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Moobrug: Unterschied zwischen den Versionen

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{{Daten und Fakten Siedlung|
|Lage=[[Merrasebene]], [[:Kategorie:Weites Hügelland|Weites Hügelland]]
|Einwohnerzahl=ca. 800
|Regierung=[[#Rat und Bürgerrecht|Gewählter Rat aus fünf Mitgliedern]]
|Stadteinteilung=Alter Inselkern, Pfahl- und Plattformbauten, befestigter Außenring
|Gilden und Schulen=Einzelne alchemistische Lehrmeister
}}
[[Datei:Moobrug.png|mini|hochkant=1.8|Der befestigte Außenring und Wachanlagen der Stadt Moobrug.]]
'''Moobrug''' ist eine befestigte Stadt inmitten der [[Merrasebene]]. Um einen kleinen festen Inselkern erstrecken sich Pfahlhäuser und alchemistisch getragene Plattformen. Rund 800 Menschen und Angehörige anderer Völker leben zwischen schmalen Stegen, Werkstätten und überbauten Wasserwegen. Die Alchemie erhält ihre Häuser, schützt vor Gefahren und liefert begehrte Handelswaren. Zugleich macht sie die Stadt von wenigen Meistern abhängig.
== Bauweise und Wachstum ==
Der ursprüngliche Inselhügel soll nach alten Urkunden kaum größer als zwei Bauernhöfe gewesen sein. Pfähle und aufgeschichteter Lehm erweiterten zunächst die nutzbare Fläche. Als neue Häuser im weichen Untergrund versanken, ermöglichte eine alchemistische Erfindung weiteres Wachstum: Große Holzfässer mit einer geheimen Füllung tragen Lasten, die gewöhnliche Schwimmkörper nicht halten könnten.
Heute steht der alte Kern auf festem Boden. Die äußeren Plattformen und Vorposten werden von solchen Fässern getragen; Pfähle und Balken verbinden ihre Gerüste. Verankerungen und Verbindungen zum festen Kern sichern die Anlagen gegen Abtreiben. Wartung und Ausbesserungen gehören zur alltäglichen Arbeit in der Stadt.
Das gesamte Stadtgebiet misst ungefähr eine halbe Meile im Durchmesser. Viel davon besteht jedoch aus Wasserwegen, Zwischenräumen und nur begrenzt belastbaren Flächen. Tragfähige Wohnplätze sind knapp. Zusätzliche Stockwerke, überhängende Kammern und Anbauten verengen die Stege. Eine Erweiterung des geschlossenen Verteidigungsrings wäre möglich, aber teuer und während der Bauarbeiten gefährlich.
== Zugänge und Verteidigung ==
Die äußere Häuserreihe bildet einen verstärkten Ring. Darunter erschweren spitze Pfähle das Eindringen. Ein Wehrgang führt um die Stadt; seine Umrundung dauert ungefähr eine halbe Stunde. Vier vorgelagerte hölzerne Wachtürme stehen auf eigenen getragenen Plattformen. Von jedem führt ein erhöhtes Seil mit einer rollengeführten Fluchtplattform zur Stadt.
Boote erreichen durch wenige bewachte Durchfahrten Anlegeplätze unter den Häusern. Drei hölzerne Aufzüge befördern Menschen und Ladung hinauf. Im Inselkern führt außerdem eine bewachte Treppe zum Ratshaus; ein Fallgatter kann sie verschließen. Unter den Plattformen bleiben Durchfahrten frei, während andere Bereiche durch Pfahlgürtel gesperrt sind.
Als letzte Verteidigungsmaßnahme wurde bereits das '''Brennende Wasser''' eingesetzt. Dieses alchemistische Mittel lässt die Wasserfläche unter und vor den Bauten brennen. Regelmäßig erneuerte Schutzsalben verhindern einen Flächenbrand an den geschützten Holzteilen. Rauch setzt jedoch auch den Verteidigern zu, und ungeschützte Gegenstände können beschädigt werden. Sein Einsatz ist eine gefährliche Entscheidung und wird nur als letztes Mittel angewendet.
== Bewohner und Alltag ==
Fischer, Pflanzensammler, Bootsführer, Handwerker und Alchemisten bestreiten den Unterhalt der Stadt. Fisch, essbare Wurzeln und Wasserpflanzen bilden wichtige Nahrungsgrundlagen. Gesammeltes Regenwasser und geeignetes, gereinigtes Süßwasser dienen der Versorgung. Die meisten Metallwerkzeuge müssen eingeführt werden, da Metall selten ist.
