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Land der Riesen

Aus Meister der Magie Wiki
Der Schwarze See und das Skelett des Riesen, dessen Schädel zum Heiligtum des Xzar geworden ist.

Das Land der Riesen liegt zwischen der nordländischen Stadt Boluk und Valoria im Mittelreich. Es ist ein unbewohntes Grenzland aus bewaldeten Hügeln, engen Tälern und Ruinen menschlicher Siedlungen. Der Name erinnert an die Riesen, die hier einst lebten. Heute prägen ihre gewaltigen Überreste, umherziehende Untote und ein alter Fluch die Region.


Lage und Landschaft

Das Land der Riesen bildet einen schwer zugänglichen Raum zwischen Boluk und Valoria. Alte Wege führen zu eingestürzten Brücken, aufgegebenen Gehöften und den Resten größerer Siedlungen. Manche Abschnitte sind noch zu erkennen, andere verschwinden unter Wurzeln oder enden unvermittelt vor einem versumpften Flusslauf. Reisende zwischen den beiden Städten wählen nach Möglichkeit den Seeweg.

Mehrere Wasserläufe durchziehen das Gebiet. An ihren Ufern liegen die Ruinen der menschlichen Besiedlung besonders dicht, denn Wasser, fruchtbare Böden und Verkehrswege hatten die Siedler einst hierhergezogen. In vielen Tälern liegen die Skelette von Riesen und Mammuts verstreut. Manche ragen zwischen den Bäumen auf, andere liegen unter Erde und verkrüppeltem Gestrüpp verborgen.

Der Fluch zeigt sich nicht überall gleich stark. In manchen Randgebieten wachsen noch ausgedehnte Gehölze, während im Inneren ganze Hänge von knorrigen Stämmen und bleichem Unterholz bedeckt sind. Wo Todesmagie besonders stark wirkt, bleibt selbst nach Regen eine unnatürliche Stille. Das Fehlen lebender Säugetiere gilt jedoch für das gesamte verfluchte Land.

Geschichte

Vor Jahrhunderten drangen Siedler aus dem Mittelreich in die Täler vor. Sie errichteten Dörfer und befestigte Orte und beanspruchten Land, das die Riesen seit langer Zeit durchstreiften. Aus Streit um Wege, Wälder und Jagdgründe wurde ein Krieg. Die Riesen zerstörten wiederholt Befestigungen, während die Menschen ihre Siedlungen mit neuen Truppen und Vorräten hielten.

In dieser Lage erschien bei den Anführern der Menschen ein Mann namens Vaelor Sarn. Er gab sich als Magier aus, der einen Weg gefunden habe, den Krieg ohne weitere Schlachten zu beenden. Mit nützlichen Vorhersagen und scheinbaren Heilungen gewann er das Vertrauen der Herrschenden. Doch in Wahrheit diente er Xzar als Priester und verfolgte ein Ziel, das über den Sieg über die Riesen hinausging.

Vaelor behauptete, sein Mittel könne die Wasserläufe für wenige Tage vergiften. Die Riesen, die aus ihnen tranken, würden sterben; danach könne das Wasser wieder gefahrlos genutzt werden. Trotz der Gefahr für das eigene Land ließen die Herrscher das Mittel in die Flüsse geben. Schon bald wurden an den Ufern riesige Kadaver gefunden. Die überlebenden Riesen zogen sich zurück oder flohen aus der Region. Späher berichteten von ganzen Schluchten, in denen die Körper vergifteter Riesen lagen. Der versprochene Sieg schien errungen.

Doch das Wasser klärte sich nicht, und die Verderbnis blieb nicht auf die Flüsse beschränkt. Vaelors Werk hatte Todesmagie an Wasser, Boden und die Toten des Krieges gebunden. Eine rätselhafte Seuche erfasste die Siedlungen. Menschen starben in ihren Häusern, auf den Straßen und bei dem Versuch, die Täler zu verlassen. Alle, die der Seuche erlagen, erhoben sich kurz darauf als Untote. Auch einige der Riesen, deren Körper längst in den Tälern lagen, standen wieder auf.

Die letzten Überlebenden flohen nach Westen und Osten. Wer zurückblieb oder auf der Flucht starb, fiel der Seuche und den Untoten zum Opfer. Innerhalb kurzer Zeit blieben von den Menschen und Riesen im Land nur Flüchtlinge außerhalb seiner Grenzen oder Untote zurück. Vaelor Sarn jedoch blieb im Land, das er seinem Gott als Opfer übergab: Als Belohnung verlieh Xzar ihm untotes, ewiges Leben.

