Brokheim

Brokheim ist mit etwa 6.000 Einwohnern die militärisch einflussreichste Stadt der Nordlande. Weitere rund 2.000 Menschen leben in den unmittelbar abhängigen Dörfern, Minen und Steinbrüchen ihres Umlands. Brokheim liegt am Nordmeer ungefähr auf halbem Weg zwischen Boluk und Frajashafen.
Brokheim entstand der Überlieferung zufolge aus der Kriegsschule des sagenhaften Helden Brok. Bis heute werden Stadt und Akademie gemeinsam verwaltet. Nahezu jedes öffentliche Amt ist doppelt besetzt: Eine Person wird von den Bürgern der inneren Stadt gewählt, die andere von der Akademie bestimmt. Die gegenseitige Kontrolle hält Bestechung und persönliche Bereicherung vergleichsweise gering, führt aber häufig zu langwierigen Auseinandersetzungen.
Für Fremde wirkt Brokheim zugleich geordnet und abweisend. Gerade Straßen, einheitliche Steinbauten und allgegenwärtige Uniformen verleihen selbst belebten Vierteln den Charakter eines Heerlagers. Rekruten bewachen Tore, löschen Brände, reparieren Straßen und üben an den Palisaden der äußeren Stadt. Aus der Arena dringen Waffenlärm und gelegentlich das Brüllen gefangener Tiere. Über allem erhebt sich die Kriegsakademie, deren Offiziere Brokheim nicht nur schützen, sondern seinen Einfluss in den Nordlanden stetig ausweiten wollen.
Geschichte
Brok und Trorlks Prüfung
Die Ursprünge Brokheims werden auf etwa 1000 Jahre vor Illiasan datiert. Zu jener Zeit soll an der heutigen Küste ein kleines Dorf gelegen haben, in dem der junge Brok lebte. Er übte täglich mit Axt, Schild und Speer und schwor, der größte Krieger seiner Zeit zu werden. Sein Ehrgeiz erregte der Sage nach die Aufmerksamkeit Trorlks, des Titanen des Krieges.
Die Überlieferungen widersprechen einander darin, welcher Prüfung Trorlk den jungen Krieger unterzog. Manche berichten, Brok habe ein Jahr allein auf einem Gipfel der Frostzacken überlebt. Andere lassen ihn eine hoffnungslose Schlacht gewinnen oder dem Titanen selbst im Zweikampf gegenübertreten. In Brokheim besonders beliebt ist die Erzählung, Trorlk habe ihm eine gewaltige Bestie entgegengesandt. Brok habe das Tier nicht erschlagen, sondern im Kampf bezwungen und auf seinem Rücken das Dorf erreicht. Ob es sich um einen Worrag, einen Säbelzahntiger oder ein längst verschwundenes Geschöpf handelte, weiß keine Fassung der Sage übereinstimmend zu berichten.
Nach zahllosen Kämpfen und Reisen kehrte Brok im Alter zurück und gründete eine Schule für Krieger. Dort sollten Stärke, Disziplin und Dienst an der Gemeinschaft untrennbar miteinander verbunden werden. Einige Äxte, Speere und Rüstungsteile im Heiligtum der Akademie sollen ihm gehört haben. Gelehrte bestätigten diesen Gegenständen ein Alter von ungefähr tausend Jahren; ihre tatsächliche Verbindung zu Brok lässt sich jedoch nicht beweisen.
Aufstieg der Akademie
Aus der Schule und dem umliegenden Dorf entwickelte sich über Jahrhunderte eine befestigte Siedlung. Brokheimer Überlieferungen erzählen, dass die Orkkriege zur Zeit der Gründung des Mittelreichs auch den Norden erreichten und die junge Stadt mehrfach angegriffen und zerstört wurde.
Die ältesten erhaltenen Aufzeichnungen der Akademie und die erste bekannte Fassung der städtischen Verfassung sind etwa fünfhundert Jahre alt. Beide führen die gemeinsame Herrschaft von Bürgerschaft und Akademie unmittelbar auf Brok zurück. Ob dieses System tatsächlich seit der Gründung besteht oder erst später mit der Legende verbunden wurde, ist umstritten.
