Cor: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Cor''' ist die zentrale Provinz des [[Mittelreich|Mittelreichs]] und das politische, kulturelle und wirtschaftliche Herz des Kaiserreichs. In der alten Sprache der Gelehrten wurde das Land als ''Cor Imperii'' – „Herz des Reiches“ – bezeichnet. Im Laufe der Zeit verkürzte sich der Name zu Cor; seine ursprüngliche Bedeutung ist heute nur noch wenigen Bewohnern bekannt. | |||
Cor | |||
In Cor liegen die Kaiserstadt [[Kalesch]], die Militärstadt [[Adar]] und mehrere bedeutende Knotenpunkte der [[Große Handelsstraße|Großen Handelsstraße]]. Die fruchtbaren Ebenen, die vergleichsweise sicheren Verkehrswege und die Nähe zum [[Halblingreich]] machten die Region zu einem der am dichtesten besiedelten und wohlhabendsten Gebiete Ganthors. Zugleich treten hier die Spannungen des Kaiserreichs besonders deutlich hervor: zwischen Kaiser und Kulten, Adel und Rittern, kulturellem Anspruch und hoher Steuerlast sowie alten menschlichen Traditionen und der Herrschaft des halbelfischen Kaisers [[Illiasan]]. | |||
== | == Geografie == | ||
== | === Grenzen und Landschaft === | ||
= | |||
Cor erstreckt sich über eine weite Ebene, die von niedrigen Mittelgebirgen, sanften Hügeln und einzelnen Mischwäldern durchzogen wird. Im Norden erhebt sich der heilige [[Tafelberg]], an dessen Fuß [[Kalesch]] erbaut wurde. Weiter nordöstlich geht die Ebene in ein Hügelland über, in dessen Zentrum der Krater des [[Halblingreich|Halblingreichs]] liegt. | |||
Nach Osten steigt das Gelände allmählich zum [[Kategorie:Großer Rücken|Großen Rücken]] hin an und wird zunehmend bewaldet. Eine festgelegte Grenzlinie trennt Cor dort von den [[Täler des Großen Rückens|Tälern des Großen Rückens]]. Im Süden schließt sich jenseits einer künstlich gezogenen Grenze das Gebiet der unabhängigen [[Fürstentümer]] an. Im Westen bildet das [[Zweistromtal]] mit den Flüssen [[Argas]] und [[Gerras]] den Übergang zur nächsten Großregion der Mittellande. | |||
Die Landschaft wurde über viele Jahrhunderte stark vom Menschen geprägt. Felder, Weiden, Hecken, kleinere Gehölze und dicht beieinanderliegende Dörfer bestimmen vor allem das Umland der großen Städte. Rund um Kalesch sind die Wälder weitgehend durchforstet, die Straßen gepflastert und selbst viele kleinere Brücken, Fähren und Zollstationen dauerhaft besetzt. | |||
Die | |||
=== Klima === | |||
Die | In Cor sind die Jahreszeiten deutlich ausgeprägt. Die Winter bleiben gewöhnlich mild genug, dass das Vieh nur selten dauerhaft in die Ställe getrieben werden muss. Für die Landwirtschaft stellen die heißen und bisweilen trockenen Sommer meist eine größere Belastung dar als die Kälte. | ||
Nur selten dringen die eisigen Nordwinde bis in das Herz der Mittellande vor. Innerhalb der letzten fünfzig Jahre geschah dies lediglich einmal mit solcher Stärke, dass Kalesch mehrere Wochen lang unter einer geschlossenen Schneedecke lag. Solche Winter gelten in Cor als außergewöhnliches Ereignis und bleiben lange im Gedächtnis der Bevölkerung. | |||
=== Flora und Fauna === | |||
Mischwälder, Wiesen und Hecken prägen die natürliche Vegetation Cors. Die meisten in den gemäßigten Gebieten Ganthors verbreiteten Blumen, Heilkräuter und Nutzpflanzen gedeihen hier. Auf den Äckern werden Getreide, Obst und Gemüse angebaut, wenngleich die Erträge weder in Menge noch in Güte an jene des [[Zweistromtal|Zweistromtals]] heranreichen. | |||
In den Wäldern und weniger dicht besiedelten Gebieten leben Bären, Luchse, Wölfe, Rotwild und kleinere Pelztiere. Greifvögel und zahlreiche Arten von Feld- und Singvögeln sind weit verbreitet. Auch [[Greif|Greife]] kommen in Cor vor, halten sich jedoch überwiegend in abgelegeneren Landschaften auf. | |||
== Bevölkerung == | |||
=== Völker === | |||
Als Kernland des Kaiserreichs zieht Cor Angehörige fast aller Völker Ganthors an. Den größten Teil der Bevölkerung stellen [[Mittelländer]] und [[Nordländer]]. Ebenfalls zahlreich sind [[Kategorie:Halblinge|Halblinge]], deren Reich unmittelbar an Cor grenzt und eng mit dessen Städten verbunden ist. | |||
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[[Halbelfen]] sind vielfach in die menschliche Gesellschaft eingegliedert. Die Krönung des halbelfischen Kaisers Illiasan hat ihre öffentliche Stellung gestärkt, zugleich aber auch neue Vorurteile und politische Feindschaften hervorgebracht. [[Halborks]] und [[Halbgoblins]] werden rechtlich geduldet, sind im Alltag jedoch häufig Benachteiligungen ausgesetzt. [[Halboger]] und [[Kategorie:Zwerge|Zwerge]] finden vor allem als Handwerker, Arbeiter, Söldner und Spezialisten Beschäftigung. | |||
