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Cor: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kategorie:Mittelreich]]
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==Cor Imperii – Das Herz des Reiches==
Die weiten Ebenen, die das Zentrum des [[:Kategorie:Mittelreich|Kaiserreiches]] bilden, werden in der alten Sprache der Gelehrten "Cor Imperii" genannt, was nichts anderes bedeutet als "das Herz des Reiches". Über die Jahre wurde dieser Begriff nach und nach zu "Cor" abgekürzt, obwohl viele Menschen nicht mehr wissen, warum das Land Cor diesen Namen überhaupt trägt.


==Landschaft==
[[Datei:Cor_Landschaft.png|mini|hochkant=1.8|Die fruchtbaren Ebenen Cors mit dem Tafelberg und Kalesch in der Ferne]]
Cor liegt in einer großen Ebene, die von kleineren Mittelgebirgen und einigen Wäldern durchzogen ist. Im Norden wird Cor durch den heiligen [[#Der Tafelberg|Tafelberg]] begrenzt, an dessen Fuß die Kaiserstadt [[Kalesch]] erbaut wurde. Weiter nordöstlich begrenzt Hügelland die Ebene, in dessen Zentrum der [[Halblingreich|Halblingkrater]] liegt. Nach Westen zum [[Großer Rücken|Großen Rücken]] hin wird das Land immer steiler und bewaldeter, eine Grenzlinie markiert hier das Ende Cors. Ebenfalls durch eine künstliche Grenze getrennt liegen die [[Fürstentümer]] im Süden des Landes.


==Klima==
'''Cor''' ist die zentrale Provinz des [[Mittelreich|Mittelreichs]] und das politische, kulturelle und wirtschaftliche Herz des Kaiserreichs. In der alten Sprache der Gelehrten wurde das Land als ''Cor Imperii'' – „Herz des Reiches“ – bezeichnet. Im Laufe der Zeit verkürzte sich der Name zu Cor; seine ursprüngliche Bedeutung ist heute nur noch wenigen Bewohnern bekannt.
Die Jahreszeiten sind in Cor deutlich ausgeprägt, jedoch sind die Winter selten so kalt, dass das Vieh eingetrieben werden muss. Tatsächlich haben einige [[Mittelländer]] mit der sengenden Sonne im Sommer die meisten Probleme überhaupt. In den letzten 50 Jahren passierte es nur ein einziges Mal, dass der gewaltige Nordwind bis in das Herz der Mittellande eindrang und [[Kalesch]] wochenlang im Schnee versinken ließ; ansonsten müssen die Bauern hier kaum die Laune der Natur fürchten.


==Flora und Fauna==
In Cor liegen die Kaiserstadt [[Kalesch]], die Militärstadt [[Adar]] und mehrere bedeutende Knotenpunkte der [[Große Handelsstraße|Großen Handelsstraße]]. Die fruchtbaren Ebenen, die vergleichsweise sicheren Verkehrswege und die Nähe zum [[Halblingreich]] machten die Region zu einem der am dichtesten besiedelten und wohlhabendsten Gebiete Ganthors. Zugleich treten hier die Spannungen des Kaiserreichs besonders deutlich hervor: zwischen Kaiser und Kulten, Adel und Rittern, kulturellem Anspruch und hoher Steuerlast sowie alten menschlichen Traditionen und der Herrschaft des halbelfischen Kaisers [[Illiasan]].
Das Landschaftsbild der Mittellande wird von Mischwäldern, Wiesen und Hecken dominiert. Die meisten bekannten Blumen und Kräuter sind dort zu finden, Getreide, Obst und Gemüse wird auf den Feldern kultiviert, jedoch qualitativ und quantitativ nicht vergleichbar mit dem [[Das Zweistromtal|Zweistromtal]]. Die Fauna ist typisch für gemäßigte Klimazonen: Bären, Luchse, Wölfe, Greife und Rotwild sowie alle Arten von kleinem Feder- und Feldvieh leben in den Wäldern und Wiesen von Cor.


==Land und Leute==
== Geografie ==
===Rassen===
Cor ist ein Anlaufpunkt für fast jede Rasse [[Ganthor]]s. Dennoch überwiegen die Menschenrassen der [[Mittelländer|Mittel-]] und [[Nordländer]] sehr deutlich, dicht gefolgt von den [[Halblinge]]n. Halbrassen wie [[Halborks]] oder [[Halbgoblins]] werden toleriert. Die [[Halbelfen]] sind zum großen Teil unterschiedslos in die Gemeinschaft der Menschen eingefügt. [[Halboger]] und [[Zwerge]] sind zahlreich und werden meist als Handwerker, Söldner oder Arbeiter angeheuert.


Am seltensten sind hier die [[Südländer]] anzutreffen. Das Kaiserreich und die Staaten der [[:Kategorie:Südlande|Südlande]] hegen offene Feindseligkeiten gegeneinander, jedoch konnte bisher eine große Schlacht durch die Berater auf beiden Seiten verhindert werden.
=== Grenzen und Landschaft ===


Seit kurzer Zeit ist auch eine kleine Zahl der unheimlichen [[Westmenschen]], die sich selbst Tya'khsharr nennen, in den Mittellanden anzutreffen. Eine kleine Gruppe hat eine Botschaft, in Form eines bizarren schwarzen kantigen Gebäudes, inmitten der Kaiserstadt [[Kalesch]] errichtet. Die Westmenschen selbst hüllen sich über ihre Beweggründe in Schweigen.
Cor erstreckt sich über eine weite Ebene, die von niedrigen Mittelgebirgen, sanften Hügeln und einzelnen Mischwäldern durchzogen wird. Im Norden erhebt sich der heilige [[Tafelberg]], an dessen Fuß [[Kalesch]] erbaut wurde. Weiter nordöstlich geht die Ebene in ein Hügelland über, in dessen Zentrum der Krater des [[Halblingreich|Halblingreichs]] liegt.


===Ballungsgebiete===
Nach Osten steigt das Gelände allmählich zum [[Kategorie:Großer Rücken|Großen Rücken]] hin an und wird zunehmend bewaldet. Eine festgelegte Grenzlinie trennt Cor dort von den [[Täler des Großen Rückens|Tälern des Großen Rückens]]. Im Süden schließt sich jenseits einer künstlich gezogenen Grenze das Gebiet der unabhängigen [[Fürstentümer]] an. Im Westen bildet das [[Zweistromtal]] mit den Flüssen [[Argas]] und [[Gerras]] den Übergang zur nächsten Großregion der Mittellande.
Die gesamten Mittellande werden von der Kaiserstadt [[Kalesch]] aus regiert. Diese gewaltige Großstadt beherbergt alleine im Stadtkern ca. 180000 Bewohner. Noch einmal doppelt so viele leben vor den Stadtmauern in großen, oft sogar befestigten Dörfern, die mit der Stadt zusammengewachsen sind. Die befestigte Stadt Kalesch erstreckt sich über ein Gebiet von 50 Quadratmeilen; einen großen Teil dieser Fläche nehmen Parks, Tempelanlagen und natürlich der kaiserliche Palast ein. Neben der prachtvollen Kathedrale des [[Kulte des Mittelreichs#Ignatus|Ignatus]] haben auch die Götter [[Kulte des Mittelreichs#Bantiala|Bantiala]] und [[Kulte des Mittelreichs#Alinata|Alinata]], [[Kulte des Mittelreichs#Mernat|Mernat]], [[Kulte des Mittelreichs#Jedek|Jedek]] und [[Kulte des Mittelreichs#Brindosch|Brindosch]] ihren Haupttempel in der Stadt. Der kaiserliche Palast ist quasi eine eigene Stadt innerhalb von Kalesch. Die äußeren Palastanlagen beherbergen den gesamten Beamtenapparat des Reiches sowie das Oberkommando der Armee und Kasernen der kaiserlichen Garde, die zu den am besten ausgebildeten Einheiten [[Ganthor]]s gehört und auf die besten Waffen und Rüstungen, Greife und sogar magische [[Artefakte]] zurückgreifen kann. In einem abgeschiedeneren Bereich der Anlagen sind Stallungen, Werkstätten und Gärten zu finden, was den Palast autark macht. In der Mitte der riesigen Anlage, umgeben von Mauern, liegt schließlich die Residenz des Kaisers; die Schönheit und Sicherheit dieses Gebäudes kommt sogar an die zwergische Baukunst heran. Kalesch wird oft als Nabel der Welt bezeichnet, was sich darin zeigt, dass hier alle Rassen Ganthors leben und durch ihre Kultur die Stadt mit prägen. Außerdem können hier alle erdenklichen Waren von südländischen Spezialitäten bis zu nordländischem Pelz erworben werden. Musik und Kunst, aber auch die Wissenschaften werden in dieser Stadt hoch angesehen, was viele Künstler und Wissenschaftler gleich welcher Rasse oder Fachrichtung anlockt. Es heißt, jeder könne sein Glück in Kalesch machen, wenn er nur gut genug ist...


