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Bund der Letzten Ebbe

Aus Meister der Magie Wiki

Spielleiterwissen: Dieser Artikel beschreibt die verborgene Organisation des Bundes und die tatsächliche Stellung seiner Gildenhäuser. Die öffentlichen Geschäfte und der Ruf ihrer Betreiber sind davon zu unterscheiden.

Der Bund der Letzten Ebbe ist eine kleine, über mehrere Hafenstädte verteilte Meuchelmördergilde. Ihr Hauptsitz liegt in Sigul, weitere Gildenhäuser bestehen in Valoria und Amal. Nach außen führen ihre Angehörigen angesehene Apotheken und handeln mit Heilmitteln sowie seltenen alchemistischen Zutaten. Ihre verborgenen Geschäfte reichen von der Vermittlung heimlicher Aufträge bis zum Mord.

Der Bund verdankt seine Stellung ebenso dem Fachwissen seiner Mitglieder wie ihren gesellschaftlichen Verbindungen. Viele setzen auf Gifte, Überredung, Beziehungen und das Vertrauen, das ein guter Apotheker genießt. Klassische bewaffnete Attentate sind nicht ihr bevorzugtes Vorgehen. Die Arzneikunst ihrer Häuser ist echt: Ihr guter Ruf beruht auf wirksamen Mitteln und sorgfältiger Arbeit, nicht allein auf einer vorgetäuschten Tätigkeit.

Organisation und Abkommen mit Sigul

Die Gildenmeister bei einem seltenen Treffen in Sigul.

Die drei Gildenmeister führen ihre Häuser weitgehend selbstständig. Der Hauptmeister in Sigul vermittelt bei Streitigkeiten, stimmt übergreifende Angelegenheiten ab und vertritt den Bund gegenüber Fürst Merjol. Nicht jeder Angestellte eines Hauses ist eingeweiht. Lehrlinge, Träger und gewöhnliche Gehilfen können für eine angesehene Apotheke arbeiten, ohne deren verborgene Geschäfte zu kennen.

Merjol gewährt dem Bund Schutz und Zugang zu begehrten Erzeugnissen der Merrasebene. Die Gilde gehört zu seinen zuverlässigsten und zahlungskräftigsten Kunden. Beide Seiten brauchen einander: Merjol profitiert von den Käufen und Verbindungen des Bundes, während dieser seinen geschützten Hauptsitz und eine wichtige Warenquelle bewahren will.

Die Lage in Sigul

Der Bund hat sich verpflichtet, sein Kerngeschäft ausschließlich in anderen Städten auszuüben. Für Merjol ist dies vor allem Selbstschutz. In der kleinen Stadt gibt es nur wenige bedeutende mögliche Ziele; er selbst steht an erster Stelle. Der Bund akzeptiert diese ungleiche Vereinbarung, weil der Schutz Siguls für seine Geschäfte wertvoller ist als die seltenen dort möglichen Aufträge.

Bei einem Verstoß drohen der Entzug des Schutzes, Beschlagnahmungen und Verfolgung durch die Wache. Auch die Gildenmeister haben ein Interesse, eigenmächtiges Handeln zu verhindern. Dennoch beseitigt das Abkommen weder persönliche Feindschaften noch die Versuchung eines außergewöhnlich gut bezahlten Auftrags.

Das Haus in Sigul

Die Apotheke am Innenkai liegt in einer ausgebauten Seitenhöhle nahe dem Hafen. Ein heller Verkaufsraum, ein Lager für getrocknete Pflanzen und eine ordentlich geführte Werkstatt bilden den öffentlich zugänglichen Teil. Seeleute, Einwohner und Reisende kommen wegen Wundmitteln, Arzneien und der sachkundigen Beratung. Abseits des Verkaufsbetriebs liegen die privaten Arbeits- und Besprechungsräume des Hauptmeisters.

Das Haus hält die Verbindung zu Merjols Kontor und dient den anderen Gildenmeistern als gemeinsamer Bezugspunkt. Die Lage in einer kleinen, vom Fürsten kontrollierten Stadt bietet Schutz, bedeutet aber auch Abhängigkeit: Ein Streit mit Merjol würde den gesamten Bund treffen.

Lerion Vask – Hauptmeister

Lerion Vask ist ein Halbelf, Händler und Alchemist. In Sigul zählt er zu den besten Apothekern. Schlanke Hände, bereits grau werdendes Haar an den Schläfen und seine unaufgeregte Stimme lassen ihn älter und erfahrener wirken, als Besucher zunächst vermuten. Er kleidet sich gepflegt, aber ohne auffälligen Schmuck.

Vask hört aufmerksam zu und erklärt auch einfachen Kunden geduldig die Grenzen eines Heilmittels. Diese Sorgfalt ist Teil seines beruflichen Selbstverständnisses. Außerhalb der Apotheke kann er jedoch dieselbe Aufmerksamkeit darauf verwenden, den Wert eines verborgenen Geschäfts oder die Verlässlichkeit eines Auftraggebers einzuschätzen. Heilkunst und Mordgeschäft sind für ihn miteinander vereinbar, solange er selbst entscheidet, welchem Bereich eine Angelegenheit angehört.

Als Hauptmeister bevorzugt er Beständigkeit gegenüber schnellen Gewinnen. Er hält Merjols Schutz für unverzichtbar, will den Bund aber nicht vollständig von dessen Willen abhängig machen. Die Häuser in Valoria und Amal geben ihm Einfluss außerhalb Siguls. Von Merjols Priesterschaft und dessen Rolle am Veyth-Schrein weiß er nichts; sein Abkommen besteht mit dem Fürsten als Handelspartner und Herrscher.

