichen Stützmauer stürzt während des Marktbetriebs ab. Gimmlings Schule vermutet Sabotage durch ein konkurrierendes Handelshaus. | |||
* Eine einflussreiche Frau aus dem Haus der Zafar sucht heimlich Verbündete. Sie behauptet, der anerkannte Thronfolger sei nicht das Kind des Fürsten. | |||
* Admiral Hassan Zafar hat den Standort eines vermeintlichen Piratenhafens entdeckt. Ein gefangener Seemann behauptet jedoch, dort lebten hauptsächlich Flüchtlinge aus von Radgar überfallenen Inseldörfern. | |||
* Hinter dem Ignatus-Tempel wurde ein verschütteter Gang geöffnet. Er führt nicht nur unter die Festung Jul, sondern möglicherweise bis in die unbewachte Geröllhalde östlich der Stadt. | |||
Aktuelle Version vom 20. August 2026, 21:38 Uhr
Die Stadt Radgar
| Daten und Fakten | |
| Lage: | Südlande, Westküste |
| Einwohnerzahl: | etwa 110.000 |
| Regierung: | Fürst Zafar, fürstliche Verwaltung von Radgar |
| Stadteinteilung: | Oberstadt, Unterstadt, Nord- und Südhafen |
| Gilden und Schulen: | Akademie der Seefahrt, Gimmlings Schule der Mechanik, Magische Gemeinschaft zu Radgar |

Radgar ist die große Hafenstadt an der Westküste der Südlande und das westliche Tor der Allianz von Uria. Während Brandal, Uria und Amal in den trockenen Gebieten nahe dem Großen Rücken liegen, erhebt sich Radgar zwischen dem Meer, den bewaldeten Ausläufern des Drachenkopfgebirges und dem beinahe undurchdringlichen Dschungel. Sein natürlicher Tiefwasserhafen verbindet die südlichen Stadtstaaten mit Valoria, den Nordlanden, den Siedlungen der Westküste und zahlreichen Inseln.
Die Hanglage prägt Stadtbild und Gesellschaft. Oberhalb des Hafens liegt die befestigte Oberstadt mit der Festung Jul, dem Sonnenmarkt, Tempeln, Schulen und den Häusern der Wohlhabenden. Unterhalb der Stützmauern drängen sich die Wohnviertel und Betriebe der Unterstadt um zwei große Hafenbecken. Zwischen beiden Ebenen verlaufen steile Straßen, Treppen, Rampen und Lastenaufzüge. Radgar gilt als reich, prachtvoll und weltoffen, zugleich aber auch als Stadt der Sklavenhändler, Freibeuter, politischen Agenten und käuflichen Beamten.
Lage und Umland
Radgar liegt dort, wo das Drachenkopfgebirge im Norden an die Küste herantritt und die geschlossene Dschungeldecke nach Süden beginnt. Eine felsige Bucht mit tiefem, hindernisfreiem Wasser bot schon früh einen sicheren Ankerplatz. Hinter der Bucht steigt das Gelände steil zu einem schmalen Felskamm an. Auf dieser natürlichen Terrasse entstand die Oberstadt, während Hafenanlagen und Unterstadt die tieferen Uferflächen einnehmen.
Nördlich von Radgar zieht sich ein dicht besiedelter, fruchtbarer Küstenstreifen am Gebirge entlang. Weinberge, Obsthainen, Felder und Fischerdörfer versorgen die Stadt. Durch die Siedlungen führt die Küstenstraße nach Norden. Nahe dem Dorf Kwar zweigt die Karawanenstraße nach Osten ab, überquert einen Pass des Drachenkopfgebirges und erreicht schließlich Gilgardor. Sie ist Radgars wichtigste Landverbindung zu den übrigen Südlanden.
Im Süden endet das offene Kulturland bald am Dschungel. Holzfällersiedlungen, kleine Äcker und befestigte Außenposten schieben die Rodungsgrenze langsam weiter vor. Das begehrte Bauholz wird in Radgar zu Schiffen verarbeitet oder über Gilgardor weiterverkauft. Die Ausbreitung führt jedoch immer wieder zu Streit mit den Bewohnern des Dschungels und der vorgelagerten Waldinseln.
Entlang der bewaldeten Küste liegen schwer zugängliche Buchten und Inseln in gefährlichen Gewässern. Manche dienen Piraten, Schmugglern und Sklavenjägern als Versteck. Mächtige Banden besitzen befestigte Dschungellager und geheime Häfen, in denen ganze Flotten vor Tropenstürmen und den Spähschiffen Radgars geschützt werden können.
