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Geschichte des Nebelgebirges

Aus Meister der Magie Wiki

Spielleiterwissen: Dieser Artikel beschreibt die tatsächliche Geschichte des Nebelgebirges und die Macht, die dort bis heute wirkt. Die heutigen Bewohner kennen davon nur Bruchstücke. Sagen, örtliche Überlieferungen und das Wissen Reisender werden im Artikel Nebelgebirge behandelt.

Magier der frühen Westmenschen vor dem unvollendeten Übergang Vharzûls in einer Kultfestung des Nebelgebirges.

Die Geschichte des Nebelgebirges reicht bis in die Zeit vor dem Meteoriteneinschlag zurück. Seine alten Festungen, unterirdischen Hallen und technischen Anlagen wurden von einer Gemeinschaft der Westmenschen errichtet, die dem Erzdämon Vharzûl, dem Unvollendeten, diente. Der Untergang dieser Gemeinschaft und die spätere Entstehung der Schwarzorks sind Folgen desselben gescheiterten Vorhabens: Vharzûls vollständiger Übergang von Harrosh nach Ganthor.

Vharzûl und die frühen Kultfestungen

Vharzûl ist ein uralter Erzdämon. Seit seiner Gefangenschaft gehört er nicht mehr zu den sieben gegenwärtig herrschenden Erzdämonen Harroshs. Seine Anhänger verehrten ihn als gottgleiche Macht und erwarteten von seiner Ankunft Wissen, Stärke und einen Platz in der Ordnung, die er auf Ganthor errichten würde.

Tief unter dem Nebelgebirge befindet sich Vharzûl in einem unvollendeten Übergang zwischen den Ebenen. Ein Teil seines Wesens hat Ganthor bereits erreicht, während er weiterhin mit Harrosh verbunden ist. Er kann sich weder vollständig verkörpern noch den Ort seiner Gefangenschaft verlassen. Dennoch durchdringt seine dämonische Aura das Gebirge und den Nebelwald.

Schon vor dem Meteoriteneinschlag hatten Westmenschen diesen Einfluss wahrgenommen und die Verbindung zu Vharzûl gesucht. Ihre Gemeinschaft gehörte zu den frühen dämonischen Kulturen des Westens. Sie bestand lange vor jener Ansiedlung in den südlichen unterirdischen Städten, aus der die heutige Gesellschaft der Tya'khsharr hervorging. Die Anlagen des Nebelgebirges waren ihr eigenes Werk.

Die Westmenschen errichteten ein Netz von Festungen, die Pässe, Zugänge und bedeutende Orte im Gebirge beherrschten. Unter den Wehrbauten lagen Werkstätten, Vorratsräume, Stollen und Kulthallen. Bergbau und Metallverarbeitung lieferten die Werkstoffe für Waffen, Maschinen und Ritualgeräte. Unterirdische Gärten und Pilzkulturen unterstützten die Versorgung der Gemeinschaft.

Die Festungen erfüllten zugleich eine magische Aufgabe. Ihre Kultstätten waren Teile einer zusammenhängenden Anlage, mit der die Magier Vharzûls Übergang vollenden wollten. In ihrem Zentrum lagen die tiefsten Heiligtümer unter den Zacken der Schwarzen Hand. Dort führten die mächtigsten Magier die Arbeiten zusammen und suchten die Nähe ihres Herrn.

Der Meteoriteneinschlag und das Opfer der Magier

Mit dem Meteoriteneinschlag geriet Ganthor in eine Zeit gewaltiger Erschütterungen. Landschaften wurden zerstört, der Himmel verdunkelte sich und die Versorgung vieler Gemeinschaften brach zusammen. Auch das magische Geflecht Ganthors war für einige Zeit geschwächt. Zauber, auf deren Verlässlichkeit die Magier des Nebelgebirges vertraut hatten, versagten oder verloren an Kraft.

Die Kultgemeinschaft deutete diese Veränderungen als Zeichen von Vharzûls Zorn. Ihre Magier erkannten den Zusammenhang mit dem Einschlag nicht. Ausbleibende Antworten, gestörte Rituale und die Schwächung ihrer eigenen Kräfte erschienen ihnen als Beweis, dass sie den Dämon enttäuscht hatten.

Um seine Gunst zurückzugewinnen, opferten sich die mächtigsten Magier der Gemeinschaft in ihren Heiligtümern. Sie glaubten, ihr Leben und ihre magische Kraft könnten Vharzûl besänftigen und die Verbindung wiederherstellen. Das Opfer behob jedoch die Schwächung des Geflechts nicht.