Kaum 100 Meilen weiter östlich wurde [[Adar]], die zweitgrößte Stadt des [[:Kategorie:Mittelreich|Mittelreiches]] errichtet. Hier wird die Armee des Kaisers ausgebildet, und auf den Feldern vor Adar werden zu Übungszwecken ganze Schlachten ausgetragen. Die militärisch geprägte Stadt wird von einer riesigen Stadtmauer und einer starken Festung geschützt. Besonders berühmt ist die Stadt für ihre Architektur: Ein ganzes Stadtviertel wurde allein auf den großen Brücken, die den Fluss Isorn überspannen, errichtet. Weiterhin ist die Stadt bekannt für ihre Amüsiermeile, die Nordstraße, die besonders von den in den Garnisonen stationierten Soldaten frequentiert wird. Dem Ignatus-Kult ist diese Straße seit jeher ein Dorn im Auge, im Gegensatz zu anderen, kleineren und frommeren Städten können die Wächter des Lichts und der Reinheit jedoch hier dem Einfluss, den die Betreiber der Etablissements auf die Stadtoberen ausüben, nichts entgegensetzen.
Die Landschaft wurde über viele Jahrhunderte stark vom Menschen geprägt. Felder, Weiden, Hecken, kleinere Gehölze und dicht beieinanderliegende Dörfer bestimmen vor allem das Umland der großen Städte. Rund um Kalesch sind die Wälder weitgehend durchforstet, die Straßen gepflastert und selbst viele kleinere Brücken, Fähren und Zollstationen dauerhaft besetzt.


Die beiden Knotenpunkte der [[#Die Große Handelsstraße|Großen Handelsstraße]], [[Valoria]] im Norden und [[Morsok]] im Süden, sind ebenfalls zu großen Städten herangewachsen und fungieren als  Kommunikationszentren zwischen den [[:Kategorie:Borrograd|Nord-]] und den Mittellanden.
=== Klima ===


===Herrschaftsformen===
In Cor sind die Jahreszeiten deutlich ausgeprägt. Die Winter bleiben gewöhnlich mild genug, dass das Vieh nur selten dauerhaft in die Ställe getrieben werden muss. Für die Landwirtschaft stellen die heißen und bisweilen trockenen Sommer meist eine größere Belastung dar als die Kälte.
Die gesamten [[:Kategorie:Mittelreich|Mittellande]] stehen unter der Herrschaft eines Kaisers. Derzeitiger Kaiser ist der [[Halbelfen|Halbelf]] [[Illiasan]], der erst seit kurzem an der Macht ist. Mit ihm bricht ein neues Zeitalter für die Mittellande an, da er der erste Kaiser von nicht rein menschlichem Blute ist, was einerseits neue Verbündete schafft, andererseits aber auch genauso viele neue Feinde im In- und Ausland auf den Plan bringt.


Ursprünglich waren die Mittellande ein zersplittertes Land voll kleiner Königreiche und Fürstentümer, die sich irgendwann unter einem Kaiser zusammenschlossen. Von den kleinen Reichen zeugen noch heute die Verwaltungsbezirke, die oft noch die alten Namen tragen. Die Nachfahren der Fürsten und Könige haben ihren Adelsstatus behalten und verwalten als Barone ihre Bezirke. Mancherorts, wo Bezirke zusammengelegt wurden, gibt es Konflikte über die Frage, welche Adelsfamilie das Recht der Vorherrschaft besitzt. Diese Konflikte konnten oft durch strategische Hochzeiten oder Abfindungen gelöst werden, viel zu oft jedoch sind die Streitereien in offene Fehden ausgeartet, jahrelange Intrigen und versteckte Feindschaften sind ebenso keine Seltenheit.
Nur selten dringen die eisigen Nordwinde bis in das Herz der Mittellande vor. Innerhalb der letzten fünfzig Jahre geschah dies lediglich einmal mit solcher Stärke, dass Kalesch mehrere Wochen lang unter einer geschlossenen Schneedecke lag. Solche Winter gelten in Cor als außergewöhnliches Ereignis und bleiben lange im Gedächtnis der Bevölkerung.


Dem Kaiser ist es seit Hunderten von Jahren nicht mehr möglich, über das gesamte Reich nur mit Hilfe der Adeligen zu regieren. Daher wurde ein Pakt mit dem Hohepriester des [[Kulte des Mittelreichs#Ignatus|Ignatus]] getroffen, der einige Regionen auf Geheiß des Kaisers verwaltet. Alleine aufgrund der Unterschiede in den Steuerabgaben zwischen Ländereien des Kaisers und denen des Ignatus entsteht immer wieder Streit, der nicht immer zur Zufriedenheit der Parteien gelöst werden kann. Somit schwelen mancherorts seit Jahren Streitereien zwischen kaiserlichen Beamten und Priestern.
=== Flora und Fauna ===


===Kultur===
Mischwälder, Wiesen und Hecken prägen die natürliche Vegetation Cors. Die meisten in den gemäßigten Gebieten Ganthors verbreiteten Blumen, Heilkräuter und Nutzpflanzen gedeihen hier. Auf den Äckern werden Getreide, Obst und Gemüse angebaut, wenngleich die Erträge weder in Menge noch in Güte an jene des [[Zweistromtal|Zweistromtals]] heranreichen.
Der Lebensstil des Adels beruht teilweise noch auf den ritterlichen Ehrenkodizes der vergangenen Jahrhunderte. Im Gegensatz zum ausgeprägten Ehrgefühl haben sich Bewaffnung und Sitten jedoch stark geändert: Die Ritter von Cor leben nur an den Grenzen in stark befestigten Burgen, Festungen sind nur von Soldaten und Offizieren des Heeres besetzt. Von den "wahren Rittern", die mit [[Plattenrüstung]] und Pferd in die Schlacht stürmen, werden die Adeligen von Cor jedoch nur belächelt. Sie hüllen sich in feinste Gewänder, leben in prunkvollen Schlössern und sind mit aus Sicht der Ritter lächerlichen [[Degen]] und [[Säbel]]n bewaffnet. Würde ein Ritter diese Bemerkung jedoch in aller Öffentlichkeit machen, so wäre laut Kodex der Beleidigte gezwungen, Satisfaktion zu fordern. Duelle gehen in der Regel nicht bis zum Tod, sondern bis zum ersten Blut; allerdings sind nicht wenige hoffnungsvolle junge Adelige bei Duellen gestorben, um ihre Ehre oder die ihrer Angebeteten zu bewahren.


Die Antipathie der mittelländischen Ritter gegen den Adel von Cor beruht auf Gegenseitigkeit: Die Adeligen betrachten die Ritter als unzivilisierte Grobiane, ohne Contenance und Manieren. Um sich weiter abzugrenzen, betont der Adel seinen Hang zur Kultur. Jeder Herrscher fördert Maler, Komponisten oder Schauspieler, unterhält Orchester, Opernhäuser und Theater. Handwerk und Technik werden ebenso gefördert, da dies dem Adel Vorteile verschafft: Um eine prachtvollere Residenz als der benachbarte Fürst zu besitzen, scheuen viele keine Kosten, wenn es darum geht, die besten Architekten und Handwerker in den Hofstaat aufzunehmen und angemessen zu entlohnen. Mit der Zeit entstand so ein regelrechter Wettkampf, und die zahlreichen Städte Cors sind von prachtvollen Palästen, aber auch öffentlichen Gebäuden wie Gerichten, Badehäusern, Theatern und Denkmälern geprägt.
In den Wäldern und weniger dicht besiedelten Gebieten leben Bären, Luchse, Wölfe, Rotwild und kleinere Pelztiere. Greifvögel und zahlreiche Arten von Feld- und Singvögeln sind weit verbreitet. Auch [[Greif|Greife]] kommen in Cor vor, halten sich jedoch überwiegend in abgelegeneren Landschaften auf.