Stadtbild und Befestigungen
Radgar erstreckt sich in mehreren Höhenstufen zwischen Felskamm und Meer. Helle Steinhäuser, farbige Fassaden, begrünte Innenhöfe und flache Dächer prägen die Oberstadt. In der Unterstadt stehen die Gebäude dichter; dort bestimmen Lagerhäuser, Werkstätten, Mietshäuser und hölzerne Galerien das Bild. Von fast jedem erhöhten Platz sind Masten, Segel und die hohen Wellenbrecher des Hafens zu sehen.
Vier Verteidigungsanlagen greifen ineinander: Die äußere Mauer schützt die Landseite, eine befestigte Stütz- und Trennmauer sichert die Oberstadt gegen den Hafen, die Hafenmauern dienen zugleich als Wellenbrecher und auf dem östlichen Felskamm verläuft eine Kette von Wachposten. Im Ernstfall kann sich ein großer Teil der Bevölkerung der Oberstadt in die Festung Jul und die angrenzenden Befestigungen zurückziehen.
Tore und Straßen
Drei Landtore führen nach Radgar. Das mächtige Nordtor ist der wichtigste Zugang für Reisende und Waren aus den Dörfern des Küstenstreifens. Das kleinere Schluchttor durchbricht im Osten eine natürliche Kerbe der Steilwand und wird besonders streng bewacht. Das Südtor führt zu den Rodungsgebieten und den Siedlungen am Dschungelrand.
Die gepflasterte Hauptstraße verläuft vom Nordtor durch die gesamte Oberstadt bis zum Südtor. Sie passiert die Festung Jul, die Thermen, den Sonnenmarkt und zahlreiche Tempel und Verwaltungsgebäude. Eine breite Abzweigung führt durch einen befestigten Durchlass in der westlichen Stützmauer hinab zur Unterstadt und zum Hafen. Weil das Gefälle für schwere Wagen zu groß wäre, folgt die Straße langen Kehren. Daneben verbinden steile Treppengassen die beiden Stadtebenen auf direktem Weg.
Für den Güterverkehr wurden an mehreren Stellen Lastenaufzüge und Kräne in die Stützmauer eingebaut. Große, von Zugtieren oder Winden bewegte Plattformen befördern Fässer, Ballen und Kisten vom Hafen in die Oberstadt. Die Anlagen werden von privaten Handelshäusern oder der Verwaltung betrieben und sind ein wichtiges Betätigungsfeld für die Absolventen von Gimmlings Schule der Mechanik.
Die Oberstadt
In der Oberstadt leben der größte Teil des Adels, wohlhabende Händler, höhere Beamte und viele Handwerker. Hier befinden sich die wichtigsten Tempel, Lehrstätten und kulturellen Einrichtungen. Im Norden erhebt sich die Festung Jul, der Sitz des Fürsten. Weiter südlich liegen die großen Thermen und der Sonnenmarkt.
Vertreter fast aller bedeutenden Adelshäuser der Südlande unterhalten in der Oberstadt eigene Häuser. Diese Gesandten, Verwandten oder erwachsenen Kinder vermitteln Geschäfte, sammeln Informationen und wahren die Interessen ihrer Familien. Sie pflegen Kontakte zu Händlern, Kapitänen, Sklavenjägern und Freibeutern. In Radgar verschwimmen Diplomatie, Handel und Spionage daher häufig miteinander.
Auch ausländische Kaufleute unterhalten Niederlassungen in der Oberstadt. Besonders sichtbar ist eine kleine Gemeinde von Halblingen, die Waren aus dem Halblingreich über Valoria nach Radgar bringt. Ihr berühmtestes Mitglied ist der Erfinder Gimmling, dessen Maschinen in der Stadt gleichermaßen Bewunderung und Besorgnis hervorrufen.
Die Unterstadt
Die Unterstadt ist aus den Gewerbe- und Wohnbauten hervorgegangen, die sich um den alten Hafen ansiedelten. Heute sind Unterstadt und Hafenviertel eng miteinander verwachsen. Hier leben Seeleute, Fischer, Lastenträger, einfache Handwerker und Tagelöhner, daneben Freibeuter, Sklavenjäger, Glücksspieler und zahlreiche Menschen ohne festes Bürgerrecht.
Gerber, Grobschmiede, Gießereien und andere laute oder übel riechende Betriebe wurden aus der Oberstadt verdrängt und liegen nahe den Hafenbecken. Seiler, Segelmacher, Schiffszimmerleute und Versorger der Flotte arbeiten unmittelbar an den Kais. Tavernen, Bordelle, Herbergen, Spielhäuser und kleine Märkte bestimmen das Straßenleben. Die Wohnverhältnisse reichen von ordentlichen Häusern erfolgreicher Handwerker bis zu überfüllten Mietskasernen in feuchten Gassen.
In der Unterstadt liegt auch die Arena von Radgar. An den Tagen großer Spiele strömen Menschen aus allen Stadtteilen herbei, sodass die umliegenden Straßen von Marktständen, Buchmachern, Taschendieben und Wachtrupps überfüllt sind.