Aus gefährdeten Sumpfsiedlungen und dem [[Hügelland]] kommen weiterhin Menschen, die Schutz und Arbeit suchen. Viele finden nur überfüllte Kammern oder unsichere Anbauten. Zwischen wohlhabenden Werkstattbesitzern und mittellosen Tagelöhnern bestehen deutliche Unterschiede. Auch [[Halborks]] und [[Halbgoblins]] leben und arbeiten hier. Nachts sind manche Stege Treffpunkte zwielichtiger Händler und gefährlicher Gestalten; andere Bewohner drängen sich schlicht aus Platzmangel vor ihren Türen.
== Die alchemistischen Meister ==
Alchemie liefert Heilmittel, Schutzsalben und Handelswaren. Ihre Kenntnisse werden in persönlichen Lehrverhältnissen weitergegeben. Das Geheimnis der tragenden Fässer kennen nur wenige Meister.
Erst bei der Aufnahme in diesen kleinen Kreis wird ein ausgewählter Geselle darin unterwiesen. Gewöhnlich geschieht dies, wenn ein Meister stirbt oder sich zurückzieht. Die Meister halten die Zahl der Eingeweihten bewusst gering. Der Rat bezahlt den Unterhalt gemeinsamer Anlagen, versucht aber zugleich, mehr Einfluss auf Ausbildung, Nachfolge und die Verfügbarkeit der Präparate zu gewinnen.
Der Streit bleibt meist unterschwellig. Die Meister brauchen Zahlungen und öffentliche Anerkennung; die Stadt braucht ihre Arbeit. Offene Drohungen würden beiden schaden. Entsprechend viel Gewicht besitzen verzögerte Aufträge, zurückgehaltene Mittel und die Frage, welcher Geselle als Nachfolger geeignet gilt.
== Rat und Bürgerrecht ==
Fünf gewählte Ratsmitglieder führen die Stadt. Ihre Amtszeit beträgt drei Jahre; durch versetzte Amtszeiten und Nachwahlen finden nicht alle Wahlen gleichzeitig statt. Ämter, Wahlrecht und Bürgerwehr stehen allen Geschlechtern offen. Neuankömmlinge erhalten das Bürgerrecht jedoch nicht automatisch, sondern müssen aufgenommen werden. Gerade arme Zugezogene besitzen deshalb oft wenig politischen Einfluss.
Das '''Ratshaus''' steht im alten Inselkern. Eine mehrfach erweiterte Halle, ein teilweise hölzern erneuerter Turm und unregelmäßige Anbauten umschließen Versammlungsraum, Vorräte und Zeughaus. Verziertes Holz und Bemalungen in Braun, Grün und Rot heben es von den enger bebauten Wohnbereichen ab. Im Notfall werden hier Bürger mit Speeren ausgerüstet.
Zwei Ratsmitglieder prägen den gegenwärtigen Streit um den Handel:
* '''Janna Riedmark''', eine erfahrene Bootsführerin, fordert größere Unabhängigkeit von [[Sigul]]. Sie kennt die Bedürfnisse von Sammlern und kleinen Händlern und will neue Wege suchen. Ihre Risikobereitschaft wächst aus der Überzeugung, dass die Abhängigkeit sonst niemals endet.
* '''Edric Salven''', ein angesehener alchemistischer Meister, setzt auf verlässliche Lieferungen und bessere ausgehandelte Bedingungen. Er fürchtet, gescheiterte Expeditionen könnten die Vorräte aufzehren. Zugleich verteidigt er die Geheimhaltung der Meister gegen Eingriffe des Rates.
== Handel und Schreine ==
Moobrugs Händler fahren selbst nach Sigul, um Pflanzen, Zutaten und Präparate zu verkaufen und benötigte Waren einzukaufen. Siguls Preisdiktat bleibt dennoch spürbar: Kaum ein anderer Weg erlaubt regelmäßigen Außenhandel.
Wohlhabendere Hersteller können mit diesen Bedingungen leben; kleine Werkstätten und Sammler haben weniger Spielraum. Die Suche nach anderen Verbindungen ist deshalb politisch umstritten. Vorbereitungen und Erkundungsfahrten können von Sigul zunächst unbemerkt bleiben, ihr Erfolg ist aber keineswegs gesichert.
Kleine Schreine des [[Mernat]] und des [[Karoum]] dienen Händlern, Bootsführern und Reisenden. Ihre Geweihten reisen oft durch die Merrasebene, um kleineren Siedlungen beizustehen, besitzen aber keinen politischen Einfluß.
== Zugereiste Unruhestifter ==