Der Todesfluch

Der Fluch liegt noch immer über dem Land. Er hat Pflanzen nicht ausgelöscht, sondern ihr Wachstum verändert: Bäume bleiben niedrig und knorrig, Äste wachsen in unregelmäßigen Winkeln, und Sträucher bilden dichtes, struppiges Gestrüpp. Gräser und unscheinbare Pflanzen können die Ruinen bedecken, doch farbige Blüten sucht man vergebens. Wasser fließt weiterhin durch die Täler, gilt aber selbst dort als gefährlich, wo es klar erscheint.

Säugetiere können innerhalb des verfluchten Gebietes nicht dauerhaft überleben. Tiere, die von außen eindringen, werden schwach, erkranken oder verenden; deshalb meiden Karawanen mit Reit- und Lasttieren die alten Landwege. Reisende Menschen sind ebenfalls bedroht, auch wenn ein kurzer Aufenthalt nicht zwangsläufig tödlich endet. Vor allem Wasser aus dem Gebiet, längere Aufenthalte und der Kontakt mit den Toten gelten als gefährlich. Niemand weiß zuverlässig, wo die Grenze zwischen Krankheit und todesmagischer Verderbnis verläuft.

Insekten scheinen dem Fluch besser zu widerstehen. Verformte Käfer, Schwärme stechender Fliegen und aggressive Ameisen leben zwischen Wurzeln und Mauerresten. Ihre Zahl und Gestalt unterscheiden sich von Tal zu Tal. Einige Reisende halten sie für ein Zeichen, dass sich das Land allmählich erholt; andere fürchten, der Fluch habe in ihnen eine neue Form angenommen.

Die Untoten sind nicht gleichmäßig verteilt. Viele bleiben in der Nähe ehemaliger Siedlungen, Schlachtfelder und der Wasserläufe, in denen das Gift ausgebracht wurde. Andere wandern ohne erkennbares Ziel durch die Täler. Die meisten gewaltigen Skelette liegen still; einige wenige Riesen und Mammuts wurden jedoch wiederbelebt und streifen durch das Land. Ihre Spuren sind an zertrümmerten Mauern und tiefen Furchen im Boden zu erkennen.

Der Fluch scheint nicht an festen Grenzen Halt zu machen. Von Zeit zu Zeit verdorrt jenseits der bekannten Grenze neues Gehölz, Verstorbene stehen wieder auf und Gruppen von Untoten dringen weiter vor als gewöhnlich. Vor allem Boluk wird immer wieder angegriffen. Im Dunkelforst haben sich bereits dauerhaft verfluchte Gebiete gebildet. Niemand weiß, ob diese Schübe nachlassen werden oder der Fluch sich eines Tages bis in weitere Teile der Nordlande ausbreitet.

Ruinen und Spuren der Riesen

Von den menschlichen Siedlungen sind eingestürzte Mauern, überwachsene Plätze und verschüttete Keller geblieben. An manchen Orten stehen noch befestigte Häuser und Wachtürme. Vor allem dort ist die Chance hoch, auf die früheren Bewohner zu treffen. Selbst scheinbar leere Gebäude können Untote einschließen, die seit Jahrhunderten keinen Schritt ins Freie getan haben.

Die Hinterlassenschaften der Riesen sind seltener und schwerer zu deuten. Gewaltige Steinsetzungen, in den Fels gehauene Stufen und Gräber von ungewöhnlicher Größe werden ihnen zugeschrieben. Einige Bauwerke entstanden offenbar lange vor der menschlichen Besiedlung. Sie erinnern daran, dass die Riesen in diesem Land eine eigene Geschichte hatten, die in den Berichten der Eroberer kaum vorkommt. Es wird vermutet, dass Hügelriesen -auch wenn deutlich kleiner als einige der Skelette- Nachkommen der geflohenen Riesen sind.

Kultisten und Todesmagier

Das verfluchte Land zieht Nekromanten und Anhänger Xzars an. Manche besuchen die Ruinen nur heimlich, andere errichten Schreine und nennen das Gebiet heilig. Sie suchen die Spuren von Vaelors Werk, sammeln Überreste der Untoten oder versuchen, die Kraft des Fluches für eigene Rituale zu nutzen. Untereinander sind sie keineswegs einig: Einige verehren Vaelor Sarn als erwählten Diener Xzars, andere wollen seine Geheimnisse stehlen.