Die Steilwand
Einige der prächtigsten Villen und Paläste sind teilweise in die östliche Steilwand hineingebaut. Hinter kunstvollen Fassaden reichen Wohnräume, Speicher und geheime Gänge tief in den Fels. Auch der Tempel des Ignatus liegt unmittelbar an der Wand. Gerüchte berichten von ausgedehnten Höhlen hinter dem Heiligtum, deren Zugänge nur den Priestern bekannt sind.
Der Felskamm fällt auf der Ostseite in ein enges Tal und eine steile Geröllhalde ab. Lange galt diese Seite als unüberwindbar. Vor etwa zweihundert Jahren seilte sich jedoch eine Bande aus Riesen, Ogern und Goblins über die unbewachte Wand ab, plünderte Tempel und Villen und entkam mit geringer Beuteeinbuße. Seitdem sichern eine Mauer, Wachtürme und ständig besetzte Posten den gesamten Kamm.
Der Hafen
Radgars natürlicher Tiefwasserhafen ist die Grundlage des städtischen Reichtums. Das Wasser der Bucht ist tief und weitgehend frei von Untiefen. Der felsige Untergrund erleichterte den Bau großer Kais und Molen. Früher traf schwerer Seegang ungebremst auf die Anlagen; mehrmals zerstörten Flutwellen Teile des Hafens und zahlreiche Schiffe. Heute schützen hohe Wellenbrecher beide Becken. Sie sind als Festungsmauern ausgebaut, besitzen Wehrgänge, Wachhäuser und Stellungen für Katapulte.
Die Haupteinfahrt zum Südhafen ist breit genug für große Handelsschiffe. Eine kleinere, stärker kontrollierte Einfahrt erschließt den Nordhafen. Signaltürme überwachen beide Zufahrten. Im Verteidigungsfall können schwere Sperrketten zwischen den Molen gespannt werden.
Nordhafen und Werften
Das kleinere Nordbecken dient der Flotte, dem Schiffbau und der Reparatur. Hier liegen die Kriegsschiffe Radgars, die Quartiere ihrer Besatzungen, Magazine und das Arsenal. Die Werft „Karoums Wellen“ besitzt mehrere Docks und gilt als beste Erbauerin großer Handels- und Kriegsschiffe in den Südlanden. Beschädigte Schiffe werden im geschützten Becken entladen, untersucht und in die Werft verholt.
Die Akademie der Seefahrt steht an einem der inneren Kais. Tavernen, Garküchen und Bordelle bedienen Matrosen, Werftarbeiter und Soldaten. Der Zugang zu den militärisch genutzten Anlagen wird jedoch durch Mauern und Wachposten begrenzt.
Südhafen und Handel
Das weitaus größere Südbecken ist der Handelshafen. Lange, frei anfahrbare Kais reichen in das offene Becken, sodass mehrere große Schiffe gleichzeitig be- und entladen werden können. Breite Fahrwasser und ein freies Wendebecken bleiben von dauerhaften Bauten unberührt. Direkt hinter den Liegeplätzen stehen Kontore, Zollhäuser und mehrstöckige Speicher.
Das gepflasterte Hafenoval wurde vor etwa fünfzig Jahren mit Palmen, Brunnen und breiten Verkehrsflächen ausgestattet. Seitdem gilt der Südhafen als einer der prachtvollsten Häfen Ganthors. Der Betrieb ruht weder bei Nacht noch bei gewöhnlichem Regen: Fackeln und Öllampen beleuchten die Kais, während Trägerkolonnen, Zugtiere und Lastkräne Waren zwischen Schiffen und Speichern bewegen. Der Lärm ist so groß, dass selbst einfache Tavernen unmittelbar am Becken keine Schlafplätze anbieten.
Am östlichen Ende verengt sich der Südhafen zu einem flachen Nebenarm, den nur Fischerboote und kleine Transportschiffe befahren können. Drei Brücken führen von verschiedenen Uferseiten zu einem Festungsturm in der Mitte. Dieser Turm ist Radgars Kerker. Unter ihm ragen scharfkantige Felsen aus dem Wasser. Neben gewöhnlichen Straftätern verwahrt Radgar dort gegen Bezahlung politische Gefangene anderer Stadtstaaten, deren Aufenthalt geheim bleiben soll.
Versorgung und Infrastruktur
Wasser und Entwässerung
Quellen und gefasste Bergbäche des Drachenkopfgebirges versorgen Radgar mit Wasser. Leitungen führen es zunächst in große, teilweise in den Fels geschlagene Zisternen der Oberstadt. Von dort gelangt es durch ein Netz aus Kanälen zu den Thermen, Tempeln, öffentlichen Brunnen und wohlhabenden Häusern. Die Unterstadt wird über tiefer gelegene Speicher und zahlreiche Ausgabestellen versorgt.