Seit Kurzem hat sich eine kleine Gruppe der mittelländischen '''Gilde der Bleihand''' in Moobrug niedergelassen. Ihre Mitglieder verlangen von einigen Wirten Geld für angeblichen Schutz. Eine solche organisierte Erpressung durch selbst ernannte Beschützer war hier bislang nicht bekannt. Die Betroffenen weigerten sich; Drohungen und gewaltsame Auseinandersetzungen machten den Streit öffentlich.
Die Wirte verlangen ein entschiedenes Vorgehen. Andere Bürger fürchten zusätzliche Kämpfe in den dicht gedrängten Holzbauten. Dass die Fremden zugleich Zugang zu alchemistischen Waren suchen, verstärkt das Misstrauen gegen ihre Absichten.
== Ein gefährliches Angebot – Spielleiterwissen ==
Die Bleihand will leichter an Substanzen gelangen, die im Mittelreich verboten oder schwer erhältlich sind. Einige weniger umsichtige Mitglieder haben durch die Schutzgelderpressung dieses Vorhaben gefährdet, bevor die Gilde eine Machtposition in der Stadt aufbauen konnte.
Janna Riedmark und gleichgesinnte Ratsmitglieder sehen dennoch eine Chance: Die auswärtigen Kontakte der Gilde könnten beim Aufbau einer anderen Handelsverbindung helfen. Sie versuchen, die Streitparteien zu befrieden und ein Angebot vorzubereiten.
Fürst Merjol weiß bislang nichts von diesen Überlegungen. Erfährt er davon, könnte er Moobrug als Bedrohung seines Handelsgeschäfts betrachten. Aus einem örtlichen Streit könnte dann ein blutiger Konflikt zwischen konkurrierenden Interessen werden.
== Gerüchte und Abenteuerideen ==
* Eine Wirtin wurde nach ihrer Weigerung, Schutzgeld zu zahlen, verletzt. Sie will die Täter vor den Rat bringen. Jannas Vermittler bitten jedoch um Aufschub, während Nachbarn bereits einen gewaltsamen Gegenschlag vorbereiten.
* Unter einem überbauten Wohnsteg versagt ein Tragefass. Die betroffenen Familien brauchen sofort Hilfe. Der zuständige Meister macht Überlastung verantwortlich; Bewohner behaupten, der Rat habe die letzte Wartung nicht bezahlt.
* Ein Geselle hält sich für den geeigneten Nachfolger eines zurückgetretenen Meisters, doch ein anderer wurde ausgewählt. Er bietet dem Rat Einblick in private Aufzeichnungen an. Ob sie das Baugeheimnis enthalten, weiß selbst er nicht sicher.
[[Kategorie:Ganthor]]
[[Kategorie:Ganthor]]
[[Kategorie:Weites Hügelland]]
[[Kategorie:Weites Hügelland]]
[[Kategorie:Siedlungen]]
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{{Daten und Fakten Siedlung|
|Lage=[[:Kategorie:Weites Hügelland|Weites Hügelland]]|Einwohnerzahl=11000
|Regierung=[[#Das Ratshaus|Rat]]
|Stadteinteilung=Keine
|Gilden und Schulen=Lehrmeister der Alchemie,<br>
keine Organisation in Gilden
}}
Erbaut wurde Moobrug auf einem kleinen Flecken trockenen Landes inmitten der [[:Kategorie:Merrasebene|Merrasebene]]. Da das gesamte Gelände mittlerweile völlig überbaut ist, ist es schwer zu sagen wie groß die Fläche tatsächlich ist, jedoch deuten Gründungsurkunden auf einen Hügel von der Größe ca. zweier Bauernhöfe. Da die gesamte Stadt mittlerweile eine halbe Meile im Durchmesser misst, ist dies längst nicht mehr der gültige Maßstab. Durch Pfähle und aufgeschichteten Lehm wurde die kleine Insel stetig erweitert, bis die Menschen eingesehen hatten, das eine gewissermaßen natürliche Grenze erreicht worden war: Neue Häuser versanken binnen Tagen im Moor, der Lehm wurde nicht mehr fest. Mithilfe eines Alchemisten wurde jedoch eine Lösung gefunden. Fortan wurden große Holzfässer mit den Pfählen verbunden, bevor die ins Moor gesteckt wurden. Eine geheime Zutat in ihrem innern ließ sie wie durch Zauberkraft nicht weiter sinken. Versuche in offenen Gewässern haben gezeigt, dass ein Fass, umbunden an  einen mannshohen Felsbrocken, ihn an der Wasseroberfläche hält.