Mit der Erschließung nahe gelegener Steinbrüche und Erzadern wuchs Brokheims Wohlstand. Straßen verbanden die Küste mit den unteren Hängen der Frostzacken. Dörfer, Minen und Werkstätten unterstellten sich gegen Schutz der Stadt. Die Akademie begann, ausgebildete Krieger an andere Siedlungen zu vermitteln, während Steinmetze und Waffenschmiede in den Nordlanden Ansehen gewannen.
Der große Brand
Vor ungefähr zweihundert Jahren gelang einer Expedition von Bestienmeistern der Akademie das bis dahin Undenkbare: Sie fing einen lebenden Felsdrachen und brachte ihn nach Brokheim. Die Leitung der Akademie wollte beweisen, dass selbst ein Drache nach Broks Vorbild bezwungen und in den Dienst der Stadt gestellt werden könne.
Während einer öffentlichen Vorführung in der Arena sprengte das hochintelligente Tier seine Fesseln. Sein Feueratem setzte die Zwinger, Marktstände und die umliegenden Holzhäuser in Brand. Ein starker Wind trieb die Flammen bis zum Hafen. Der alte Fraja-Tempel und große Teile der damaligen Stadt wurden zerstört. Der Drache durchbrach die Verteidigung und entkam in die Frostzacken.
Der Wiederaufbau wurde von Offizieren und Steinmetzen gemeinsam geplant. Breite, gerade Straßen dienten fortan als Verkehrswege und Brandschneisen, Neubauten innerhalb der Hauptmauer mussten weitgehend aus Stein bestehen. Die Bestienzwinger wurden verstärkt und von Wohngebäuden getrennt. Auch der neue Tempeldistrikt entstand in dieser Zeit.
Der Felsdrache, heute meist Brandvater genannt, lebt noch immer. In unregelmäßigen Abständen überfällt er Viehherden, Steinbrüche, Transporte oder abgelegene Wachposten. Zuletzt wurde er vor fünf Jahren zweifelsfrei gesehen. Seit einiger Zeit berichten Jäger wieder von verbrannten Tierkadavern, ungewöhnlich großen Flügelspuren im Schnee und nächtlichem Feuerschein an den Berghängen.
Stadtbild und Befestigung
Brokheim besteht aus einer inneren und einer weit größeren äußeren Stadt. Die innere Stadt besteht seit dem großen Brand aus Steinhäusern, für die äußere Stadt gibt es diese Regel jedoch nicht, sodass hauptsächlich die günstigere Holzbauweise oder Fachwerk dominiert. Die Frostzacken erheben sich so nahe hinter Brokheim, dass ihre beschneiten Flanken von fast jeder größeren Straße aus sichtbar sind. Staub aus Steinbrüchen und Schmieden liegt häufig in der Luft, während vom Meer kalter Wind durch die geraden Straßenzüge dringt.
Die innere Stadt
Etwa 2.000 Menschen leben innerhalb der mächtigen, annähernd rechteckigen Hauptmauer. Sie bilden die politische Bürgerschaft Brokheims. Ihre mehrgeschossigen Häuser, Amtsgebäude und Speicher bestehen überwiegend aus grauem Stein. Gleichförmige Parzellen und schnurgerade Straßen lassen die Kernstadt ungewöhnlich geplant erscheinen.
Hier wohnen viele Offiziere, wohlhabende Handwerker, Händler und alteingesessene Familien. Nur wer das Bürgerrecht der inneren Stadt besitzt, darf zivile Amtsträger wählen. Besitz allein genügt dafür nicht; das Bürgerrecht wird vererbt oder in seltenen Fällen für besondere Verdienste verliehen.
Die äußere Stadt
Rund 4.000 Menschen leben außerhalb der Hauptmauer. Ihre Häuser, Werkstätten, Ställe und Tavernen bestehen größtenteils aus Holz oder Fachwerk. Die äußere Stadt ist von einer kräftigen, gut gepflegten Palisade mit Gräben, Erdwällen und hölzernen Wachtürmen umgeben.
Die Befestigung verändert fortwährend ihr Aussehen. Rekruten lernen hier, Stellungen zu errichten, beschädigte Abschnitte zu ersetzen und Angriffe abzuwehren. Einzelne Tore werden zeitweise versetzt, Gräben neu gezogen und zusätzliche Plattformen errichtet. Was aus der Ferne wie ständige Bautätigkeit wirkt, ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung.