Seltener sind [[Südländer]] anzutreffen. Zwischen dem Mittelreich und den Staaten der [[Kategorie:Südlande|Südlande]] bestehen offene Feindseligkeiten, auch wenn Berater und Gesandte beider Seiten bislang einen großen Krieg verhindern konnten. | |||
Seit kurzer Zeit halten sich zudem einzelne [[Westmenschen]] in Cor auf, die sich selbst Tya'khsharr nennen. Eine kleine Gesandtschaft errichtete in Kalesch eine Botschaft in Gestalt eines schwarzen, scharfkantigen Gebäudes. Über ihre Absichten bewahren die Fremden bislang Stillschweigen. | |||
=== | === Siedlungen === | ||
Die Bevölkerung Cors konzentriert sich auf die großen Verkehrswege und die fruchtbaren Ebenen zwischen Kalesch und Adar. Neben den Städten liegen dort zahlreiche Dörfer, Güter und kleinere befestigte Marktorte. Viele ehemalige Handelsposten entlang der Großen Handelsstraße sind im Laufe der Zeit zu Städten mit mehreren Tausend, mitunter sogar mehreren Zehntausend Einwohnern herangewachsen. | |||
Abseits dieser Achsen ist das Land dünner besiedelt. Im Osten liegen größere Waldgebiete und befestigte Adelssitze, während sich im Süden zahlreiche Grenzburgen und Garnisonen gegenüber den Fürstentümern befinden. | |||
==== | == Herrschaft und Verwaltung == | ||
==== | === Kaiser und Provinz === | ||
== | Cor gehört unmittelbar zum Herrschaftsgebiet des Kaisers. Gegenwärtiger Herrscher ist [[Illiasan]], der nach dem Sturz Rethals II. den Thron bestieg. Als erster Kaiser von nicht rein menschlicher Abstammung genießt er vor allem unter Händlern, Teilen des Adels und der einfachen Bevölkerung Unterstützung, besitzt aber erbitterte Gegner im Ritterstand und innerhalb des [[Kult des Jedek|Jedek-Kults]]. | ||
===Der | |||
Ein | Illiasan stellte die unter Rethal II. aufgehobene Verbindung von Rittertum und Adel wieder her und gab den Fürsten erneut die Befugnis, mit eigenen Truppen für Ordnung zu sorgen. Die Sicherheit in Cor verbesserte sich dadurch deutlich. Neben dem [[Zweistromtal]] gilt die Provinz heute als sicherster Teil des Kaiserreichs, auch wenn Räuberbanden und umherziehende Kreaturen auf weniger bewachten Straßen weiterhin eine Gefahr darstellen. | ||
=== | |||
=== Adel und Verwaltungsbezirke === | |||
Vor der Gründung des Kaiserreichs war das Land in zahlreiche Königreiche und Fürstentümer geteilt. Ihre Grenzen und Namen leben in vielen heutigen Verwaltungsbezirken fort. Die Nachfahren der früheren Herrscher behielten ihren Adelsstand und verwalten ihre Bezirke im Namen des Kaisers als Barone oder Fürsten. | |||
Wo mehrere alte Gebiete zusammengelegt wurden, streiten rivalisierende Familien bis heute um Vorrang, Titel und Besitz. Manche dieser Konflikte konnten durch Heiraten oder Abfindungen beigelegt werden; andere führten zu Fehden, langjährigen Intrigen und verdeckter Gewalt. | |||
Der Kaiser kann die umfangreiche Provinz nicht allein durch den Adel verwalten. Teile Cors werden daher von kaiserlichen Beamten geführt, andere auf Grundlage eines alten Paktes durch Amtsträger des [[Kult des Ignatus|Ignatus-Kults]]. Unterschiedliche Steuerpflichten und Zuständigkeiten führen regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen weltlicher Verwaltung und Kirche. | |||
== Gesellschaft und Kultur == | |||
[[Datei:Cor_Hofkultur.png|mini|hochkant=1.5|Musik, bildende Kunst und formelle Duelle prägen die höfische Kultur Cors]] | |||
=== Höfische Kultur === | |||
Die Adelskultur Cors ging aus den ritterlichen Traditionen der früheren Reiche hervor, hat sich von diesen jedoch deutlich entfernt. Während Ritter an den Grenzen in befestigten Burgen leben und mit schwerer Rüstung und Reiterwaffen in den Kampf ziehen, bevorzugt der Hofadel kostbare Gewänder, prunkvolle Residenzen und leichte Waffen wie [[Degen]] und [[Säbel]]. | |||
Ehre besitzt dennoch große Bedeutung. Öffentliche Beleidigungen können eine Forderung nach Satisfaktion nach sich ziehen. Solche Duelle werden gewöhnlich nur bis zum ersten Blut ausgetragen, enden durch Unerfahrenheit oder persönlichen Hass jedoch gelegentlich tödlich. | |||