Dank dieser Erfindung konnte die Stadt weiter ausgebaut werden. Um sich vor Überfällen zu schützen, wurde die äußerste Häuserreihe als geschlossener Ring gebaut, die äußeren Wände verstärkt und ein regelrechter Igelspelz aus spitzen Pfählen zwischen dem Boden der Häuser und Moor eingezogen. Ein mehr oder weniger ebener Wehrgang ermöglicht ein Umrunden der Stadt in nur einer halben Stunde und bietet dadurch den Wachen gute Möglichkeiten Eindringlinge frühzeitig zu erkennen. Der Pfahlring wird vom Wasser aus ständig kontrolliert und erneuert und bietet daher guten Schutz. Bei Nacht oder bei dichterem Nebel werden zusätzlich zu verstärkten Wachen auch vier umliegende hölzerne Wachtürme bemannt. Diese Vorposten haben die Aufgabe einen Überfall auszumachen, um anschließend schleunigst wieder in die Stadt zu flüchten. Dazu verbindet ein starkes Seil die höher gelegenen Wachtürme, sodass eine am Seil auf Rollen geführte kleine Plattform die Wachmänner bis zur Stadt rollen lässt. Die Vorposten sind ähnlich der Stadt mit einem Pfahlgürtel umgeben und schwimmen dank der Alchemisten mitten im Sumpf. Um auf normalem Weg in die Stadt hineinzukommen, muss man durch eine der wenigen Wasserstraßen unter den Pfahlbauten hindurch, bis man an eine der 3 hölzernen Aufzüge gelangt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, im alten Zentrum der Stadt eine  Treppe, die direkt zum Ratshaus von Moobrug führt zu benutzen. Diese wird schwer bewacht und kann im Notfall durch ein stabiles Fallgatter verschlossen werden. Die Pfähle, die gleichsam das Fundament der Häuser um das Zentrum bilden, sind ebenfalls mit spitzen Pflöcken und Dornen gesichert und werden regelmäßig mit einer feuerfesten Salbe eingerieben. Daher bietet sich eine weitere grausame, aber sichere Abwehrmaßnahme: Moobrug kann ohne Schaden auf der Wasserebene vollständig in Brand gesetzt werden. Dies geschieht mit Hilfe des "Brennenden Wassers", einem Elixier, das von den Ansässigen Alchemisten zwar nur ungern, im Notfall jedoch reichlich ausgegeben wird.
Die Stadt wurde nach den letzten Befestigungen trotz Gegenlenken des Rates immer größer, ihre Einwohnerzahl stieg weiter und man kann sie mittlerweile als völlig überfüllt bezeichnen. Der geschlossene Ring aus Wehrmauern und Pfählen lässt jedoch keine Verbreiterung der Stadt mehr zu, sodass entweder waaghalsige Konstruktionen im Stadtinnern entstanden sind oder aber bettelarme Menschen die Gassen Moobrugs füllen. Gerüchten zufolge haben sich einige der überregional bekannten Diebesgilden in Moorbruck niedergelassen, um wie die Alchemisten die seltenen Kräuter und vor allem Gifte zu studieren. Ebenso sollen angesehene Alchemisten für die Interessen dieser Gilden arbeiten, was unter den Alchemisten aufs schärfste dementiert wird.
==Das Ratshaus==
Im Zentrum von Moobrug steht ein imposantes, geräumiges Gebäude, das alleine schon deswegen auffällt, weil es das einzige für sich stehende Gebäude in Moobrug ist. Durch die ständigen Erweiterungen ist es schwierig den Grundriss zu beschreiben, jedoch ist sicher, dass das Rathaus ursprünglich eine lange Halle an einem steinernen Turm war. Der Turm wurde bis auf das erste Geschoß abgetragen und in dieser Zeit aus Holz wiederaufgebaut. Umliegend wurden Räume an ihn angeschlossen und mit unregelmäßigen Dächern zu einem etwas chaotischen Vieleck gezimmert. Das Holz ist an allen Ecken und Wänden reich verziert und zahlreiche Musterungen in Braun-, Grün- und Rottönen hervorgehoben. Das Ratshaus besitzt neben einem runden Versammlungsraum für den Rat der fünf angesehenen Männer auch die Funktion des Zeughauses. Im Ernstfall kann hier jeder eingetragene männliche Bürger mit Wurf- und Stoßspeeren ausgerüstet werden. Die Ratsmitglieder werden für drei Wenden von allen Bürgern (auch weibliche) gewählt; leider verstarben oft innerhalb der Amtszeiten die Ratsmitgleider, so dass mittlerweile völlig unregelmäßig nach spätestens einer halben Wende irgendein Ratsmitglied entweder seine dreijährige Amtszeit beendet oder sie verlängern will.