Die Bewohner der äußeren Stadt zahlen Steuern, leisten Dienste und werden von Stadtwache und Akademie geschützt, besitzen aber kein Wahlrecht. Viele halten diese Ordnung für ungerecht, doch Forderungen nach einer politischen Beteiligung fanden bislang weder unter den Bürgern der inneren Stadt noch bei der Akademie ausreichend Unterstützung.
Akadmie und Arena
Am südlichen Haupttor bildet die Kriegsakademie einen festungsartigen Teil der Mauer. Von ihren Türmen aus lassen sich sowohl die Stadt als auch die Straße zu den Steinbrüchen überwachen. Das gemeinsame Wappen von Stadt und Akademie zeigt eine gekreuzte Axt und einen Federkiel vor einem stahlgrauen Stierkopf auf dunkelrotem Grund.
In der Nähe der Akademie erhebt sich die Arena, ein massiver Rundbau aus grauem Granit. Hier finden Abschlussprüfungen, Waffenwettkämpfe, Formationsübungen und die großen Feiern zur Sommer- und Wintersonnenwende statt.
An die Arena schließen die befestigten Bestienzwinger an. Tiefe Gruben, vergitterte Höfe und schwere Steinkäfige dienen zur vorübergehenden Unterbringung gefährlicher Tiere. Unterirdische Gänge führen unmittelbar in die Arena. Seit dem großen Brand gelten strenge Vorschriften, welche Kreaturen in die Stadt gebracht und öffentlich vorgeführt werden dürfen.
Arsenalviertel
Nahe der Akademie liegt das Arsenalviertel. Schmieden, Gerbereien, Pikenmacher, Bogner, Schildbauer und Rüstungshandwerker arbeiten dort fast ohne Unterbrechung. Die Akademie ist ihr größter Kunde, doch auch Söldner und auswärtige Krieger können hier hochwertige Ausrüstung erwerben. Viele Werkstätten befinden sich seit Generationen im Besitz derselben Familien.
In den Tavernen des Viertels werden neue Kompanien gegründet, alte Verträge gefeiert und Streitigkeiten zwischen Rekruten ausgetragen. Die Stadtwache greift bei gewöhnlichen Schlägereien erst spät ein, verfolgt den Einsatz tödlicher Waffen jedoch mit großer Härte.
Stadtzentrum und Markt
An das Arsenalviertel schließt das Stadtzentrum mit seinen großbürgerlichen Häusern, gehobenen Gasthäusern und dem Rathaus an. Der große Markt Brokheims liegt genau in der Mitte der Stadt. Sein Angebot ist kleiner als in Frajashafen, doch Waffen, Werkzeuge, Lederwaren und steinerne Erzeugnisse gelten als hervorragend.
Hafen und Fakultät für Kriegsschifffahrt
Der Hafen liegt in einer geschützten Bucht und gliedert sich in einen alten Fischerhafen und einen befestigten Kriegshafen. Letzterer verfügt über steinerne Kais, Geschütze und Liegeplätze für größere Schiffe. Die Akademie unterhält drei Kriegsschiffe, die vor allem der Ausbildung, dem Schutz der Küste und dem Transport kleiner Truppenverbände dienen.
Eine kleine Festung beherbergt die Fakultät für Kriegsschifffahrt. Fähige Absolventen lernen dort Navigation, Versorgung, Führung an Bord und den Kampf zur See. Freie Liegeplätze werden gegen Gebühr an Handelsschiffe vergeben. Der Hafen bleibt jedoch deutlich weniger bedeutend als jener Frajashafens.
Tempeldistrikt
Nahe des Zentrums auf einem abgeflachten und ummauerten Hügel stehen sechs steinerne Hallen für die bedeutendsten Titanen. Sie umgeben einen sechseckigen Platz, auf dem Urteile verkündet, Eide abgelegt und religiöse Feste gefeiert werden. Der Tempel Trorlks ist etwas größer als die anderen und blickt auf die Arena hinab.
Die sechs Tempelvorsteher besitzen auch politischen Einfluss. Unterstützen mindestens vier von ihnen eine Beschwerde gegen einen gewählten Amtsträger, können die Bürger eine vorzeitige Neuwahl erzwingen. Bei einem Gleichstand entscheidet die Vorsteherin oder der Vorsteher des Trorlk-Tempels.
