Kategorie:Weites Hügelland
Das Weite Hügelland bildet den Westen Ganthors zwischen den Nordlanden und dem Sichelgebirge. Windgepeitschte Steilküsten, ausgedehnte Hügel- und Graslandschaften, die warmen Moore der Merrasebene und die schwarzen Zacken des Nebelgebirges prägen eine Region, deren Bewohner sehr unterschiedliche Wege gefunden haben, dem rauen Land ihren Lebensunterhalt abzuringen.
Das Weite Hügelland bildet kein gemeinsames Reich. Orkische Clans ziehen mit den Tierherden durch die offenen Landschaften, während menschliche Gemeinschaften in befestigten Dörfern, Hafenorten und Sumpfsiedlungen leben. Die Opur bewahren eine eigene Kultur, in deren Mittelpunkt Pferde und die Verständigung mit Tieren stehen. Im Nebelgebirge behaupten die Schwarzorks die alten zwergischen Bergwerke und Festen. Handel, örtliche Abmachungen, Überfälle und die Erinnerung an vergangene Kriege bestimmen die Beziehungen zwischen diesen Gemeinschaften.
Geografie und Grenzen
Im Norden grenzt das Weite Hügelland an Borrograd. Im Landesinneren bildet der Frostwurmwald den Übergang: Seine dichten Nadelwälder werden nach Süden lichter und gehen in die offenen Landschaften und Feuchtgebiete des Weiten Hügellandes über. An der Küste setzt sich das Land südlich von Stunhall als Steilküste fort. Eine feste Grenzlinie besteht dort nicht. Der Abschnitt nördlich von Fergaborg ist ein weitgehend unbesiedeltes Niemandsland außerhalb der dauerhaften Herrschaft der nordländischen Städte.
Die Südgrenze bildet der Aaroel, der im Tafelberg entspringt. Jenseits des Flusses beginnen das Gebiet des Sichelgebirges und das Land der sesshaften Orks. Der Aaroel gehört zu den größten Flüssen Ganthors. Seine Breite und die gewaltigen Wassermassen machen ihn zu einer schwer zu überwindenden natürlichen Grenze. Für Reisende, wandernde Gemeinschaften und größere Heere stellt eine Überquerung ein erhebliches Hindernis dar.
Im Osten liegt das Mittelreich. Die Große Handelsstraße markiert eine deutlich erkennbare Grenze des kaiserlichen Einflussbereichs. Dieser Einfluss ist jedoch nicht überall gleich stark: Gesicherte Straßen, Städte und grenznahe Siedlungen stehen unter dem Schutz des Reiches, während seine Herrschaft abseits dieser Orte unsicher wird. Auch westlich der Straße leben Menschen; ihre Anwesenheit allein bedeutet keine Zugehörigkeit zum Mittelreich.
Im Westen begrenzt das Meer die Region. Hohe Klippen, Höhlen und wenige geschützte Buchten erschweren den Zugang zur Küste. Das weitläufige Mündungsgebiet der Merrasebene unterbricht die Steilwände und verbindet das Meer mit den Wasserwegen des Landesinneren.
Landschaft und Klima
Das Klima verändert sich von Norden nach Süden und wird durch Küstennähe, Gebirge und örtliche Wärmequellen beeinflusst. Die Kälte der Frostzacken und des Frostwurmwaldes prägt die nördlichen Landschaften und reicht bis in den nördlichen Teil des Nebelgebirges. Lange Winter, kalte Winde und kurze Sommer bestimmen dort den Jahreslauf. Weiter südlich werden die Graslandschaften zunehmend gemäßigter.
Die Merrasebene besitzt eigene klimatische Verhältnisse. Das Küstenklima und zahlreiche heiße Quellen mildern die winterliche Kälte. Ihre Gewässer frieren vielerorts auch im Winter nicht zu; aus warmen Wasserflächen und sumpfigen Senken steigt beständig Nebel auf. Niederschläge vom Meer stauen sich am östlich gelegenen Nebelgebirge und verstärken die Feuchtigkeit der Region.