Aktuelle Version vom 22. Oktober 2026, 21:21 Uhr

Daten und Fakten
Lage: Merrasebene, Weites Hügelland
Einwohnerzahl: ca. 800
Regierung: Gewählter Rat aus fünf Mitgliedern
Stadteinteilung: Alter Inselkern, Pfahl- und Plattformbauten, befestigter Außenring
Gilden und Schulen: Einzelne alchemistische Lehrmeister
Der befestigte Außenring und Wachanlagen der Stadt Moobrug.

Moobrug ist eine befestigte Stadt inmitten der Merrasebene. Um einen kleinen festen Inselkern erstrecken sich Pfahlhäuser und alchemistisch getragene Plattformen. Rund 800 Menschen und Angehörige anderer Völker leben zwischen schmalen Stegen, Werkstätten und überbauten Wasserwegen. Die Alchemie erhält ihre Häuser, schützt vor Gefahren und liefert begehrte Handelswaren. Zugleich macht sie die Stadt von wenigen Meistern abhängig.

Bauweise und Wachstum

Der ursprüngliche Inselhügel soll nach alten Urkunden kaum größer als zwei Bauernhöfe gewesen sein. Pfähle und aufgeschichteter Lehm erweiterten zunächst die nutzbare Fläche. Als neue Häuser im weichen Untergrund versanken, ermöglichte eine alchemistische Erfindung weiteres Wachstum: Große Holzfässer mit einer geheimen Füllung tragen Lasten, die gewöhnliche Schwimmkörper nicht halten könnten.

Heute steht der alte Kern auf festem Boden. Die äußeren Plattformen und Vorposten werden von solchen Fässern getragen; Pfähle und Balken verbinden ihre Gerüste. Verankerungen und Verbindungen zum festen Kern sichern die Anlagen gegen Abtreiben. Wartung und Ausbesserungen gehören zur alltäglichen Arbeit in der Stadt.

Das gesamte Stadtgebiet misst ungefähr eine halbe Meile im Durchmesser. Viel davon besteht jedoch aus Wasserwegen, Zwischenräumen und nur begrenzt belastbaren Flächen. Tragfähige Wohnplätze sind knapp. Zusätzliche Stockwerke, überhängende Kammern und Anbauten verengen die Stege. Eine Erweiterung des geschlossenen Verteidigungsrings wäre möglich, aber teuer und während der Bauarbeiten gefährlich.

Zugänge und Verteidigung

Die äußere Häuserreihe bildet einen verstärkten Ring. Darunter erschweren spitze Pfähle das Eindringen. Ein Wehrgang führt um die Stadt; seine Umrundung dauert ungefähr eine halbe Stunde. Vier vorgelagerte hölzerne Wachtürme stehen auf eigenen getragenen Plattformen. Von jedem führt ein erhöhtes Seil mit einer rollengeführten Fluchtplattform zur Stadt.