Nicht jeder Untote gehorcht den Kultisten, und auch Vaelor duldet sie nicht überall. Ihre Anwesenheit macht dennoch selbst abgelegene Ruinen gefährlich. Reisende können auf eine kleine Pilgergruppe treffen, die einem wandelnden Riesenskelett folgt, oder auf Magier, die eine neue Ausbreitung des Fluches absichtlich auslösen wollen.

Besondere Orte

Der Schwarze See

In einer Senke liegt ein See aus schwarzem, zähem Teer. Aus ihm ragt das Skelett eines außergewöhnlich großen Riesen hervor. Rippen und Wirbel sind teilweise im Teer versunken, doch der gewaltige Schädel liegt hoch genug, dass man ihn über einen schmalen, von Kultisten angelegten Steg erreichen kann. In seiner Augenhöhle brennen während der Riten Feuer; Opfergaben werden zwischen den Zähnen und im Inneren des Schädels niedergelegt.

Die Anhänger Xzars betrachten den Schädel als Heiligtum. Selbst unter ihnen ist umstritten, ob der Riese bereits vor Vaelors Verrat starb oder erst durch das vergiftete Wasser. Dass der Teer seinen Körper festhält, beruhigt einige Besucher. Andere fürchten, eines Tages werde der gesamte Knochenbau aus dem See steigen.

Festung Karngrund

Karngrund war einst eine befestigte Residenz der Menschen. Vaelor Sarn machte sie nach dem Untergang des Landes zu seinem Sitz. Die Festung liegt hinter einem Ring aus todesmagischem Nebel, in dem Wege sich zu verlieren scheinen. An ihren Zugängen stehen Ritter des Todes Wache. Wer bis zu den inneren Höfen vordringt, trifft auf Arbeitsräume voller gesammelter Knochen, alter Aufzeichnungen und der Ergebnisse jahrhundertelanger Experimente.

Xzars Geschenk hat Vaelor in einen untoten Magier verwandelt. Er hat sich weitgehend zurückgezogen und erforscht die Geheimnisse von Leben und Tod. Dennoch verlässt er Karngrund von Zeit zu Zeit und durchreist sein untotes Reich, um neue Diener oder seltene Zutaten für seine Versuche zu finden. Eine Sichtung Vaelors kann für die Nachbarstädte ein Hinweis sein, dass sich im Land der Riesen etwas verändert.

Nachbarn und Grenzwege

Für Boluk ist das Land der Riesen eine beständige Gefahr. Untote haben die Stadt in früherer Zeit beinahe vernichtet; der Kampf gegen sie gehört zur Geschichte des Clans Wulfgar. Noch heute bewachen Späher die Wege aus dem Osten. Auf der Seite Valorias wurde vor langer Zeit aufgegeben in der Nähe des verfluchten Landes zu siedeln.

Gelegentlich betreten Kundschafter und Schatzsucher das Gebiet. Sie suchen verlorene Chroniken, Waffen der Riesen oder den Ursprung des Fluches. Andere hoffen, Vaelors Werk rückgängig machen zu können. Solange niemand weiß, wie die Todesmagie an das Land gebunden wurde, bleibt auch ungewiss, ob eine Reinigung einzelner Flüsse ausreichen würde.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • An einem alten Grenzbach in der Nähe von Valoria zeigen sich erstmals knorrige Triebe auf der unverfluchten Seite. Valoria entsendet Gruppen, um zu klären, ob sich der Fluch ausbreitet.
  • In einer alten Schreibstube Karngrunds soll ein Bericht über Vaelors Ankunft liegen. Die Aufzeichnungen könnten verraten, wo das Gift zuerst in die Flüsse gegeben wurde, doch ein Todesritter bewacht den Zugang.
  • Das Skelett eines Mammuts zieht durch die Täler auf Boluk zu. Eine Gruppe von Xzar-Kultisten folgt ihm, und verkündet den baldigen Untergang der Nordlande.
  • Am Schwarzen See fehlen plötzlich Opfergaben aus dem Schädel des Riesen. Die Kultisten verdächtigen Fremde, während am gegenüberliegenden Ufer riesige Fußabdrücke im Teer erscheinen.