Das natürliche Gefälle erleichtert die Verteilung, macht aber eine sorgfältige Entwässerung notwendig. Während der starken Regenfälle leiten offene Rinnen und gemauerte unterirdische Kanäle das Wasser zum Hafen. Werden diese verstopft, überschwemmen Schlamm und Unrat binnen kurzer Zeit die tieferen Viertel. Einige alte Kanäle sollen von Schmugglern als geheime Wege genutzt werden.
Lebensmittel und Vorräte
Der nördliche Küstenstreifen liefert Getreide, Obst, Wein, Gemüse und Fisch. Vieh und weitere Lebensmittel kommen auf der Küstenstraße oder mit Schiffen in die Stadt. Die Felder am südlichen Dschungelrand und eingeführte Waren ergänzen die Versorgung. Große Speicher im Hafen halten Vorräte für Stürme, Piratenangriffe und Unterbrechungen der Karawanenstraße bereit. Weitere Notlager befinden sich nahe der Festung Jul.
Die Verwaltung kontrolliert Maße, Vorratsmengen und die Freihaltung der Zufahrten, greift jedoch nur selten in die Preise ein. Bei Knappheit profitieren daher Händler mit großen Lagern, während die Unterstadt rasch unter steigenden Preisen leidet.
Schutz vor Stürmen
Beobachter auf den Hafentürmen melden herannahende Tropenstürme mit Flaggen, Glocken und Feuern. Dann werden Schiffe an verstärkten Pollern gesichert oder in geschützte Bereiche verholt. Speicher besitzen erhöhte Sockel, und festgelegte Wege führen aus den tiefsten Vierteln auf höheres Gelände. Dennoch sind Sturmfluten eine beständige Gefahr, besonders für die armen Wohngebiete am Wasser.
Herrschaft und Verwaltung
Radgar wird seit Generationen von der Fürstenfamilie Zafar beherrscht. Der Fürst erlässt Gesetze, ernennt die höchsten Amtsträger und ist oberster Richter. Ihm unterstehen Verwaltung, Stadtwache, Landtruppen und Flotte. Das Amt ist nach dem Recht Radgars Männern vorbehalten.
Die tägliche Regierung führt ein streng hierarchischer Verwaltungsapparat. Eigene Ämter verwalten Hafen, Zoll, Märkte, Bauwesen, Wasser, Steuern, Bürgerregister und Gerichte. Gewöhnliche Streitfälle werden von untergeordneten Richtern entschieden; schwere Verbrechen, Hochverrat und Konflikte zwischen bedeutenden Familien können vor den Fürsten gelangen. Hafenmeister, Marktaufseher und Schreiber verfügen über erheblichen Einfluss, da ohne ihre Siegel kaum ein größeres Geschäft abgewickelt werden kann.
Diese Bürokratie schafft Ordnung, bietet aber zahlreiche Gelegenheiten zur Bestechung. Beamte lassen gegen Bezahlung Warenlisten verschwinden, beschleunigen Genehmigungen oder entscheiden Streitigkeiten zugunsten eines Handelshauses. Überführte Amtsträger werden bisweilen öffentlich auf dem Sonnenmarkt gefoltert und hingerichtet. Die demonstrative Härte verhindert jedoch nicht, dass neue Beamte dieselben Geschäfte aufnehmen.
Die Fürstenfamilie Zafar
Sitz des Fürsten ist die Festung Jul im Norden der Oberstadt. Sie ist groß genug, um bei einem Angriff einen erheblichen Teil der Oberstadt aufzunehmen. Hinter den Mauern liegen Palastgärten und kleinere Residenzen für Mitglieder der weit verzweigten Fürstenfamilie.
Aufgrund der erlaubten Vielehe und jahrhundertelanger Heiratsverbindungen sind fast alle alten Adelsfamilien Radgars mit den Zafar verwandt. Eine akribische Ahnenforschung und komplizierte Vorrangregeln bestimmen die Thronfolge. Andere Familien haben nur geringe Aussicht auf den Fürstenthron; innerhalb der Zafar konkurrieren dagegen mehrere Zweige um die Stellung des nächsten Erben.
Die Frauen der Familie dürfen das Fürstenamt nicht übernehmen, besitzen als Mütter, Ehefrauen, Verwalterinnen und Vermittlerinnen aber beträchtlichen politischen Einfluss. Das traditionell als Harem bezeichnete Haus der Frauen bildet innerhalb der Palastgärten eine abgeschlossene Hofgesellschaft mit eigener Rangordnung, Bediensteten und Netzwerken. Männer dürfen diesen streng bewachten Bereich nur mit besonderer Erlaubnis betreten. Streit um Ehen, Versorgungsposten und die Anerkennung von Kindern ist daher stets auch ein Kampf zwischen Adelsfamilien und Handelshäusern.
