Nebelgebirge

Das Nebelgebirge liegt im Weiten Hügelland östlich der Merrasebene. Seine fünf gewaltigen schwarzen Felsspitzen, die Schwarze Hand, sind weithin sichtbar. Dichte Wälder, neblige Moore und schwer zugängliche Hochflächen umgeben ein Netz alter Festungen, Stollen und unterirdischer Hallen. Heute beherrschen die Schwarzorks die wichtigsten Anlagen. Selbst andere Orks meiden das Gebirge überwiegend.
Landschaft und Wege
Das Massiv misst an seiner Basis fast 50 Meilen im Durchmesser. Seine Flanken steigen zu einer etwa 35 Meilen breiten Hochfläche auf, die rund 1.000 Schritt über dem umliegenden Wald liegt. Im Zentrum ragen die fünf Zacken der Schwarzen Hand noch einmal zwischen einer und zweieinhalb Meilen empor. Jede Spitze ist an ihrer Basis ungefähr eine halbe Meile breit.
Die Zacken stehen um eine etwa 7,5 Meilen breite, leicht abgesenkte Fläche. Zwischen ihnen verlaufen schroffe Felsrücken, Schluchten und Steilabbrüche. Nur wenige Pässe erlauben einen Zugang. Alte Wachanlagen und besetzte Festungen machen diese Wege zusätzlich gefährlich.
Das schwarze Gestein splittert beim Behauen scharfkantig ab. Sein feiner Staub verursacht bei längerer ungeschützter Arbeit schwere Erkrankungen der Atemwege, an denen viele Minenarbeiter sterben. Stürme treiben Splitter über die kahlen Flächen und können Menschen an ungeschützten Steigen aus dem Gleichgewicht reißen.
Nebelwald und Nebelmoore
Der Nebelwald reicht 20 bis 40 Meilen über die Flanken des Gebirges hinaus, im Südosten stellenweise fast 100 Meilen. Hohe Nadelbäume lassen wenig Licht bis zum Boden gelangen. Moose, Pilze und Schattengewächse gedeihen zwischen Wurzeln und feuchten Senken. Zum Rand hin wird der Wald lichter und geht in Mischwald und die offenen Landschaften des Hügellandes über.
Westlich des Massivs liegen die Nebelmoore am Übergang zur Merrasebene. Dunst von den warmen Gewässern zieht gegen die Berge und verdichtet sich zwischen Bäumen und Wasserlöchern. Fauliger Boden, verborgene Rinnen und schwimmende Pflanzendecken erschweren jeden Weg. Ortskundige können tragfähige Stellen erkennen; Fremde verlieren im Nebel leicht die Orientierung. Reisende berichten von geisterhaften Gestalten und Stimmen, die sie vom sicheren Boden fortlocken.
Im Wald leben jagdbare Tiere ebenso wie Raubtiere und Trolle. Dunkle Schluchten und Höhlen bieten weiteren Wesen Zuflucht. Die kahlen Hochflächen sind dagegen nur spärlich bewachsen und werden von wenigen Tieren dauerhaft bewohnt.
Klima
Die Kälte der Frostzacken und des Frostwurmwaldes beeinflusst besonders den Norden des Gebirges. Die Wälder sind kühl und feucht, die Winter dort lang und schneereich. Auf den Hochflächen herrschen starke Winde; die Nebelmoore bleiben kühler als die geothermisch erwärmte Merrasebene.
Die Schwarzorks

Die wichtigsten Festungen und unterirdischen Anlagen des Nebelgebirges werden von Schwarzorks bewohnt. Diese besonders großen und kräftigen Orks sind für ihre Härte und ihre schwere Bewaffnung gefürchtet. Ihre Bevölkerung ist vergleichsweise klein: Viele der alten Festungen stehen leer oder werden nur zeitweise als Wachposten genutzt. Das Zentrum ihrer Gemeinschaften bildet eine weitläufige unterirdische Festung unter den fünf Zacken der Schwarzen Hand. Ihre Außenwerke sichern die wenigen zugänglichen Pässe.
Die Schwarzorks betreiben Bergwerke, Schmelzöfen und alte Schmieden. Unter Reisenden und den Orks des Hügellandes wird angenommen, dass sie diese Anlagen einst von Zwergen übernommen haben. Die kunstvolle Bauweise und eigentümliche Geräte gelten als Hinweise auf diese Herkunft; gesicherte Kenntnisse über die ursprünglichen Erbauer fehlen jedoch. Die Schwarzorks haben die Anlagen über Generationen erweitert und stellen dort Waffen und Rüstungen her. Gefangene Menschen, Goblins und andere Orks müssen in den Minen und Werkstätten arbeiten. Auch unterworfene Höhlentrolle dienen als Arbeitskräfte und Wachen.