Herrschaft und Verwaltung
Brokheim wird gemeinsam von der Bürgerschaft der inneren Stadt und der Kriegsakademie verwaltet. Nahezu alle wichtigen Ämter sind doppelt besetzt. Schatzmeister, Richter, Baumeister und weitere Würdenträger besitzen jeweils einen gewählten zivilen und einen von der Akademie ernannten Amtsinhaber.
Zivile Angelegenheiten benötigen die Zustimmung des gewählten Würdenträgers, militärische und akademische Fragen entscheidet der zuständige Offizier. Gemeinsame Vorhaben müssen von beiden gebilligt werden. Kommt keine Einigung zustande, entscheiden die Akademieleitung, ein gewählter Bürgervertreter und die Vorsteherin des Trorlk-Tempels mit einfacher Mehrheit.
Die zivilen Amtsträger werden unmittelbar und grundsätzlich auf Lebenszeit gewählt. Von ihnen wird erwartet, dass sie bei Krankheit, hohem Alter oder offensichtlicher Überforderung freiwillig zurücktreten. Eine erzwungene Neuwahl ist nur über die Tempelvorsteher möglich.
Offiziere werden von der Akademieleitung eingesetzt und dienen gewöhnlich bis zu ihrem sechzigsten Lebensjahr. Sie können jederzeit versetzt oder mit neuen Aufgaben betraut werden. Die Offiziere wählen ihrerseits die Akademieleitung, deren Amt ebenfalls auf Lebenszeit angelegt ist.
Das System begrenzt gewöhnliche Bestechung, weil beide Seiten die Bücher und Entscheidungen der jeweils anderen genau prüfen. Machtmissbrauch zeigt sich eher in der Bevorzugung ehemaliger Kameraden, der Vertuschung von Vergehen oder undurchsichtigen Aufträgen an Söldnerkompanien.
Die Kriegsakademie
Jeder nordländische Jugendliche unter zwanzig Jahren kann unabhängig vom Geschlecht um Aufnahme bitten. Eine körperlich und geistig anspruchsvolle Prüfung entscheidet über die Zulassung. Angehörige anderer Völker dürfen sich theoretisch ebenfalls bewerben, werden aber häufig entmutigt oder strenger beurteilt. Selbst Halboger, deren Kraft in Brokheim geschätzt wird, werden nur selten als reguläre Rekruten angenommen.
Die Ausbildung dauert fünf Jahre. Als Bezahlung dienen unzählige Arbeits- und Wachstunden für die Stadt. Rekruten erhalten Unterkunft, Verpflegung, Uniform und Ausrüstung, aber keinen Sold. Sie erlernen mehrere Waffengattungen, Formationskampf, Befestigungsbau, Brandbekämpfung, Versorgung und Wachdienst. Patrouillen, Straßenarbeiten und Einsätze in den abhängigen Siedlungen gehören ebenso zur Ausbildung wie Übungen an der äußeren Palisade.
Die Abschlussprüfung findet öffentlich in der Arena statt. Neben Kampffähigkeit werden Disziplin, Zusammenarbeit und die Reaktion auf unerwartete Gefahren geprüft. Bei besonders guten Leistungen können Absolventen eine Offiziersausbildung oder die Ausbildung zur See beginnen. Andere treten in die Stadtwache ein, schließen sich einer Brokheimer Söldnerkompanie an oder kehren ins zivile Leben zurück.
Die Bestienmeisterschaft Broks

Die Bestienmeisterschaft Broks ist eine kleine und angesehene Abteilung der Akademie. Ihre Mitglieder verfolgen und fangen gefährliche Kreaturen, bergen Jungtiere und untersuchen, welche Wesen sich an den Menschen gewöhnen lassen. Erfolgreich gezähmte und abgerichtete Tiere sind unter anderem Wollnashörner, diese dienen als Zug-, Last- und Kriegstiere. Einzelne Bestienmeister gewinnen das Vertrauen eines Worrags und dürfen ihn reiten, doch solche Tiere werden wegen ihrer Gefährlichkeit nicht in bewohnte Viertel geführt. Säbelzahntiger werden meist als Wachtiere abgerichtet oder für Prüfungen eingesetzt. Ein zahmer Königsadler gilt als außergewöhnlicher, nur selten erreichter Erfolg eines Bestienmeisters.