Zwischen dem Adel Cors und den traditionelleren Rittern des Reiches besteht eine ausgeprägte gegenseitige Abneigung. Viele Ritter halten die Höflinge für verweichlicht, während der Hofadel die Ritter als grob und ungebildet betrachtet. Zur bewussten Abgrenzung fördert nahezu jeder bedeutende Herrscher Maler, Komponisten, Schauspieler, Architekten und Gelehrte. Der Wettstreit um die prächtigste Residenz hat zahlreiche Städte Cors mit Palästen, Badehäusern, Gerichten, Theatern und Denkmälern bereichert. | |||
Konzerte, Opern und Ausstellungen stehen grundsätzlich auch der übrigen Bevölkerung offen. Nur die bevorzugten Plätze sind wohlhabenden Besuchern vorbehalten. Finanziert werden das höfische Leben und große Teile des Kulturangebots durch Steuern, die in Cor höher sind als in den meisten anderen Ländern Ganthors. Die Belastung treibt manche Bauern, Handwerker und erfolglose Händler aus der Provinz. Gleichzeitig ziehen die Sicherheit, die Bildungseinrichtungen und die stetige Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften viele neue Bewohner an. | |||
=== Bildung === | |||
Cor zeichnet sich durch einen ungewöhnlich hohen Bildungsstand aus. Nahezu alle freien Bürger erhalten die Möglichkeit, eine aus Steuermitteln finanzierte Volksschule zu besuchen und dort Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. | |||
Eine höhere Bildung wird von Tempeln, privaten Schulen, dem Militär und einzelnen Adelshäusern angeboten. Sie ist meist kostenpflichtig oder mit einer späteren Dienstverpflichtung verbunden. Tempel nehmen besonders begabte Kinder aus ärmeren Familien auf, verlangen dafür jedoch gewöhnlich, dass diese nach ihrer Ausbildung im Dienst des jeweiligen Kultes bleiben. | |||
Einige Adelige fördern gezielt begabte Kinder, um loyale Ingenieure, Künstler und Gelehrte für den eigenen Hof auszubilden. Nachdem einzelne Schützlinge die bestehende Ordnung kritisierten und zu Aufständen aufriefen, wird diese Praxis vorsichtiger betrieben. Ein grundsätzliches Bildungsverbot lehnt die Mehrheit des Adels dennoch als unkultiviert und politisch gefährlich ab. | |||
== Religion und Recht == | |||
=== Staatstragende Kulte === | |||
[[Ignatus]] und [[Jedek]] gelten als die staatstragenden Gottheiten Cors. Der Ignatus-Kult beruft sich auf die von seinem Gott begünstigte Gründung des Kaiserreichs und versteht sich als Beschützer und Wahrer des Reiches. Jedek steht für Ordnung und Gerechtigkeit. Jeder Kaiser vor Illiasan schwor dem Obersten Wächter des Jedek, die Gerechtigkeit zu bewahren; Illiasan hat diesen Schwur bislang nicht erneuert. | |||
Neben ihnen werden die übrigen [[Götter des Mittelreichs|Götter des Mittelreichs]] verehrt. Viele Kulte übernahmen im Laufe der Jahrhunderte öffentliche Aufgaben. Der [[Kult des Brindosch]] beaufsichtigt beispielsweise die Münzprägung, während der Jedek-Kult die Rechtsprechung des Kaiserreichs vollzieht oder kontrolliert. | |||
=== Religiöse Konflikte === | |||
Die Offenheit der großen Städte hat auch Anhänger fremder Götter, Elementarkulte und andere kleine Glaubensgemeinschaften nach Cor geführt. Der Ignatus-Kult geht besonders hart gegen Todes- und Chaoskulte vor und verfolgt mitunter auch Gruppen, die er lediglich als gefährlich oder irrig einstuft. | |||
Der [[Orden des Heiligen Schwertes]] handelt bei der Verfolgung von Ketzerei nicht immer nach dem Gesetz des Jedek. Er darf zwar Urteile aussprechen, ihre Vollstreckung obliegt jedoch dem Jedek-Kult. Daraus entstehen wiederholt Konflikte zwischen beiden Orden. Niedere Jedek-Priester vollstrecken dennoch häufig die Urteile des Schwertordens, nicht zuletzt aus Furcht, selbst in den Verdacht der Ketzerei zu geraten. | |||
== Wirtschaft == | |||
=== Landwirtschaft und Handwerk === | |||
Cor kann einen großen Teil seiner Bevölkerung mit Getreide, Obst, Gemüse und Vieh aus der eigenen Provinz versorgen, bleibt bei besonders hochwertigen und umfangreichen Agrarlieferungen jedoch auf das Zweistromtal angewiesen. In den Städten sind Bauhandwerk, Metallverarbeitung, Textilgewerbe, Kunsthandwerk und die Herstellung von Luxusgütern bedeutend. | |||
Der Bedarf des Adels an neuen Residenzen, Kunstwerken und technischen Neuerungen sichert Architekten, Steinmetzen, Künstlern und Ingenieuren ein gutes Auskommen. Militär, Verwaltung und Kulte gehören ebenfalls zu den größten Auftraggebern. | |||
=== Die Große Handelsstraße === | |||
[[Datei:Cor_Grosse_Handelsstrasse.png|mini|hochkant=1.6|Händler, Soldaten und Straßenarbeiter an einem befestigten Posten der Großen Handelsstraße]] | |||