Das kulturelle Angebot steht auch den Untertanen offen: Diese können, ohne zu bezahlen, Konzerte, Opern und Ausstellungen besuchen, lediglich die besseren Plätze kosten einen nicht unbeträchtlichen Betrag. Finanziert wird das Leben des Adels sowie das kulturelle Angebot durch Steuern, was dazu führt, dass die Steuern in Cor die höchsten auf Ganthor sind. Nicht jeder kann sich diese Belastung leisten, was dazu führt, dass Arme, Pechvögel und unglückliche Händler die Provinzen in Scharen verlassen. Genauso viele werden wiederum von den guten Lebensbedingungen in Cor angezogen und ziehen dorthin, um ihr Glück zu machen: Der Bedarf an Handwerkern, Gebildeten und sogar Künstlern ist hier stets hoch.
== Bevölkerung ==


===Gottheiten===
=== Völker ===
[[Kulte des Mittelreichs#Ignatus|Ignatus]] und [[Kulte des Mittelreichs#Jedek|Jedek]] sind die staatstragenden Hauptgottheiten. Ignatus wurde nicht selten mit dem Kaiser persönlich in Verbindung gebracht. Jedek versteht sich als Wächter der Gerechtigkeit, und bislang schwor jeder neue Kaiser dem Obersten Wächter der Ordnung die Bewahrung der Gerechtigkeit. [[Illiasan]] ist der einzige, der diesen Schwur bisher nicht erneuert hat.


Neben den beiden Hauptgottheiten werden in den Mittellanden 14 weitere [[Kulte des Mittelreichs|Gottheiten]] verehrt, von denen jede bestimmte Zuständigkeitsbereiche hat. Unter der Herrschaft verschiedener Kaiser und Hohepriester haben die Kulte mit der Zeit wichtige Aufgaben des öffentlichen Lebens übernommen, was das Ansehen und auch die Macht der jeweiligen Organisation vergrößert hat. So hat der Kult des [[Kulte des Mittelreichs#Brindosch|Brindosch]], eigentlich für Handwerker und Bergbau zuständig, mit der Zeit die Kontrolle über die gesamte Münzprägung der Mittellande erhalten, was den Kult zu einem wichtigen Machtfaktor macht.
Als Kernland des Kaiserreichs zieht Cor Angehörige fast aller Völker Ganthors an. Den größten Teil der Bevölkerung stellen [[Mittelländer]] und [[Nordländer]]. Ebenfalls zahlreich sind [[Kategorie:Halblinge|Halblinge]], deren Reich unmittelbar an Cor grenzt und eng mit dessen Städten verbunden ist.


Die mächtigsten Kulte der Mittellande bleiben jedoch der Ignatus- und der Jedek-Kult. Die gesamte Rechtssprechung des Kaiserreichs basiert auf den Regeln des Jedek und wird von seinen Priestern vollzogen oder kontrolliert. Der Ignatus-Kult bezieht seine Macht aus der mythischen, von Ignatus selbst begünstigten Reichsgründung und dem daraus resultierenden Status als Beschützer und Wahrer des Reiches.
[[Halbelfen]] sind vielfach in die menschliche Gesellschaft eingegliedert. Die Krönung des halbelfischen Kaisers Illiasan hat ihre öffentliche Stellung gestärkt, zugleich aber auch neue Vorurteile und politische Feindschaften hervorgebracht. [[Halborks]] und [[Halbgoblins]] werden rechtlich geduldet, sind im Alltag jedoch häufig Benachteiligungen ausgesetzt. [[Halboger]] und [[Kategorie:Zwerge|Zwerge]] finden vor allem als Handwerker, Arbeiter, Söldner und Spezialisten Beschäftigung.


Die Macht des Ignatus-Kults begründet sich außerdem durch die alleinige Herrschaft der 16 Götter mit Ignatus als Hauptgott. Trotzdem sind die Mittellande recht offen gegenüber anderen Rassen; hierdurch haben sich tatsächlich verschiedene kleine Randgruppen gebildet, die Götzen, Elementare oder gar [[Dämon]]en anbeten. Die Priester des Ignatus gehen jedoch mit aller Härte gegen Todes- oder Chaos-Kulte vor, in seltenen Fällen auch gegen alles, was in den Augen des Ignatus als "böse" und falsch eingestuft wird. Um diese Gefahren aufzudecken, schrecken die Priester vor Folter und Todesstrafe nicht zurück. Da die Heilige Inquisition nicht im Rahmen der Gesetze des Jedek handelt, entstehen oft Konflikte, die die Inquisition meist dadurch gewinnt, dass sie auf den heiligen Willen des obersten Gottes verweist. Nichtsdestotrotz darf die Inquisition nur Urteile aussprechen und muss die Vollstreckung dem Jedek-Kult überlassen. Auch wenn die Urteile nicht auf dem Kodex des Jedek basieren, führen viele niedrigrangige Priester die "heiligen" Urteile des Ignatus aus, vor allem aus Angst, in den Ruf zu geraten, Ketzer zu unterstützen.
Seltener sind [[Südländer]] anzutreffen. Zwischen dem Mittelreich und den Staaten der [[Kategorie:Südlande|Südlande]] bestehen offene Feindseligkeiten, auch wenn Berater und Gesandte beider Seiten bislang einen großen Krieg verhindern konnten.


===Bildung===
Seit kurzer Zeit halten sich zudem einzelne [[Westmenschen]] in Cor auf, die sich selbst Tya'khsharr nennen. Eine kleine Gesandtschaft errichtete in Kalesch eine Botschaft in Gestalt eines schwarzen, scharfkantigen Gebäudes. Über ihre Absichten bewahren die Fremden bislang Stillschweigen.
Einzigartig in Cor ist die hohe Bildung der Bevölkerung: Fast alle Bürger, auch die Bauern, können lesen, schreiben und rechnen, was an der Möglichkeit liegt, kostenlos eine Volksschule zu besuchen, die aus Steuergeldern finanziert wird. Wohlhabendere Bürger lassen ihren Nachkommen in der Regel eine höhere Bildung zukommen, die meist einiges an Geld kostet. Diese Bildung wird von Tempeln, privaten Schulen oder auch dem Militär zur Verfügung gestellt, nicht selten ist dies jedoch mit Verpflichtungen gegenüber der Einrichtung verbunden. Einzig die Tempel bieten besonders begabten Kindern auch aus unteren Schichten die Möglichkeit, eine weiterführende Schulbildung kostenlos zu erhalten. Allerdings müssen die Kinder dann auch in den Diensten des Tempels bleiben. In den letzten Jahren haben einige Fürsten die Möglichkeiten erkannt, sich auf diese Weise treu ergebene Ingenieure und Künstler heranzuziehen – ein Konzept, das nicht immer aufgeht, da manche der Schützlinge sich durchaus ihre eigenen Gedanken über das vorherrschende System machen und es in Frage stellen. Seit einige so geförderte Philosophen das Volk zu Aufständen aufgehetzt haben, sind die Fürsten sehr vorsichtig geworden, was die Ausbildung von Schützlingen anbetrifft; manchen wäre es nur recht, das Volk in Unwissenheit zu belassen. Dies wird von den meisten Adeligen jedoch nicht unterstützt und als unkultiviert betrachtet, und ein Verbot der Bildung würde wohl zu einem weitaus schlimmeren Aufstand führen, als er von einigen Gelehrten je verursacht werden könnte.


====Berühmte Bildungseinrichtungen====
=== Siedlungen ===
=====Die Akademie des Krieges=====
Eine der ältesten Institutionen ist die Akademie des Krieges in [[Adar]]. Mit ca. 3000 Anwärtern jährlich ist sie zudem die größte Akademie auf ganz [[Ganthor]]. Ein ganzer Stadtteil von Adar ist dieser Akademie vorbehalten. Der Kaiser hat dank dieser Einrichtung die Möglichkeit, binnen weniger Tage eine Armee von mehreren Tausend Kämpfern auszuheben. Neben den gefürchteten schwer gepanzerten Reitern gibt es noch die kaiserlichen Hellebardiere sowie die regulären Truppen von Axt- und Schwertkämpfern.
=====Die Freie Akademie der Magischen Künste=====
Mitten in [[Kalesch]], der Hauptstadt des Reiches, steht die Freie Akademie der Magischen Künste. Fünf je 200 Schritt hohe, prachtvolle Türme sowie mehrere Nebengebäude stehen zur Ausbildung von [[Magier]]n bereit, und die Bibliotheken und magischen Labore sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die Akademiemagier geben sich selten mit den Belangen der nichtmagischen Bevölkerung ab, der Kaiser jedoch kann im Falle einer Bedrohung auf die mächtigen Kampfmagier der Akademie zählen.
=====Die Universität der Technischen Wissenschaften zu Kalesch=====
All diejenigen, die nicht der Magie mächtig sind und doch einen scharfen Geist besitzen, streben ein Studium an der Universität der Technischen Wissenschaften an. Das Studium ist kostenlos, allerdings werden in einem Test nur die Besten zur Aufnahme zugelassen. Finanziert wird die Universität vom Kaiser höchstpersönlich, einmal im Jahr inspiziert er sogar vor Ort die neuesten Errungenschaften der Forschenden. Die Universität hat das Ziel, alle nichtmagischen Geheimnisse der Welt zu entschlüsseln und Nutzen aus diesem Wissen zu ziehen. Den Kaiser interessiert vor allem Gerät, das sich zur Vergrößerung seiner Macht nutzen lässt, vor allem neue Waffen sind interessant. Die Universität hat jedoch schon viele Erfindungen hervorgebracht, die das Leben der einfachen Menschen erleichtert haben: Hebemaschinen, schnellere Boote und bessere Ackerbautechniken sind nur ein kleiner Teil des Spektrums der Erfindungen.