Bevölkerung und Gesellschaft
Radgars etwa 110.000 Einwohner stammen aus vielen Teilen Ganthors. Neben Südländern leben hier Händler und Seeleute aus Valoria, den Nordlanden und der Westküste, eine kleine Halblingsgemeinde sowie Angehörige zahlreicher Insel- und Küstenvölker. Hinzu kommen Menschen ohne Bürgerrecht, zeitweilige Seeleute, Gefangene und Versklavte, die in keiner amtlichen Einwohnerzahl vollständig erfasst werden.
Die räumliche Trennung zwischen Ober- und Unterstadt entspricht weitgehend der sozialen Ordnung. Wohlhabende Familien blicken von luftigen Häusern auf die Bucht, während Hafenarbeiter und Tagelöhner in den dicht bebauten unteren Vierteln leben. Dennoch sind beide Teile voneinander abhängig: Der Reichtum der Oberstadt entsteht in den Werften, Speichern und auf den Kais der Unterstadt.
In Radgar wird gesellschaftliches Ansehen stark durch Vermögen, Familie und Beziehungen bestimmt. Erfolgreiche Kapitäne, Mechaniker und Händler können aufsteigen, bleiben aber auf die Anerkennung der alten Häuser und der Verwaltung angewiesen. Freibeuter und Sklavenjäger werden öffentlich verachtet und zugleich umworben, solange ihre Unternehmungen Gewinn bringen.
Handel
Radgar ist das wichtigste Bindeglied zwischen den südlichen Karawanenwegen und den westlichen Seewegen. Händler verkaufen Holz, Dschungelprodukte, Sklaven und Waren aus dem Norden an Karawanen aus Gilgardor. Im Gegenzug gelangen Erzeugnisse der östlichen Stadtstaaten nach Radgar und werden von dort nach Valoria, in die Nordlande und entlang der Westküste verschifft.
Die Verwaltung erhebt vergleichsweise geringe Zölle und Anlegegebühren. Fast alle Waren dürfen gehandelt werden; für Rauschmittel und Gifte ist allerdings eine Lizenz erforderlich. Hehlerware ist offiziell verboten. Priester des Mernat prüfen auf dem Sonnenmarkt auffällige Eigentumsnachweise, während auf kleineren Schwarzmärkten große Mengen geraubter Waren umgesetzt werden.
Der Sonnenmarkt

Der kreisrunde Sonnenmarkt in der Oberstadt misst etwa 400 Schritt im Durchmesser. Ein gewaltiges Mosaik aus zwölf Strahlen gab ihm seinen Namen. Um den Platz stehen Markthallen, Handelshäuser, Werkstätten, Kontore und Verwaltungsgebäude. Unter Sonnensegeln werden Waren aus fast allen bekannten Teilen Ganthors angeboten.
Der Platz ist zugleich Börse, Nachrichtenmarkt und politische Bühne. Handelshäuser schließen Verträge, Kapitäne suchen Geldgeber, Agenten beobachten Konkurrenten und Beamte verkünden neue Verordnungen. Öffentliche Urteile und Hinrichtungen sollen die Macht des Fürsten demonstrieren. Der Sklavenmarkt befindet sich in einer kontrollierten Halle am Rand des Platzes.
Sklavenhandel
Der Sklavenhandel ist eine der wirtschaftlichen Säulen Radgars. Von hier werden Gefangene nach Gilgardor gebracht und in die gesamten Südlande weiterverkauft. Viele enden auf Plantagen, in Steinbrüchen, Werkstätten oder den Haushalten reicher Familien.
Offiziell benötigen Sklavenjäger eine Erlaubnis der fürstlichen Verwaltung. Tatsächlich fallen auch Piraten und private Söldner in Dörfer der Waldinseln ein, verschleppen Menschen und brennen Siedlungen nieder. Händler kaufen außerdem gefangene Seeleute, Reisende, Frauen und Kinder. Gefälschte Herkunftsnachweise und bestochene Schreiber verwandeln den offenen Menschenraub anschließend in einen scheinbar rechtmäßigen Verkauf.
Die Bevölkerung betrachtet Sklavenjäger vielfach mit Abscheu und Furcht. Dennoch werden sie geduldet, weil Adel, Handelshäuser und andere Stadtstaaten von den billigen Arbeitskräften profitieren. Die erfolgreichsten unter ihnen besitzen Villen, Schiffe und zeitweilige Stützpunkte auf den Waldinseln. Damit offenbart Radgar einen seiner größten Widersprüche: Die Stadt verfolgt den Handel mit gestohlenen Waren, macht aber geraubte Menschen durch Siegel und Urkunden zu anerkanntem Besitz.
Freibeuter und Piraten
Freibeuter dienen Radgar und seinen Handelshäusern als bewaffnete Söldner auf See. Viele waren zuvor Piratenkapitäne und verfügen über ein eigenes Schiff samt Mannschaft. Sie eskortieren Handelsschiffe, jagen Seeräuber oder greifen im geheimen Auftrag Konkurrenten ihrer Geldgeber an.