Die Bestienmeister betrachten ihre Fähigkeiten nicht als Magie. Sie berufen sich auf Beobachtung, Geduld, körperliche Überlegenheit und Trorlks Gunst. Gelehrte aus Stunhall vermuten dennoch, dass manche von ihnen unbewusst Naturmagie einsetzen. Der Versuch, den Brandvater zu bändigen, gilt innerhalb der Abteilung offiziell als unverzeihlicher Hochmut. Trotzdem träumen einige junge Mitglieder davon, Broks größte Tat zu wiederholen und den Drachen doch noch zu unterwerfen.
Wirtschaft und Umland
Minen, Steinbrüche und Dörfer im nahen Umland leisten Brokheim Tribut und handeln ihre wichtigsten Erzeugnisse ausschließlich über die Stadt. Dafür werden sie durch Rekruten und Stadtwache geschützt. Die befestigten Straßen zu den Frostzacken gehören zu Brokheims wichtigsten Lebensadern.
Stein, Erze, Waffen, Werkzeuge und Rüstungen bilden die bedeutendsten Ausfuhrgüter. Brokheimer Steinmetze übernehmen Bauaufträge in allen Nordlanden und gelegentlich im Mittelreich. Wichtigster äußerer Handelspartner ist Valoria, während in kleinerem Umfang Waren mit allen Städten Borrograds ausgetauscht werden.
Nicht tributpflichtige Siedlungen können gegen Bezahlung den Schutz einer Brokheimer Söldnerkompanie erwerben. Nur Verbände, die ausschließlich Absolventen der Akademie aufnehmen und von anerkannten Offizieren geführt werden, dürfen den Namen Brokheims tragen. Dadurch reicht der Einfluss der Stadt weit über ihr unmittelbares Umland hinaus.
Gesellschaft und Magie
Viele Einwohner halten Brokheim für disziplinierter, verlässlicher und wahrhaft nordländischer als seine Nachbarn. Fremde werden geduldet, aber aufmerksam beobachtet. Angehörige anderer Völker leben vor allem am Hafen und in der äußeren Stadt. Halboger finden vergleichsweise leicht Arbeit als Schmiede, Steinmetze, Lastenträger und Wachleute, bleiben von angesehenen Ämtern und der Offizierslaufbahn jedoch fast vollständig ausgeschlossen.
Besonders feindselig ist die Haltung gegenüber Magie. Gibt sich ein Magier zu erkennen, darf er die Stadt nur unter ständiger Begleitung der Wache betreten. Das Wirken eines Zaubers ist verboten und kann mit dem Tod bestraft werden. Priesterliche Wunder und die Fähigkeiten der Bestienmeister gelten dagegen offiziell nicht als Magie.
Magische Begabung bei Kindern wird als großes Unglück betrachtet. Viele werden verstoßen oder in der Wildnis ausgesetzt. Einige Überlebende leben später als Heiler, Hexen oder kaum ausgebildete Magiekundige in abgelegenen Wäldern. Bewohner Brokheims suchen sie bei Krankheit und in verzweifelten Lebenslagen heimlich auf, leugnen jedoch öffentlich jede Verbindung. Andere Ausgestoßene verlieren ohne Ausbildung die Kontrolle über ihre Kräfte und werden tatsächlich zur Gefahr für die Allgemeinheit.
Diese Haltung belastet besonders das Verhältnis zu Stunhall und dessen Verein der arkanen Kunst.
Bedeutende Personen
Jorund Halvardson
Der etwa vierzigjährige Hochkommandant wurde vor zwei Jahren von den Offizieren an die Spitze der Akademie gewählt. Jorund ist ein disziplinierter, erfahrener Krieger, der persönliche Bereicherung und unnötige Grausamkeit verachtet. Er hält den wachsenden Einfluss Frajashafens dennoch für eine Gefahr. Seiner Ansicht nach darf keine Handelsstadt zur heimlichen Hauptstadt der Nordlande werden.