Boote erreichen durch wenige bewachte Durchfahrten Anlegeplätze unter den Häusern. Drei hölzerne Aufzüge befördern Menschen und Ladung hinauf. Im Inselkern führt außerdem eine bewachte Treppe zum Ratshaus; ein Fallgatter kann sie verschließen. Unter den Plattformen bleiben Durchfahrten frei, während andere Bereiche durch Pfahlgürtel gesperrt sind.

Als letzte Verteidigungsmaßnahme wurde bereits das Brennende Wasser eingesetzt. Dieses alchemistische Mittel lässt die Wasserfläche unter und vor den Bauten brennen. Regelmäßig erneuerte Schutzsalben verhindern einen Flächenbrand an den geschützten Holzteilen. Rauch setzt jedoch auch den Verteidigern zu, und ungeschützte Gegenstände können beschädigt werden. Sein Einsatz ist eine gefährliche Entscheidung und wird nur als letztes Mittel angewendet.

Bewohner und Alltag

Fischer, Pflanzensammler, Bootsführer, Handwerker und Alchemisten bestreiten den Unterhalt der Stadt. Fisch, essbare Wurzeln und Wasserpflanzen bilden wichtige Nahrungsgrundlagen. Gesammeltes Regenwasser und geeignetes, gereinigtes Süßwasser dienen der Versorgung. Die meisten Metallwerkzeuge müssen eingeführt werden, da Metall selten ist.

Aus gefährdeten Sumpfsiedlungen und dem Hügelland kommen weiterhin Menschen, die Schutz und Arbeit suchen. Viele finden nur überfüllte Kammern oder unsichere Anbauten. Zwischen wohlhabenden Werkstattbesitzern und mittellosen Tagelöhnern bestehen deutliche Unterschiede. Auch Halborks und Halbgoblins leben und arbeiten hier. Nachts sind manche Stege Treffpunkte zwielichtiger Händler und gefährlicher Gestalten; andere Bewohner drängen sich schlicht aus Platzmangel vor ihren Türen.

Die alchemistischen Meister

Alchemie liefert Heilmittel, Schutzsalben und Handelswaren. Ihre Kenntnisse werden in persönlichen Lehrverhältnissen weitergegeben. Das Geheimnis der tragenden Fässer kennen nur wenige Meister.

Erst bei der Aufnahme in diesen kleinen Kreis wird ein ausgewählter Geselle darin unterwiesen. Gewöhnlich geschieht dies, wenn ein Meister stirbt oder sich zurückzieht. Die Meister halten die Zahl der Eingeweihten bewusst gering. Der Rat bezahlt den Unterhalt gemeinsamer Anlagen, versucht aber zugleich, mehr Einfluss auf Ausbildung, Nachfolge und die Verfügbarkeit der Präparate zu gewinnen.

Der Streit bleibt meist unterschwellig. Die Meister brauchen Zahlungen und öffentliche Anerkennung; die Stadt braucht ihre Arbeit. Offene Drohungen würden beiden schaden. Entsprechend viel Gewicht besitzen verzögerte Aufträge, zurückgehaltene Mittel und die Frage, welcher Geselle als Nachfolger geeignet gilt.

Rat und Bürgerrecht

Fünf gewählte Ratsmitglieder führen die Stadt. Ihre Amtszeit beträgt drei Jahre; durch versetzte Amtszeiten und Nachwahlen finden nicht alle Wahlen gleichzeitig statt. Ämter, Wahlrecht und Bürgerwehr stehen allen Geschlechtern offen. Neuankömmlinge erhalten das Bürgerrecht jedoch nicht automatisch, sondern müssen aufgenommen werden. Gerade arme Zugezogene besitzen deshalb oft wenig politischen Einfluss.

Das Ratshaus steht im alten Inselkern. Eine mehrfach erweiterte Halle, ein teilweise hölzern erneuerter Turm und unregelmäßige Anbauten umschließen Versammlungsraum, Vorräte und Zeughaus. Verziertes Holz und Bemalungen in Braun, Grün und Rot heben es von den enger bebauten Wohnbereichen ab. Im Notfall werden hier Bürger mit Speeren ausgerüstet.