An der Steilküste herrschen starke, rasch wechselnde Winde. Selbst ein geschützter Hafen kann bei einem Wetterumschwung schwer erreichbar werden. Im Nebelgebirge unterscheiden sich die feuchten Wälder und Moore deutlich von den kahlen, sturmgepeitschten Hochflächen und Felsspitzen.
Die großen Teilräume
Die Steilküste
Die Steilküste zieht sich südlich Stunhalls entlang des westlichen Meeres. Vielerorts fällt das Land in hohen, beinahe senkrechten Wänden zum Wasser ab. Die See hat Höhlen in den Fels gegraben und an einigen Stellen Buchten geschaffen, die als Zuflucht und Hafen dienen. Andere Küstenabschnitte bleiben für Schiffe kaum zugänglich.
Fergaborg liegt in einem großen Fjord und lebt von Handel, Fischerei sowie der Reparatur und Versorgung durchreisender Schiffe. Sigul wurde dagegen in den Höhlen der Steilklippen angelegt. Sein Hafen verbindet den Seehandel mit den Wasserwegen der Merrasebene. Kleinere Fischerorte und Höhlensiedlungen ergänzen diese beiden Häfen.
Im nördlichen Hinterland leben die Opur. Ihre Hauptsiedlung Tun'Op entstand an einer heißen Quelle. Pferdezucht, Tierverständigung und der Handel mit dem besonders widerstandsfähigen Eisenholz verbinden ihre Gemeinschaften mit den Küstenorten und den weiter entfernten Märkten Ganthors.
Die Merrasebene
Die Merrasebene ist eine gewaltige Landschaft aus Seen, Flussarmen, Mooren und kleinen trockenen Inseln. Heiße Quellen erwärmen das Wasser, während dichter Nebel die Orientierung erschwert. Schilf, Sumpfpflanzen und fischreiche Gewässer bieten Nahrung und Rohstoffe; Krankheiten, gefährliche Tiere und unsicherer Boden machen die Besiedlung dennoch schwierig.
Menschliche und orkische Gemeinschaften haben sich auf unterschiedliche Weise an das Leben im Sumpf angepasst. Pfahlbauten, Boote und befestigte Inseln ersetzen vielerorts Straßen und offene Dörfer. Moobrug ist ein bedeutender menschlicher Siedlungsort. Die dort gepflegte Alchemie ermöglicht besondere Bauweisen und erschließt die ungewöhnlichen Pflanzen und Stoffe der Moore.
In den schwer zugänglichen Teilen der Ebene liegt die Totenstadt des Kriegerfürsten Dorogesch. Ihre Mauern und die Geschichten über ihren untoten Herrscher machen sie zu einem gefürchteten Ort, den die meisten Bewohner meiden.
Das Hügelland
Das Hügelland umfasst die offenen Hügel-, Gras- und Steppenlandschaften der Region. Tierherden und das jahreszeitlich wechselnde Nahrungsangebot bestimmen die Wanderungen zahlreicher orkischer Sippen. Büffel, Wildpferde, Mammuts und Wollnashörner gehören zu den großen Tieren dieser Landschaften. Dazwischen liegen Wälder, befestigte menschliche Siedlungen und die Lager unterschiedlicher Clans.
Das Nebelgebirge erhebt sich östlich der Merrasebene als besondere Landschaft innerhalb dieses Teilraums. Dichte Wälder und Nebelmoore umgeben das schwarze Massiv. Seine fünf gewaltigen Felsspitzen werden als Schwarze Hand bezeichnet und sind Gegenstand zahlreicher Sagen. Unter den Bergen liegen ehemalige Bergwerke und Festen, die heute von Schwarzorks genutzt werden.
Südwestlich des Nebelgebirges soll die Verschollene Stadt Tarangesch liegen. Erzählungen über goldene Mauern und leuchtende Bewohner haben immer wieder Suchende in die entlegenen Landschaften gelockt. Ihre genaue Lage bleibt unbekannt.