Das Haus in Valoria

Die Apotheke zur Hafenlaterne liegt zwischen den Speicherstraßen und den ärmeren Wohnbereichen an der Stadtmauer. Über dem schmalen Laden befinden sich Wohnräume, hinter ihm eine kleine Werkstatt. Seeleute schätzen Mittel gegen die Beschwerden langer Reisen, während Hafenfamilien wegen gewöhnlicher Arzneien und der verlässlichen Auskunft der Meisterin kommen.

Die Apotheke unterhält geschäftliche Kontakte zu Kaufleuten und Reisenden entlang der Großen Handelsstraße. Als Niederlassung des Bundes ist sie vor allem ein Ort für Beziehungen und die Vermittlung auswärtiger Interessen. Ihre verborgene Tätigkeit ist weder dem Händlerrat noch dem kaiserlichen Gouverneur offiziell bekannt. Die konkurrierenden Zuständigkeiten in Valoria bieten Freiräume, machen auffällige Fehler aber gefährlich.

Tessa Schwarzklee – Meisterin von Valoria

Tessa Schwarzklee ist eine Halblingin mit dunklem, sorgfältig hochgestecktem Haar und einer freundlichen, direkten Art. In ihrem Laden herrscht geschäftige Ordnung. Sie kennt viele Stammkunden beim Namen und kann sich noch lange an scheinbar nebensächliche Bemerkungen erinnern. Gegenüber ungeduldigen Kaufleuten bleibt sie ebenso bestimmt wie gegenüber Lehrlingen, die nachlässig arbeiten.

Über ihre Herkunft erzählt sie wenig. Gerüchte behaupten, sie habe das Halblingreich nach einem magischen Unfall mit vielen Toten verlassen müssen. Andere wollen wissen, dass sie mächtigen Menschen einen Dienst verweigerte oder selbst an einem unaufgeklärten Mordfall beteiligt war. Keine dieser Geschichten ist belegt, und Tessa macht keine Anstalten, die widersprüchlichen Erzählungen aufzulösen.

Sie ist magisch begabt und hält diese Fähigkeiten vor gewöhnlichen Kunden verborgen. Unter Eingeweihten wird gemunkelt, dass sie selbst noch Aufträge ausführt und Magie gegen ihre Ziele einsetzt.

Tessa betrachtet die Selbstständigkeit ihres Hauses als Voraussetzung für gute Arbeit. Sie akzeptiert Vasks Vorrang, widersetzt sich aber Forderungen, die ihre Stellung in Valoria gefährden oder ihre wahre Vergangenheit ans Licht bringen könnten. Ihre größte Sorge ist, dass jemand aus ihrem früheren Leben Einfluss auf ihre heutige Stellung gewinnt.

Das Haus in Amal

Das Haus der Sieben Schalen ist eine Apotheke mit angeschlossenem Handel für seltene alchemistische Zutaten. Es liegt in einem Handelsbezirk mit guten Verbindungen zum Hafen. Im Erdgeschoss werden Waren angenommen und Präparate verkauft; darüber liegen eine Bibliothek, Arbeitsräume und das private Studierzimmer des Meisters. Im Vergleich zu den anderen Häusern wirkt es großzügig und beinahe wie eine kleine gelehrte Einrichtung.

Seine fachliche Tätigkeit passt in die von Alchemie und Forschung geprägte Stadt. Das Haus handelt mit gewöhnlichen Kunden und angesehenen Fachleuten, ohne dass diese etwas vom Bund wissen. Die verborgene Verbindung nach Sigul bleibt vor der Verwaltung des Gwygat-Kults geheim. Sie bedeutet keine Duldung der Gilde durch den Priesterrat.

Samir Daryan – Meister von Amal

Samir Daryan ist ein älterer Südländer mit schmalem Gesicht, kurz gehaltenem weißem Bart und ruhigen, wachen Augen. Er trägt saubere, hochwertige Gewänder und führt Gespräche mit der geduldigen Höflichkeit eines berühmten Gelehrten. Sein Können und seine außergewöhnliche Intelligenz haben ihm weit über seine unmittelbare Kundschaft hinaus Ansehen verschafft.

Er entscheidet streng rational nach den von ihm erwarteten Folgen. Dabei kennt er keine moralischen Vorbehalte gegen die Geschäfte des Bundes. Für ihn unterscheiden sich ein Heilauftrag und ein Mordauftrag vor allem durch Zweck, Aufwand, Bezahlung und Risiko. Seine Höflichkeit ist echt, enthält aber weder Mitgefühl noch eine Zusicherung von Schonung.

Daryan hält unbeherrschte Gewalt und persönliche Rache für häufige Ursachen geschäftlicher Fehler. Er kann einen einträglichen Auftrag ablehnen, wenn er die Folgen für das Haus als ungünstig bewertet, und eine grausame Entscheidung ohne Zögern treffen, wenn sie ihm zweckmäßig erscheint. Seine Haltung ist seine persönliche Überzeugung und keine Aussage über die Lehre Gwygats oder die übrigen Gelehrten Amals.

Im Bund drängt er darauf, Entscheidungen nach überprüfbaren Informationen zu treffen. Vasks Bindung an Sigul akzeptiert er als derzeit nützlich; dauerhafte Loyalität zum Fürsten empfindet er nicht. Neue Warenquellen und eine größere Unabhängigkeit des eigenen Hauses wären für ihn Gründe, das Verhältnis neu zu bewerten.


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