Unterirdische Pilzkulturen und Vorratslager tragen zur Ernährung bei. Regelmäßige Jagdtrupps bringen Fleisch aus dem Nebelwald und sorgen für Abwechslung im Speiseplan. Auf ihren Streifzügen beobachten sie zugleich die Wege und fremde Lager. Gelegentliche Überfälle liefern weitere Vorräte und Gefangene; offener Handel mit den Schwarzorks findet kaum statt.
Die Schwarzorks verehren Vharzul, der aufgrund ihrer Opferbräuche und Kriegsrituale gewöhnlich für einen Kriegs- und Todesgott gehalten wird. Über seine Lehre wissen Außenstehende wenig. Die meisten benachbarten Orks meiden die Schwarzorks und ihr Gebiet. Ihre Schamanen warnen vor einer Verderbnis, deren Ursprung und Ausmaß sie nicht sicher bestimmen können. Dennoch suchen einzelne Schamanen und Kriegshäuptlinge ihre Unterstützung für größere Feldzüge. Solche Bündnisse können ganze Landstriche an den Grenzen des Hügellandes bedrohen.
Offener Handel mit den Schwarzorks ist kaum möglich. Beutezüge und die Beschlagnahmung fremder Vorräte gehören jedoch zu ihren Mitteln, begehrte Güter zu beschaffen. Einzelne Angehörige des Clans der Schlange sollen ihnen beim Entziffern alter Schriften geholfen haben. Solche Verbindungen bleiben Ausnahmen und werden von anderen orkischen Gemeinschaften mit Misstrauen betrachtet.
Sagen und besondere Orte
Die Schwarze Hand
Eine weit verbreitete Sage erzählt, Xzar sei in einer Götterschlacht tief in die Erde getrieben worden. Mit letzter Kraft habe er eine Hand aus dem Boden gerissen, deren Finger bis heute als schwarze Zacken aufragen. Andere Erzählungen sprechen von der Pranke eines Riesen, der selbst die Titanen überragt habe. Welche Bedeutung diese Geschichten besitzen, wird unter Gelehrten und Priestern unterschiedlich beurteilt.
Erzählungen verbinden auch den Meteoriteneinschlag und die folgenden Erdbeben mit Veränderungen des Massivs. Alte Wehrbauten und verborgene Hallen geben Anlass zu Vermutungen über frühere Herrschaften, bieten Reisenden aber keine sichere Erklärung ihrer Geschichte.
Der Höhlenfels im südöstlichen Wald
Südöstlich des Massivs steht im Nebelwald ein schlanker, etwa 300 Schritt hoher Fels von rund 70 Schritt Durchmesser. Zahlreiche Höhlen durchziehen ihn. Sein früherer Zweck ist unbekannt. Die auffällige Formation dient manchen Reisenden als Wegmarke; andere meiden sie wegen der Geschichten über ihre dunklen Öffnungen.
Gerüchte und Abenteuerideen
- Ein aus den Bergwerken geflohener Gefangener erreicht einen Grenzort im Hügelland. Er will seine zurückgelassene Schwester befreien und kennt einen alten Versorgungsgang zur zentralen Festung. Seit seiner Flucht ist dort jedoch eine Wachstellung eingerichtet worden.
- Eine orkische Schamanin warnt vor einem Kriegshäuptling, der in einer Passfestung mit den Schwarzorks verhandelt. Sie sucht Hilfe, um das Bündnis zu verhindern; ein benachbartes Menschendorf hält ihre Warnung für eine Falle.
- Ein Jagdtrupp hat bei einem Lager am Rand des Nebelwaldes Menschen verschleppt. Die Verfolgenden finden ihre Spuren, verlieren sie aber in den Nebelmooren. Ein ortskundiger Führer verlangt zunächst Unterstützung bei der Suche nach seinem ebenfalls verschwundenen Sohn.
- Eine Gelehrte entdeckt an einem geborgenen Metallstück dieselben Schriftzeichen, die ein Reisender vom Höhlenfels abgezeichnet hat. Sie sucht Begleiter für eine Untersuchung. Ein orkischer Trupp beansprucht das Fundstück und droht, jeden Zugang zu dem Fels zu sperren.
Die tatsächlichen Hintergründe der alten Anlagen und der Entwicklung ihrer Bewohner beschreibt der Artikel Geschichte des Nebelgebirges als Spielleiterwissen.