Moobrug
| Daten und Fakten | |
| Lage: | Merrasebene, Weites Hügelland |
| Einwohnerzahl: | ca. 800 |
| Regierung: | Gewählter Rat aus fünf Mitgliedern |
| Stadteinteilung: | Alter Inselkern, Pfahl- und Plattformbauten, befestigter Außenring |
| Gilden und Schulen: | Einzelne alchemistische Lehrmeister |

Moobrug ist eine befestigte Stadt inmitten der Merrasebene. Um einen kleinen festen Inselkern erstrecken sich Pfahlhäuser und alchemistisch getragene Plattformen. Rund 800 Menschen und Angehörige anderer Völker leben zwischen schmalen Stegen, Werkstätten und überbauten Wasserwegen. Die Alchemie erhält ihre Häuser, schützt vor Gefahren und liefert begehrte Handelswaren. Zugleich macht sie die Stadt von wenigen Meistern abhängig.
Bauweise und Wachstum
Der ursprüngliche Inselhügel soll nach alten Urkunden kaum größer als zwei Bauernhöfe gewesen sein. Pfähle und aufgeschichteter Lehm erweiterten zunächst die nutzbare Fläche. Als neue Häuser im weichen Untergrund versanken, ermöglichte eine alchemistische Erfindung weiteres Wachstum: Große Holzfässer mit einer geheimen Füllung tragen Lasten, die gewöhnliche Schwimmkörper nicht halten könnten.
Heute steht der alte Kern auf festem Boden. Die äußeren Plattformen und Vorposten werden von solchen Fässern getragen; Pfähle und Balken verbinden ihre Gerüste. Verankerungen und Verbindungen zum festen Kern sichern die Anlagen gegen Abtreiben. Wartung und Ausbesserungen gehören zur alltäglichen Arbeit in der Stadt.
Das gesamte Stadtgebiet misst ungefähr eine halbe Meile im Durchmesser. Viel davon besteht jedoch aus Wasserwegen, Zwischenräumen und nur begrenzt belastbaren Flächen. Tragfähige Wohnplätze sind knapp. Zusätzliche Stockwerke, überhängende Kammern und Anbauten verengen die Stege. Eine Erweiterung des geschlossenen Verteidigungsrings wäre möglich, aber teuer und während der Bauarbeiten gefährlich.
Zugänge und Verteidigung
Die äußere Häuserreihe bildet einen verstärkten Ring. Darunter erschweren spitze Pfähle das Eindringen. Ein Wehrgang führt um die Stadt; seine Umrundung dauert ungefähr eine halbe Stunde. Vier vorgelagerte hölzerne Wachtürme stehen auf eigenen getragenen Plattformen. Von jedem führt ein erhöhtes Seil mit einer rollengeführten Fluchtplattform zur Stadt.
Boote erreichen durch wenige bewachte Durchfahrten Anlegeplätze unter den Häusern. Drei hölzerne Aufzüge befördern Menschen und Ladung hinauf. Im Inselkern führt außerdem eine bewachte Treppe zum Ratshaus; ein Fallgatter kann sie verschließen. Unter den Plattformen bleiben Durchfahrten frei, während andere Bereiche durch Pfahlgürtel gesperrt sind.
Als letzte Verteidigungsmaßnahme wurde bereits das Brennende Wasser eingesetzt. Dieses alchemistische Mittel lässt die Wasserfläche unter und vor den Bauten brennen. Regelmäßig erneuerte Schutzsalben verhindern einen Flächenbrand an den geschützten Holzteilen. Rauch setzt jedoch auch den Verteidigern zu, und ungeschützte Gegenstände können beschädigt werden. Sein Einsatz ist eine gefährliche Entscheidung und wird nur als letztes Mittel angewendet.
Bewohner und Alltag
Fischer, Pflanzensammler, Bootsführer, Handwerker und Alchemisten bestreiten den Unterhalt der Stadt. Fisch, essbare Wurzeln und Wasserpflanzen bilden wichtige Nahrungsgrundlagen. Gesammeltes Regenwasser und geeignetes, gereinigtes Süßwasser dienen der Versorgung. Die meisten Metallwerkzeuge müssen eingeführt werden, da Metall selten ist.
Aus gefährdeten Sumpfsiedlungen und dem Hügelland kommen weiterhin Menschen, die Schutz und Arbeit suchen. Viele finden nur überfüllte Kammern oder unsichere Anbauten. Zwischen wohlhabenden Werkstattbesitzern und mittellosen Tagelöhnern bestehen deutliche Unterschiede. Auch Halborks und Halbgoblins leben und arbeiten hier. Nachts sind manche Stege Treffpunkte zwielichtiger Händler und gefährlicher Gestalten; andere Bewohner drängen sich schlicht aus Platzmangel vor ihren Türen.
Die alchemistischen Meister
Alchemie liefert Heilmittel, Schutzsalben und Handelswaren. Ihre Kenntnisse werden in persönlichen Lehrverhältnissen weitergegeben. Das Geheimnis der tragenden Fässer kennen nur wenige Meister.
Erst bei der Aufnahme in diesen kleinen Kreis wird ein ausgewählter Geselle darin unterwiesen. Gewöhnlich geschieht dies, wenn ein Meister stirbt oder sich zurückzieht. Die Meister halten die Zahl der Eingeweihten bewusst gering. Der Rat bezahlt den Unterhalt gemeinsamer Anlagen, versucht aber zugleich, mehr Einfluss auf Ausbildung, Nachfolge und die Verfügbarkeit der Präparate zu gewinnen.
