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Nebelgebirge

Aus Meister der Magie Wiki
Die Schwarze Hand erhebt sich über dem Nebelwald und den Mooren am Rand der Merrasebene.

Das Nebelgebirge liegt im Weiten Hügelland östlich der Merrasebene. Seine fünf gewaltigen schwarzen Felsspitzen, die Schwarze Hand, sind weithin sichtbar. Dichte Wälder, neblige Moore und schwer zugängliche Hochflächen umgeben ein Netz alter Festungen, Stollen und unterirdischer Hallen. Heute beherrschen die Schwarzorks die wichtigsten Anlagen. Selbst andere Orks meiden das Gebirge überwiegend.

Landschaft und Wege

Das Massiv misst an seiner Basis fast 50 Meilen im Durchmesser. Seine Flanken steigen zu einer etwa 35 Meilen breiten Hochfläche auf, die rund 1.000 Schritt über dem umliegenden Wald liegt. Im Zentrum ragen die fünf Zacken der Schwarzen Hand noch einmal zwischen einer und zweieinhalb Meilen empor. Jede Spitze ist an ihrer Basis ungefähr eine halbe Meile breit.

Die Zacken stehen um eine etwa 7,5 Meilen breite, leicht abgesenkte Fläche. Zwischen ihnen verlaufen schroffe Felsrücken, Schluchten und Steilabbrüche. Nur wenige Pässe erlauben einen Zugang. Alte Wachanlagen und besetzte Festungen machen diese Wege zusätzlich gefährlich.

Das schwarze Gestein splittert beim Behauen scharfkantig ab. Sein feiner Staub verursacht bei längerer ungeschützter Arbeit schwere Erkrankungen der Atemwege, an denen viele Minenarbeiter sterben. Stürme treiben Splitter über die kahlen Flächen und können Menschen an ungeschützten Steigen aus dem Gleichgewicht reißen.

Nebelwald und Nebelmoore

Der Nebelwald reicht 20 bis 40 Meilen über die Flanken des Gebirges hinaus, im Südosten stellenweise fast 100 Meilen. Hohe Nadelbäume lassen wenig Licht bis zum Boden gelangen. Moose, Pilze und Schattengewächse gedeihen zwischen Wurzeln und feuchten Senken. Zum Rand hin wird der Wald lichter und geht in Mischwald und die offenen Landschaften des Hügellandes über.

Westlich des Massivs liegen die Nebelmoore am Übergang zur Merrasebene. Dunst von den warmen Gewässern zieht gegen die Berge und verdichtet sich zwischen Bäumen und Wasserlöchern. Fauliger Boden, verborgene Rinnen und schwimmende Pflanzendecken erschweren jeden Weg. Ortskundige können tragfähige Stellen erkennen; Fremde verlieren im Nebel leicht die Orientierung. Reisende berichten von geisterhaften Gestalten und Stimmen, die sie vom sicheren Boden fortlocken.

Im Wald leben jagdbare Tiere ebenso wie Raubtiere und Trolle. Dunkle Schluchten und Höhlen bieten weiteren Wesen Zuflucht. Die kahlen Hochflächen sind dagegen nur spärlich bewachsen und werden von wenigen Tieren dauerhaft bewohnt.

Klima

Die Kälte der Frostzacken und des Frostwurmwaldes beeinflusst besonders den Norden des Gebirges. Die Wälder sind kühl und feucht, die Winter dort lang und schneereich. Auf den Hochflächen herrschen starke Winde; die Nebelmoore bleiben kühler als die geothermisch erwärmte Merrasebene.

Festungen und Bewohner

Die Bevölkerung der Schwarzorks ist vergleichsweise klein und verteilt sich auf wenige bewohnte Anlagen. Andere Festungen liegen verlassen oder dienen nur zeitweise als Wachposten und Lager. Besetzte Außenwerke beherrschen die wichtigsten Pässe und Zugänge zu den Bergwerken.

Die zentrale Kultfestung liegt unterirdisch unter der von den fünf Zacken umgebenen Fläche. Hallen, Werkstätten, Vorratsräume und Heiligtümer sind durch Stollen verbunden. An der Oberfläche zeigen sich Zugänge, befestigte Vorhöfe und Wachstellungen. Wie weit die Festung tatsächlich reicht, ist außerhalb der Schwarzorkgemeinschaften kaum bekannt.

Die Bauweise vieler alter Anlagen unterscheidet sich von den späteren orkischen Erweiterungen. Kunstvoll bearbeitetes schwarzes Metall, fremde Schriftzeichen und eigentümliche Geräte zeugen von früheren Bewohnern. Manche Gelehrte bringen diese Überreste mit den Westmenschen in Verbindung; unter Reisenden und Orks kursieren unterschiedliche Erzählungen über ihre Erbauer.

Gefangene Menschen, Goblins und andere Orks werden zur Arbeit in den Minen und Werkstätten gezwungen. Auch Höhlentrolle werden unterworfen und als schwere Arbeitskräfte oder Wachen eingesetzt. Über das Schicksal verschwundener Gefangener gibt es grausame Berichte: Manche sollen geopfert oder sogar verzehrt werden. Wie verbreitet diese Praktiken sind, wissen Außenstehende nicht.