Der Fürst kann zeitlich begrenzte Kaperbriefe ausstellen, in denen erlaubte Ziele und Gewässer festgelegt werden. Ein Teil der Beute muss in Radgar versteuert werden. Wer die Bedingungen verletzt, verliert den Schutz der Stadt. Reiche Familien umgehen diese Regeln jedoch durch geheime Aufträge, gefälschte Papiere oder rückdatierte Genehmigungen. Daher ist außerhalb Radgars oft nicht zu erkennen, ob ein Angreifer Pirat, Freibeuter oder Angehöriger der Flotte war.
Gewöhnliche Piraten hassen die Freibeuter sowohl als Verräter als auch als Konkurrenten. Zwischen einzelnen Kapitänen bestehen langjährige Vendetten. Manche Freibeuter genießen als erfolgreiche Piratenjäger einen beinahe heldenhaften Ruf, doch weit mehr dienen allein dem höchsten Gebot.
Bildung und Magie
Akademie der Seefahrt
Die Akademie der Seefahrt ist in einem großen, eckigen Gebäude am Nordhafen untergebracht. Sie bildet seit Jahrhunderten Offiziere der Flotte aus. Navigation, Kartografie, Wetterkunde, Schiffsführung, Versorgung und Seekampf gehören zu den wichtigsten Fächern.
Die Aufnahmeprüfungen stellen hohe körperliche und geistige Anforderungen. Bewerber, die sich zuvor im Flottendienst bewährt haben, besitzen die besten Aussichten. Angehörige reicher Familien können sich durch hohe Zahlungen einen Prüfungsplatz sichern, bestehen die Ausbildung aber nicht zwangsläufig. Nach vier erfolgreichen Jahren dürfen die Absolventen eine Offizierslaufbahn beginnen.
Gimmlings Schule der Mechanik
Der Halbling Gimmling, unter anderem Erfinder eines Luftschiffs, gründete die Schule zu Beginn seiner Laufbahn, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Nachdem seine Erfindungen genügend Gewinn abwarfen, übertrug er die Lehre ausgesuchten Dozenten und ehemaligen Schülern.
Die Schule bildet Mechaniker, Schiffbauer, Architekten und Konstrukteure aus. Ihre Werkstätten liegen an der Grenze zwischen Ober- und Unterstadt, nahe den Lastenaufzügen und den Straßen zum Hafen. Absolventen arbeiten an Schiffen, Kränen, Wasseranlagen, Befestigungen und Wurfmaschinen. Gimmling selbst erscheint nur noch unregelmäßig, nutzt die Werkstätten aber gelegentlich für Versuche, die ganze Viertel in Aufregung versetzen.
Magische Gemeinschaft zu Radgar
Radgar beherbergt vergleichsweise wenige Magier. Die ansässigen Meister schlossen sich vor langer Zeit zu einer Gemeinschaft zusammen, um ihre Interessen zu schützen und Streit untereinander zu begrenzen. Sie unterhalten keine gemeinsame Akademie; jeder Meister bildet seine Schüler selbst aus.
Die Gemeinschaft entscheidet, wer in Radgar als Magiermeister arbeiten darf, und besitzt ein Monopol auf bezahlte magische Dienste. Fremde Magier, die ohne Zustimmung Zauber gegen Bezahlung wirken, machen sich strafbar. Zweimal im Monat treffen sich die Mitglieder in ihrer Halle am Sonnenmarkt. Ein jährlich wechselnder Vorsitzender leitet die Versammlungen und vertritt die Gemeinschaft gegenüber dem Fürsten und der Verwaltung.
Religion und Kultur
In Radgar werden die Götter der Südlande in zahlreichen Tempeln verehrt. Der in die Steilwand gebaute Ignatus-Tempel gehört zu den eindrucksvollsten Heiligtümern. Mernat-Priester sind besonders auf dem Sonnenmarkt und bei Handelsstreitigkeiten präsent. Seeleute und ausländische Bewohner bringen darüber hinaus eigene Bräuche und Kulte mit, die in der Hafenstadt meist geduldet werden, solange sie die Ordnung nicht gefährden.
Radgar ist für Musiker, Dichter und Maler bekannt. Wohlhabende Händler und Adlige wetteifern als Auftraggeber um angesehene Künstler. Das berühmte Theater „Anyla“ wurde vor über zweihundert Jahren von zwergischen Ingenieuren und den besten Architekten Radgars errichtet. Der kreisrunde Bau besitzt hohe, schlanke Säulen, Kuppeln, Buntglasfenster und Mosaike, die von den Taten der Zafar erzählen. Jede Woche finden Aufführungen, Konzerte oder Ausstellungen statt.