Mit ihrem Tod verlor die Gemeinschaft gerade jene Personen, die ihre komplizierten Anlagen verstanden, die Schutzzauber erneuerten und das Wissen über den Übergang bewahrten. Verbliebene Magier konnten nur Teile ihrer Aufgaben übernehmen. Die Festungen standen noch, doch ihre Verteidigung und ihr Zusammenwirken waren schwer geschwächt.

Der Ansturm der Orks

Auch die Orks des Sichelgebirges litten unter den Folgen des Einschlags. Hunger, zerstörte Lebensräume und der Verlust von Herden und Vorräten trieben große Gemeinschaften nach Norden. Die Festungen des Nebelgebirges versprachen Nahrung, Schutz und reiche Beute.

Gewaltige Orkheere zogen gegen das Gebirge. Die Angreifer waren die Vorfahren der späteren Schwarzorks; ihre dämonische Veränderung hatte noch nicht begonnen. Sie trafen auf eine Gemeinschaft, deren stärkste Magier tot waren und deren verbliebene Verteidiger die alten Schutzanlagen nur unvollständig nutzen konnten.

Die Eroberung verlief in mehreren Angriffen. Eine Festung nach der anderen fiel, während die Orks unter hohen Verlusten Pässe erkämpften, Zugänge besetzten und die Verbindung zwischen den Kultstätten zerrissen. Die Westmenschen konnten die zahlenmäßige Überlegenheit ihrer Gegner nicht ausgleichen. Überlebende wurden getötet, verschleppt oder aus den Anlagen vertrieben.

Mit der Zerstörung und Plünderung der Heiligtümer brach das Vorhaben zusammen, an dem die Kultgemeinschaft gearbeitet hatte. Ritualgeräte wurden zerlegt, Schriften gingen verloren und die Verbindung zwischen den einzelnen Anlagen wurde unterbrochen. Vharzûls Übergang blieb unvollendet. Was die Orks als Sieg über ihre menschlichen Gegner erlebten, hielt zugleich den Erzdämon in seiner Gefangenschaft fest.

Die Zurückgebliebenen

Die meisten Orks verließen das Nebelgebirge nach dem Sieg. Sie nahmen Vorräte, Waffen und andere Beute mit, empfanden die Festungen aber nicht als dauerhafte Zuflucht. Die dämonische Aura erfüllte sie mit Unruhe, Furcht und Misstrauen. Besonders in den tieferen Anlagen wurde der Aufenthalt für viele unerträglich.

Eine kleinere Zahl blieb zurück. Wehrhafte Unterkünfte, nutzbare Vorräte und die Aussicht auf die Beherrschung der alten Werkstätten überwogen für sie die Gefahr, die sie nicht verstanden. Manche hielten den unheimlichen Einfluss auch für eine Macht, die sich für ihre eigenen Zwecke nutzen ließ.

Die Zurückgebliebenen lernten über Generationen, die Anlagen der Westmenschen zu bedienen. Erhaltene Schriften, Versuche an den Maschinen und das Wissen einzelner gefangener Handwerker halfen ihnen, Bergbau, Verhüttung und Schmiedekunst wieder aufzunehmen. Vieles blieb ihnen unverständlich. Manche Einrichtungen konnten sie nur in Gang halten, ohne ihren ursprünglichen Zweck zu kennen.

So entstand eine sesshafte orkische Gesellschaft, die sich von den wandernden Clans des Hügellandes zunehmend entfernte. Die alten Kultfestungen wurden zu ihren Wohnorten und Machtzentren. Auch nachdem die Vorräte der Eroberer längst verbraucht waren, hielten die Festen und Werkstätten sie im Gebirge.

Die Entstehung der Schwarzorks

Vharzûls Aura wirkte über Jahrhunderte auf die Zurückgebliebenen und ihre Nachkommen. Ihre Körper wurden größer, kräftiger und widerstandsfähiger. Das dichte schwarze Fell und andere Merkmale der heutigen Schwarzorks entwickelten sich allmählich. Die Veränderungen wurden dauerhaft und blieben auch außerhalb des Gebirges bestehen.

Der Einfluss prägte ebenso ihr Verhalten und ihre Gesellschaft. Zorn, Grausamkeit, Misstrauen und das Verlangen nach Macht verstärkten sich. Herrschaft durch Gewalt und die Unterwerfung Schwächerer wurden zu Grundlagen ihrer Gemeinschaften. Die Bewohner des Nebelgebirges entwickelten sich zu den stärkeren und gefürchteten Schwarzorks, die ihre Nachbarn heute kennen.