Die [[Große Handelsstraße]] ist der wichtigste Verkehrsweg des Mittelreichs. Von [[Valoria]] führt sie über das [[Findlingsfeld]], [[Karpulsar]], [[Königsplatz]] und [[Wolbrandt]] nach Kalesch. Südöstlich der Hauptstadt erreicht sie [[Dreisprung]] und teilt sich dort: Der östliche Weg führt nach Adar, der westliche über [[Isornfurt]] und [[Diesheim]] zum Zweistrom. Von Diesheim werden die Waren auf Flusskähne verladen und über Argas und Gerras bis [[Argashafen]] transportiert. | |||
Entlang der Straße liegen befestigte Handelsposten, Zollstationen, Herbergen und gewachsene Marktstädte. Kleinere Wege verbinden diese Orte mit den Dörfern und Gütern des Hinterlands. | |||
Die kaiserliche Handelsbehörde ist für Unterhalt und Schutz der Straße zuständig. Sie beschäftigt Straßenarbeiter, verwaltet die Posten und verfügt über eigene Soldaten. Finanziert wird ihre Arbeit durch Abgaben der Händler. Ihr großer Einfluss im Verwaltungsapparat Kaleschs führt zu Spannungen mit mehreren Kulten, insbesondere mit dem [[Mernat|Mernat-Kult]], der die Handelsstraße gern unter seine eigene Aufsicht stellen würde. | |||
=== Fernhandel === | |||
Der Handel mit dem Halblingreich und den [[Grauzwerge|Grauzwergen]] ist für Cor von großer Bedeutung. Die Halblinge liefern hochwertige Handwerkswaren und gelegentlich magische Artefakte aus [[Kraterkern]]. Von den technisch hoch entwickelten Grauzwergen bezieht das Kaiserreich Kriegsgerät, Werkzeuge und Baumaschinen. | |||
Die Staaten der Südlande haben ihre größeren Handelsverträge mit dem Mittelreich beendet. Einzelne Schiffe und Karawanen gelangen dennoch über das Zweistromtal oder durch Vermittlung der Fürstentümer nach Cor. | |||
Mit einigen Stadtstaaten der Nordlande bestehen Handelsabkommen. Ihre häufigen Fehden machen Reisen dorthin jedoch gefährlich. Seit Illiasans Krönung gibt es zudem erste begrenzte Handelsverträge mit den Elfen. Zu den gehandelten Gütern zählen Zwergenstahl, Elfenholz, Kristallwaffen und seltene Kräuter. | |||
=== Söldnerwesen === | |||
Die Soldaten der Handelsbehörde reichen nicht aus, um jeden Transport zu schützen. Viele Kaufleute beschäftigen deshalb Söldner. In fast jeder größeren Stadt entlang der Handelsstraße existieren Söldnergilden, die bewaffnete Begleiter zu festen Preisen vermitteln. | |||
Zwischen den Gilden herrscht eine ausgeprägte Rivalität. Auseinandersetzungen in Herbergen und Marktorten sind häufig und schaden dem Ruf der Söldner. Dennoch bilden sie inzwischen einen bedeutenden Wirtschaftszweig, von dem Waffenhandwerker, Wirte, Fuhrleute und Versorger abhängig sind. | |||
== Bedeutende Städte und Orte == | |||
=== Kalesch === | |||
[[Kalesch]] ist Hauptstadt des Mittelreichs und Regierungssitz des Kaisers. Rund 180.000 Menschen leben innerhalb der Stadtmauern; in den mit der Stadt zusammengewachsenen Siedlungen des Umlands wohnen noch einmal etwa doppelt so viele. Der kaiserliche Palastbezirk, die [[Kathedrale zu Kalesch|Kathedrale des Ignatus]], die [[Freie Akademie der Magischen Künste zu Kalesch]] und zahlreiche Haupttempel machen Kalesch zum politischen, religiösen und kulturellen Mittelpunkt Cors. | |||
Die Stadt ist für ihre aus weißem Stein errichteten Mauern und acht gewaltigen Engelsfiguren bekannt. Kaufleute und Gesandte aus vielen Ländern prägen ihr Straßenbild. Eine ausführliche Beschreibung befindet sich im Artikel [[Kalesch]]. | |||
=== Adar === | |||
Kaum hundert Meilen östlich von Kalesch liegt [[Adar]], die zweitgrößte Stadt des Mittelreichs. Sie ist die wichtigste Ausbildungsstadt des kaiserlichen Heeres und zugleich ein Zentrum der Steinmetzkunst, Metallverarbeitung und des Handels mit dem Halblingreich. | |||
Zu ihren Wahrzeichen gehören der Weiße Wall und das auf drei großen Isornbrücken errichtete Brückenviertel. Die Vergnügungsstätten der Nordstraße stehen seit langem im Konflikt mit dem Ignatus-Kult. | |||
=== Weitere Orte === | |||
* Der [[Tafelberg]] begrenzt Cor im Norden und gilt als heiliger Ort. | |||
* Die [[Sonnenfaust]] ist ein bedeutendes Heiligtum des Ignatus auf dem Tafelberg. | |||
* [[Dreisprung]] ist der Knotenpunkt, an dem sich die Große Handelsstraße in den östlichen Weg nach Adar und den westlichen Weg zum Zweistrom teilt. | |||
* [[Königsplatz]] und [[Wolbrandt]] sind wichtige Stationen nördlich von Kalesch. | |||
* [[Isornfurt]] und [[Diesheim]] verbinden Cor mit dem Zweistromtal. | |||
== Bedeutende Bildungseinrichtungen == | |||