Neben der höfischen Kunst besitzt Radgar eine vielfältige Hafenkultur. Seeleute bringen Lieder, Geschichten und Tänze aus weit entfernten Ländern mit. In den Tavernen der Unterstadt entstehen ständig neue Mischformen, die später von Künstlern der Oberstadt aufgegriffen werden.
Die Arena ist beim einfachen Volk beliebter als das Theater. Einmal im Monat bezahlt der Fürst ein öffentliches Spektakel. Gladiatoren, verurteilte Gefangene und gefangene Dschungeltiere treten dort gegeneinander an. Der Eintritt ist frei; Händler, Buchmacher und Taschendiebe verdienen dennoch an den großen Menschenmengen.
Militär und Flotte
Radgar unterhält Stadtwachen, reguläre Landtruppen und eine Kriegsflotte. Die Wachen sichern Tore, Märkte, Hafenanlagen und die Stützmauer zwischen den Stadtteilen. Kleine Garnisonen schützen die Küstenstraße, die Rodungsgebiete und wichtige Wasseranlagen.
Die Flotte liegt im Nordhafen und umfasst fünf große sowie zehn kleinere Kriegsschiffe. Die modernen Segelschiffe sind mit Katapulten und Ballisten ausgerüstet und auf Enterkämpfe vorbereitet. Sie eskortieren Handelsschiffe, bekämpfen Piraten und sichern Radgars Anspruch auf die umliegenden Gewässer.
Neben Piraten bedrohen seit etwa hundert Jahren auch orkische und goblinische Schiffe den Handel. Ihre Angriffe erfolgen überraschend und lassen nur selten Gefangene zurück. Admiral Hassan Zafar, ein Cousin des Fürsten, setzt kleine Spähschiffe ein, um ihre geheimen Häfen zu finden. Kritiker behaupten allerdings, dass manche angeblichen Piratennester in Wahrheit Siedlungen seien, die sich gegen Radgars Sklavenjäger verteidigen.
Diplomatie
Radgar gehört zur Allianz von Uria, verfolgt innerhalb des Bündnisses jedoch eigenständige Handelsinteressen. Besonders eng ist das Verhältnis zu Gilgardor, das Radgar mit den Karawanenwegen der östlichen Südlande verbindet. Mit Uria und Brandal bestehen umfangreiche Handelsbeziehungen; beide Städte sind zugleich wichtige Abnehmer der über Radgar verschleppten Menschen.
Mit Amal konkurriert Radgar um Einfluss an der bewaldeten Dschungelküste, auf den Inseln und entlang der südlichen Seewege. Beide Städte beschuldigen einander, Piraten zu unterstützen und fremde Ansprüche zu missachten. Ein offener Krieg würde jedoch die Allianz schwächen und den gemeinsamen Handel gefährden.
Als einzige große Stadt der Südlande pflegt Radgar dauerhafte Beziehungen zu den Siedlungen der Westküste, den Nordlanden und Valoria. Aus Rücksicht auf seine Handelspartner erkennt Radgar den Anspruch des Mittelreichs auf manche dieser Gebiete nicht an. Diese Haltung führt regelmäßig zu diplomatischen Spannungen, ohne den einträglichen Austausch bislang ernsthaft zu unterbrechen.
Geschichte
Fischersiedlung und natürlicher Hafen
Um 1000 v. Ill. bestand an der geschützten Bucht lediglich eine kleine Fischersiedlung. Der ungewöhnlich tiefe, hindernisfreie Naturhafen zog jedoch schon früh Händler und Seefahrer an. Am Ufer entstanden Anlegestellen, Speicher und Werkstätten, während wohlhabendere Familien ihre Häuser auf dem höher gelegenen Hang errichteten. Aus der Trennung von Hafen und Höhensiedlung gingen später Unter- und Oberstadt hervor.
Aufstieg der Zafar
Um 310 v. Ill. setzte sich die Familie Zafar gegen konkurrierende Kapitäne, Händler und Grundbesitzer durch. Sie sicherte ihre Herrschaft durch den Bau der Festung Jul und ließ die Oberstadt befestigen. Das Nordtor kontrollierte fortan die Küstenstraße, während Wachen und Zölle den Hafen in die neue fürstliche Ordnung einbanden. Die Zafar begründeten ihre Herrschaft mit dem Schutz des Handels und machten Flotte und Verwaltung zu ihren wichtigsten Machtmitteln.
Anschluss an Gilgardor
Ab etwa 290 v. Ill. wurde der Gebirgspass bei Kwar ausgebaut und dauerhaft gesichert. Die neue Karawanenverbindung nach Gilgardor öffnete Radgar den Zugang zu den Märkten der östlichen Südlande. Waren aus dem Norden und von der Westküste konnten nun über Radgar ins Landesinnere gelangen; im Gegenzug erreichten Erzeugnisse der südlichen Stadtstaaten den westlichen Seehandel. In dieser Zeit wuchsen Sonnenmarkt, Speicher und Unterstadt erheblich.