Zwei Ratsmitglieder prägen den gegenwärtigen Streit um den Handel:

  • Janna Riedmark, eine erfahrene Bootsführerin, fordert größere Unabhängigkeit von Sigul. Sie kennt die Bedürfnisse von Sammlern und kleinen Händlern und will neue Wege suchen. Ihre Risikobereitschaft wächst aus der Überzeugung, dass die Abhängigkeit sonst niemals endet.
  • Edric Salven, ein angesehener alchemistischer Meister, setzt auf verlässliche Lieferungen und bessere ausgehandelte Bedingungen. Er fürchtet, gescheiterte Expeditionen könnten die Vorräte aufzehren. Zugleich verteidigt er die Geheimhaltung der Meister gegen Eingriffe des Rates.

Handel und Schreine

Moobrugs Händler fahren selbst nach Sigul, um Pflanzen, Zutaten und Präparate zu verkaufen und benötigte Waren einzukaufen. Siguls Preisdiktat bleibt dennoch spürbar: Kaum ein anderer Weg erlaubt regelmäßigen Außenhandel.

Wohlhabendere Hersteller können mit diesen Bedingungen leben; kleine Werkstätten und Sammler haben weniger Spielraum. Die Suche nach anderen Verbindungen ist deshalb politisch umstritten. Vorbereitungen und Erkundungsfahrten können von Sigul zunächst unbemerkt bleiben, ihr Erfolg ist aber keineswegs gesichert.

Kleine Schreine des Mernat und des Karoum dienen Händlern, Bootsführern und Reisenden. Ihre Geweihten reisen oft durch die Merrasebene, um kleineren Siedlungen beizustehen, besitzen aber keinen politischen Einfluß.

Zugereiste Unruhestifter

Seit Kurzem hat sich eine kleine Gruppe der mittelländischen Gilde der Bleihand in Moobrug niedergelassen. Ihre Mitglieder verlangen von einigen Wirten Geld für angeblichen Schutz. Eine solche organisierte Erpressung durch selbst ernannte Beschützer war hier bislang nicht bekannt. Die Betroffenen weigerten sich; Drohungen und gewaltsame Auseinandersetzungen machten den Streit öffentlich.

Die Wirte verlangen ein entschiedenes Vorgehen. Andere Bürger fürchten zusätzliche Kämpfe in den dicht gedrängten Holzbauten. Dass die Fremden zugleich Zugang zu alchemistischen Waren suchen, verstärkt das Misstrauen gegen ihre Absichten.

Ein gefährliches Angebot – Spielleiterwissen

Die Bleihand will leichter an Substanzen gelangen, die im Mittelreich verboten oder schwer erhältlich sind. Einige weniger umsichtige Mitglieder haben durch die Schutzgelderpressung dieses Vorhaben gefährdet, bevor die Gilde eine Machtposition in der Stadt aufbauen konnte.

Janna Riedmark und gleichgesinnte Ratsmitglieder sehen dennoch eine Chance: Die auswärtigen Kontakte der Gilde könnten beim Aufbau einer anderen Handelsverbindung helfen. Sie versuchen, die Streitparteien zu befrieden und ein Angebot vorzubereiten.

Fürst Merjol weiß bislang nichts von diesen Überlegungen. Erfährt er davon, könnte er Moobrug als Bedrohung seines Handelsgeschäfts betrachten. Aus einem örtlichen Streit könnte dann ein blutiger Konflikt zwischen konkurrierenden Interessen werden.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • Eine Wirtin wurde nach ihrer Weigerung, Schutzgeld zu zahlen, verletzt. Sie will die Täter vor den Rat bringen. Jannas Vermittler bitten jedoch um Aufschub, während Nachbarn bereits einen gewaltsamen Gegenschlag vorbereiten.
  • Unter einem überbauten Wohnsteg versagt ein Tragefass. Die betroffenen Familien brauchen sofort Hilfe. Der zuständige Meister macht Überlastung verantwortlich; Bewohner behaupten, der Rat habe die letzte Wartung nicht bezahlt.
  • Ein Geselle hält sich für den geeigneten Nachfolger eines zurückgetretenen Meisters, doch ein anderer wurde ausgewählt. Er bietet dem Rat Einblick in private Aufzeichnungen an. Ob sie das Baugeheimnis enthalten, weiß selbst er nicht sicher.