Diese Veränderung beruht auf der lang anhaltenden Einwirkung des gefangenen Dämons. Der Zauber Mutation aus der Todesmagie zeigt, dass dämonische Kräfte lebenden Wesen andere Körpermerkmale verleihen können. Seine gewöhnliche, zeitlich begrenzte Wirkung erklärt die Entstehung der Schwarzorks jedoch nicht vollständig. Im Nebelgebirge trifft eine solche verändernde Kraft ganze Gemeinschaften über viele Generationen.

Die Schwarzorks sind lebende Wesen. Sie wirken selbst nur wenig Magie und erschaffen keine Untoten. Die dämonische Prägung ihrer Körper macht sie auch nicht zu vollwertigen Dämonen. Sie bleiben Orks, deren Entwicklung durch eine außergewöhnliche Macht beeinflusst wurde.

Vharzûls fortgesetzter Plan

Schwarzork und Schamane der nomadischen Orks.

Vharzûl verfolgt weiterhin dasselbe Ziel: Er will seinen Übergang vollenden und sich frei auf Ganthor verkörpern. Dafür benötigt er die Arbeit und die magischen Fähigkeiten von Bewohnern dieser Ebene.

Seine Möglichkeiten sind begrenzt. Er kann weder eine Armee persönlich führen noch die zerstörten Ritualanlagen selbst wiederherstellen. Einzelne empfängliche Bewohner erreicht er durch Träume, Eingebungen und verzerrte Wahrnehmungen. Seine Aura verstärkt bestimmte Wünsche und lässt manche Orte oder Gegenstände bedeutsamer erscheinen, als ihre Betrachter erklären können.

Auf diese Weise lenkt er die Schwarzorks immer wieder zur Wiederherstellung alter Anlagen, zur Suche nach verlorenen Gegenständen oder zur Gefangennahme geeigneter Personen. Viele dieser Handlungen führen sie aus eigenem Machtstreben durch und erkennen ihren Zusammenhang mit Vharzûls Vorhaben nicht. Andere halten die Eingebungen für Zeichen einer Macht, deren Hilfe ihnen zusteht.

Die Ergebnisse bleiben weit hinter den Fähigkeiten der früheren Kultgemeinschaft zurück. Den Schwarzorks fehlen deren magische Begabung, zusammenhängendes Wissen und Verständnis für das Zusammenspiel der Heiligtümer. Sie können einzelne Bauwerke reparieren und Geräte bedienen, aber den Übergang nicht aus eigener Kraft vollenden. Vharzûls Plan kommt deshalb nur langsam voran; Fehlversuche und zerstörte Arbeiten werfen seine Anhänger immer wieder zurück.

Die Schwarzorks und die übrigen Orks

Die meisten orkischen Clans meiden die Schwarzorks und deren Gebiet. Ihre Schamanen bewahren Überlieferungen über die Eroberung des Nebelgebirges und die Verderbnis, die dort zurückblieb. Sie können den dämonischen Einfluss wahrnehmen, kennen aber weder seinen Ursprung noch sein Ausmaß zuverlässig. Vharzûls Identität und die genaue Bedeutung der alten Anlagen sind ihnen gewöhnlich unbekannt.

Trotzdem suchen einzelne Schamanen und Kriegshäuptlinge die Unterstützung der Schwarzorks. Ihre Kraft, Waffen und Entschlossenheit können einen Angriff ermöglichen, für den die eigenen Gefolgschaften nicht ausreichen. Aus solchen Abmachungen entstehen zeitweilige Bündnisse und gemischte Heere, in denen Schwarzorks eine besondere militärische Stellung einnehmen.

Die Zusammenarbeit bleibt gefährlich. Schwarzorkische Anführer verfolgen eigene Ziele, nehmen Gefangene und Beute für sich in Anspruch und erkennen Absprachen nur an, solange sie ihnen nützen. Wer sie als Werkzeug verwenden will, kann die Kontrolle über den gemeinsamen Feldzug verlieren. Auch Vharzûls Einfluss kann einem Angriff eine Richtung geben, deren Bedeutung keiner der beteiligten Kriegshäuptlinge versteht.

Für die menschlichen Grenzgebiete am Hügelland sind solche Bündnisse eine große Gefahr. Ein örtlicher Konflikt kann durch die Beteiligung der Schwarzorks zu einem Feldzug werden, der ganze Landstriche verwüstet. Die Furcht der übrigen Orks verhindert diese Zusammenarbeit meist, schließt sie aber nicht aus.