===Wirtschaft===
Die Bevölkerung Cors konzentriert sich auf die großen Verkehrswege und die fruchtbaren Ebenen zwischen Kalesch und Adar. Neben den Städten liegen dort zahlreiche Dörfer, Güter und kleinere befestigte Marktorte. Viele ehemalige Handelsposten entlang der Großen Handelsstraße sind im Laufe der Zeit zu Städten mit mehreren Tausend, mitunter sogar mehreren Zehntausend Einwohnern herangewachsen.
====Die Große Handelsstraße====
Eine gewaltige Straße zieht sich von [[Valoria]] über das [[Findlingsfeld]] bis nach [[Kalesch]]. Von dort aus teilt sie sich. Der eine Strang geht weiter nach [[Adar]], der andere führt ins [[Das Zweistromtal|Zweistromtal]] nach [[Morsok]]. Diese Straße gilt als der wichtigste Verkehrsweg des [[:Kategorie:Mittelreich|Mittelreiches]] und bindet das Kaiserreich an die [[:Kategorie:Borrograd|Nordlande]] und das [[Halblingreich]] an. Die Rohstoffe und Produkte, die auf dieser Straße gehandelt werden, sind vielfältig in Art und Wert: Von einfachem Bauholz bis zu wertvollsten magischen [[Artefakte]]n werden alle nur vorstellbaren Dinge von Nord nach Süd und umgekehrt transportiert. Entlang der Großen Handelsstraße wurden vor Jahrhunderten Handelsposten errichtet, die im Laufe der Jahre zu Städten gewachsen sind, manche davon haben inzwischen sogar einige Zehntausend Einwohner. Von diesen Städten zweigen viele kleinere Handelsstraßen ab, die das "Hinterland", wie es spöttisch von den Händlern genannt wird, mit Waren versorgen.


Aufgrund der zentralen Organisation des Handels – ohne die Große Handelsstraße würde die Wirtschaft des gesamten Kaiserreichs zusammenbrechen – hat der Kaiser größtes Interesse daran, dass diese auch intakt bleibt. In Kalesch gibt es daher eine eigene Verwaltungsabteilung zur Instandhaltung und zum Schutz der Straße, die Handelsbehörde. Die Behörde beschäftigt eine große Zahl von Arbeitern, die an den Handelsposten oder in Städten stationiert sind und die Straße intakt halten. Auch kann die Behörde über eine nicht geringe Zahl von Soldaten verfügen, die die Handelsposten oder gewisse Abschnitte der Straße bewachen. Finanziert wird dies über die Abgaben, die Händler für die Benutzung der Straße entrichten müssen. Da die Handelsbehörde über großen Einfluss und Macht im Verwaltungsapparat von Kalesch verfügt, hat sie viele Feinde, besonders bei den Kirchen und dem [[Kulte des Mittelreichs#Mernat|Mernat]]-Kult, der es am liebsten sähe, wenn die Große Handelsstraße eine "Heilige Handelsstraße" unter der Kontrolle des Kultes wäre.
Abseits dieser Achsen ist das Land dünner besiedelt. Im Osten liegen größere Waldgebiete und befestigte Adelssitze, während sich im Süden zahlreiche Grenzburgen und Garnisonen gegenüber den Fürstentümern befinden.


====Handel====
== Herrschaft und Verwaltung ==
Der Handel mit den [[Halblinge]]n und den [[Grauzwerge]]n ist für Cor von elementarer Bedeutung. Von den Halblingen beziehen die [[Mittelländer]] beste handwerkliche Waren, und manchmal sogar magische [[Artefakte]] aus [[Kraterkern]]. Die Grauzwerge sind mit ihrem Erfindungsreichtum und ihren technischen Möglichkeiten den meisten Menschen deutlich überlegen. Daher bezieht der Kaiser große Teile seiner Kriegsmaschinerie sowie Baugerätschaften von den Grauzwergen.


Die [[Südländer]] haben alle größeren Handelsverträge mit den Mittelländern beendet. Dennoch segelt das eine oder andere Handelsschiff das [[Das Zweistromtal|Zweistromtal]] hinauf oder versucht, mit einem Handelstross über die [[Fürstentümer]] als Mittler seine Waren an den Mann zu bringen.
=== Kaiser und Provinz ===


Da die [[Nordländer]] in einzelnen autarken Stadtstaaten organisiert sind, sind es lediglich einige wenige, mit denen der Kaiser Handelsverträge abschließen konnte. Da die Nord-"Barbaren", wie sie bei den Mittelländern gerne genannt werden, stets miteinander im Streit liegen, ist es für die Händler immer wieder ein Spiel mit dem Leben, eine solche Stadt anzufahren.
Cor gehört unmittelbar zum Herrschaftsgebiet des Kaisers. Gegenwärtiger Herrscher ist [[Illiasan]], der nach dem Sturz Rethals II. den Thron bestieg. Als erster Kaiser von nicht rein menschlicher Abstammung genießt er vor allem unter Händlern, Teilen des Adels und der einfachen Bevölkerung Unterstützung, besitzt aber erbitterte Gegner im Ritterstand und innerhalb des [[Kult des Jedek|Jedek-Kults]].
Die [[Elfen]] erschienen zur Krönung des neuen Kaisers [[Illiasan]] mit einer kleinen Gesandtschaft. Seither gibt es einige kleine Handelsverträge mit den Menschen, die ersten Handelsabkommen zwischen Menschen und Elfen überhaupt. Meist handelt es sich bei der Ware um besten Zwergenstahl, der gegen das berühmte Elfenholz, Kristallwaffen oder seltenste Kräuter getauscht wird.


====Söldnerwesen====
Illiasan stellte die unter Rethal II. aufgehobene Verbindung von Rittertum und Adel wieder her und gab den Fürsten erneut die Befugnis, mit eigenen Truppen für Ordnung zu sorgen. Die Sicherheit in Cor verbesserte sich dadurch deutlich. Neben dem [[Zweistromtal]] gilt die Provinz heute als sicherster Teil des Kaiserreichs, auch wenn Räuberbanden und umherziehende Kreaturen auf weniger bewachten Straßen weiterhin eine Gefahr darstellen.
Da der Reichtum der [[#Die Große Handelsstraße|Großen Handelsstraße]] allerlei übles Gesindel magisch anzieht und größere Räuberbanden sogar vor Überfällen auf bewaffnete Händler nicht zurückschrecken, hat der Kaiser der Handelsbehörde Truppen unterstellt, die den Handel schützen sollen. Da diese Truppen jedoch bei weitem nicht ausreichen, helfen sich die Händler selbst und heuern Söldner an, die ihre Waren und ihr Leben beschützen. Mit der Zeit hat sich in jeder Stadt entlang der Handelsstraße eine Söldnergilde gebildet, die zu festen Preisen Söldner an jeden vermittelt, der seine Probleme mit Waffen lösen (lassen) will. Viele Gilden haben sich zu größeren Gilden zusammengeschlossen, die untereinander starke Rivalitäten entwickelt haben. Nicht selten passiert es, dass Söldner unterschiedlicher Gilden in Herbergen entlang der Handelsstraße aneinandergeraten und das gesamte Inventar des Hauses zerlegen. Diese Konfrontationen sind bei den Händlern nicht gern gesehen, viel dagegen tun können sie jedoch nicht. In letzter Zeit sind Händler dazu übergegangen, solche unliebsamen Zwischenfälle mit einer Reduzierung des Soldes zu bestrafen, genützt hat es jedoch bislang nur wenig.