Bevölkerung und örtliche Herrschaft
Die Clanorks bilden einen großen Teil der orkischen Bevölkerung. Ihre Gemeinschaften unterscheiden sich in Lebensweise, Glauben und Beziehungen zu ihren Nachbarn. Manche folgen den Herden und meiden fremde Siedlungen, andere führen Beutezüge durch oder verdingen sich als Söldner. Magische Traditionen, Tierhaltung und die Erinnerung an die frühere Heimat im Sichelgebirge spielen bei verschiedenen Clans eine wichtige Rolle.
Die Schwarzorks des Nebelgebirges leben überwiegend sesshaft. Ihre Herrschaft stützt sich auf die übernommenen Festungsanlagen, Bergwerke und Kenntnisse der Metallverarbeitung. Ihr Einfluss und ihre Überfälle betreffen auch andere orkische Gemeinschaften; die Orks des Weiten Hügellandes bilden deshalb keinen geschlossenen politischen Verband.
Auch die Menschen besitzen keine gemeinsame Regierung. Fergaborg wird von einem Händlerrat geführt, Sigul von einem Fürsten und Moobrug von einem gewählten Rat. Bei den Opur verbinden sich das Amt des Ersten und die Autorität der Ältesten. Kleinere Gemeinschaften regeln ihre Angelegenheiten weitgehend selbst oder suchen den Schutz eines benachbarten Ortes. Daneben leben Halborks in eigenen Gemeinschaften oder innerhalb anderer Siedlungen und Sippen.
Wirtschaft und Verkehrswege
Die Lebensgrundlagen richten sich nach der Landschaft. An der Küste sind Fischerei, Schiffbau, Reparaturen und Seehandel wichtig. In der Merrasebene liefern Fischfang, Sumpfpflanzen und alchemistische Erzeugnisse Nahrung und Handelswaren. Die Opur sind für ihre Pferde und den Eisenholzhandel bekannt. Im offenen Hügelland bestimmen Jagd, wandernde Tierherden und örtlicher Tauschhandel das Leben; im Nebelgebirge werden Erze gewonnen und verarbeitet.
Die Häfen verbinden das Weite Hügelland mit den Nordlanden, Valoria und den Südlanden. Von der Küste gelangen Waren auf kleineren Booten weiter in die Merrasebene. Untiefen, unübersichtliche Wasserwege und örtlich starke Strömungen machen die Kenntnis geeigneter Routen unverzichtbar.
Landreisen sind vielerorts schwieriger. Zwischen den verstreuten Siedlungen liegen weite, kaum kontrollierte Gebiete. Reisende müssen Wetter, Versorgung und die Ansprüche örtlicher Gemeinschaften berücksichtigen. Im Süden begrenzt der Aaroel die Verbindungen zum Sichelgebirge, im Osten erleichtert die Große Handelsstraße den Zugang zu den Märkten des Mittelreichs.
Glaube und Geschichte
Die religiösen Traditionen sind ebenso vielfältig wie die Bevölkerung. An der Küste werden die Titanen der Nordländer verehrt, besonders Lesecha als Schutzmacht der Seefahrt. In der Merrasebene bestehen diese Kulte neben der Verehrung der Götter des Mittelreichs. Die Opur verehren Yarrl und Chindanna, während orkische Clans eigene Totems und religiöse Überlieferungen bewahren.
Die Geschichte des Weiten Hügellandes ist von Wanderungen, Siedlungsversuchen und Kriegen geprägt. Menschliche Herrschaften versuchten wiederholt, ihren Einfluss nach Westen auszudehnen, während orkische Gemeinschaften ihre Lebensräume verteidigten oder in das Mittelreich vorstießen. Die Orkkriege und ihre Folgen prägen bis heute das Misstrauen zwischen vielen Nachbarn. Dennoch bestehen Handel und örtliche Kontakte auch über diese Gegensätze hinweg.
Alte Kultstätten, verlassene Siedlungen und die zwergischen Anlagen des Nebelgebirges erinnern an frühere Bewohner und Herrschaften. Manche Überlieferungen verbinden die Landschaft mit den Erschütterungen der großen Dämmerung oder dem Wirken von Göttern. Was davon Geschichte und was Sage ist, lässt sich vielerorts nicht mehr sicher unterscheiden.
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