Versorgung und Handwerk

Unterirdische Pilzkulturen und Vorratsanlagen sichern einen Teil der Ernährung. Regelmäßig ausgesandte Jagdtrupps bringen Fleisch aus dem Nebelwald und ergänzen die Versorgung der kleinen Gemeinschaften. Zugleich erkunden sie die Wege, beobachten fremde Lager und nehmen gelegentlich Gefangene.

Die Schwarzorks betreiben Bergbau, Verhüttung und Schmieden mit übernommenen und später erweiterten Anlagen. Im Gebirge werden Eisen, Silber und auch Mithrill gewonnen. Manche Geräte werden seit Generationen genutzt, ohne dass ihr ursprünglicher Zweck noch vollständig verstanden wird.

Offener Handel mit den Schwarzorks ist kaum möglich. Beutezüge und die Beschlagnahmung fremder Vorräte gehören jedoch zu ihren Mitteln, begehrte Güter zu beschaffen. Einzelne Angehörige des Clans der Schlange sollen ihnen beim Entziffern alter Schriften geholfen haben. Solche Verbindungen bleiben Ausnahmen und werden von anderen orkischen Gemeinschaften mit Misstrauen betrachtet.

Vharzul und die orkischen Nachbarn

Die Schwarzorks verehren einen Gott namens Vharzul. Aufgrund ihrer Opferbräuche, Kriegsrituale und der Zeichen an Waffen und Heiligtümern wird er gewöhnlich als Kriegs- und Todesgott eingeordnet. Über seine Lehre und die Bedeutung der alten Kultstätten ist außerhalb des Gebirges wenig Verlässliches bekannt.

Orkische Schamanen warnen vor einer Verderbnis, die über dem Gebirge und dem Nebelwald liegt. Ihre Überlieferungen erzählen von eroberten Festungen und einer Macht, die nach dem Sieg zurückblieb. Sie wissen jedoch nicht genau, was dort wirkt oder wie weit ihr Einfluss reicht.

Trotz dieser Warnungen suchen einzelne Schamanen oder Kriegshäuptlinge die Unterstützung der Schwarzorks. Ihre Kraft und Bewaffnung können einen Feldzug entscheidend verstärken. Solche Bündnisse sind unsicher: Schwarzorkische Anführer verfolgen eigene Ziele und können einen zunächst örtlichen Angriff zu einer Gefahr für ganze Landstriche am Hügelland machen.

Sagen und besondere Orte

Die Schwarze Hand

Eine weit verbreitete Sage erzählt, Xzar sei in einer Götterschlacht tief in die Erde getrieben worden. Mit letzter Kraft habe er eine Hand aus dem Boden gerissen, deren Finger bis heute als schwarze Zacken aufragen. Andere Erzählungen sprechen von der Pranke eines Riesen, der selbst die Titanen überragt habe. Welche Bedeutung diese Geschichten besitzen, wird unter Gelehrten und Priestern unterschiedlich beurteilt.

Erzählungen verbinden auch den Meteoriteneinschlag und die folgenden Erdbeben mit Veränderungen des Massivs. Alte Wehrbauten und verborgene Hallen geben Anlass zu Vermutungen über frühere Herrschaften, bieten Reisenden aber keine sichere Erklärung ihrer Geschichte.

Der Höhlenfels im südöstlichen Wald

Südöstlich des Massivs steht im Nebelwald ein schlanker, etwa 300 Schritt hoher Fels von rund 70 Schritt Durchmesser. Zahlreiche Höhlen durchziehen ihn. Sein früherer Zweck ist unbekannt. Die auffällige Formation dient manchen Reisenden als Wegmarke; andere meiden sie wegen der Geschichten über ihre dunklen Öffnungen.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • Ein aus den Bergwerken geflohener Gefangener erreicht einen Grenzort im Hügelland. Er will seine zurückgelassene Schwester befreien und kennt einen alten Versorgungsgang zur zentralen Festung. Seit seiner Flucht ist dort jedoch eine Wachstellung eingerichtet worden.
  • Eine orkische Schamanin warnt vor einem Kriegshäuptling, der in einer Passfestung mit den Schwarzorks verhandelt. Sie sucht Hilfe, um das Bündnis zu verhindern; ein benachbartes Menschendorf hält ihre Warnung für eine Falle.
  • Ein Jagdtrupp hat bei einem Lager am Rand des Nebelwaldes Menschen verschleppt. Die Verfolgenden finden ihre Spuren, verlieren sie aber in den Nebelmooren. Ein ortskundiger Führer verlangt zunächst Unterstützung bei der Suche nach seinem ebenfalls verschwundenen Sohn.
  • Eine Gelehrte entdeckt an einem geborgenen Metallstück dieselben Schriftzeichen, die ein Reisender vom Höhlenfels abgezeichnet hat. Sie sucht Begleiter für eine Untersuchung. Ein orkischer Trupp beansprucht das Fundstück und droht, jeden Zugang zu dem Fels zu sperren.

Die tatsächlichen Hintergründe der alten Anlagen und der Entwicklung ihrer Bewohner beschreibt der Artikel Geschichte des Nebelgebirges als Spielleiterwissen.