Das Söldnerwesen ist mittlerweile zu einem bedeutenden Wirtschaftssektor im [[:Kategorie:Mittelreich|Mittelreich]] geworden, da viele von den käuflichen Kriegern abhängen, etwa Waffenschmiede, Wirte und Bauern, die den Söldnern die Verpflegung verkaufen können.
=== Adel und Verwaltungsbezirke ===


==Besondere Orte und Personen==
Vor der Gründung des Kaiserreichs war das Land in zahlreiche Königreiche und Fürstentümer geteilt. Ihre Grenzen und Namen leben in vielen heutigen Verwaltungsbezirken fort. Die Nachfahren der früheren Herrscher behielten ihren Adelsstand und verwalten ihre Bezirke im Namen des Kaisers als Barone oder Fürsten.
*[[Der Tafelberg]]
 
*[[Sonnenfaust]]
Wo mehrere alte Gebiete zusammengelegt wurden, streiten rivalisierende Familien bis heute um Vorrang, Titel und Besitz. Manche dieser Konflikte konnten durch Heiraten oder Abfindungen beigelegt werden; andere führten zu Fehden, langjährigen Intrigen und verdeckter Gewalt.
*[[Fürst Mordwig]]
 
Der Kaiser kann die umfangreiche Provinz nicht allein durch den Adel verwalten. Teile Cors werden daher von kaiserlichen Beamten geführt, andere auf Grundlage eines alten Paktes durch Amtsträger des [[Kult des Ignatus|Ignatus-Kults]]. Unterschiedliche Steuerpflichten und Zuständigkeiten führen regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen weltlicher Verwaltung und Kirche.
 
== Gesellschaft und Kultur ==
 
[[Datei:Cor_Hofkultur.png|mini|hochkant=1.5|Musik, bildende Kunst und formelle Duelle prägen die höfische Kultur Cors]]
 
=== Höfische Kultur ===
 
Die Adelskultur Cors ging aus den ritterlichen Traditionen der früheren Reiche hervor, hat sich von diesen jedoch deutlich entfernt. Während Ritter an den Grenzen in befestigten Burgen leben und mit schwerer Rüstung und Reiterwaffen in den Kampf ziehen, bevorzugt der Hofadel kostbare Gewänder, prunkvolle Residenzen und leichte Waffen wie [[Degen]] und [[Säbel]].
 
Ehre besitzt dennoch große Bedeutung. Öffentliche Beleidigungen können eine Forderung nach Satisfaktion nach sich ziehen. Solche Duelle werden gewöhnlich nur bis zum ersten Blut ausgetragen, enden durch Unerfahrenheit oder persönlichen Hass jedoch gelegentlich tödlich.
 
Zwischen dem Adel Cors und den traditionelleren Rittern des Reiches besteht eine ausgeprägte gegenseitige Abneigung. Viele Ritter halten die Höflinge für verweichlicht, während der Hofadel die Ritter als grob und ungebildet betrachtet. Zur bewussten Abgrenzung fördert nahezu jeder bedeutende Herrscher Maler, Komponisten, Schauspieler, Architekten und Gelehrte. Der Wettstreit um die prächtigste Residenz hat zahlreiche Städte Cors mit Palästen, Badehäusern, Gerichten, Theatern und Denkmälern bereichert.
 
Konzerte, Opern und Ausstellungen stehen grundsätzlich auch der übrigen Bevölkerung offen. Nur die bevorzugten Plätze sind wohlhabenden Besuchern vorbehalten. Finanziert werden das höfische Leben und große Teile des Kulturangebots durch Steuern, die in Cor höher sind als in den meisten anderen Ländern Ganthors. Die Belastung treibt manche Bauern, Handwerker und erfolglose Händler aus der Provinz. Gleichzeitig ziehen die Sicherheit, die Bildungseinrichtungen und die stetige Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften viele neue Bewohner an.
 
=== Bildung ===
 
Cor zeichnet sich durch einen ungewöhnlich hohen Bildungsstand aus. Nahezu alle freien Bürger erhalten die Möglichkeit, eine aus Steuermitteln finanzierte Volksschule zu besuchen und dort Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.
 
Eine höhere Bildung wird von Tempeln, privaten Schulen, dem Militär und einzelnen Adelshäusern angeboten. Sie ist meist kostenpflichtig oder mit einer späteren Dienstverpflichtung verbunden. Tempel nehmen besonders begabte Kinder aus ärmeren Familien auf, verlangen dafür jedoch gewöhnlich, dass diese nach ihrer Ausbildung im Dienst des jeweiligen Kultes bleiben.
 
Einige Adelige fördern gezielt begabte Kinder, um loyale Ingenieure, Künstler und Gelehrte für den eigenen Hof auszubilden. Nachdem einzelne Schützlinge die bestehende Ordnung kritisierten und zu Aufständen aufriefen, wird diese Praxis vorsichtiger betrieben. Ein grundsätzliches Bildungsverbot lehnt die Mehrheit des Adels dennoch als unkultiviert und politisch gefährlich ab.
 
== Religion und Recht ==
 
=== Staatstragende Kulte ===
 
[[Ignatus]] und [[Jedek]] gelten als die staatstragenden Gottheiten Cors. Der Ignatus-Kult beruft sich auf die von seinem Gott begünstigte Gründung des Kaiserreichs und versteht sich als Beschützer und Wahrer des Reiches. Jedek steht für Ordnung und Gerechtigkeit. Jeder Kaiser vor Illiasan schwor dem Obersten Wächter des Jedek, die Gerechtigkeit zu bewahren; Illiasan hat diesen Schwur bislang nicht erneuert.
 
Neben ihnen werden die übrigen [[Götter des Mittelreichs|Götter des Mittelreichs]] verehrt. Viele Kulte übernahmen im Laufe der Jahrhunderte öffentliche Aufgaben. Der [[Kult des Brindosch]] beaufsichtigt beispielsweise die Münzprägung, während der Jedek-Kult die Rechtsprechung des Kaiserreichs vollzieht oder kontrolliert.
 
=== Religiöse Konflikte ===
 
Die Offenheit der großen Städte hat auch Anhänger fremder Götter, Elementarkulte und andere kleine Glaubensgemeinschaften nach Cor geführt. Der Ignatus-Kult geht besonders hart gegen Todes- und Chaoskulte vor und verfolgt mitunter auch Gruppen, die er lediglich als gefährlich oder irrig einstuft.
 
Der [[Orden des Heiligen Schwertes]] handelt bei der Verfolgung von Ketzerei nicht immer nach dem Gesetz des Jedek. Er darf zwar Urteile aussprechen, ihre Vollstreckung obliegt jedoch dem Jedek-Kult. Daraus entstehen wiederholt Konflikte zwischen beiden Orden. Niedere Jedek-Priester vollstrecken dennoch häufig die Urteile des Schwertordens, nicht zuletzt aus Furcht, selbst in den Verdacht der Ketzerei zu geraten.
 
== Wirtschaft ==
 
=== Landwirtschaft und Handwerk ===
 
Cor kann einen großen Teil seiner Bevölkerung mit Getreide, Obst, Gemüse und Vieh aus der eigenen Provinz versorgen, bleibt bei besonders hochwertigen und umfangreichen Agrarlieferungen jedoch auf das Zweistromtal angewiesen. In den Städten sind Bauhandwerk, Metallverarbeitung, Textilgewerbe, Kunsthandwerk und die Herstellung von Luxusgütern bedeutend.
 
Der Bedarf des Adels an neuen Residenzen, Kunstwerken und technischen Neuerungen sichert Architekten, Steinmetzen, Künstlern und Ingenieuren ein gutes Auskommen. Militär, Verwaltung und Kulte gehören ebenfalls zu den größten Auftraggebern.
 
=== Die Große Handelsstraße ===
 
[[Datei:Cor_Grosse_Handelsstrasse.png|mini|hochkant=1.6|Händler, Soldaten und Straßenarbeiter an einem befestigten Posten der Großen Handelsstraße]]
 
Die [[Große Handelsstraße]] ist der wichtigste Verkehrsweg des Mittelreichs. Von [[Valoria]] führt sie über das [[Findlingsfeld]], [[Karpulsar]], [[Königsplatz]] und [[Wolbrandt]] nach Kalesch. Südöstlich der Hauptstadt erreicht sie [[Dreisprung]] und teilt sich dort: Der östliche Weg führt nach Adar, der westliche über [[Isornfurt]] und [[Diesheim]] zum Zweistrom. Von Diesheim werden die Waren auf Flusskähne verladen und über Argas und Gerras bis [[Argashafen]] transportiert.
 
Entlang der Straße liegen befestigte Handelsposten, Zollstationen, Herbergen und gewachsene Marktstädte. Kleinere Wege verbinden diese Orte mit den Dörfern und Gütern des Hinterlands.
 