Der Streit bleibt meist unterschwellig. Die Meister brauchen Zahlungen und öffentliche Anerkennung; die Stadt braucht ihre Arbeit. Offene Drohungen würden beiden schaden. Entsprechend viel Gewicht besitzen verzögerte Aufträge, zurückgehaltene Mittel und die Frage, welcher Geselle als Nachfolger geeignet gilt.
Rat und Bürgerrecht
Fünf gewählte Ratsmitglieder führen die Stadt. Ihre Amtszeit beträgt drei Jahre; durch versetzte Amtszeiten und Nachwahlen finden nicht alle Wahlen gleichzeitig statt. Ämter, Wahlrecht und Bürgerwehr stehen allen Geschlechtern offen. Neuankömmlinge erhalten das Bürgerrecht jedoch nicht automatisch, sondern müssen aufgenommen werden. Gerade arme Zugezogene besitzen deshalb oft wenig politischen Einfluss.
Das Ratshaus steht im alten Inselkern. Eine mehrfach erweiterte Halle, ein teilweise hölzern erneuerter Turm und unregelmäßige Anbauten umschließen Versammlungsraum, Vorräte und Zeughaus. Verziertes Holz und Bemalungen in Braun, Grün und Rot heben es von den enger bebauten Wohnbereichen ab. Im Notfall werden hier Bürger mit Speeren ausgerüstet.
Zwei Ratsmitglieder prägen den gegenwärtigen Streit um den Handel:
- Janna Riedmark, eine erfahrene Bootsführerin, fordert größere Unabhängigkeit von Sigul. Sie kennt die Bedürfnisse von Sammlern und kleinen Händlern und will neue Wege suchen. Ihre Risikobereitschaft wächst aus der Überzeugung, dass die Abhängigkeit sonst niemals endet.
- Edric Salven, ein angesehener alchemistischer Meister, setzt auf verlässliche Lieferungen und bessere ausgehandelte Bedingungen. Er fürchtet, gescheiterte Expeditionen könnten die Vorräte aufzehren. Zugleich verteidigt er die Geheimhaltung der Meister gegen Eingriffe des Rates.
Handel und Schreine
Moobrugs Händler fahren selbst nach Sigul, um Pflanzen, Zutaten und Präparate zu verkaufen und benötigte Waren einzukaufen. Siguls Preisdiktat bleibt dennoch spürbar: Kaum ein anderer Weg erlaubt regelmäßigen Außenhandel.
Wohlhabendere Hersteller können mit diesen Bedingungen leben; kleine Werkstätten und Sammler haben weniger Spielraum. Die Suche nach anderen Verbindungen ist deshalb politisch umstritten. Vorbereitungen und Erkundungsfahrten können von Sigul zunächst unbemerkt bleiben, ihr Erfolg ist aber keineswegs gesichert.
Kleine Schreine des Mernat und des Karoum dienen Händlern, Bootsführern und Reisenden. Ihre Geweihten reisen oft durch die Merrasebene, um kleineren Siedlungen beizustehen, besitzen aber keinen politischen Einfluß.
Zugereiste Unruhestifter
Seit Kurzem hat sich eine kleine Gruppe der mittelländischen Gilde der Bleihand in Moobrug niedergelassen. Ihre Mitglieder verlangen von einigen Wirten Geld für angeblichen Schutz. Eine solche organisierte Erpressung durch selbst ernannte Beschützer war hier bislang nicht bekannt. Die Betroffenen weigerten sich; Drohungen und gewaltsame Auseinandersetzungen machten den Streit öffentlich.
Die Wirte verlangen ein entschiedenes Vorgehen. Andere Bürger fürchten zusätzliche Kämpfe in den dicht gedrängten Holzbauten. Dass die Fremden zugleich Zugang zu alchemistischen Waren suchen, verstärkt das Misstrauen gegen ihre Absichten.
Ein gefährliches Angebot – Spielleiterwissen
Die Bleihand will leichter an Substanzen gelangen, die im Mittelreich verboten oder schwer erhältlich sind. Einige weniger umsichtige Mitglieder haben durch die Schutzgelderpressung dieses Vorhaben gefährdet, bevor die Gilde eine Machtposition in der Stadt aufbauen konnte.
Janna Riedmark und gleichgesinnte Ratsmitglieder sehen dennoch eine Chance: Die auswärtigen Kontakte der Gilde könnten beim Aufbau einer anderen Handelsverbindung helfen. Sie versuchen, die Streitparteien zu befrieden und ein Angebot vorzubereiten.
Fürst Merjol weiß bislang nichts von diesen Überlegungen. Erfährt er davon, könnte er Moobrug als Bedrohung seines Handelsgeschäfts betrachten. Aus einem örtlichen Streit könnte dann ein blutiger Konflikt zwischen konkurrierenden Interessen werden.
Gerüchte und Abenteuerideen
- Eine Wirtin wurde nach ihrer Weigerung, Schutzgeld zu zahlen, verletzt. Sie will die Täter vor den Rat bringen. Jannas Vermittler bitten jedoch um Aufschub, während Nachbarn bereits einen gewaltsamen Gegenschlag vorbereiten.
- Unter einem überbauten Wohnsteg versagt ein Tragefass. Die betroffenen Familien brauchen sofort Hilfe. Der zuständige Meister macht Überlastung verantwortlich; Bewohner behaupten, der Rat habe die letzte Wartung nicht bezahlt.
- Ein Geselle hält sich für den geeigneten Nachfolger eines zurückgetretenen Meisters, doch ein anderer wurde ausgewählt. Er bietet dem Rat Einblick in private Aufzeichnungen an. Ob sie das Baugeheimnis enthalten, weiß selbst er nicht sicher.