Jorund unterstützt gemeinsam mit einigen Offizieren insgeheim die Söldner, die eine Wachfeste im Einflussgebiet Frajashafens besetzt haben. Er liefert Nachrichten, Waffen und begrenzte Vorräte, kennt aber nicht das volle Ausmaß ihrer Übergriffe.
Runa Ketilsdotter
Die sechsundfünfzigjährige Erste Bürgerin wurde vor zwölf Jahren gewählt. Zuvor leitete sie eine bedeutende Steinmetzwerkstatt. Runa unterstützt die Akademie grundsätzlich, will aber keinen Krieg mit Frajashafen. Unstimmigkeiten im gemeinsamen Haushalt haben ihr Misstrauen geweckt. Ohne Wissen Jorunds lässt sie fehlende Waffen und Vorräte untersuchen.
Runa verteidigt die Rechte der Bürgerschaft gegenüber der Akademie, lehnt jedoch ein Wahlrecht für die äußere Stadt ab. Für sie beruht Brokheims Stabilität auf der kleinen, überschaubaren Gemeinschaft der inneren Stadt.
Brynja Arnsdotter
Brynja diente fast drei Jahrzehnte als Offizierin, bevor eine schwere Verletzung ihre Laufbahn beendete. Heute steht die Vierundsechzigjährige dem Trorlk-Tempel vor. Sie predigt Mut, Pflichterfüllung und persönliche Verantwortung. Stärke berechtigt nach ihrer Auffassung nicht zu Heimlichkeit oder Willkür.
Jorund war einst ihr Schüler. Brynja schätzt ihn, fürchtet aber, dass sein Ehrgeiz sein Urteilsvermögen trübt. Sollte sie von der Unterstützung der Söldner erfahren, würde sie ihn zunächst persönlich zur Rede stellen. Das Aussetzen magisch begabter Kinder hält sie für ehrlos, auch wenn sie sich nur vorsichtig gegen die tief verwurzelte Praxis stellt.
Kjartan Ulfarson
Der dreiundvierzigjährige ehemalige Offizier führt die Söldnerkompanie der Eisenhörner. Er ist ein fähiger Taktiker und charismatischer Anführer, dessen Härte gegenüber Untergebenen und Zivilisten einst seinen weiteren Aufstieg verhinderte.
Nach der Besetzung einer Wachfeste strich Brokheim die Eisenhörner offiziell aus dem Verzeichnis anerkannter Kompanien. Tatsächlich erhält Kjartan weiterhin heimliche Unterstützung von Jorund und einem kleinen Kreis von Offizieren. Er nutzt diesen Auftrag, um Siedlungen einzuschüchtern und Frajashafen zu einer unüberlegten Reaktion zu verleiten. Zum Tross der Eisenhörner gehören ein Bestienmeister und ein gepanzertes Wollnashorn.
Gerüchte und Abenteuerideen
- Jäger fanden in den Frostzacken halb geschmolzene Eisenbeschläge und ein frisch verbranntes Wollnashorn. Die Akademie sucht Freiwillige, die feststellen sollen, ob der Brandvater zurückgekehrt ist.
- Junge Bestienmeister planen entgegen allen Verboten, den Felsdrachen lebend zu fangen. Einer von ihnen behauptet, Hinweise auf eine Brutstätte entdeckt zu haben.
- Runa Ketilsdotters Untersuchung der fehlenden Vorräte führt zu einem angesehenen Offizier. Kurz darauf verschwindet der zuständige Schreiber.
- Die Eisenhörner haben Gefangene aus dem Umland Frajashafens in die besetzte Wachfeste gebracht. Kjartan bietet ihre Freilassung gegen eine offizielle Anerkennung seiner Gebietsansprüche an.
- Bewohner der äußeren Stadt fordern nach einem besonders gefährlichen Angriff das Wahlrecht. Rekruten sollen die Versammlung auflösen, doch viele von ihnen stammen selbst aus den äußeren Vierteln.
- Ein magisch begabtes Kind verschwindet vor seiner Aussetzung. Spuren führen in die Nähe der Bestienzwinger, wo seit einigen Nächten Tiere ohne erkennbaren Grund unruhig werden.
- Ein Königsadler wurde verletzt in den Frostzacken gefunden. Brokheimer Bestienmeister und Gesandte des Jedek-Ordens beanspruchen das Tier gleichermaßen.