Die kaiserliche Handelsbehörde ist für Unterhalt und Schutz der Straße zuständig. Sie beschäftigt Straßenarbeiter, verwaltet die Posten und verfügt über eigene Soldaten. Finanziert wird ihre Arbeit durch Abgaben der Händler. Ihr großer Einfluss im Verwaltungsapparat Kaleschs führt zu Spannungen mit mehreren Kulten, insbesondere mit dem [[Mernat|Mernat-Kult]], der die Handelsstraße gern unter seine eigene Aufsicht stellen würde.
 
=== Fernhandel ===
 
Der Handel mit dem Halblingreich und den [[Grauzwerge|Grauzwergen]] ist für Cor von großer Bedeutung. Die Halblinge liefern hochwertige Handwerkswaren und gelegentlich magische Artefakte aus [[Kraterkern]]. Von den technisch hoch entwickelten Grauzwergen bezieht das Kaiserreich Kriegsgerät, Werkzeuge und Baumaschinen.
 
Die Staaten der Südlande haben ihre größeren Handelsverträge mit dem Mittelreich beendet. Einzelne Schiffe und Karawanen gelangen dennoch über das Zweistromtal oder durch Vermittlung der Fürstentümer nach Cor.
 
Mit einigen Stadtstaaten der Nordlande bestehen Handelsabkommen. Ihre häufigen Fehden machen Reisen dorthin jedoch gefährlich. Seit Illiasans Krönung gibt es zudem erste begrenzte Handelsverträge mit den Elfen. Zu den gehandelten Gütern zählen Zwergenstahl, Elfenholz, Kristallwaffen und seltene Kräuter.
 
=== Söldnerwesen ===
 
Die Soldaten der Handelsbehörde reichen nicht aus, um jeden Transport zu schützen. Viele Kaufleute beschäftigen deshalb Söldner. In fast jeder größeren Stadt entlang der Handelsstraße existieren Söldnergilden, die bewaffnete Begleiter zu festen Preisen vermitteln.
 
Zwischen den Gilden herrscht eine ausgeprägte Rivalität. Auseinandersetzungen in Herbergen und Marktorten sind häufig und schaden dem Ruf der Söldner. Dennoch bilden sie inzwischen einen bedeutenden Wirtschaftszweig, von dem Waffenhandwerker, Wirte, Fuhrleute und Versorger abhängig sind.
 
== Bedeutende Städte und Orte ==
 
=== Kalesch ===
 
[[Kalesch]] ist Hauptstadt des Mittelreichs und Regierungssitz des Kaisers. Rund 180.000 Menschen leben innerhalb der Stadtmauern; in den mit der Stadt zusammengewachsenen Siedlungen des Umlands wohnen noch einmal etwa doppelt so viele. Der kaiserliche Palastbezirk, die [[Kathedrale zu Kalesch|Kathedrale des Ignatus]], die [[Freie Akademie der Magischen Künste zu Kalesch]] und zahlreiche Haupttempel machen Kalesch zum politischen, religiösen und kulturellen Mittelpunkt Cors.
 
Die Stadt ist für ihre aus weißem Stein errichteten Mauern und acht gewaltigen Engelsfiguren bekannt. Kaufleute und Gesandte aus vielen Ländern prägen ihr Straßenbild. Eine ausführliche Beschreibung befindet sich im Artikel [[Kalesch]].
 
=== Adar ===
 
Kaum hundert Meilen östlich von Kalesch liegt [[Adar]], die zweitgrößte Stadt des Mittelreichs. Sie ist die wichtigste Ausbildungsstadt des kaiserlichen Heeres und zugleich ein Zentrum der Steinmetzkunst, Metallverarbeitung und des Handels mit dem Halblingreich.
 
Zu ihren Wahrzeichen gehören der Weiße Wall und das auf drei großen Isornbrücken errichtete Brückenviertel. Die Vergnügungsstätten der Nordstraße stehen seit langem im Konflikt mit dem Ignatus-Kult.
 
=== Weitere Orte ===
 
* Der [[Tafelberg]] begrenzt Cor im Norden und gilt als heiliger Ort.
* Die [[Sonnenfaust]] ist ein bedeutendes Heiligtum des Ignatus auf dem Tafelberg.
* [[Dreisprung]] ist der Knotenpunkt, an dem sich die Große Handelsstraße in den östlichen Weg nach Adar und den westlichen Weg zum Zweistrom teilt.
* [[Königsplatz]] und [[Wolbrandt]] sind wichtige Stationen nördlich von Kalesch.
* [[Isornfurt]] und [[Diesheim]] verbinden Cor mit dem Zweistromtal.
 
== Bedeutende Bildungseinrichtungen ==
 
* Die [[Adar#Akademie_des_Krieges_zu_Adar|Akademie des Krieges]] in Adar ist eine der ältesten und größten militärischen Lehranstalten Ganthors. Sie bildet Offiziere und reguläre Truppen des Kaiserreichs aus.
* Die [[Freie Akademie der Magischen Künste zu Kalesch]] ist die größte bekannte Magierakademie Ganthors. Ihre fünf Türme beherbergen die Fakultäten der dort gelehrten Magierichtungen; Todesmagie wird nicht unterrichtet.
* Die Universität der Technischen Wissenschaften zu Kalesch nimmt nach einer anspruchsvollen Prüfung besonders begabte Studierende auf. Ihre Forschenden entwickeln unter anderem Baumaschinen, schnellere Schiffe, neue Ackerbautechniken und Waffen.
 
== Bedeutende Personen ==
 
* [[Illiasan]], gegenwärtiger Kaiser des Mittelreichs
* [[Fürst Mordwig]], Herrscher eines bedeutenden Bezirks in Cor
 
== Siehe auch ==
 
* [[Geschichte Mittelreich|Geschichte des Mittelreichs]]
* [[Kulte des Mittelreichs]]
* [[Götter des Mittelreichs]]
* [[Große Handelsstraße]]
* [[Kalesch]]
* [[Adar]]

Aktuelle Version vom 26. Juli 2026, 21:15 Uhr


Die fruchtbaren Ebenen Cors mit dem Tafelberg und Kalesch in der Ferne

Cor ist die zentrale Provinz des Mittelreichs und das politische, kulturelle und wirtschaftliche Herz des Kaiserreichs. In der alten Sprache der Gelehrten wurde das Land als Cor Imperii – „Herz des Reiches“ – bezeichnet. Im Laufe der Zeit verkürzte sich der Name zu Cor; seine ursprüngliche Bedeutung ist heute nur noch wenigen Bewohnern bekannt.

In Cor liegen die Kaiserstadt Kalesch, die Militärstadt Adar und mehrere bedeutende Knotenpunkte der Großen Handelsstraße. Die fruchtbaren Ebenen, die vergleichsweise sicheren Verkehrswege und die Nähe zum Halblingreich machten die Region zu einem der am dichtesten besiedelten und wohlhabendsten Gebiete Ganthors. Zugleich treten hier die Spannungen des Kaiserreichs besonders deutlich hervor: zwischen Kaiser und Kulten, Adel und Rittern, kulturellem Anspruch und hoher Steuerlast sowie alten menschlichen Traditionen und der Herrschaft des halbelfischen Kaisers Illiasan.

Geografie

Grenzen und Landschaft

Cor erstreckt sich über eine weite Ebene, die von niedrigen Mittelgebirgen, sanften Hügeln und einzelnen Mischwäldern durchzogen wird. Im Norden erhebt sich der heilige Tafelberg, an dessen Fuß Kalesch erbaut wurde. Weiter nordöstlich geht die Ebene in ein Hügelland über, in dessen Zentrum der Krater des Halblingreichs liegt.

Nach Osten steigt das Gelände allmählich zum hin an und wird zunehmend bewaldet. Eine festgelegte Grenzlinie trennt Cor dort von den Tälern des Großen Rückens. Im Süden schließt sich jenseits einer künstlich gezogenen Grenze das Gebiet der unabhängigen Fürstentümer an. Im Westen bildet das Zweistromtal mit den Flüssen Argas und Gerras den Übergang zur nächsten Großregion der Mittellande.

Die Landschaft wurde über viele Jahrhunderte stark vom Menschen geprägt. Felder, Weiden, Hecken, kleinere Gehölze und dicht beieinanderliegende Dörfer bestimmen vor allem das Umland der großen Städte. Rund um Kalesch sind die Wälder weitgehend durchforstet, die Straßen gepflastert und selbst viele kleinere Brücken, Fähren und Zollstationen dauerhaft besetzt.

Klima

In Cor sind die Jahreszeiten deutlich ausgeprägt. Die Winter bleiben gewöhnlich mild genug, dass das Vieh nur selten dauerhaft in die Ställe getrieben werden muss. Für die Landwirtschaft stellen die heißen und bisweilen trockenen Sommer meist eine größere Belastung dar als die Kälte.