* Die [[Adar#Akademie_des_Krieges_zu_Adar|Akademie des Krieges]] in Adar ist eine der ältesten und größten militärischen Lehranstalten Ganthors. Sie bildet Offiziere und reguläre Truppen des Kaiserreichs aus. | |||
* Die [[Freie Akademie der Magischen Künste zu Kalesch]] ist die größte bekannte Magierakademie Ganthors. Ihre fünf Türme beherbergen die Fakultäten der dort gelehrten Magierichtungen; Todesmagie wird nicht unterrichtet. | |||
* Die Universität der Technischen Wissenschaften zu Kalesch nimmt nach einer anspruchsvollen Prüfung besonders begabte Studierende auf. Ihre Forschenden entwickeln unter anderem Baumaschinen, schnellere Schiffe, neue Ackerbautechniken und Waffen. | |||
== Bedeutende Personen == | |||
* [[Illiasan]], gegenwärtiger Kaiser des Mittelreichs | |||
* [[Fürst Mordwig]], Herrscher eines bedeutenden Bezirks in Cor | |||
== Siehe auch == | |||
* [[Geschichte Mittelreich|Geschichte des Mittelreichs]] | |||
* [[Kulte des Mittelreichs]] | |||
* [[Götter des Mittelreichs]] | |||
* [[Große Handelsstraße]] | |||
* [[Kalesch]] | |||
* [[Adar]] | |||
Aktuelle Version vom 26. Juli 2026, 21:15 Uhr

Cor ist die zentrale Provinz des Mittelreichs und das politische, kulturelle und wirtschaftliche Herz des Kaiserreichs. In der alten Sprache der Gelehrten wurde das Land als Cor Imperii – „Herz des Reiches“ – bezeichnet. Im Laufe der Zeit verkürzte sich der Name zu Cor; seine ursprüngliche Bedeutung ist heute nur noch wenigen Bewohnern bekannt.
In Cor liegen die Kaiserstadt Kalesch, die Militärstadt Adar und mehrere bedeutende Knotenpunkte der Großen Handelsstraße. Die fruchtbaren Ebenen, die vergleichsweise sicheren Verkehrswege und die Nähe zum Halblingreich machten die Region zu einem der am dichtesten besiedelten und wohlhabendsten Gebiete Ganthors. Zugleich treten hier die Spannungen des Kaiserreichs besonders deutlich hervor: zwischen Kaiser und Kulten, Adel und Rittern, kulturellem Anspruch und hoher Steuerlast sowie alten menschlichen Traditionen und der Herrschaft des halbelfischen Kaisers Illiasan.
Geografie
Grenzen und Landschaft
Cor erstreckt sich über eine weite Ebene, die von niedrigen Mittelgebirgen, sanften Hügeln und einzelnen Mischwäldern durchzogen wird. Im Norden erhebt sich der heilige Tafelberg, an dessen Fuß Kalesch erbaut wurde. Weiter nordöstlich geht die Ebene in ein Hügelland über, in dessen Zentrum der Krater des Halblingreichs liegt.
Nach Osten steigt das Gelände allmählich zum hin an und wird zunehmend bewaldet. Eine festgelegte Grenzlinie trennt Cor dort von den Tälern des Großen Rückens. Im Süden schließt sich jenseits einer künstlich gezogenen Grenze das Gebiet der unabhängigen Fürstentümer an. Im Westen bildet das Zweistromtal mit den Flüssen Argas und Gerras den Übergang zur nächsten Großregion der Mittellande.
Die Landschaft wurde über viele Jahrhunderte stark vom Menschen geprägt. Felder, Weiden, Hecken, kleinere Gehölze und dicht beieinanderliegende Dörfer bestimmen vor allem das Umland der großen Städte. Rund um Kalesch sind die Wälder weitgehend durchforstet, die Straßen gepflastert und selbst viele kleinere Brücken, Fähren und Zollstationen dauerhaft besetzt.
Klima
In Cor sind die Jahreszeiten deutlich ausgeprägt. Die Winter bleiben gewöhnlich mild genug, dass das Vieh nur selten dauerhaft in die Ställe getrieben werden muss. Für die Landwirtschaft stellen die heißen und bisweilen trockenen Sommer meist eine größere Belastung dar als die Kälte.
Nur selten dringen die eisigen Nordwinde bis in das Herz der Mittellande vor. Innerhalb der letzten fünfzig Jahre geschah dies lediglich einmal mit solcher Stärke, dass Kalesch mehrere Wochen lang unter einer geschlossenen Schneedecke lag. Solche Winter gelten in Cor als außergewöhnliches Ereignis und bleiben lange im Gedächtnis der Bevölkerung.
Flora und Fauna
Mischwälder, Wiesen und Hecken prägen die natürliche Vegetation Cors. Die meisten in den gemäßigten Gebieten Ganthors verbreiteten Blumen, Heilkräuter und Nutzpflanzen gedeihen hier. Auf den Äckern werden Getreide, Obst und Gemüse angebaut, wenngleich die Erträge weder in Menge noch in Güte an jene des Zweistromtals heranreichen.
In den Wäldern und weniger dicht besiedelten Gebieten leben Bären, Luchse, Wölfe, Rotwild und kleinere Pelztiere. Greifvögel und zahlreiche Arten von Feld- und Singvögeln sind weit verbreitet. Auch Greife kommen in Cor vor, halten sich jedoch überwiegend in abgelegeneren Landschaften auf.