Flotte, Werften und Sklavenhandel
Ab etwa 250 v. Ill. investierten die Zafar und die großen Handelshäuser gezielt in Flotte und Werften. Radgar schützte seine Schiffe zunehmend selbst und dehnte seinen Einfluss entlang der Dschungelküste aus. Aus bewaffneten Begleitschiffen gingen die ersten Freibeuter hervor. Gleichzeitig entwickelte sich der organisierte Menschenraub auf den Waldinseln zu einem der wichtigsten und grausamsten Geschäftszweige der Stadt.
In den folgenden Jahrhunderten wuchsen Hafen und Unterstadt zusammen. Wiederholte Sturmfluten führten zum Bau immer höherer Wellenbrecher. Lehrstätten, Theater und Märkte machten Radgar zu einer der bedeutendsten Städte Ganthors. Die Aufnahme in die Allianz von Uria sicherte seinen Zugang zu den übrigen Südlanden, ohne die politische Eigenständigkeit der Zafar zu beenden.
Radgar in der Gegenwart
Heute ist Radgar eine reiche Seemacht, deren Wohlstand von offenen Handelswegen abhängt. Die Konkurrenz mit Amal um die Dschungelküste und die südlichen Seewege verschärft sich. Zugleich wächst die Piratenbedrohung: Kleine Banden schließen sich zusammen, neue Stützpunkte entstehen auf den Inseln, und manche Kapitäne können auf Unterstützung aus Radgar oder Amal zählen. Orkische und goblinische Angriffe binden zusätzliche Schiffe.
Im Inneren gefährden Nachfolgestreitigkeiten der Zafar, Korruption, soziale Spannungen und die Abhängigkeit vom Sklavenhandel die Ordnung. Radgar erscheint mächtiger als je zuvor, doch seine Herrschaft über Küste und See ist weniger sicher, als die Paläste der Oberstadt vermuten lassen.
Bedeutende Orte und Personen
- Festung Jul: Sitz des Fürsten und stärkste Befestigung der Oberstadt.
- Sonnenmarkt: größter Markt Radgars und Mittelpunkt von Handel, Politik und öffentlicher Rechtsprechung.
- Theater Anyla: berühmtes Theater und Repräsentationsbau der Zafar.
- Arena von Radgar: Austragungsort monatlicher Spiele in der Unterstadt.
- Karoums Wellen: bedeutendste Werft der Stadt im Nordhafen.
- Hafengefängnis: Festungsturm über dem östlichen Nebenarm des Südhafens.
- Tempel des Ignatus: teilweise in die östliche Steilwand gehauenes Heiligtum.
- Gimmling: halblingischer Erfinder und Gründer der Schule der Mechanik.
- Admiral Hassan Zafar: Cousin des Fürsten und Befehlshaber der Kriegsflotte.
- Der Drachenkopf: Gebirgsmassiv im Hinterland Radgars.
Gerüchte und Abenteuerideen
- Ein gesuchter politischer Gefangener soll heimlich im Hafenturm verwahrt werden. Drei verschiedene Parteien wollen ihn befreien, entführen oder zum Schweigen bringen.
- Nach starkem Regen wird in einem alten Entwässerungskanal eine Leiche mit dem Siegel eines hohen Verwaltungsbeamten gefunden. Der Kanal führt zu einem Speicherhaus am Sonnenmarkt.
- Ein Kaperbrief trägt das echte Siegel des Fürsten, nennt aber ein Schiff aus einer verbündeten Stadt als erlaubtes Ziel. Niemand weiß, ob das Schreiben gefälscht wurde oder einen geheimen Auftrag belegt.
- Mehrere Sklavenjägerschiffe kehren leer und ohne Besatzung zurück. In ihre Masten wurden Warnzeichen der Waldinseln geschnitzt.
- Ein Lastenaufzug an der westlichen Stützmauer stürzt während des Marktbetriebs ab. Gimmlings Schule vermutet Sabotage durch ein konkurrierendes Handelshaus.
- Eine einflussreiche Frau aus dem Haus der Zafar sucht heimlich Verbündete. Sie behauptet, der anerkannte Thronfolger sei nicht das Kind des Fürsten.
- Admiral Hassan Zafar hat den Standort eines vermeintlichen Piratenhafens entdeckt. Ein gefangener Seemann behauptet jedoch, dort lebten hauptsächlich Flüchtlinge aus von Radgar überfallenen Inseldörfern.
- Hinter dem Ignatus-Tempel wurde ein verschütteter Gang geöffnet. Er führt nicht nur unter die Festung Jul, sondern möglicherweise bis in die unbewachte Geröllhalde östlich der Stadt.