Nur selten dringen die eisigen Nordwinde bis in das Herz der Mittellande vor. Innerhalb der letzten fünfzig Jahre geschah dies lediglich einmal mit solcher Stärke, dass Kalesch mehrere Wochen lang unter einer geschlossenen Schneedecke lag. Solche Winter gelten in Cor als außergewöhnliches Ereignis und bleiben lange im Gedächtnis der Bevölkerung.

Flora und Fauna

Mischwälder, Wiesen und Hecken prägen die natürliche Vegetation Cors. Die meisten in den gemäßigten Gebieten Ganthors verbreiteten Blumen, Heilkräuter und Nutzpflanzen gedeihen hier. Auf den Äckern werden Getreide, Obst und Gemüse angebaut, wenngleich die Erträge weder in Menge noch in Güte an jene des Zweistromtals heranreichen.

In den Wäldern und weniger dicht besiedelten Gebieten leben Bären, Luchse, Wölfe, Rotwild und kleinere Pelztiere. Greifvögel und zahlreiche Arten von Feld- und Singvögeln sind weit verbreitet. Auch Greife kommen in Cor vor, halten sich jedoch überwiegend in abgelegeneren Landschaften auf.

Bevölkerung

Völker

Als Kernland des Kaiserreichs zieht Cor Angehörige fast aller Völker Ganthors an. Den größten Teil der Bevölkerung stellen Mittelländer und Nordländer. Ebenfalls zahlreich sind , deren Reich unmittelbar an Cor grenzt und eng mit dessen Städten verbunden ist.

Halbelfen sind vielfach in die menschliche Gesellschaft eingegliedert. Die Krönung des halbelfischen Kaisers Illiasan hat ihre öffentliche Stellung gestärkt, zugleich aber auch neue Vorurteile und politische Feindschaften hervorgebracht. Halborks und Halbgoblins werden rechtlich geduldet, sind im Alltag jedoch häufig Benachteiligungen ausgesetzt. Halboger und finden vor allem als Handwerker, Arbeiter, Söldner und Spezialisten Beschäftigung.

Seltener sind Südländer anzutreffen. Zwischen dem Mittelreich und den Staaten der bestehen offene Feindseligkeiten, auch wenn Berater und Gesandte beider Seiten bislang einen großen Krieg verhindern konnten.

Seit kurzer Zeit halten sich zudem einzelne Westmenschen in Cor auf, die sich selbst Tya'khsharr nennen. Eine kleine Gesandtschaft errichtete in Kalesch eine Botschaft in Gestalt eines schwarzen, scharfkantigen Gebäudes. Über ihre Absichten bewahren die Fremden bislang Stillschweigen.

Siedlungen

Die Bevölkerung Cors konzentriert sich auf die großen Verkehrswege und die fruchtbaren Ebenen zwischen Kalesch und Adar. Neben den Städten liegen dort zahlreiche Dörfer, Güter und kleinere befestigte Marktorte. Viele ehemalige Handelsposten entlang der Großen Handelsstraße sind im Laufe der Zeit zu Städten mit mehreren Tausend, mitunter sogar mehreren Zehntausend Einwohnern herangewachsen.

Abseits dieser Achsen ist das Land dünner besiedelt. Im Osten liegen größere Waldgebiete und befestigte Adelssitze, während sich im Süden zahlreiche Grenzburgen und Garnisonen gegenüber den Fürstentümern befinden.

Herrschaft und Verwaltung

Kaiser und Provinz

Cor gehört unmittelbar zum Herrschaftsgebiet des Kaisers. Gegenwärtiger Herrscher ist Illiasan, der nach dem Sturz Rethals II. den Thron bestieg. Als erster Kaiser von nicht rein menschlicher Abstammung genießt er vor allem unter Händlern, Teilen des Adels und der einfachen Bevölkerung Unterstützung, besitzt aber erbitterte Gegner im Ritterstand und innerhalb des Jedek-Kults.

Illiasan stellte die unter Rethal II. aufgehobene Verbindung von Rittertum und Adel wieder her und gab den Fürsten erneut die Befugnis, mit eigenen Truppen für Ordnung zu sorgen. Die Sicherheit in Cor verbesserte sich dadurch deutlich. Neben dem Zweistromtal gilt die Provinz heute als sicherster Teil des Kaiserreichs, auch wenn Räuberbanden und umherziehende Kreaturen auf weniger bewachten Straßen weiterhin eine Gefahr darstellen.

Adel und Verwaltungsbezirke

Vor der Gründung des Kaiserreichs war das Land in zahlreiche Königreiche und Fürstentümer geteilt. Ihre Grenzen und Namen leben in vielen heutigen Verwaltungsbezirken fort. Die Nachfahren der früheren Herrscher behielten ihren Adelsstand und verwalten ihre Bezirke im Namen des Kaisers als Barone oder Fürsten.

Wo mehrere alte Gebiete zusammengelegt wurden, streiten rivalisierende Familien bis heute um Vorrang, Titel und Besitz. Manche dieser Konflikte konnten durch Heiraten oder Abfindungen beigelegt werden; andere führten zu Fehden, langjährigen Intrigen und verdeckter Gewalt.

Der Kaiser kann die umfangreiche Provinz nicht allein durch den Adel verwalten. Teile Cors werden daher von kaiserlichen Beamten geführt, andere auf Grundlage eines alten Paktes durch Amtsträger des Ignatus-Kults. Unterschiedliche Steuerpflichten und Zuständigkeiten führen regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen weltlicher Verwaltung und Kirche.

Gesellschaft und Kultur

Musik, bildende Kunst und formelle Duelle prägen die höfische Kultur Cors

Höfische Kultur

Die Adelskultur Cors ging aus den ritterlichen Traditionen der früheren Reiche hervor, hat sich von diesen jedoch deutlich entfernt. Während Ritter an den Grenzen in befestigten Burgen leben und mit schwerer Rüstung und Reiterwaffen in den Kampf ziehen, bevorzugt der Hofadel kostbare Gewänder, prunkvolle Residenzen und leichte Waffen wie Degen und Säbel.

Ehre besitzt dennoch große Bedeutung. Öffentliche Beleidigungen können eine Forderung nach Satisfaktion nach sich ziehen. Solche Duelle werden gewöhnlich nur bis zum ersten Blut ausgetragen, enden durch Unerfahrenheit oder persönlichen Hass jedoch gelegentlich tödlich.

Zwischen dem Adel Cors und den traditionelleren Rittern des Reiches besteht eine ausgeprägte gegenseitige Abneigung. Viele Ritter halten die Höflinge für verweichlicht, während der Hofadel die Ritter als grob und ungebildet betrachtet. Zur bewussten Abgrenzung fördert nahezu jeder bedeutende Herrscher Maler, Komponisten, Schauspieler, Architekten und Gelehrte. Der Wettstreit um die prächtigste Residenz hat zahlreiche Städte Cors mit Palästen, Badehäusern, Gerichten, Theatern und Denkmälern bereichert.

Konzerte, Opern und Ausstellungen stehen grundsätzlich auch der übrigen Bevölkerung offen. Nur die bevorzugten Plätze sind wohlhabenden Besuchern vorbehalten. Finanziert werden das höfische Leben und große Teile des Kulturangebots durch Steuern, die in Cor höher sind als in den meisten anderen Ländern Ganthors. Die Belastung treibt manche Bauern, Handwerker und erfolglose Händler aus der Provinz. Gleichzeitig ziehen die Sicherheit, die Bildungseinrichtungen und die stetige Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften viele neue Bewohner an.

Bildung

Cor zeichnet sich durch einen ungewöhnlich hohen Bildungsstand aus. Nahezu alle freien Bürger erhalten die Möglichkeit, eine aus Steuermitteln finanzierte Volksschule zu besuchen und dort Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.

Eine höhere Bildung wird von Tempeln, privaten Schulen, dem Militär und einzelnen Adelshäusern angeboten. Sie ist meist kostenpflichtig oder mit einer späteren Dienstverpflichtung verbunden. Tempel nehmen besonders begabte Kinder aus ärmeren Familien auf, verlangen dafür jedoch gewöhnlich, dass diese nach ihrer Ausbildung im Dienst des jeweiligen Kultes bleiben.

Einige Adelige fördern gezielt begabte Kinder, um loyale Ingenieure, Künstler und Gelehrte für den eigenen Hof auszubilden. Nachdem einzelne Schützlinge die bestehende Ordnung kritisierten und zu Aufständen aufriefen, wird diese Praxis vorsichtiger betrieben. Ein grundsätzliches Bildungsverbot lehnt die Mehrheit des Adels dennoch als unkultiviert und politisch gefährlich ab.