Bevölkerung
Völker
Als Kernland des Kaiserreichs zieht Cor Angehörige fast aller Völker Ganthors an. Den größten Teil der Bevölkerung stellen Mittelländer und Nordländer. Ebenfalls zahlreich sind , deren Reich unmittelbar an Cor grenzt und eng mit dessen Städten verbunden ist.
Halbelfen sind vielfach in die menschliche Gesellschaft eingegliedert. Die Krönung des halbelfischen Kaisers Illiasan hat ihre öffentliche Stellung gestärkt, zugleich aber auch neue Vorurteile und politische Feindschaften hervorgebracht. Halborks und Halbgoblins werden rechtlich geduldet, sind im Alltag jedoch häufig Benachteiligungen ausgesetzt. Halboger und finden vor allem als Handwerker, Arbeiter, Söldner und Spezialisten Beschäftigung.
Seltener sind Südländer anzutreffen. Zwischen dem Mittelreich und den Staaten der bestehen offene Feindseligkeiten, auch wenn Berater und Gesandte beider Seiten bislang einen großen Krieg verhindern konnten.
Seit kurzer Zeit halten sich zudem einzelne Westmenschen in Cor auf, die sich selbst Tya'khsharr nennen. Eine kleine Gesandtschaft errichtete in Kalesch eine Botschaft in Gestalt eines schwarzen, scharfkantigen Gebäudes. Über ihre Absichten bewahren die Fremden bislang Stillschweigen.
Siedlungen
Die Bevölkerung Cors konzentriert sich auf die großen Verkehrswege und die fruchtbaren Ebenen zwischen Kalesch und Adar. Neben den Städten liegen dort zahlreiche Dörfer, Güter und kleinere befestigte Marktorte. Viele ehemalige Handelsposten entlang der Großen Handelsstraße sind im Laufe der Zeit zu Städten mit mehreren Tausend, mitunter sogar mehreren Zehntausend Einwohnern herangewachsen.
Abseits dieser Achsen ist das Land dünner besiedelt. Im Osten liegen größere Waldgebiete und befestigte Adelssitze, während sich im Süden zahlreiche Grenzburgen und Garnisonen gegenüber den Fürstentümern befinden.
Herrschaft und Verwaltung
Kaiser und Provinz
Cor gehört unmittelbar zum Herrschaftsgebiet des Kaisers. Gegenwärtiger Herrscher ist Illiasan, der nach dem Sturz Rethals II. den Thron bestieg. Als erster Kaiser von nicht rein menschlicher Abstammung genießt er vor allem unter Händlern, Teilen des Adels und der einfachen Bevölkerung Unterstützung, besitzt aber erbitterte Gegner im Ritterstand und innerhalb des Jedek-Kults.
Illiasan stellte die unter Rethal II. aufgehobene Verbindung von Rittertum und Adel wieder her und gab den Fürsten erneut die Befugnis, mit eigenen Truppen für Ordnung zu sorgen. Die Sicherheit in Cor verbesserte sich dadurch deutlich. Neben dem Zweistromtal gilt die Provinz heute als sicherster Teil des Kaiserreichs, auch wenn Räuberbanden und umherziehende Kreaturen auf weniger bewachten Straßen weiterhin eine Gefahr darstellen.
Adel und Verwaltungsbezirke
Vor der Gründung des Kaiserreichs war das Land in zahlreiche Königreiche und Fürstentümer geteilt. Ihre Grenzen und Namen leben in vielen heutigen Verwaltungsbezirken fort. Die Nachfahren der früheren Herrscher behielten ihren Adelsstand und verwalten ihre Bezirke im Namen des Kaisers als Barone oder Fürsten.
Wo mehrere alte Gebiete zusammengelegt wurden, streiten rivalisierende Familien bis heute um Vorrang, Titel und Besitz. Manche dieser Konflikte konnten durch Heiraten oder Abfindungen beigelegt werden; andere führten zu Fehden, langjährigen Intrigen und verdeckter Gewalt.
Der Kaiser kann die umfangreiche Provinz nicht allein durch den Adel verwalten. Teile Cors werden daher von kaiserlichen Beamten geführt, andere auf Grundlage eines alten Paktes durch Amtsträger des Ignatus-Kults. Unterschiedliche Steuerpflichten und Zuständigkeiten führen regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen weltlicher Verwaltung und Kirche.
Gesellschaft und Kultur

Höfische Kultur
Die Adelskultur Cors ging aus den ritterlichen Traditionen der früheren Reiche hervor, hat sich von diesen jedoch deutlich entfernt. Während Ritter an den Grenzen in befestigten Burgen leben und mit schwerer Rüstung und Reiterwaffen in den Kampf ziehen, bevorzugt der Hofadel kostbare Gewänder, prunkvolle Residenzen und leichte Waffen wie Degen und Säbel.
Ehre besitzt dennoch große Bedeutung. Öffentliche Beleidigungen können eine Forderung nach Satisfaktion nach sich ziehen. Solche Duelle werden gewöhnlich nur bis zum ersten Blut ausgetragen, enden durch Unerfahrenheit oder persönlichen Hass jedoch gelegentlich tödlich.