Religion und Recht

Staatstragende Kulte

Ignatus und Jedek gelten als die staatstragenden Gottheiten Cors. Der Ignatus-Kult beruft sich auf die von seinem Gott begünstigte Gründung des Kaiserreichs und versteht sich als Beschützer und Wahrer des Reiches. Jedek steht für Ordnung und Gerechtigkeit. Jeder Kaiser vor Illiasan schwor dem Obersten Wächter des Jedek, die Gerechtigkeit zu bewahren; Illiasan hat diesen Schwur bislang nicht erneuert.

Neben ihnen werden die übrigen Götter des Mittelreichs verehrt. Viele Kulte übernahmen im Laufe der Jahrhunderte öffentliche Aufgaben. Der Kult des Brindosch beaufsichtigt beispielsweise die Münzprägung, während der Jedek-Kult die Rechtsprechung des Kaiserreichs vollzieht oder kontrolliert.

Religiöse Konflikte

Die Offenheit der großen Städte hat auch Anhänger fremder Götter, Elementarkulte und andere kleine Glaubensgemeinschaften nach Cor geführt. Der Ignatus-Kult geht besonders hart gegen Todes- und Chaoskulte vor und verfolgt mitunter auch Gruppen, die er lediglich als gefährlich oder irrig einstuft.

Der Orden des Heiligen Schwertes handelt bei der Verfolgung von Ketzerei nicht immer nach dem Gesetz des Jedek. Er darf zwar Urteile aussprechen, ihre Vollstreckung obliegt jedoch dem Jedek-Kult. Daraus entstehen wiederholt Konflikte zwischen beiden Orden. Niedere Jedek-Priester vollstrecken dennoch häufig die Urteile des Schwertordens, nicht zuletzt aus Furcht, selbst in den Verdacht der Ketzerei zu geraten.

Wirtschaft

Landwirtschaft und Handwerk

Cor kann einen großen Teil seiner Bevölkerung mit Getreide, Obst, Gemüse und Vieh aus der eigenen Provinz versorgen, bleibt bei besonders hochwertigen und umfangreichen Agrarlieferungen jedoch auf das Zweistromtal angewiesen. In den Städten sind Bauhandwerk, Metallverarbeitung, Textilgewerbe, Kunsthandwerk und die Herstellung von Luxusgütern bedeutend.

Der Bedarf des Adels an neuen Residenzen, Kunstwerken und technischen Neuerungen sichert Architekten, Steinmetzen, Künstlern und Ingenieuren ein gutes Auskommen. Militär, Verwaltung und Kulte gehören ebenfalls zu den größten Auftraggebern.

Die Große Handelsstraße

Händler, Soldaten und Straßenarbeiter an einem befestigten Posten der Großen Handelsstraße

Die Große Handelsstraße ist der wichtigste Verkehrsweg des Mittelreichs. Von Valoria führt sie über das Findlingsfeld, Karpulsar, Königsplatz und Wolbrandt nach Kalesch. Südöstlich der Hauptstadt erreicht sie Dreisprung und teilt sich dort: Der östliche Weg führt nach Adar, der westliche über Isornfurt und Diesheim zum Zweistrom. Von Diesheim werden die Waren auf Flusskähne verladen und über Argas und Gerras bis Argashafen transportiert.

Entlang der Straße liegen befestigte Handelsposten, Zollstationen, Herbergen und gewachsene Marktstädte. Kleinere Wege verbinden diese Orte mit den Dörfern und Gütern des Hinterlands.

Die kaiserliche Handelsbehörde ist für Unterhalt und Schutz der Straße zuständig. Sie beschäftigt Straßenarbeiter, verwaltet die Posten und verfügt über eigene Soldaten. Finanziert wird ihre Arbeit durch Abgaben der Händler. Ihr großer Einfluss im Verwaltungsapparat Kaleschs führt zu Spannungen mit mehreren Kulten, insbesondere mit dem Mernat-Kult, der die Handelsstraße gern unter seine eigene Aufsicht stellen würde.

Fernhandel

Der Handel mit dem Halblingreich und den Grauzwergen ist für Cor von großer Bedeutung. Die Halblinge liefern hochwertige Handwerkswaren und gelegentlich magische Artefakte aus Kraterkern. Von den technisch hoch entwickelten Grauzwergen bezieht das Kaiserreich Kriegsgerät, Werkzeuge und Baumaschinen.

Die Staaten der Südlande haben ihre größeren Handelsverträge mit dem Mittelreich beendet. Einzelne Schiffe und Karawanen gelangen dennoch über das Zweistromtal oder durch Vermittlung der Fürstentümer nach Cor.

Mit einigen Stadtstaaten der Nordlande bestehen Handelsabkommen. Ihre häufigen Fehden machen Reisen dorthin jedoch gefährlich. Seit Illiasans Krönung gibt es zudem erste begrenzte Handelsverträge mit den Elfen. Zu den gehandelten Gütern zählen Zwergenstahl, Elfenholz, Kristallwaffen und seltene Kräuter.

Söldnerwesen

Die Soldaten der Handelsbehörde reichen nicht aus, um jeden Transport zu schützen. Viele Kaufleute beschäftigen deshalb Söldner. In fast jeder größeren Stadt entlang der Handelsstraße existieren Söldnergilden, die bewaffnete Begleiter zu festen Preisen vermitteln.

Zwischen den Gilden herrscht eine ausgeprägte Rivalität. Auseinandersetzungen in Herbergen und Marktorten sind häufig und schaden dem Ruf der Söldner. Dennoch bilden sie inzwischen einen bedeutenden Wirtschaftszweig, von dem Waffenhandwerker, Wirte, Fuhrleute und Versorger abhängig sind.

Bedeutende Städte und Orte

Kalesch

Kalesch ist Hauptstadt des Mittelreichs und Regierungssitz des Kaisers. Rund 180.000 Menschen leben innerhalb der Stadtmauern; in den mit der Stadt zusammengewachsenen Siedlungen des Umlands wohnen noch einmal etwa doppelt so viele. Der kaiserliche Palastbezirk, die Kathedrale des Ignatus, die Freie Akademie der Magischen Künste zu Kalesch und zahlreiche Haupttempel machen Kalesch zum politischen, religiösen und kulturellen Mittelpunkt Cors.

Die Stadt ist für ihre aus weißem Stein errichteten Mauern und acht gewaltigen Engelsfiguren bekannt. Kaufleute und Gesandte aus vielen Ländern prägen ihr Straßenbild. Eine ausführliche Beschreibung befindet sich im Artikel Kalesch.

Adar

Kaum hundert Meilen östlich von Kalesch liegt Adar, die zweitgrößte Stadt des Mittelreichs. Sie ist die wichtigste Ausbildungsstadt des kaiserlichen Heeres und zugleich ein Zentrum der Steinmetzkunst, Metallverarbeitung und des Handels mit dem Halblingreich.

Zu ihren Wahrzeichen gehören der Weiße Wall und das auf drei großen Isornbrücken errichtete Brückenviertel. Die Vergnügungsstätten der Nordstraße stehen seit langem im Konflikt mit dem Ignatus-Kult.

Weitere Orte

  • Der Tafelberg begrenzt Cor im Norden und gilt als heiliger Ort.
  • Die Sonnenfaust ist ein bedeutendes Heiligtum des Ignatus auf dem Tafelberg.
  • Dreisprung ist der Knotenpunkt, an dem sich die Große Handelsstraße in den östlichen Weg nach Adar und den westlichen Weg zum Zweistrom teilt.
  • Königsplatz und Wolbrandt sind wichtige Stationen nördlich von Kalesch.
  • Isornfurt und Diesheim verbinden Cor mit dem Zweistromtal.

Bedeutende Bildungseinrichtungen

  • Die Akademie des Krieges in Adar ist eine der ältesten und größten militärischen Lehranstalten Ganthors. Sie bildet Offiziere und reguläre Truppen des Kaiserreichs aus.
  • Die Freie Akademie der Magischen Künste zu Kalesch ist die größte bekannte Magierakademie Ganthors. Ihre fünf Türme beherbergen die Fakultäten der dort gelehrten Magierichtungen; Todesmagie wird nicht unterrichtet.
  • Die Universität der Technischen Wissenschaften zu Kalesch nimmt nach einer anspruchsvollen Prüfung besonders begabte Studierende auf. Ihre Forschenden entwickeln unter anderem Baumaschinen, schnellere Schiffe, neue Ackerbautechniken und Waffen.

Bedeutende Personen

Siehe auch