Zwischen dem Adel Cors und den traditionelleren Rittern des Reiches besteht eine ausgeprägte gegenseitige Abneigung. Viele Ritter halten die Höflinge für verweichlicht, während der Hofadel die Ritter als grob und ungebildet betrachtet. Zur bewussten Abgrenzung fördert nahezu jeder bedeutende Herrscher Maler, Komponisten, Schauspieler, Architekten und Gelehrte. Der Wettstreit um die prächtigste Residenz hat zahlreiche Städte Cors mit Palästen, Badehäusern, Gerichten, Theatern und Denkmälern bereichert.
Konzerte, Opern und Ausstellungen stehen grundsätzlich auch der übrigen Bevölkerung offen. Nur die bevorzugten Plätze sind wohlhabenden Besuchern vorbehalten. Finanziert werden das höfische Leben und große Teile des Kulturangebots durch Steuern, die in Cor höher sind als in den meisten anderen Ländern Ganthors. Die Belastung treibt manche Bauern, Handwerker und erfolglose Händler aus der Provinz. Gleichzeitig ziehen die Sicherheit, die Bildungseinrichtungen und die stetige Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften viele neue Bewohner an.
Bildung
Cor zeichnet sich durch einen ungewöhnlich hohen Bildungsstand aus. Nahezu alle freien Bürger erhalten die Möglichkeit, eine aus Steuermitteln finanzierte Volksschule zu besuchen und dort Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.
Eine höhere Bildung wird von Tempeln, privaten Schulen, dem Militär und einzelnen Adelshäusern angeboten. Sie ist meist kostenpflichtig oder mit einer späteren Dienstverpflichtung verbunden. Tempel nehmen besonders begabte Kinder aus ärmeren Familien auf, verlangen dafür jedoch gewöhnlich, dass diese nach ihrer Ausbildung im Dienst des jeweiligen Kultes bleiben.
Einige Adelige fördern gezielt begabte Kinder, um loyale Ingenieure, Künstler und Gelehrte für den eigenen Hof auszubilden. Nachdem einzelne Schützlinge die bestehende Ordnung kritisierten und zu Aufständen aufriefen, wird diese Praxis vorsichtiger betrieben. Ein grundsätzliches Bildungsverbot lehnt die Mehrheit des Adels dennoch als unkultiviert und politisch gefährlich ab.
Religion und Recht
Staatstragende Kulte
Ignatus und Jedek gelten als die staatstragenden Gottheiten Cors. Der Ignatus-Kult beruft sich auf die von seinem Gott begünstigte Gründung des Kaiserreichs und versteht sich als Beschützer und Wahrer des Reiches. Jedek steht für Ordnung und Gerechtigkeit. Jeder Kaiser vor Illiasan schwor dem Obersten Wächter des Jedek, die Gerechtigkeit zu bewahren; Illiasan hat diesen Schwur bislang nicht erneuert.
Neben ihnen werden die übrigen Götter des Mittelreichs verehrt. Viele Kulte übernahmen im Laufe der Jahrhunderte öffentliche Aufgaben. Der Kult des Brindosch beaufsichtigt beispielsweise die Münzprägung, während der Jedek-Kult die Rechtsprechung des Kaiserreichs vollzieht oder kontrolliert.
Religiöse Konflikte
Die Offenheit der großen Städte hat auch Anhänger fremder Götter, Elementarkulte und andere kleine Glaubensgemeinschaften nach Cor geführt. Der Ignatus-Kult geht besonders hart gegen Todes- und Chaoskulte vor und verfolgt mitunter auch Gruppen, die er lediglich als gefährlich oder irrig einstuft.
Der Orden des Heiligen Schwertes handelt bei der Verfolgung von Ketzerei nicht immer nach dem Gesetz des Jedek. Er darf zwar Urteile aussprechen, ihre Vollstreckung obliegt jedoch dem Jedek-Kult. Daraus entstehen wiederholt Konflikte zwischen beiden Orden. Niedere Jedek-Priester vollstrecken dennoch häufig die Urteile des Schwertordens, nicht zuletzt aus Furcht, selbst in den Verdacht der Ketzerei zu geraten.
Wirtschaft
Landwirtschaft und Handwerk
Cor kann einen großen Teil seiner Bevölkerung mit Getreide, Obst, Gemüse und Vieh aus der eigenen Provinz versorgen, bleibt bei besonders hochwertigen und umfangreichen Agrarlieferungen jedoch auf das Zweistromtal angewiesen. In den Städten sind Bauhandwerk, Metallverarbeitung, Textilgewerbe, Kunsthandwerk und die Herstellung von Luxusgütern bedeutend.
Der Bedarf des Adels an neuen Residenzen, Kunstwerken und technischen Neuerungen sichert Architekten, Steinmetzen, Künstlern und Ingenieuren ein gutes Auskommen. Militär, Verwaltung und Kulte gehören ebenfalls zu den größten Auftraggebern.
Die Große Handelsstraße

Die Große Handelsstraße ist der wichtigste Verkehrsweg des Mittelreichs. Von Valoria führt sie über das Findlingsfeld, Karpulsar, Königsplatz und Wolbrandt nach Kalesch. Südöstlich der Hauptstadt erreicht sie Dreisprung und teilt sich dort: Der östliche Weg führt nach Adar, der westliche über Isornfurt und Diesheim zum Zweistrom. Von Diesheim werden die Waren auf Flusskähne verladen und über Argas und Gerras bis Argashafen transportiert.
Entlang der Straße liegen befestigte Handelsposten, Zollstationen, Herbergen und gewachsene Marktstädte. Kleinere Wege verbinden diese Orte mit den Dörfern und Gütern des Hinterlands.
Die kaiserliche Handelsbehörde ist für Unterhalt und Schutz der Straße zuständig. Sie beschäftigt Straßenarbeiter, verwaltet die Posten und verfügt über eigene Soldaten. Finanziert wird ihre Arbeit durch Abgaben der Händler. Ihr großer Einfluss im Verwaltungsapparat Kaleschs führt zu Spannungen mit mehreren Kulten, insbesondere mit dem Mernat-Kult, der die Handelsstraße gern unter seine eigene Aufsicht stellen würde.
Fernhandel
Der Handel mit dem Halblingreich und den Grauzwergen ist für Cor von großer Bedeutung. Die Halblinge liefern hochwertige Handwerkswaren und gelegentlich magische Artefakte aus Kraterkern. Von den technisch hoch entwickelten Grauzwergen bezieht das Kaiserreich Kriegsgerät, Werkzeuge und Baumaschinen.
Die Staaten der Südlande haben ihre größeren Handelsverträge mit dem Mittelreich beendet. Einzelne Schiffe und Karawanen gelangen dennoch über das Zweistromtal oder durch Vermittlung der Fürstentümer nach Cor.
Mit einigen Stadtstaaten der Nordlande bestehen Handelsabkommen. Ihre häufigen Fehden machen Reisen dorthin jedoch gefährlich. Seit Illiasans Krönung gibt es zudem erste begrenzte Handelsverträge mit den Elfen. Zu den gehandelten Gütern zählen Zwergenstahl, Elfenholz, Kristallwaffen und seltene Kräuter.
Söldnerwesen
Die Soldaten der Handelsbehörde reichen nicht aus, um jeden Transport zu schützen. Viele Kaufleute beschäftigen deshalb Söldner. In fast jeder größeren Stadt entlang der Handelsstraße existieren Söldnergilden, die bewaffnete Begleiter zu festen Preisen vermitteln.
Zwischen den Gilden herrscht eine ausgeprägte Rivalität. Auseinandersetzungen in Herbergen und Marktorten sind häufig und schaden dem Ruf der Söldner. Dennoch bilden sie inzwischen einen bedeutenden Wirtschaftszweig, von dem Waffenhandwerker, Wirte, Fuhrleute und Versorger abhängig sind.
Bedeutende Städte und Orte
Kalesch
Kalesch ist Hauptstadt des Mittelreichs und Regierungssitz des Kaisers. Rund 180.000 Menschen leben innerhalb der Stadtmauern; in den mit der Stadt zusammengewachsenen Siedlungen des Umlands wohnen noch einmal etwa doppelt so viele. Der kaiserliche Palastbezirk, die Kathedrale des Ignatus, die Freie Akademie der Magischen Künste zu Kalesch und zahlreiche Haupttempel machen Kalesch zum politischen, religiösen und kulturellen Mittelpunkt Cors.
Die Stadt ist für ihre aus weißem Stein errichteten Mauern und acht gewaltigen Engelsfiguren bekannt. Kaufleute und Gesandte aus vielen Ländern prägen ihr Straßenbild. Eine ausführliche Beschreibung befindet sich im Artikel Kalesch.
Adar
Kaum hundert Meilen östlich von Kalesch liegt Adar, die zweitgrößte Stadt des Mittelreichs. Sie ist die wichtigste Ausbildungsstadt des kaiserlichen Heeres und zugleich ein Zentrum der Steinmetzkunst, Metallverarbeitung und des Handels mit dem Halblingreich.
Zu ihren Wahrzeichen gehören der Weiße Wall und das auf drei großen Isornbrücken errichtete Brückenviertel. Die Vergnügungsstätten der Nordstraße stehen seit langem im Konflikt mit dem Ignatus-Kult.
Weitere Orte
- Der Tafelberg begrenzt Cor im Norden und gilt als heiliger Ort.
- Die Sonnenfaust ist ein bedeutendes Heiligtum des Ignatus auf dem Tafelberg.
- Dreisprung ist der Knotenpunkt, an dem sich die Große Handelsstraße in den östlichen Weg nach Adar und den westlichen Weg zum Zweistrom teilt.
- Königsplatz und Wolbrandt sind wichtige Stationen nördlich von Kalesch.
- Isornfurt und Diesheim verbinden Cor mit dem Zweistromtal.
Bedeutende Bildungseinrichtungen
- Die Akademie des Krieges in Adar ist eine der ältesten und größten militärischen Lehranstalten Ganthors. Sie bildet Offiziere und reguläre Truppen des Kaiserreichs aus.
- Die Freie Akademie der Magischen Künste zu Kalesch ist die größte bekannte Magierakademie Ganthors. Ihre fünf Türme beherbergen die Fakultäten der dort gelehrten Magierichtungen; Todesmagie wird nicht unterrichtet.
- Die Universität der Technischen Wissenschaften zu Kalesch nimmt nach einer anspruchsvollen Prüfung besonders begabte Studierende auf. Ihre Forschenden entwickeln unter anderem Baumaschinen, schnellere Schiffe, neue Ackerbautechniken und Waffen.
Bedeutende Personen
- Illiasan, gegenwärtiger Kaiser des Mittelreichs
- Fürst Mordwig, Herrscher eines bedeutenden Bezirks in Cor